Reisetipps Namibia

Highlights Namibia

Region: Windhoek

Independence Avenue

Die ehemalige Kaiserstraße ist das Herz Windhoeks. Schnurgerade führt sie vom Ausspannplatz durch die Stadt und mündet in der Ausfallstraße Richtung Norden. So breit, dass einst neunspännige Ochsengespanne in ihr wenden konnten, ist sie von Hochhäusern und jenen historischen Gebäuden gesäumt, die so sehr an deutsches Ambiente erinnern. Sämtliche wichtigen Büros und Geschäfte sind hier zu finden.

Region: Khorixas

Twyfelfontein

2500 Felsgravuren (Petroglyphen) belegen die Bedeutung des Platzes 70 km südwestlich von Khorixas als Kommunikationszentrum nomadisierender San. Ungewöhnlich ist, über die Vielzahl der Gravuren hinaus, die Tatsache, dass hier auch Felsmalereien anzutreffen sind. Also gehen Experten davon aus, dass Twyfelfontein über mehrere Jahrhunderte, wenn nicht gar Jahrtausende hinweg von den unterschiedlichen San-Familien frequentiert wurde. Ob die ersten Ankömmlinge aber San waren, kann man nicht zuordnen, es scheint, dass zuvor noch andere, zwischenzeitlich ausgestorbene Stämme dieses Gebiet durchwanderten. Die tatsächlichen Bedeutungen der stilisierten Spuren und Menschen, der Tierabbildungen, der Kreise, Quadrate, Linien, Punkte und Ellipsen erkennen zu können, daran werden die Wissenschaftler noch lange zu tun haben. Umso schöner, dass die Geheimnisse dieses magischen Orts nicht so schnell entschlüsselt werden.

Die anderthalbstündige geführte Rundwanderung verhilft zu einem guten Überblick. Die einheimischen Führer erklären die Bilder eindrucksvoll. Wegen der großen Hitze ist es ratsam, genügend Flüssigkeit mitzuführen. Besucher mit schwachem Kreislauf sollten bei Temperaturen, die über 40 Grad steigen können, auf die Visite verzichten. | Tgl. 9-18 Uhr

12 km südlich von Twyfelfontein liegt die Mowani Mountain Lodge (12 Zelte | 1 Zi. 1 Suite - alles im Luxusformat | P. O. Box 6784 | Windhoek | Tel. 061/221994 | Fax 222574 | www.mowani.com | €€€). M'wani heißt Platz der Götter. Mit der so benannten Lodge erschloss der namibische Tourismus sich erstmals auch einer luxuriösen Klientel. Das war um das Jahr 2000; seither hat sich zwar der ungewöhnliche Bau ganz im Stil der bizarren Bergwelt nicht verändert, die Atmosphäre in der Lodge hingegen hat sich nicht zum besten gewandelt. Luxuriöse Ausstattung ist nicht gleichbedeutend mit gehobenem Niveau. Wer sich von Schickimicki-Getue nicht stören lässt, dem mag es hier gefallen. Ansonsten gibt es natürlich noch andere Unterkünfte: Das Camp Xaragu Damaraland (Tel. 067/687037 | Buchungen Tel. 061256770 | Fax 256813 | www.xaragu.com | €) ist auch nur 26 km von Twyfelfontein entfernt. Die saubere und schattige Anlage mit Pool besteht aus Hauszelten mit fest gemauerten Badezimmern. Hier ist man unkompliziert, mag Kinder und Tiere sowieso: zahme Erdmännchen, ein Waran, Strauße, Katzen, Enten, Fische. Was einst an Schlangen und Skorpione hier frei umherkroch, ist jetzt sicher in Terrarien untergebracht. Darin kann man die Tiere in Ruhe anschauen. 10 feste Zelte und voll ausgerüstete Igluzelte bei Bedarf stehen zur Verfügung.

Obwohl die Twyfelfontein Country Lodge (Tel. 067/697021 | Buchungen Tel. 061/374750 | Fax 256598 | www.namibialodges.com | €€€) mit 56 Zimmern sehr groß ist, ist ihrem Ambiente eine gewisse Gemütlichkeit nicht abzusprechen. Dort, wo der Ausblick auf die Felsformationen von Twyfelfontein so einmalig ist, erst recht. Der Spazierweg zu den namensgebenden Quellen (Fontein) von Twyfel liegt nur fünf Autominuten von der Lodge entfernt, auch das ist ein Vorteil anderen Lodges gegenüber, wohin man sich früh genug auf den Weg zurück machen muss, um nicht in die schnell einbrechende Dunkelheit zu geraten. Und die Gäste des Campingplatzes sind zum Essen in der Lodge willkommen!

Region: Naukluft-Gebirge

Kuiseb Pass

Von Solitaire kommend in Richtung Walvis Bay ist der Kuiseb-Pass ein natürliches Hindernis. Vom Aussichtsturm Carp Cliff bietet sich Ihnen ein unvergleichlicher Ausblick in den der sich in gigantischen Stufen tief hinabzieht. Die beiden deutschstämmigen Geologen Henno Martin und Hermann Korn versteckten sich hier während des Zweiten Weltkriegs für zwei Jahre, um der drohenden Internierung zu entgehen. Ihr Buch „Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste“ ist die Reportage eines ungewöhnlichen Abenteuers und zugleich eine Liebeserklärung an die Namib.

Region: Sossusvlei

Namib Rand Nature Reserve und Wolwedans

Er kam, sah - und blieb: Für Albi Brückner, einen ansonsten pragmatisch denkenden, nüchternen Geschäftsmann aus Windhoek, war es Liebe auf den ersten Blick. Also kaufte er die Wüstenfarm Gorrasis und hatte fortan von seiner Terrasse einen unendlich weiten Blick über ehemalige Schafweiden, bis in die Nubib-Berge hinein. Störend waren nur die Zäune der verlassenen Farmen - früher hatte hier die Karakulschafzucht für einen Boom gesorgt, der sich später als Flop erwies. Die Farmer verließen Haus und Hof, nachdem sie zuvor nahezu den gesamten Wildbestand ausgerottet hatten. Zurück blieb überweidetes Land, von Zäunen durchzogen, aber ohne Zeichen von Leben.

Also gründete Brückner ein Konsortium, die Namib Rand Friends, und diese kauften alle zwölf Farmen, ließen die Zäune demontieren und begannen damit, Wildherden erneut anzusiedeln. Dabei verlässt man sich auf die Erfahrungen von Wissenschaftlern, um dem fragilen Ökosystem nicht ungewollt neuen Schaden zuzufügen.

Das Gebiet mit einer Gesamtgröße von ungefähr 1500 km² wird nur bedingt touristisch genutzt, um die Schönheit der Natur mit ihren dunklen Bergketten, den Dünenlandschaften und weitläufigen Tälern zu bewahren und vor weiterer Zerstörung zu schützen (Auskunft und Buchung: Namib Rand Safaris | Tel. 061/230616 | Fax 220102 | www.wolvedans.com).

Komfortable Unterkünfte (alle | €€€) finden Sie im Dune Camp, in der Dunes Lodge (6 Zelte), im Wolwedans Private Camp (9 Chalets), in der Mountain View Suite (2 Personen), im Private Camp (2 Personen) oder der Mountain Lodge im Norden (10 kleine Luxusvillen | zu buchen bei www.ccafrica.com). Die Mountain Lodge ist allerdings unpersönlich, standardisiert in ihrem Luxus und somit geradezu langweilig.

Region: Keetmanshoop

Fish River Canyon

Menschenleer, ohne Fußspuren, schön und abweisend zugleich - und 161 km lang. Als eines der großen Naturwunder Afrikas hat die 60 km südwestlich von Keetmanshoop beginnende Schlucht viel gemeinsam mit dem Grand Canyon Nordamerikas. Bis zu 549 m tief hat sich der Fish River in die Gesteinsschichten eingegraben. Klippspringer, Kleine Klippschliefer und Paviane sind hier zu Hause, auch Kuduantilopen, die scheuen Hartmann'schen Bergzebras und Leoparden. Zur Vogelwelt gehören über 60 verschiedene Arten, die Felswannen sind reiche Fischgründe. 27 Ausgrabungsstätten haben nachgewiesen, dass hier inmitten der Wüstenei Menschen schon vor 50000 Jahren Schutz suchten.

Vom Hauptaussichtspunkt ist die Höllenkurve (Hell Bend) zu sehen, das klassische Beispiel eines gewundenen, sehr früh entstandenen Flusslaufs. Die verschiedenen geologischen Formationen sind deutlich zu unterscheiden: Sandstein, Tonschiefer und Lavaablagerungen, die bis zu 1800 Mio. Jahre alt sind; Kalk, Kies und Sandstein in bis zu 10 m dicken Schichten. Vor 500 Mio. Jahren zersplitterte die Kruste in Nord-Süd-Richtung - so entstand die Schlucht.

Der Fish River ist der längste Strom Namibias, nach 800 km fließt er in den Oranje. Während der ersten 100 km verläuft der Fluss fast horizontal, südlich von Seeheim sinkt das Flussbett in Wasserfällen ab. Zwischen Mitte April und Mitte September kann man eine Teilstrecke des Canyons durchwandern. Diese Wanderung muss in einem Reservierungsbüro von Namibia Wildlife Resorts angemeldet werden - mitsamt einem Gesundheitszeugnis! In der restlichen Zeit des Jahres ist der Canyon wegen der starken Hitze gesperrt, und daran sollte man sich auch halten, um nicht vor Ort wie einer der zahlreichen Hitzschlagtoten zu enden.

Kokerboomwoud

23 km nordöstlich von Keetmanshoop strecken, zwischen dunkelroten Basaltblöcken verstreut, rund 250 der seltenen Aloe dichotoma ihre filigranen Äste gen Himmel. Die Köcherbäume gibt es nur in Namibia und der nördlichen Kapprovinz. Sie stehen unter Naturschutz. Durch ihre Maserung erwecken sie den Eindruck, mit einer abblätternden Folie umhüllt zu sein, die bei Sonnenuntergang golden leuchtet. Ihren Namen erhielt die bis zu 10 m hohe Sukkulente, weil die San aus den Ästen Köcher für ihre Pfeile herstellten.

Region: Lüderitz

Kolmanskop

Zerrieben, zerscheuert, zerborsten. Im Winter stürmt der „Südwester“ mit rund 100 km/h durch die Namib-Wüste und benutzt die Sandkörner wie Schmirgelpapier. Von der einst reichsten Stadt Afrikas, 20 km östlich von Lüderitz, sind nur noch einige Häuser geblieben, teilweise meterhoch gefüllt mit feinem, goldgelbem Sand. Tante-Emma-Laden, Theater, Turnhalle, Krankenhaus, deutsche Schule, Kino, Eisfabrik, Schlachterei, Villen. Die Wüste hätte sich die Gebäude längst zurückgeholt, wäre die Eigentümerin des verlassenen Städtchens, die Namdeb Diamond Corporation, ihrem Entschluss treu geblieben, Kolmanskop zu räumen. Doch 1980 wurde das touristische Potenzial der zerfallenen Diamantenstadt erkannt. Immer mehr Gebäude werden ausgegraben. Es lässt sich erahnen, welch unglaublicher Wohlstand hier einmal versammelt war.

Im Kasino dürfen Touristen auf der originalen Kegelbahn die Kugel schieben und in einem À-la-carte-Restaurant essen oder sich im Souvenirladen des Kasinos umschauen. Zur Einrichtung gehören das mit Eiche getäfelte Foyer, die Bar, der Beamtenspeisesaal, die Bibliothek. Wer kein Kleingeld hatte, bezahlte seine Drinks mit Diamanten - dazu werden heutige Besucher wohl nur sehr selten in der Lage sein.

Über 300 europäische Wüstenbewohner trotzten ihrer kargen Umwelt größtmöglichen Luxus ab. Sie hatten, neben der Schule und dem Theater, das erste Röntgengerät im südlichen Afrika und eine Stangeneisfabrik. Ab 1911 versorgte eine Gasturbinenanlage die Siedlung mit Strom, ein Schiff brachte monatlich 1000 t Frischwasser aus Kapstadt, Entsalzungsanlagen sorgten fürs tägliche Wasser. Damit das weiße Städtchen funktionieren konnte, wurden 800 Ovambo als Dienstleistungsträger angestellt. Sie lebten in Baracken. Das Diamantenfieber, das diese koloniale Siedlung hervorbrachte, währte nicht lange - 1915 übernahmen die Südafrikaner das Gebiet. 1938 schloss die Mine, 1956 verließ der letzte Beamte den Ort. Danach kamen die Wanderdünen. | Führungen Mo-Sa 9.30 und 11, So 10 Uhr | Tickets (38 N$) bei Lüderitz Safaris & Tours