Reisetipps Schweiz

Stichworte Schweiz

Alpaufzug und -abtrieb

In der Schweiz findet sich noch unverfälschtes Brauchtum, z.B. die Alpaufzüge und -abtriebe im Juni und September im Appenzellerland und im Berner Oberland, aber auch in den Fribourger Alpen. Der für die Qualität der Milchprodukte und des Fleisches wichtige Aufenthalt auf der Alp wird an seinem Anfang und Ende gefeiert. Dies umso mehr, als der sommerliche Aufenthalt auch für viele Bauern und ihre Familien immer noch etwas Besonderes darstellt.

Bahnland

Die Schweiz verfügt über eines der dichtesten Bahnnetze der Welt. Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) bieten täglich rund 4000 Reisezüge oder 248000 Zugkilometer an. In der Schweiz gibt es zudem 1821 Bergbahnen: 12 Zahnrad-, 59 Standseil-, 214 Pendel-, 124 Gondel- und 307 Sesselbahnen sowie 1104 Skilifte. Auf einer Streckenlänge von gut 1950 km überwinden diese Bahnen eine Höhendifferenz von ca. 600 km. Alles Wissenswerte über Preise, Fahrpläne, Strecken und Sonderangebote erfahren Sie unter der Site | www.sbb.ch.

Berg-Express

Wann immer die schönsten Zugfahrten der Welt aufgezählt werden, gehört der Glacier-Express dazu. Für die 270 km von Zermatt über Brig, Andermatt, Chur nach Davos oder St. Moritz braucht der schleichende Express mehr als 7,5 Stunden. Dafür bekommt man aber, besonders im Winter, einzigartige Bilder zu sehen. Bei der Fahrt überwindet der Zug 2500 Höhenmeter, von denen er einige Steigungen nur mit Hilfe von Zahnrädern nehmen kann. Auf der Strecke liegen 291 Brücken und 91 Tunnel, hinter denen sich immer wieder neue Landschaften auftun. Der Glacier-Express verkehrt zweimal täglich (Mitte Okt. bis Mitte Mai einmal täglich). Die Preise liegen zwischen 30 und 150 Euro. Informationen unter: www.glacierexpress.ch. Plätze reservieren können Sie auch direkt bei Matterhorn Gotthard Bahn | Nordstr. 20 | 3900 Brig | Tel. 027/9277777. Für den Speisewagen, der zum Rundumerlebnis einfach dazugehört, ist eine gesonderte Reservation nötig bei Railgourmino swissalps AG | Tel. 081/3001515 | sales@rgswissalps.ch.

Wem das noch nicht reicht, der reist von Chur aus mit der Rhätischen Bahn über die berühmte Albulastrecke ins Engadin. Weiter geht die Reise von St. Moritz bzw. Pontresina aus mit dem bahntechnisch eindrucksvollen Bernina-Express über den gleichnamigen, 2200 m hohen Pass, durch das reizvolle Poschiavo-Tal über diverse Kunstbauten bis hinunter ins nur noch 438 m hoch gelegene Tirano im italienischen Veltlin. Alles über die „kleine Rote“, wie die Rhätische Bahn liebevoll genannt wird, finden Sie unter www.rhb.ch.

Bernhardiner

Das Hospiz der Augustiner Chorherren auf dem Großen Sankt Bernhard ist die Heimat des berühmtesten Hundes der Alpen: dem Bernhardiner. Ursprünglich gezüchtet, um verschüttete Lawinenopfer aufzuspüren, sind diese Hunde heute dafür viel zu schwer und werden nicht mehr zur Verschüttetensuche eingesetzt. Der berühmteste Bernhardiner hieß übrigens Barry. Er starb 1814 und ist heute im Berner Naturhistorischen Museum ausgestellt. Barry soll über 40 Menschen das Leben gerettet haben.

Birchermüesli

Benannt ist diese Köstlichkeit, die in Zeiten körperbewussten Essens ihren Siegeszug weit über die Schweizer Grenzen angetreten hat, nach dem Schweizer Arzt und Ernährungsreformer Maximilian Oskar Bircher-Benner. Er wollte gesunde Ernährung und gutes Essen miteinander verbinden. Sein klassisches Mus, das sehr luftig ist, geht so: Haferflocken werden 20 Minuten in Milch eingeweicht und - nach Geschmack - mit Joghurt angereichert. Anschließend werden geriebene Haselnüsse, gehackte Walnusskerne, ein geriebener Apfel und frische Saisonfrüchte wie Erdbeeren, Himbeeren, Zwetschgen oder Aprikosen untergehoben. Das Wort Müesli ist die Verkleinerungsform des schweizerdeutschen Mus.

Helvetica

Diese weibliche Repräsentationsfigur der Schweiz findet sich auf der Vorderseite eines „Zweifränklers“ (Zweifrankenstück), des „Einfränklers“ (Einfrankenstück) und der Fünfzigrappen-Münze. Sie findet sich ebenfalls auf Briefmarken und dem „Goldvreneli“ (Goldmünze) und ist ein beliebtes Denkmal- und Postkartenmotiv. Helvetia ist keine reale Figur, sondern eine allegorische Frauenfigur, die erstmals im 17. Jahrhundert auftauchte. Im 19. Jahrhundert - in der heißen Gründungsphase des Schweizerischen Bundesstaates - hatte sie eine wichtige, identitätsstiftende Funktion. Das schönste Helvetia-Denkmal befindet sich in der Stadt Basel. Dort sitzt die „Helvetia auf der Reise“ nachdenklich rheinabwärts blickend auf einem Brückenkopf der Mittleren Rheinbrücke, neben ihr liegen Mantel, Schild, Speer und Koffer. Geschaffen wurde das Meisterwerk von der Basler Bildhauerin Bettina Eichin.

Heidi

Das herzige, kraushaarige Kind Heidi wurde zum Markenzeichen der Schweizer Alpenwelt. Geschafft hat dies eine Frau mit nur zwei Büchern: Die Zürcher Stadtschreibersgemahlin Johanna Spyri schrieb 1880 im Alter von 53 Jahren nacheinander die beiden Bücher „Heidis Lehr- und Wanderjahre“ und „Heidi kann brauchen, was es gelernt hat“. Für die damalige Zeit wurden die Bücher quasi über Nacht Bestseller und kamen - was bis heute immer noch eine kleine Sensation ist - übersetzt aus dem Deutschsprachigen auf den amerikanischen Markt.

Kuhglocken

Sie gehören zur Schweiz wie der Käse. Man hört sie überall und - was mancher als störend empfindet - auch frühmorgens durch das geschlossene Fenster eines hoch gelegenen Hotels. Dabei hat die Eidgenossenschaft höchstrichterlich entschieden, dass Kuhglockengeläut nicht als gesundheitsschädlich einzustufen ist. Ein genervter Waadtländer hatte die Klage beim obersten Gerichtshof angestrengt. Die Richter empfahlen lediglich, den Kühen Glocken bis maximal Größe acht umzubinden. Immerhin, es gibt auch doppelt so große.

Kunst

Zu den berümtesten Schweizer Künstlern zählt der Zürcher Kunstmaler Johann Heinrich Füssli (1741-1825). Viele seiner Werke sind im Zürcher Kunsthaus zu sehen. Weitere große Namen: Die Appenzeller Malerin und Plastikerin Sophie Täuber-Arp (1889-1943) war eine Vertreterin der konstruktiven Kunst und eine führende Figur in der Dada-Bewegung. Der Bergeller Bildhauer Alberto Giacometti (1901-1966) wurde mit seinen überlangen, dünnen Köpfen, Büsten und Figuren bekannt. Die Basler Künstlerin und Lyrikerin Meret Oppenheim (1913-1985) wurde mit ihrer Pelztasse „Déjeuner en fourrure“ weltberühmt. Für die Stadt Bern hat sie kurz vor ihrem Tod einen umstrittenen Brunnen geschaffen, der heute auf dem Waisenhausplatz steht. Ein eigenes Museum hat der Freiburger Bildhauer, Maler und Aktionskünstler Jean „Jeannot“ Tinguely (1925-1991) in Basel erhalten. Aber auch sein Heimatkanton ehrte ihn posthum mit einem Museum in der Stadt Freiburg/Fribourg. Gegenwärtig zählen die Sankt Galler Video-künstlerin Pipilotti Rist, der Appenzeller Bildhauer und Aktionskünstler Roman Signer und das Künstlerduo Fischli/Weiss zu den Topstars der internationalen Kunstszene.

Pflanzen- und Tierwelt

Die Schweiz ist Natur pur. Auf engem Raum gibt es hier einen Artenreichtum wie selten in Mitteleuropa. Die Pflanzenwelt teilt man in fünf Vegetationsstufen ein: Bis zu einer Höhe von 600 m gedeihen Nutzpflanzen. Der Mischwald, den man auch Bergwald nennt, besteht bis in eine Höhe von 1200 m vornehmlich aus Buchen, Föhren und Tannen. Steigt man noch höher, bis ca. 2000 m, beginnt der Lärchenwald. Darüber fängt die Mattenzone mit vereinzeltem Buschwerk und Krüppelkiefern an. Über 2500 m breitet sich die Zone des ewigen Schnees aus. Auf den Almweiden gedeihen im Sommer Blumen wie Alpenanemone, Alpenrose, Eisenhut, Enzian und Männertreu. Noch höher ist das streng geschützte, genügsame Edelweiß zu finden.

Auch die Tierwelt ist vielfältig. Die meisten Arten stehen unter Schutz. In den alpinen Zonen findet man Adler, Bergdohlen, Murmeltiere, Luchse, Gemsen und Steinböcke, in den Wäldern Damwild, Füchse, Hasen und Wildschweine, aber auch so seltene Tiere wie die Aspisviper, den Biber, den Feuersalamander und die Zauneidechse. Zu den heimischen Vögeln zählen Distelfink, Eisvogel, Eule, Kauz und sogar der Bartgeier. Die vielen Seen sind bevölkert von Wasserspinnen und -zikaden, Kröten, Molchen und Libellen. In den großen Seen schwimmen reichlich Fische, vor allem Egli, Felchen, Forellen und Hechte. Angeln ist erlaubt und sogar gebührenfrei. Einzelheiten über die Fischgewässer: www.fischerportal.ch | www.umwelt-schweiz.ch/buwal/de

Uhren

Die schon sprichwörtliche Präzision der Schweizer Uhrwerke kommt nicht von ungefähr: Die Schweiz ist das Land der Uhrenherstellung - seit Chronometer überhaupt hergestellt werden. Die Firmen haben große Namen und lange Tradition. Die schönsten, teuersten und haltbarsten Uhren kommen auch heute noch immer aus der Schweiz.

Weltliteratur

Die berühmtesten Schriftsteller der Schweiz sind Friedrich Dürrenmatt und Max Frisch. Dürrenmatt, 1921 in Konolfingen im Emmental geboren und 1990 in Neuenburg gestorben, wurde weltbekannt mit Theaterstücken wie „Der Besuch der alten Dame“ und „Die Physiker“. Ebenfalls zu den Klassikern zählt Max Frisch aus Zürich (1911-91). Seine Theaterstücke wie „Andorra“ sowie seine Romane „Stiller“ und „Homo Faber“ wurden internationale Erfolge. Weitere Autoren mit internationalem Renommee sind Corinna Bille, Annemarie Schwarzenbach, Regina Ullmann, Blaise Cendrars, Friedrich Glauser, Gottfried Keller, Charles-Ferdinand Ramuz und Robert Walser.