Reisetipps Namibia

Szene Namibia

Silke Feldmann

ist Journalistin und Medienberaterin in Windhoek. Ihr Job ist es, Trends aufzuspüren und diese selbst zu leben. Von Mode über Musik bis hin zur Kunst - Silke Feldmann kennt sich aus und weiß, worauf die Szene gerade steht. Die Faszination für ihre Wahlheimat hält die leidenschaftliche Travellerin in ihrem Reiseblog fest (http://namibiatraveller.blogspot.com).

Tradition meets Moderne

Fashion & More

Mit ihren Kreationen treffen die Design-Newcomer genau den Nerv der Fashion-Welt: Sie mischen traditionelle Muster mit innovativen Ideen, die sich an internationalen Trends orientieren. „New, Naturally Namibian and Absolutely Necessary“ ist zum Beispiel das Motto der Pambili Association (www.namany.ne), einer neuen, namibischen Mode-Initiative. Das fünfköpfige Designer-Team vermarktet seine in Namibia produzierten Schmuckstücke und Stoffe. Ihre Kollektion hat sich auch schon im Ausland einen Namen gemacht. Modemacherin Mariet Kruger fügt ihren Entwürfen einen weiteren Gesichtspunkt hinzu. Sie setzt auf Style plus Outdoor-Funktionalität. Ihre Modelle sind kreativ, praktisch und individuell: So kann man zum Beispiel Cargo-Hosen in Taschen oder Jacken in Schlafsäcke verwandeln.

Neue Nightlife-Area

Feiern auf dem Fabrikgelände

Wer das echte Nightlife sucht, der findet es im südlichen Industrieviertel von Windhoek. Hier trifft man sich in angesagten Clubs und Pubs zum Chillen, Feiern oder Sport gucken. Allen voran der Club London (Nasmith Street | Südliches Industrieviertel). Er ist mit Sicherheit einer der lässigsten Clubs fürs Wochenende. Enthusiastisch startet man in der Zanzibar (Voigts Street | Südliches Industrieviertel) in den Feierabend. Rugbyspiele flimmern über den Bildschirm, und beim Anfeuern der Lieblingsmannschaft oder beim Poolspielen vergisst man schnell den Berufsstress. Ein weiterer Hotspot für Fußball-, Kricket- oder Rugbyfans, die beim Drink gern die Sportergebnisse im Auge behalten, ist die Sports Bar (Kepler Street. | Südliches Industrieviertel).

Internationale Küche

Experimentelle Kochkunst

Rezepte aus aller Welt fusionieren mit ursprünglichen Gerichten Afrikas. Was daraus entsteht, ist das neue Must in den Kochtöpfen des Landes. Die Köche des Namibian Institute of Culinary Education - kurz NICE - lernen, wie man die Geschmäcker der Welt miteinander verbindet und können ihre Künste gleich nebenan im Restaurant zeigen. Das moderne Lokal mit Schauküche gilt als eine der besten kulinarischen Adressen des Landes (2 Mozart Street | www.nice.com.na). Szeneliebling in Sachen International Cooking ist das Restaurant Am Weinberg. Auf dem über 100 Jahre alten Anwesen zaubert Chefkoch Jochen Berends eurasische Bio-Küche von der eigenen Farm (13 Jan Jonker Street | Klein-Windhoek).

Wortspiele

Rap aus Namibia

Die Musikszene steht auf den angesagten Mix aus rhythmischer Sprache und Gesang. Spoken Word funktioniert intuitiv und ohne feste Regeln. Die Performer haben Kultstatus: Vorreiter der Szene ist Zolani Tyalimpi alias Prince Shapiro. Der wortgewaltige Künstler performte schon auf Festivals wie Arts Alive oder Revelin und ist Mitglied von Sounds of Edutainment, einer Reggae-Combo, die in Johannesburg Erfolge feiert. Weiteres Aushängeschild: Jackson Kaujeua. Der etablierte Sänger gilt als einer der einflussreichsten Musiker des Landes und schließt sich seit neuestem dem Spoken-Word-Trend an. Die Spoken-Word-Shows finden jeden ersten Mittwoch im Monat in der Bank Windhoek Theatre School statt (12 John Meinert Steet | www.bankwindhoekarts.com.na).

Frauenpower

Kunst mit politischem Hintergrund

Namibias Künstlerinnen nutzen Galerien, Ausstellungen und Projekte als Plattform, um ihre Messages zu verkünden. Oft geht es dabei um Tabuthemen. Imke Rusts Skulpturen und Werke setzen sich zum Beispiel mit Herrschaft und Gewalt auseinander. Die ehemalige Kuratorin der National Art Gallery of Namibia experimentiert dabei mit neuen Techniken. So auch Nicky Marais, die für abstrakte Malerei mit sozialen Statements steht. Die engagierte Künstlerin ist u.a. für die Wandmalerei an der Secondary School Augustineum in Windhoek verantwortlich. Die Werke der Künstlerinnen werden außerdem regelmäßig im Franco-Namibia Cultural Centre (118 Robert Mugabe Avenue | www.fncc.org.na), einer Plattform für zeitgenössische Kunst in Namibia, gezeigt. Hier findet man auch die Arbeiten der deutschstämmigen Expressionistin Barbara Pirron.

Shop and Dine

Alles unter einem Dach

Einkaufen und gleichzeitig Kaffee trinken: Das ist das Erfolgskonzept der Style-Boutiquen. Den besten Cappuccino von Windhoek trinkt man an der Kaffeebar von Wecke & Voigts. Neben dem neuesten Klatsch bekommt man hier Wohnaccessoires wie Designervasen, Postkarten und Delikatessen (Independence Ave. | Gustav Voigts Centre). Während man bei Pandora's Box & Café z.B. Stoffe oder handgemachte Omaruru-Schokolade shoppt, lässt man sich Kaffee und Kuchen schmecken. Highlight jeden Freitag ab 12 Uhr sind Kartoffelpuffer (Ankerplatz | Woermann & Brock Centre | Swakopmund).

Auf Achse

Inlineskates erleben ein Revival

Back to the routes: Inlineskates sind hipper denn je! Inzwischen dreht sich in der City alles um die Schuhe auf vier Rollen. Kein Wunder also, dass ein Weltrekord im Dauer-Skaten her musste: Insgesamt 464 km legte das Kamikaze-Inline-Hockey-Team des Deutschen Turn- und Sportvereins in 24 Stunden zurück. Der Klub bekommt immer mehr Mitglieder, gerade wird eine Frauen-Nationalmannschaft aufgestellt (Sean McBride Street | Windhoek | www.dts.org.na).

Sleep well

Die neue Romantik

Kerzenschein, Luxus in Holz oder Natur pur! Namibias Hotels besinnen sich auf das Wesentliche und erschaffen damit romantische Locations. Das Interior des Olive Grove Guesthouse ist very sophisticated und erinnert mit orientalischem Dekor an einen Palast aus Tausendundeiner Nacht. Tipp: Beim Sonnenuntergang in die Open-Air-Lounge gehen - im Flackerlicht der Laternen ist der Romantikfaktor hoch (20 Promenaden Road | Windhoek | www.olivegrove-namibia.com). Wer es natürlich mag, ist in der Erongo Wilderness Lodge richtig. In den Chalets, die auf Holzpfählen stehen, genügt ein Blick in die Wildnis, um zur Ruhe zu kommen (Omaruru | www.erongowilderness-namibia.com).