In Birnen aus der Türkei wurde das giftige Pflanzenschutzmittel Amitraz entdeckt. Es ist in der EU verboten und kann bei Verzehr unter anderem zu Sprachstörungen führen.

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Das baden-württembergische Landwirtschaftsministerium warnt davor, Birnen aus der Türkei zu essen. Foto: ddp

Wer demnächst im Supermarkt vor dem Obstregal steht, sollte vor dem Griff zu den Birnen darauf achten, aus welchem Land diese stammen. Das baden-württembergische Verbraucherschutzministerium warnt davor, Birnen aus der Türkei zu essen. In den Früchten wurde das in der Europäischen Union verbotene Pflanzenschutzmittel Amitraz in einer gefährlichen Konzentration entdeckt, teilte das Ministerium mit.

Alle Proben seien mit Rückständen ganz erheblich über dem Grenzwert belastet gewesen. "Angesichts der Befunde muss derzeit vor dem Verzehr von Birnen mit Herkunft Türkei gewarnt werden", sagte Verbraucherschutzminister Peter Hauk. Die Birnen seien von den Lebensmittelüberwachungsbehörden in Baden-Württemberg unverzüglich aus dem Handel genommen und vernichtet worden.

Der Fall könne nicht ohne Konsequenzen bleiben, so Hauk. "Wir brauchen EU-weite Einfuhrbeschränkungen für Birnen aus der Türkei." Bisher seien im Jahr 2009 insgesamt 45 Proben Birnen aus verschiedenen Ländern auf Rückstände an Pflanzenschutzmitteln untersucht worden - in allen acht Birnenproben aus der Türkei seien Amitraz-Rückstände festgestellt worden.

Zumindest bei Kleinkindern kann eine Vergiftung zu Schläfrigkeit, Desorientiertheit, Sprachstörungen und Absenkung von Pulsfrequenz und Blutdruck führen. Der Wirkstoff Amitraz wirkt gegen Insekten und Spinnentiere und ist in Deutschland seit einigen Jahren, in der EU seit Anfang 2008 nicht mehr zugelassen.

Bei Untersuchungen von Proben aus anderen Ländern wie Deutschland,
Südamerika, Südafrika, Italien und Spanien wurden von der Behörde den Angaben zufolge keine Höchstmengenüberschreitungen und keine Amitraz-Rückstände festgestellt.

(AP/dpa/sueddeutsche.de/aro/pfau)