Reisetipps Mosel

Auftakt Mosel Was für eine Region!

Die Mosel und die Menschen, die hier leben, lernen Sie am besten kennen, wenn Sie zu Fuß durch die Weinberge gehen und anschließend in einem Winzerhof einkehren. Viele Landgasthöfe servieren eine einfallsreiche regionale Küche zu guten Weinen. Hier gedeiht die beste Weißweintraube der Welt, der Riesling. Atemberaubende Blicke eröffnet der Moselhöhenweg: Im Tal glitzern Flussschleifen, hoch oben thronen romantische Burgen. Weltberühmte Baudenkmäler wie die Porta Nigra in der früheren Kaiserresidenz Trier lohnen einen Besuch. Und danach locken lauschige Lauben am Moselufer zu einem Glas Riesling.

Die Mosel ist mit 545 km der längste linke Nebenfluss des Rheins, und egal, von welchem Punkt Sie sich dem Fluss nähern, immer wieder überrascht er mit neuen Ausblicken.

In sanft geschwungener Schleife kommt der Fluss von Süden, aus dem französischen Lothringen. Eingebettet zwischen den Bergen, erreicht er bei Perl deutsches Gebiet. Am gegenüberliegenden Ufer steigen die Rebzeilen den Hang hinauf, der oben von dichtem Wald bekrönt wird. Dort beginnt Luxemburg. Weiter im Norden, zwischen Trier und Koblenz, bahnt sich der Fluss seinen Weg durch Schiefergebirge, links die Eifel, rechts der Hunsrück, tief eingeschnitten zwischen steilen Hängen, auf denen manche der qualitätvollsten Weine der Welt heranreifen. Am Deutschen Eck bei Koblenz, der Landzunge an der Moselmündung, schiebt sich das meist etwas bräunlich gefärbte Wasser der Mosel dann in die grauen Fluten des Rheins.

Mal sieht das Moselland wie eine Seenplatte aus, weil zwischen den Steilhängen immer wieder andere Windungen des Flusses schimmern. Mal blicken Sie auf eine weite Flussschleife. Wie ein fast vollendeter blauer Kreis liegt dann die Mosel zwischen den grünen Weinbergen. Viel schroffer kann der Ausblick an anderer Stelle sein: Fast senkrecht stehen die burggekrönten Felsen über dem Fluss.

Gerade die Burgen prägen das Moselland, und ihre Vielfalt macht deutlich, warum die Mosel so sehr für Burgenromantik steht. Die Festung Ehrenbreitstein bei Koblenz zum Beispiel ist nach Gibraltar eines der bedeutendsten Festungswerke in Europa und wurde nie eingenommen. Burg Eltz, einsam in einem Seitental der Mosel gelegen und nur zu Fuß erreichbar, gilt als Traumort der Burgenromantik. Lebendiges Mittelalter wird auf der Ehrenburg bei Brodenbach mit Ritterspielen und Bogenschießen inszeniert. Städte wie Bernkastel-Kues oder Traben-Trarbach sind von Burgruinen gekrönt, das Wahrzeichen von Cochem ist die im 19. Jh. rekonstruierte Reichsburg.

An den Ufern der deutschen Mosel leben heute rund 500000 Menschen. Der südlichste Zipfel bei Perl gehört zum Saarland, der größte Teil der deutschen Mosel zum Bundesland Rheinland-Pfalz. In diesem Landstrich verbinden sich Antike und Mittelalter auf abenteuerliche Weise mit der Moderne. Hier können Sie Trauben treten in einer römischen Kelteranlage, auf Burgen Äxte werfen oder auf der Mosel Jetski fahren.

Die Römer hatten großen Einfluss auf die Moselregion und prägten sie nachhaltig. Im großen Archäologiepark Mosel können Sie auf den Spuren der einstigen Weltmacht wandeln und römische Villen, Thermenanlagen und Grabdenkmäler bewundern. Trier war Kaiserresidenz, Hauptstadt des römischen Westreiches und Verwaltungssitz der gallischen, belgischen, britannischen, spanischen und germanischen Provinzen Roms. Wegen seiner großen Christengemeinde wurde Trier zu einem frühchristlichen Bischofssitz - und ist bis heute Bischofsstadt geblieben. Die Römer haben dort kolossale Bauwerke errichtet. Sie machten Trier zur antiken Großstadt, genannt Augusta Treverorum, Augustusstadt der Treverer. Herausragend sind die monumentalen Baudenkmäler, vor allem die Porta Nigra, das Amphitheater und die Kaiserthermen, die alle zum Unesco-Welterbe erklärt wurden.

Im Mittelalter drückten die Kaiser Karl der Große und Lothar dem Land genauso ihren Stempel auf wie Kurfürst und Erzbischof Balduin von Luxemburg. Dieser gilt als bedeutendste Persönlichkeit des Moselraums im Mittelalter und erweiterte im 14. Jh. in seiner fast 50-jährigen Regierungszeit das Territorium des Trierer Kurstaates bis über Koblenz hinaus ins Rechtsrheinische. Unter seiner Herrschaft entstanden zahlreiche Burgen, mit denen er sein Reich schützen wollte. Selbst als Ruinen sind sie heute noch bemerkenswert.

Das Moselland gehörte zwischen 1815 und 1945 zur preußischen Rheinprovinz. Das Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm I. am Deutschen Eck bei Koblenz erinnert an diese Epoche. Preußisch-zackig war die Region jedoch nie. Die Menschen hier sind offen und haben manches von der gelassenen, fröhlichen, allen Genüssen zugeneigten Lebensart der französischen Nachbarn übernommen. Und das, obwohl Kriege zwischen Deutschen und Franzosen die Lebensgrundlage beider Völker bis in die Mitte des 20. Jhs. hinein zerstört haben.

Mag das Moselland in früheren Jahrhunderten auch eine blühende Region gewesen sein, so geriet es in späteren Jahrhunderten immer mehr in eine Randlage. Heute ist es stark mittelständisch geprägt. Die Arbeitslosenquote liegt insbesondere in der Region Trier weit unter dem Durchschnitt, weil 26000 Deutsche als Grenzpendler im benachbarten Luxemburg Arbeit gefunden haben.

Die Region ist stark geprägt vom Weinbau. Die Römer brachten die Weinrebe hierher und müssen geahnt haben, dass nirgendwo sonst der rassige Riesling, der Aristokrat unter den Weißweinen, so gut wie an der Mosel gedeihen würde. An den sonnigen Steilhängen der Flussschleifen zwischen Trier und Koblenz ist der Riesling mit seiner angenehmen Säure zu Hause. Vor allem die Südlagen bündeln die Sonnenwärme.

Bis heute verlangt die Erzeugung des Steillagen-Rieslings vom Winzer einen hohen körperlichen Einsatz, denn maschinelle Hilfen sind oft gar nicht möglich. Wenn Sie durch die Weinberge streifen, werden Sie immer wieder auf Winzer treffen, die zwischen den Rebzeilen den Boden lockern, Äste schneiden oder neue Drähte spannen. Siebenmal im Jahr will der Rebstock seinen Herrn sehen, sagt ein alter Winzerspruch.

Zum Wandern und Radfahren ist die Moselregion mit ihrem milden Klima bestens geignet. Besonders schön laufen Sie auf dem Moselhöhenweg, der sich auf beiden Seiten hoch über dem Tal von Koblenz bis nach Trier erstreckt. Von dort haben Sie immer wieder schöne Blicke auf den windungsreichen Wasserlauf. Auch zum Radfahren sind die Uferwege beiderseits des Flusses bestens geeignet: 275 km lang ist der Moselradweg, der bis nach Frankreich führt.

In allen größeren Orten legen im Sommer Schiffe an, auch aus der Vogelperspektive vom Sportflugzeug oder dem Ballon aus hat die Landschaft ihren besonderen Reiz. Wenn Sie beides kombinieren wollen, buchen Sie einfach einen Trip mit dem Wasserflugzeug. Ob zu Land, zu Wasser oder in der Luft: An der Mosel gibt es für jeden eine Menge zu entdecken.