Reisetipps Kärnten

Stichworte Kärnten

Bachmann-Preis

Neben den Schriftstellern Peter Handke, Peter Turrini und Josef Winkler ist Ingeborg Bachmann wohl die bekannteste Dichterin Kärntens. Sie wurde 1926 in Klagenfurt geboren, wo sie auch ihre Jugend verbrachte. Bachmann entwickelte ein sehr kritisches Verhältnis zu ihrer Heimat Kärnten. Die Romane „Der Fall Franza“ und „Malina“ wurden verfilmt. Ingeborg Bachmann starb 1973 an den Folgen eines Brandunfalls in Rom. Ihr zu Ehren finden seit 1977 in Klagenfurt Ende Juni die internationalen Tage der deutschsprachigen Literatur statt, in deren Rahmen der Bachmannpreis verliehen wird. Zu diesem Wettlesen kommen Autoren aus dem gesamten deutschen Sprachraum. Die Lesungen im ORF-Theater sind öffentlich zugänglich und werden vom Fernsehsender 3-sat übertragen.

Eventland Kärnten

Beachvolleyball-Grand-Slam, Ironman-Triathlon oder Starnacht am Wörthersee: Mit Veranstaltungen wie diesen versucht sich Kärnten in den letzten Jahren als Eventland zu positionieren. Davon erhoffen sich die Touristiker internationale Bekanntheit und mehr Gäste. Kritiker sehen die Veranstaltungen vor allem als Bühne für die heimische (Polit-) Prominenz. Den Urlaubern kann das nur recht sein - im Sommer ist immer etwas los, fast jeden Tag gibt es irgendwo ein Event.

Kultur

Wenngleich Kärnten sich nicht mit Kulturmetropolen wie Wien messen kann, gibt es durchaus eine rege kulturelle Szene. Das Stadttheater Klagenfurt hat sich über die Grenzen Kärntens hinweg einen Namen gemacht. Im Juli und August regiert auf vielen Sommerbühnen die leichte Muse. Die bekanntesten Aufführungen sind die Komödienspiele im Schloss Porcia in Spittal an der Drau, die Burghofspiele in Friesach und das Theater im Stift Eberndorf in Unterkärnten. Mit dem Carinthischen Sommer in Ossiach und Villach kann Kärnten ein Musikfestival von internationalem Rang vorweisen. Kleiner, aber ebenfalls hochkarätig sind die Musikwochen in Millstatt oder das Musikforum im Stift Viktring bei Klagenfurt. Nicht gerade hochkarätig, sondern eher populär präsentieren sich die „Wörthersee-Festspiele“ auf der Seebühne in Klagenfurt. Hier führen Tourneetruppen vorzugsweise Musicals auf. Großgeschrieben wird in Kärnten nicht zuletzt die Volkskultur: In vielen Orten und Tälern pflegen die lokalen Trachtengruppen das alte Brauchtum bei Festen.

Nötscher Kreis

Im Gailtal bildete sich zwischen den Weltkriegen der sogenannte Nötscher Kreis, der den Ort Nötsch zum Zentrum der modernen österreichischen Malerei machte. Die Künstler Anton Kolig und Franz Wiegele waren die Stammväter dieses Kreises. Wegen des Kärntner Lichts kamen aber auch andere Künstler ins Land, um sich hier niederzulassen und zu malen, unter anderem Anton Mahringer, Werner Berg und Giselbert Hoke. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Kärnten für die österreichische und internationale Kunst wieder zu einem wichtigen Zulieferland. Hans Bischoffshausen, Hans Staudacher, Maria Lassnig, Cornelius Kolig sind nur einige wenige Namen.

Orden

Das älteste noch erhaltene Stift ist jenes in St. Georgen am Längsee, mit dessen Bau von den Benediktinern um 1000 begonnen wurde. Der Benediktinerorden war die wichtigste Mönchsgemeinschaft für Kärnten. Der Orden erbaute die Klöster von Ossiach (1028), Millstatt (1060), Arnoldstein (1107) - heute eine Ruine - und St. Paul im Lavanttal (1091). Diese Klöster waren wie die später gegründeten in Gurk, Viktring, Griffen und Maria Saal Zentren der Glaubenslehre und über viele Hundert Jahre auch der Bildung und Wissenschaft. Im Jahr 1782 ließ der österreichische Kaiser Joseph II. alle Klöster aufheben. Nur das Stift in St. Paul wurde 1808 wieder eingerichtet. Benediktinermönche aus dem Schwarzwald besiedelten das Kloster und brachten zahlreiche Kunstschätze und wertvolle Bücher mit.

Sagen

Kein markanter Felsen, keine verfallene Burg, kein See, um den sich in Kärnten nicht eine Sage ranken würde. Da taucht der Teufel in vielen Gestalten auf; lichte Gestalten - von den Bewohnern des Mölltals und des Drautals salige Frauen genannt - entsteigen dem Weißensee, und eigentümliche Schatzsucher, die Venedigermandln, räumen Gold aus den Bergen des Gailtales. Manche Sagen erklären mit naivem Geisterglauben Entstehungsgeschichten von Tälern und Landstrichen, andere deuten voll religiöser Verklärtheit unbegreifliche Ereignisse. Ein Körnchen Wahrheit steckt in jeder Sage, davon ist man in Kärnten überzeugt. Und so mag man auch nicht anzweifeln, dass die sagenhaft schaurige Gräfin Salamanca Nächtens durch das Schloss Porcia in Spittal an der Drau zieht.

Slowenen

Lange bevor in Kärnten Deutsch gesprochen wurde, war das Land ein Teil des Slawenreiches des Königs Samo. Als die Baiern die Oberherrschaft gewannen, wurden die Slawen immer weiter zurückgedrängt. Vor allem in den Gegenden südlich der Drau hat sich jedoch bis heute eine slowenische Minderheit (rund 14000 Mitglieder) gehalten. Ohne die Stimmen vieler Kärntner Slowenen, die sich 1920 bei der Volksabstimmung gegen eine Angliederung an Jugoslawien und für einen Verbleib bei Österreich aussprachen, wäre Kärnten um einiges kleiner geworden. Die slowenische Volksgruppe wurde im Zweiten Weltkrieg verfolgt: Viele ihrer Mitglieder wurden ausgesiedelt oder in Konzentrationslager deportiert. Sie entsprachen nicht dem arischen Rassenideal, aber auch ihre traditionellen politischen Lager, ein katholisch-christliches und ein eher links orientiertes, passten nicht in das Politschema des Nationalsozialismus. Im Staatsvertrag von 1955 wurde den Slowenen eine Reihe von Rechten eingeräumt, vor allem die Einrichtung zweisprachiger Schulen und Ortsschilder. Die Ortsschilder waren lange ein Streitpunkt: Im sogenannten Ortstafelsturm wurden sie 1972 von deutschnationalen Radikalen zerstört. Im Jahr 2006 stand man zunächst kurz vor einer endgültigen Lösung im Ortstafelstreit. Aber im Zuge der Nationalratswahl wurde der zwischen Slowenenvertretern und Heimatverbänden erzielte Kompromiss aus wahltaktischen Gründen wieder gekippt. Mittlerweile hat sich das Zusammenleben der Volksgruppen in Kärnten allerdings stark verbessert - unter anderem durch das grenzübergreifende Zusammenrücken der Regionen Kärnten, Slowenien und Friaul-Julisch-Venetien bei der gemeinsamen Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2006.

Sportler

Kärnten bietet durch seine vielgestaltige Landschaft ideale Trainingsmöglichkeiten für Sportler. Kaum verwunderlich also, dass einige große Sieger aus Kärnten kommen: Der Abfahrtsolympiasieger von 1976, Franz Klammer, ist heute Werbeträger für Kärnten, 2002 holte der Kärntner Fritz Strobl Gold in der olympischen Skiabfahrt. Der Slalom-Weltcupsieger 2004 Rainer Schönfelder kommt aus Bleiburg. Dr. Karl Schnabl, heute Sportarzt in Klagenfurt, flog bei den Olympischen Winterspielen 1976 auf den Sprungskiern zum Sieg. Und Österreichs „Laufgräfin“ Stephanie Graf ist in Völkermarkt daheim - sie gewann bei den Spielen 2000 in Sydney olympisches Silber.

Statistik

Kärnten umfasst rund 9500 km², auf denen gut 550000 Ew. leben. Die größten Städte sind die Landeshauptstadt Klagenfurt (90000 Ew.) und Villach (55000 Ew.). Zählt man die Gebirgsseen dazu, gibt es in Kärnten 1270 Seen. Die größten und bedeutendsten Badeseen: Wörthersee (19,4 km²), Millstätter See (13,3 km²), Ossiacher See (10,8 km²), Weißensee (6,5 km²), Faaker See (2,2 km²), Keutschacher See (1,3 km²) und Klopeiner See (1,1 km²).

Trachten

Fast in jedem Tal gibt es eine eigene Tracht. Die Frauen tragen ein Dirndl, bestehend aus einer Bluse, einem knie- oder bodenlangen Rock, einer Schürze und manchmal auch Tüchern. Reiche Bürgersfrauen gaben einst zusätzlich durch Goldhaubenhüte ihrem Wohlstand Ausdruck. Ansonsten unterscheiden sich die Frauentrachten durch die Farben. Die klassische Tracht der Männer besteht aus einem Lang- oder Kurzrock, einer ärmellosen, roten Weste, schwarzen Kniebundhosen und farbigen Strümpfen. Seit einiger Zeit gibt es auch den Kärntner Anzug, einen aus braunem Tuch gefertigten Anzug mit grünen Verzierungen.

Umweltschutz

Auch in Kärnten ist in den letzten Jahren der Umweltschutz zu einem Dauerthema geworden. In Kärnten weiß man, dass es vor allem die wunderbare Natur ist, die Besucher in das Land lockt. Der Tourismus erweist sich dabei als zweischneidiges Schwert, denn er verlangt auch Infrastruktur wie Skilifte und andere Freizeiteinrichtungen, die häufig alles andere als umweltverträglich sind. Wenn es um neue Projekte geht, kommt es immer wieder zu Diskussionen mit Umweltschützern; umgekehrt geht aber auch die Landespolitik zunehmend behutsam bei der Erschließung von Gebieten für den Tourismus vor. Die Kärntner Trinkwasserquellen sollen künftig von einer Landesholding unter Schutz gestellt werden, auch um einen Ausverkauf ins Ausland zu verhindern. Die größte umweltpolitische Weichenstellung nahm Kärnten in den 1970er-Jahren mit der Ringkanalisation rund um Kärntens Seen vor. Seit damals haben fast alle Kärntner Seen Trinkwasserqualität.