Reisetipps Umbrien

Insider Tipps Umbrien MARCO POLO Korrespondent Peter Peter im Interview

Peter Peter lehrt, schreibt und entwirft Reisen zu Kunst, Literatur und Küche Italiens (www.pietropietro.de)

Woher kommt Ihre Liebe zu Umbrien?

Am Anfang stand ein wunderbarer Sprachkurs in einem alten Palazzo in Perugia - da gingen Dolce Vita und kunsthistorische Leidenschaft spielend zusammen.

Was gefällt Ihnen so an dieser Region?

Die stillen Dorfkirchen voller frommer Fresken, das Leben auf der Piazza, die köstlichen Naturprodukte der umbrischen Bauern. Ländlicher Charme und zugleich die kosmopolitische Atmosphäre Perugias. In welcher anderen Universitätsstadt lässt es sich so lässig-elegant bummeln wie auf dem Corso Vannucci?

Und was mögen Sie hier nicht so?

Dass die großen Volksfeste immer mehr zu anonymen Fernsehspektakeln werden.

Was war Ihr aufregendstes Erlebnis in Umbrien?

Schwer zu beantworten: Wahrscheinlich ein Strafzettel in Terni, weil ich bei Rot über die Ampel gegangen bin. Umbrien ist wirklich die Schweiz Italiens!

Wo und wie leben Sie genau?

Schreibend und wegreisend in Monaco di Baviera, auf Bayerisch: München.

Sprechen Sie Italienisch?

Fließend. Ich habe drei Sommer an der Università per gli stranieri in Perugia verbracht. Warum ich die Sprache gelernt habe? Es war Liebe auf den ersten Blick zu dieser klangvollen Sprache, der schönsten Tochter des Lateinischen.

Was prädestiniert Sie als MARCO POLO Korrespondent?

Individuelle Landeskenntnisse und umfassende Reiseerfahrung. Der kunsthistorisch geschulte Blick fürs Wesentliche und das Wissen, dass eine originelle Einheimischentrattoria mehr Erlebniswert vermittelt als die fünfte Kirche voller Fresken an einem Tag. Und nicht zum Schluss das Anliegen, anderen die ganz persönliche Lust am Reisen und Entdecken zu vermitteln.

Ihr Lieblingsessen in Umbrien?

Die Cucina Umbra ist eine der besten und bodenständigsten Regionalküchen Italiens. Wo sonst bekommt man getrüffelte Wildforellen oder geschmorte Tauben im Tontopf? Köstlich. Mein Tipp für Vegetarier: cicerchie vom Hügelland des Trasimenischen Sees. Diese alte Hülsenfruchtsorte, die an Kichererbsen erinnert, schmeckt hinreißend, wenn man sie mit dem einheimischen grün schillernden Olivenöl „verheiratet“.