Reisetipps Loire-Tal

Ausflüge & Touren Loire-Tal

Reise in das Innere der Erde

Es gibt ein Leben unter der Erde. Vor Jahrhunderten haben die Menschen rund um Saumur Wohnungen, Bauernhöfe, riesige Keller und sogar ein ganzes Schloss tief in den Tuffstein und den Muschelkalk hineingegraben. Auf dieser rund 65 km langen Rundfahrt, die Sie mit dem Auto oder aber auf dem Fahrrad in mehreren Etappen bewältigen können, bekommen Sie außergewöhnliche Einblicke ins Unterirdische.

Saumur, die Hauptstadt des prickelnden Schaumweins und der hohen Schule des Reitens, ist der Ausgangspunkt. Fahren Sie auf der D 947 am linken Loire-Ufer flussaufwärts in Richtung Chinon. Es sind keine 10 km auf der Strecke Loire à vélo bis zum ersten Höhlendorf. Turquant (www.turquant.fr) lässt sich mit seinen Pilzzuchtanlagen, Weinkellern, Mühlen und kilometerlangen unterirdischen Anlagen auf einem 5 km langen Fußweg (ca. 2 Std.) bequem entdecken. Seit 2007 werden Feinschmecker im Restaurant L'Helianthe (ruelle Antoine Cristal | Tel. 0241512228 | www.restaurant-helianthe.fr | €€), dem mit viel Geschmack eingerichteten Höhlenhaus des Winzers Antoine Cristal, verwöhnt mit Gerichten aus alten Gemüsesorten und Desserts wie die pomme tapée mit Gewürzbrot. Wer in einem unterirdischen Schwimmbad einmal seine Runden drehen möchte, ist in der Demeure de la Vignole (8 Zi. | 3 impasse Marguerite d'Anjou | Tel. 0241381165 | www.demeure-vignole.com | €€-€€€) gut aufgehoben.

Von Turquant führt der Weg über Montsoreau nach Candes-St-Martin, wo der Legende nach der hl. Martin von Tours 397 gestorben ist. Wer das wunderschöne Dorf mit der imposanten Stiftskirche aus dem 12./13. Jh. und Schloss Montsoreau vom Wasser aus sehen möchte, ist auf der Amarante, einem nachgebauten Loire-Schiff aus Holz mit flachem Boden, gut bedient (Anlegestelle unterhalb der Kirche | Robin Delaporte Tel. 0247958085 | versch. Touren, z.B. 1,5 Std. | tgl. Mitte Juni-Mitte Sept. | 12,80 Euro | www.bateauamarante.com).

Von Candes aus geht es zurück ins Anjou, die D 147 zweigt von der D 947 ab und führt zur Abtei von Fontevraud, die immer einen Besuch wert ist. Zurück in den Bauch der Erde geht es über die D 162 nach Brézé, einem der erstaunlichsten Schlösser der Region, das im 17. Jh. mehr als 500 Soldaten in unterirdischen Anlagen beherbergte. Die typische Landschaft des Anjou mit kleinen Flüssen und Weinbergen erleben Sie auf der Fahrt über die D 178 und die N 147 nach Montreuil-Bellay, das von seinen privaten Besitzern liebevoll saniert wird. Von dort aus geht es in die Hauptstadt der Troglodyten, Doué-la-Fontaine.

Lohnenswert ist ein Abstecher über die D 69 und die D 177 nach Louresse-Rochemenier. Hier wurde 1967 Pionierarbeit geleistet und ein Höhlendorf mit Bauernhöfen, Kapelle, Wohnungen, Hühnerhof, Ofen und Versammlungsraum restauriert (April-Okt. tgl. 9.30-19, sonst Sa, So 14-18 Uhr | 4,90 Euro | www.troglodyte.info). Keine 100 m vom Dorf entfernt serviert das Restaurant Les Caves de la Genevraie (13 rue du musée | Tel. 0241593422 | 22 Euro | http://genevraie.troglodyte.info) eine komplette Teigtaschen-Mahlzeit mit gefüllten fouaces. Vor dem Dessert ist allerdings noch ein Spaziergang zum unterirdischen Ofen angesagt.

Von Rochemenier fahren Sie auf der D 69 nach Gennes und von dort auf der D 751, also auf dem Loire-Damm (Grande Levée d'Anjou), dessen Grundfesten schon im 12. Jh. gelegt worden sind, über die Pilgerkirche von Cunault wieder zurück nach Saumur.

Mit dem Fahrrad zu Schlössern und Gasthöfen

Im Mittelalter zogen die Könige mit ihrem Hofstaat auf dem Rücken der Pferde oder allenfalls in Kutschen durch ihre Besitztümer. Die Zeiten haben sich geändert: Gerade die Gegend rund um Chambord, das Schloss der Schlösser, bietet sich an für ausgedehnte Touren auf zwei Rädern (ca. 50 km, Dauer: 1-2 Tage).

Idealer Ausgangspunkt für Radtouren rund um Chambord und Cheverny ist Bracieux mit seinen auf Radtouristen spezialisierten Vélotels wie das Hôtel de la Bonnheure oder das Hôtel du Cygne (14 Zi. | 20 rue Roger Brun | Tel. 0254464107 | Fax 0254460487 | www.hotelducygne.com | €€).

Von Bracieux aus sind es nur 4 km bis zur 32 km langen Mauer, die den staatlichen Besitz von Chambord umschließt. Nach weiteren 4 km stehen Sie schon vor dem Riesenschloss, das François I für die Jagd hat bauen lassen. Spaziergänge, Bootsfahrten, Picknick, Restaurant oder Schlossbesichtigung sind jeweils schon sehr große Versuchungen. Doch Sie schwingen sich besser wieder auf den Sattel und radeln die 4 km bis zum Loire-Ufer nach St-Dyé. In dieser alten Hafenstadt haben Murielle und Gilles Quesneau ein originell dekoriertes Restaurant mit Gartenterrasse, ein Museum zur Geschichte der Fischerei an der Loire und eine Boutique mit vorzüglichen eigenen Fisch- und Wildspezialitäten aufgebaut (La Bourriche aux Appetits | Boutique tgl. 10 bis 12, 16-19 Uhr | Restaurant Fr-So | Tel. 0254816525 | www.bourriche.fr | €). Empfehlenswert ist anschließend noch ein Bummel auf dem Damm am Fluss bis Muides-sur-Loire, um dann - je nach Kondition - direkt über Chambord oder über Crouy-sur-Cosson nach Bracieux zurückzuradeln.

In Crouy-sur-Cosson ist vom Campingplatz aus ein schöner, 6 km langer Wanderweg angelegt, der an Teichen, der Mühle von Crouy und dem privaten Château de la Cordellerie vorbeiführt.

Insgesamt 300 km sind auf Radwegen und kleinen Sträßchen ausgeschildert für gemütliche Zweiradtouren zu den Schlössern von Villesavin, Troussay, ein kleines, privates Landschloss (15. Jh.), das Besuchern geöffnet wird (April-Sept. tgl. 10.30-12.30, 14-18.30, Juli/Aug. tgl. 10-19, Okt. Sa/So 10.30-12.30, 14 bis 17.30 Uhr | 5 Euro), Cheverny, Beauregard bis nach Blois. Informationen gibt es bei Pays des Châteaux | Mairie de Bracieux | Tel. 0254460930. Auf der Internetseite www.chateauxavelo.com können Sie sich unter anderem Streckenvorschläge herunterladen.