Reisetipps Singapur

Stadtspaziergänge Singapur

Katong - Durch Zeiten und Kulturen

Wandeln Sie 3 Std. lang auf den Spuren der frühen Singapurer - Katong ist das Viertel der Peranakan. So heißt die Volksgruppe, die aus Chinesen, Europäern und Malayen hervorgegangen ist. Sie haben „Little Singapore“, als das der Schmelztiegel Katong angesehen werden kann, geprägt - mit ihrem Essen, ihrer Architektur, ihrer Kleidung.

Schlendern Sie die beiden Seiten der East Coast Road - der Achse Katongs - entlang, tauchen Sie in ihren Seitenstraßen tief in das wirkliche Leben Singapurs und seiner einzigartigen Architektur ein. Erwarten Sie nicht das Spektakuläre, sondern einen Einblick in das Alltagsleben.

Der Spaziergang beginnt am Katong Antique House (208 East Coast Road | MRT NS 22 Orchard, dann Bus 14). Hinter der schlichten Holztür des blauen Hauses verbirgt sich eine ganz eigene Welt: Peter Wee, dessen Vater hier einst ein ganzer Straßenzug gehörte, führt Sie gern durch das Museum der Peranakan-Kultur (ca. 45 Min., Voranmeldung unter Tel. 63458544, Eintritt 15 S$). Im Erdgeschoss gibt es einen kleinen Laden mit echten Peranakan-Antiquitäten, die allerdings teuer sind.

Verlassen Sie das kleine Museum, wenden Sie sich nach links. Sie stoßen direkt auf die Chin Mee Chin Confectionary, eine Traditionsbäckerei Singapurs. An der nächsten Ampel überqueren Sie die Straße und gehen rechts in die Joo Chiat Road. Auf der rechten Straßenseite riechen Sie nun das wirkliche Singapur: Die Bäcker von Puteri Mas backen echte Durian-Kuchen. Die „Stinkfrucht“, die Sie wegen ihres beißenden Käsegeruchs nicht in Bussen und U-Bahnen essen dürfen, gilt als Delikatesse. Ein besonders schöner Teehandel ist Amoy Tea auf der rechten Straßenseite. Links liegt die Ann Tin Tong Medical Hall, eine fast 70 Jahre alte Apotheke, die einen Arzt beschäftigt und ihre Tees und Tinkturen noch selber mischt.

Ein paar Schritte noch, dann beginnt rechts die Koon Seng Road. Ihr Ensemble von Wohnhäusern ist einmalig in Singapur. Die mit Stuckornamenten verzierten Fassaden vereinen viktorianische und chinesische Elemente. Die Vorderseiten zeigen die Symbole für Glück und langes Leben, wie Fledermäuse, Drachen, Hirsche oder Hunde. Ergänzt werden sie durch alte Kacheln, die für teures Geld aus Europa importiert wurden. Unter dem Dachansatz haben die Häuser eine Belüftung. Sie sind um einen offenen Hof gebaut, in dem ein kleines Wasserbecken den Regen auffing. Dies sorgte für Kühlung des ganzen Hauses.

Machen Sie nun kehrt, überqueren Sie wieder die Joo Chiat Road und biegen Sie am Dunman Food Court links in die Onan Road. Sie gehen nun durch eine typische Singapurer Wohngegend mit Mangobäumen in den Vorgärten zurück zur Hauptstraße. Biegen Sie links in die Fowlie Road, dann wieder rechts in die Joo Chiat Road und Sie erreichen die East Coast Road. Halten Sie sich rechts. Nach ein paar Schritten kommen Sie zu True Blue, dem wohl besten Peranakan-Restaurant der Stadt. Der nächste Laden ist Rumah Bebe, das „Haus von Bebe“. Hier werden schöne Andenken verkauft. Besitzerin Bebe Seet beherrscht das traditionelle Besticken von Schuhen und Kleidung mit Perlen. Sie gibt in ihrem Haus „Beading“-Unterricht (250 S$ inkl. Material) und bietet Kurse für Peranakan-Küche (40-55 S$) an (www.rumahbebe.com). Direkt daneben folgen Rumah Kim Choo und Kim Choo's Kitchen. Der sonst in Singapur weit verbreitete Geschmacksverstärker MSG wird hier durch selbstgekochte Brühe aus Hühnerknochen, Ingwer und Knoblauch ersetzt - und das Essen schmeckt. Restaurantbetreiber Desmond Wong beantwortet Fragen, die Sie nach dem ausgedehnten Spaziergang zur faszinierenden Peranakan-Kultur haben.

Biegen Sie rechts in die Ceylon Road ein, runden Sie ihren Spaziergang durch die Kulturen mit etwas Hinduismus ab: Hier liegt der Sri Senpaga Vinayagar Tempel. 1875 bauten ihn indische Tamilen unter einem Senpaga-Baum zu Ehren des Elefantengottes. Der Tempel steht unter Denkmalschutz und wurde 2003 renoviert.

Romantisches Singapur

Eine asiatische Weltstadt ist selten romantisch, eher bunt und betriebsam. Singapurs Kolonialviertel aber hat nach Einbruch der Dunkelheit (tgl. ab 19.30 Uhr) einen ganz besonderen Charme. Sie können den anderthalbstündigen Spaziergang auch tagsüber machen - abends aber, wenn die alten Laternen unter Tropenbäumen leuchten, hat er seinen ganz eigenen Reiz.

Ausgangspunkt des Weges ist die Elgin Bridge (MRT NE 5 Clarke Quay), die am Singapurer Parlament South und North Bridge Road verbindet. Sie ist die erste Brücke Singapurs (1823) und bedeutet der Stadt viel: Trennt sie doch Tua Po von Sio Po - im Dialekt der Fujian-Chinesen die große Stadt von der kleinen Stadt. Gemeint sind damit das Verwaltungsviertel Singapurs und das von hier aus jenseits der Brücke liegende Chinatown, das Geschäftsviertel. Wenn Sie hier auf der linken Seite des Flusses stehen und auf die hell erleuchteten Hochhäuser der Banken blicken, liegt linker Hand das Parlament. Gehen Sie an seiner Seite hinab die paar Stufen der Treppe zum Fluss hinunter, machen Sie Rast auf einer der vielen Bänke und betrachten Sie die großartige Kulisse. Sie passieren dann eines der vielen Bootshäuschen, wo man eine Schiffstour auf dem Fluss buchen kann (12 S$). Nun sehen Sie die angestrahlte Statue des Stadtgründers Sir Thomas Stamford Raffles, der hier 1819 an Land ging. Am steinernen Raffles vorbei und unter ausladenden Zweigen und Luftwurzeln der Tropenbäume hindurch kommt linker Hand das Restaurant Indochine, einer der führenden Treffpunkte der Stadt, denn ein schönerer Ausblick ist schwerlich zu finden. Auf den Treppen zum Indochine treffen sie auf stumme Zeugen der Vergangenheit. Die Bildhauer Chern Lian Shan und Malcolm Kok stellten hier lebensgroße Skulpturen auf: Kulis und Händler, die einst entlang des Flusses Singapurs erstes Wirtschaftswunder begründeten. Die indischen Chettiar, die alten Geldverleiher, verhandeln mit der Börsenmaklerin, die gerade aus einem Bankenturm am gegenüberliegenden Ufer getreten zu sein scheint. Restaurant und die Bar nebenan sind Teil des wunderschönen Asian Civilisations Museum. Es lohnt den Besuch, und hat freitags bis 21 Uhr geöffnet.

Auf dem Uferweg leuchtet Ihnen nun die historische Cavenagh-Brücke (1868) entgegen. Unter den Bäumen links und rechts von ihr lassen sich die Hochzeitspaare Singapurs fotografieren. Die Bankentürme im Hintergrund versprechen ihnen Wohlstand. Folgen Sie dem Uferweg, der hier zwei leichte Kurven macht, um in einen kurzen Tunnel zu führen. Auf der anderen Seite beginnt der Queen Elizabeth Walk entlang des Esplanade Parks. Entlang der Bucht kommen Sie unter der Brücke der Schnellstraße hindurch zur hell erleuchteten Esplanade. Rechts hinter dem Gebäude ist ein Freiluftmarkt, wo die Regierung die besten Hawker-Restaurants Singapurs versammelt hat. Hier können Sie für ein paar Dollar unter dem Sternenhimmel der Tropennacht essen.