Reisetipps Spanien

Ausflüge & Touren Spanien

Navarra, Baskenland und La Rioja für Geniesser

Eine Tour für alle Sinne und Geschmäcker: grüne Berge und abgeschiedene Dörfer, geschichtsträchtige Städte mit Kirchen und Shoppingpflastern, Wein und kulinarische Genüsse auf der ganzen Linie. Von den landschaftlich reizvollen Pyrenäen Navarras geht es ins Baskenland und an die Quellen des Weins in der weltbekannten Anbauregion La Rioja. Für die knapp 300 km lange Tour sollten Sie sich vier bis fünf Tage Zeit nehmen.

Startpunkt der Tour ist der legendenumwobene „Hexenort“ Zugarramurdi, der wenige Kilometer hinter der französischen Grenze bei Dancharinea (ausgeschilderter Abzweig ab der N 121-B) ins Berggrün gebettet liegt. 1610 ging hier ein Inquisitor dem Leben von verdächtigen Frauen nach, denen man Hexerei zur Last legte - und hatte „Erfolg“! Eine ganze Reihe von „Hexen“ wurde verurteilt und verbrannt. In der Cueva de Zugarramurdi am Dorfrand sollen sich die „Hexen“ versammelt haben. Ein kleiner Pfad führt an die Höhle heran, für die das Wort Tunnel treffender wäre. An den Enden des 120 m langen und über 10 m hohen Schlunds flutet gedämpftes Licht hinein. In und um Zugarramurdi herum kann man sich gut und sehr günstig in Landhäusern einquartieren, etwa in der Casa Sueldeguia (Tel. 948599088 | €) und in der Casa Teltxeguia (Tel. 948599167 | €).

Der N 121-B Richtung Pamplona folgend, geht es über den Pass von Otxondo ins beschauliche Tal des Río Baztán, in dem sich sattgrüne Wiesen und Weiden ausbreiten. Zentrum des Tals ist die Kleinstadt Elizondo, in der Herrenhäuser das Bild bestimmen. Wer weder auf den Preis noch auf sein Körpergewicht zu achten braucht, wird den hausgemachten Trüffeln in Süßwarenläden nicht widerstehen können. Die überzähligen Kalorien können Sie auf den Wanderwegen im nahen Naturpark Señorío de Bértiz wieder abarbeiten. Rustikale Unterkunft in Elizondo bietet das Hostal Trinquete Antxitonea (25 Zi. | Braulio Iriarte 16 | Tel. 948581807 | Fax 948581853 | www.antxitonea.com), ein Landhaus aus dem 19. Jh. an den Ufern des Baztán.

Tags darauf erreichen Sie Pamplona, wo sich in der Altstadt alles auf engem Raum bündelt: Boutiquen, Bars und Vorzeigebauten wie Kathedrale und Rathaus. Im Bereich um die Calle San Nicolás können Sie stilvoll einkehren oder zum Sturm auf Kneipen und Tapas blasen.

Eine kombinierte Autobahn- und Schnellstraßenroute trägt Sie von der Hauptstadt Navarras an herrlichen Bergflanken vorbei in die Hauptstadt des Baskenlands: Gasteiz (spanisch Vitoria, 230000 Ew.). Hierhin verirren sich nicht allzu viele auswärtige Besucher, manche lassen sich von den Hochhauskränzen der Neustadt abschrecken. Halten Sie bis ins historische Viertel durch, es lohnt sich! Dort bietet Vitoria ein buntes Wechselspiel aus urgemütlichen Einkaufsgassen und breiten Flanierpromenaden. Ins Bild gehören moderne Skulpturen, altes Kopfsteinpflaster und Bürgerhäuser mit ihren typischen miradores, einer Mischung aus Balkon und Wintergarten. Besonders schöne Glasbalkone umziehen die Plaza de la Virgen Blanca, den Dreh- und Angelpunkt in der City. In der Mitte des weit ausgreifenden Platzes erhebt sich ein Monument im Gedenken an den Sieg über die Franzosen in der Schlacht von 1813, eine Etage höher macht die Fassade der gotischen Iglesia de San Miguel einen imposanten Eindruck. An der Kirche blickt man zum glasgeschützten Bildnis der Schutzpatronin Virgen Blanca auf, in deren Zeichen das große Stadtfest Anfang August steht.

Von der Plaza de la Virgen Blanca geht die ausgedehnte Fußgängerzone zum Arkadengeviert der Plaza de España und Plaza de los Fueros ab, auf der Gegenseite geht es hinein in lang gestreckte Altstadtgässchen wie Calle Zapateria und Calle Correría. Noch geschäftiger geht es in der Calle Siervas de Jesús zu, an der das wuchtige Turmhaus Doña Ochanda (15. Jh.) liegt. Ein kurzer Aufstieg durchs Altstadtviertel Casco Viejo führt zur Kathedrale Santa María, einem gotischen Bau, der im 17. Jh. durch einen 60 m hohen Turm ergänzt wurde. Aus Vitorias blühender Museumslandschaft (alle Di-Fr 10-14 und 16-18.30, Sa 10-14, So 11-14 Uhr) stechen das im Palacio Agusti untergebrachte Museum der schönen Künste (Paseo de Fray Francisco 8) und vor allem das kuriose Spielkartenmuseum (Museo Fournier de Naipes | Cuchillería 54) hervor; der Eintritt in beide Museen ist frei. Kunstfreunde zieht es ins Museum für zeitgenössische Kunst Artium (Di-So 11-20 Uhr | Francia 24 | www.artium.org), das ausnahmslos wechselnde Ausstellungen zeigt.

Nach so viel Kultur lädt der große Parque de la Florida zum Bummel ein; an die Grünanlage stoßen die Neue Kathedrale und das baskische Parlament. Die Touristeninformation finden Sie an der Plaza General Loma (Tel. 945161598 | www.vitoria-gasteiz.org). Als Unterkunft empfiehlt sich das zentral gelegene und recht günstige Hotel Dato (14 Zi. | Dato 28 | Tel. 945147230 | Fax 945232320 | www.hoteldato.com | €). Ein erlesener Speisetempel ist das preisgekrönte Restaurante El Portalón (Correría 151 | Tel. 945142755 | €€€) in einem Holzhaus aus dem 15. Jh. in der Altstadt.

Ab Vitoria nehmen Sie die schnelle Autobahnstrecke (zunächst A 1, dann A 68) nach Haro (11000 Ew.) und gelangen so mitten in die Hochburg der weltberühmten Riojaweine. Rund um Haro ziehen sich Weingärten über die Hügel des Ebrobeckens, reifen die edlen Tropfen in zahlreichen Bodegas heran. Geführte Weinkellertouren bieten gewöhnlich die im Barrio de la Estación gelegenen Bodegas an, sehr schön z.B. die Bodegas Muga (Tel. 941306060 | www.bodegasmuga.com) mit eigener Fassmacherei. Auskunft im Touristenbüro an der Plaza Monseñor Florentino Rodríguez (Tel. 941303366 | www.haro.org/turismo). Auch ohne Bodegabesuch brauchen Sie den Freuden des Weins in Haro nicht zu entsagen: Bei der Plaza de la Paz taucht man ins Altstadtviertel La Herradura ein, wo sich die Kneipen in einigen wenigen Gassen konzentrieren.

Östlich von Haro setzen Sie die Wein- und Genießertour über Labastida fort und sollten auf der Höhe von San Vicente de la Sonsierra einen kurzen Abstecher nach Briones einplanen. Dort liegt eines der besten Weinmuseen Spaniens, das kulturgeschichtlich aufgezogene Museo de la Cultura del Vino Dinastía Vivanco (Juni-Sept. Di-So 10-20, sonst Di bis Do und So 10-18, Fr/Sa 10-20 Uhr | www.dinastiavivanco.com).

Zurück auf der Hauptstrecke, geht es nach Ábalos, wo das Landhotel Villa de Ábalos (14 Zi. | Plaza Fermín Gurbindo | Tel. 941334302 | Fax 941308023 | www.hotelvilladeabalos.com | €€) freundliche Unterkunft bietet. Laguardia ist ein stark befestigter Ort, der weithin sichtbar auf einem Hügel thront. Im mittelalterlichen Mauermantel stecken die romanisch-gotische Kirche Santa María de los Reyes und die von Arkaden beherrschte Plaza Mayor. Etwas außerhalb liegt die Weinkellerei Ysios (Tel. 945600640 | www.bodegasysios.com), die ihr spektakuläres Wellendach dem Architekten Santiago Calatrava verdankt. Auskunft: Plaza de San Juan | Tel./Fax 945600845 | www.laguardia-alava.com. In einigen Geschäften kann man gut Wein kaufen; im Ort wird der Rebensaft unterirdisch in riesigen Lagern aufbewahrt.

Ab Laguardia sind es noch knapp 20 km in die riojanische Hauptstadt Logroño, in der Sie sich vor allem in der Calle del Laurel erneut den Ausgehfreuden hingeben können.

Erlebnistour durchs Hinterland Kataloniens

Kultur und Natur im Hinterland von Barcelona und der Costa Brava: hinauf zum Kloster von Montserrat, heran an die Pyrenäen, hinein in den Vulkanpark La Garrotxa und an den See von Banyoles. Für die knapp 450 km sollten Sie vier bis fünf Tage einkalkulieren, wenn Sie ausreichend Zeit für Zwischenstopps und Abstecher haben möchten.

Sie verlassen Barcelona auf der N II Richtung Lleida und werden bereits bei Martorell gewahr, wie die Märchenlandschaft Muntanya de Montserrat aus der Ebene aufsteigt: ein Gebirge wie aus einer Fantasystory, durchsetzt von spitzen Türmen und gigantischen Flanken. Am besten, Sie dringen ab Monistrol de Montserrat 10 km in die Bergwelt vor und winden sich in langen Kehren auf eine Höhe von über 700 m hinauf.

In windiger Frische und im Schatten eines gewaltigen Zwischenmassivs liegt das Allerheiligste Kataloniens: das Kloster von Montserrat, das seit knapp 1000 Jahren bezeugt ist und dem unverändert eine Benediktinergemeischaft angehört. Erwarten Sie keine weltferne Einsamkeit, denn Montserrat ist eine der wichtigsten Wallfahrtsstätten Spaniens mit entsprechenden Megaparkplätzen (gebührenpflichtig). In der Klosterkirche verehren die Gläubigen das romanische Bildnis der Schwarzen Madonna. Zum Klosterplateau gehören nicht nur Restaurants und Andenkenläden, sondern auch ein lohnendes Museum: Das Museu de Montserrat vermittelt Einblicke in verschiedene Kunstepochen und Länder und nennt Werke von El Greco, Picasso und Dalí sein Eigen.

Nach dem Kloster- und Museumsabstecher führt Sie der Weg nach Monistrol de Montserrat zurück und weiter gen Norden über Manresa nach Cardona, das von einem imposanten Burghügel beherrscht wird. Auf der obersten Spitze bietet der Parador (Tel. 938691275 | Fax 938691636 | www.parador.es | €€€) Traumblicke über grüne Hügel, den Genuss der regionalen Küche im Spezialitätenrestaurant und angenehme Unterkunft in einem der 54 Zimmer. Zum Kastell gehört die Kirche Sant Vicenç, ein Prachtbeispiel katalanischer Romanik. Am Ortsrand Cardonas liegt das Salzbergwerk Muntanya de la Sal (Minenführungen Di-Fr 10-15, Sa/So 10-14 und 15-18 Uhr | www.salcardona.com).

Setzen Sie die Fahrt über Solsona und durch das Segretal nach La Seu d'Urgell fort, wo Ihnen bereits herrliche Pyrenäenluft um die Nase weht. Hier sind Sie umgeben von Gebirgsriesen, können Altstadtstimmung schnuppern oder sich im nahen Andorra in den Kaufrausch stürzen.

Östlich von La Seu d'Urgell folgen Sie der N 260 nach Puigcerdà, einem ansehnlichen Städtchen mit schönem Park und Fußgängerzone. Im kurvigen Auf und Ab über den 1800-m-Pass Collada de Toses werden Sie mit phantastischen Bergblicken belohnt. Ribes de Freser dient als Ausgangspunkt zu einer Zahnradbahntour zum Heiligtum von Núria, doch auch ohne diesen Ganztagesabstecher stehen die nächsten Stopps im Zeichen des Kreuzes: die einstige Benediktinerabtei Santa Maria in Ripoll mit eindrucksvollem Portal und Kreuzgang sowie die romanische Klosterkirche in Sant Joan de les Abadesses.

Quartier nimmt man am besten in Olot. In Olots Vulkanmuseum (Museu dels Volcans | Mo-Sa 10-14 und 15 bis 18, Sommer 16-19, So 10-14 Uhr | Avinguda de Santa Coloma) können Sie sich auf den umliegenden 120-km²-Naturpark La Garrotxa einstimmen. Das Gebiet ist von 40 erloschenen Vulkanen durchsetzt; gute Wandermöglichkeiten von Olot und Santa Pau zum Volcà Croscat und in den grünen Krater des Volcà de Santa Margarida.

Schöne Abschlusstupfer der Tour setzen das urige Steinörtchen Besalú und der Estany de Banyoles, Kataloniens größter Natursee.