Reisetipps Emilia Romagna

Highlights Emilia Romagna

Region: Parma

Battistero

Dass in Parma schon im Mittelalter das Leichte, Elegante geliebt wurde, zeigt die achteckige Taufkirche am Domplatz, ein turmartiger Bau aus Marmor in zarten Rosa- und Weißtönen. Offene Säulenloggien lockern die acht Fassadenwände auf. Die Reliefs, u.a. an den Fassaden und in der Lünette, sowie die Arbeiten im Innern über den Portalen und dem Altar sind sämtlich Werke von Benedetto Antelami (1196-1216), einem Großmeister mittelalterlicher Steinskulptur: anschauliche, ungemein ausdrucksstarke Bibelgeschichten und Glaubenssymbole. Achten Sie vor allem auf die berühmten Darstellungen der Jahreszeiten und Sternzeichen auf der ersten Säulenebene. Bewundernswert sind auch die byzantinisch beeinflussten Fresken in den 16 Segmenten der gotischen Kuppel. Tgl. 9 bis 12.30 und 15-18.30 Uhr | Piazza Duomo

Region: Modena

Duomo

Aus hellem und rosafarbenem Gestein erbaut, liegt die berühmte Kathedrale an der Piazza Grande, leicht und abwechslungsreich strukturiert mit ihrem mittigen Loggienzug aus Triforienbögen und ihren Baldachinportalen, deren Säulen von stattlichen Löwen getragen werden. Die Bürger und der Klerus veranlassten 1099 den Bau dieses Gotteshauses für die Reliquien des ersten Bischofs und Stadtheiligen Modenas, San Geminiano. Lanfranco hieß der Baumeister des Doms, und Wiligelmo und seinen Schülern sind die Meisterwerke romanischer Bildhauerkunst zu verdanken.

Das beginnt mit den Reliefs auf der Fassade aus Carraramarmor, die die Geschichte von Adam und Eva und ihrer Vertreibung aus dem Paradies erzählen. An der Südflanke befinden sich die Porta dei Principi, im Architrav Episoden aus dem Leben des Heiligen, und die Porta Regia, das königliche Portal. An der Nordflanke der Kathedrale schmücken die Porta della Peschiera Abbildungen von Bauern- und Handwerkertätigkeiten aus Stein. Auch im dreischiffigen Inneren aus dunkelbraunem Backstein entdeckt man überall steinerne Bibelgeschichten, etwa die Passion Christi auf Kanzel und Chorschranke an der Chorempore, ein Werk der Meister aus Campione am Luganer See (12./13. Jh.), aber auch viele Details und Kuriositäten wie die mächtigen Löwen oder akrobatisch verrenkte Figuren als Säulenträger. Tgl. 7-12.30 und 15.30 bis 19 Uhr.

In den Musei del Duomo (Di-So 9.30-12.30 und 15.30-18.30 Uhr | Via Lanfranco 6) bestaunt man den kostbaren Domschatz und die Bildhauereien, die einst die Dommauern zierten, allen voran die Reliefs mit monströsem Getier.

Der schlanke, wohlgeformte Kirchturm Ghirlandina (12./14. Jh.), der 88 m hoch über die Altstadtdächer ragt, ist das Wahrzeichen Modenas und derzeit wegen Restaurierung in eine vom Künstler Mimmo Paladino gestaltete Plane gewickelt.

Carpi

Wer das 18 km nördlich von Modena in flacher Landschaft gelegene Carpi (60000 Ew.) kennt, umgeben von Feldern, Obstplantagen, Rebzeilen und ein paar Reisfeldern, macht auf seiner Fahrt über die Brennerautobahn hier Rast, in einem der Cafés auf der besonders schönen Piazza dei Martiri. Der Platz hat die Form eines langen, offenen Rechtecks. An seiner Ostflanke liegen Geschäfte und Cafés unter einer eleganten Fassadenkette aus 52 Arkadenbögen. An der Westflanke steht der mächtige, burgartige Palazzo dei Pio, Sitz der Familie Pio, die 1327 die Herrschaft über Carpi gewann. Im rechten Burgtrakt erinnert eine Gedenkstätte mit dem Museo al Deportato Politico e Razziale (Fr-So 10-13 und 15-19 Uhr | www.fondazionefossoli.org) an die von den Nazis ins Konzentrationslager im 4 km nördlich gelegenen Fossoli Deportierten. Die Reste der Lagerbaracken finden sich dort.

Rechts der Burg weist die anmutige rote Fassade des klassizistischen Theaters auf die Piazza. Und an der südlichen Querseite leuchtet die orange- und gelbfarbene Barockkirche Santa Maria Assunta. In deren Innerem sollten Sie sich unbedingt die berühmten kunstvollen Gipsintarsien aus dem 16./17. Jh. anschauen, die als Marmorfälschungen die Altäre schmücken. Die nördliche Querseite läuft im Corso Alberto Pio aus, der Shoppingmeile mit eleganten Boutiquen.

Carpis Reichtum fußt auf den vielen Strickwarenbetrieben, die 40 Prozent ihrer Produktion nach Deutschland exportieren. Hinter der Burg stößt man auf die Chiesa della Sagra, eine langobardische Gründung aus dem 8. Jh.

Maranello

Der Ort 15 km südlich von Modena wird von Ferrari bestimmt, vom Werk, den Zubehörbetrieben und der Hall of Fame für die internationale Ferrari-Fangemeinde. Dort wird die Erfolgsgeschichte des 1898 geborenen Mechanikers Enzo Ferrari dokumentiert: durch die ersten Wagen, die ersten Motoren, Zeugnisse der ersten Rennen, der jüngsten Rennen. Ein paar neuere Modelle bis zum F 40 gibts auch zu sehen, Motoren und schließlich jede Menge teure, edle Souvenirs (tgl. 9.30-18 Uhr | Galleria Ferrari | Via Dino Ferrari 43 | www.galleria.ferrari.com).

Region: Bologna

Santa Maria della Vita

In dieser Kirche in der Via Clavature, einer lebhaften Einkaufsgasse, die von der Piazza Maggiore abzweigt, können Sie die wohl schönste der für die Emilia typischen Terrakottagruppen bewundern, sieben lebensgroße, ausdrucksstarke Figuren, Compianto del Cristo morto, die Beweinung Christi, von Niccolò dell'Arca (1465). Mo-Sa 10-18, So 16.30-18 Uhr | Via Clavature 10

Santo Stefano

Anstelle eines römisch-heidnischen Isistempels ließ Bischof Petronio im 5. Jh. die Taufkapelle mit dem Santo Sepolcro errichten, einer Nachbildung des Heiligen Grabmals Christi in Jerusalem (heutige Gestalt aus dem 13. Jh.). Aus langobardischer Zeit (8. Jh.) stammt die zentrale Basilika. 983 kamen die Benediktiner und richteten hier ihr Kloster ein. Ein romanisches Kirchlein ist den beiden frühchristlichen Märtyrern Bolognas, Vitale und Agricola, gewidmet. Durch den Cortile di Pilato mit einem langobardischen Taufbecken und kunstvollen Ziegelsteinmustern gelangt man in die kleine Kirche Trinità mit der Holzfigurengruppe „Anbetung der Heiligen Drei Könige“ von Simone dei Crocifissi aus dem 14. Jh. Das Ganze ist ein geheimnisvolles Labyrinth 2000-jähriger Religionsgeschichte. Mo-Sa 9-12 und 15.30-18, So 9-13 und 15.30-18.30 Uhr | Via Santo Stefano

Dozza

Das im ganz wörtlichen Sinn malerische Städtchen (5000 Ew.) in den Hügeln 25 km südöstlich der Via Emilia Richtung Adriaküste ist berühmt für seine von Künstlern bunt und immer wieder neu bemalten Häuserwände (www.murodipinto.it | nächster Termin 2009). In den Sälen seiner schönen Burganlage ist die Innenausstattung zu sehen, dazu weitere Werke der murales-Künstler (Sommer Di-Sa 10-12.30 und 15 bis 18.30, So 10-13 und 15-19.30, Winter Di-Sa 10-12.30 und 14.30-17, So 10-13 und 14.30-18 Uhr). In den Kellergewölben bekommt man in der Enoteca Regionale die besten Weine der Region.

Region: Rimini

Tempio Malatestiano

Dieser Renaissancetempel steht für hochkarätige Künstler, die im Auftrag von Sigismondo Malatesta arbeiteten. Baumeister Leon Battista Alberti gab der alten gotischen Kirche San Francesco ihre nie vollendete antik-klassische Gestalt aus weißem istrischem Stein. Piero della Francesca malte in der zweiten rechten Seitenkapelle das berühmte Sigismondo-Fresko. Tgl. 9.30-12.15 und 15.30-18.30 Uhr | Via IV Novembre

Faenza und Brisighella

Nach Faenza (54000 Ew.) an der Via Emilia 65 km nordwestlich von Rimini kommt man wegen der Keramik - seit Jahrhunderten ist das gemütliche Provinzstädtchen berühmt dafür. Überall stoßen Sie auf Läden und Werkstätten, wo Sie staunen und kaufen können (Liste im Fremdenverkehrsamt an der Piazza del Popolo 1). Doch der Höhepunkt ist das Museo Internazionale della Ceramica (April-Okt. Di-So 9.30-19, Nov.-März Di-Do 9.30-13.30, Fr bis So 9.30-17.30 Uhr | Viale Baccarini 19 | www.micfaenza.org) mit seinem einmaligen Überblick über traditionelle und moderne Keramikkunst.

Von Faenza geht es 13 km hinauf in den Apennin ins mittelalterliche Städtchen Brisighella, zauberhaft zur Pfirsichblüte im März und April. Über die Dächer ragen der Uhrturm und die Burg (15. Jh.) der Faenza-Fürsten Manfredi. Im Ort führt die pittoreske Bogengasse Via degli Asini durch die alten Häuser. Brisighella ist ein Schlemmerziel wegen seines Olivenöls (Cooperativa Agricola Brisighellese | Via Strada 2) wegen seiner Gelage auf den beliebten Feste Medievali in der ersten Julihälfte und wegen einer Reihe guter Restaurants.

Noch weiter im Apennin liegen der sympathische Thermalkurort Riolo Terme, in dessen Burg im Sommer moderne Skulpturenkunst gezeigt wird, sowie Casola Valsenio, dessen Kräutermarkt jeden Freitagabend im Juli und August Urlauberscharen von der Küste herauflockt.

Region: Ferrara

Palazzo dei Diamanti

Der Palazzo hat eine der berühmtesten Palastfassaden Italiens: 8500 im Relief spitz zugeschnittene Marmorsteine spicken sie. Die Steine wirken wie geschliffene Diamanten - ein genialer Entwurf (ab 1493) des Hofarchitekten Biagio Rossetti für Sigismondo d'Este. Im Innern befindet sich die reiche Gemäldesammlung der Pinacoteca Nazionale (Fr-Mi 9 bis 14, Do 9-19 Uhr) mit dem grandiosen Festsaal Salone d'Onore. Außerdem finden im Palazzo hochkarätige Kunstausstellungen statt, zu denen man von weit her anreist. Corso Ercole I. d'Este 21

Region: Piacenza

Val di Trebbia

Im Süden Piacenzas geht es in eines der schönsten Apennintäler. Gegraben hat es der Fluss Trebbia. Bis Bobbio, dem zentralen Städtchen (4000 Ew., 45 km) mit seinem Kastell, einst Bischofssitz und Handelszentrum, geht es durch eine liebliche Hügellandschaft voller Wiesen, Felder und Rebhänge, an denen die guten weißen Trebbianinotrauben reifen. Kastelle und befestigte Burgdörfer wie etwa Rivalta, 20 km von Piacenza direkt am Fluss, zeugen von früher, reger Besiedlung, ebenso die Klöster. Eines davon ist die Abtei des bedeutenden irischen Mönchs Columban aus dem 7. Jh., die Abbazia di San Colombano im Zentrum Bobbios, heute in Gestalt des 15./16. Jhs. Außerdem sehenswert sind der auf elf Bögen bucklig über den Fluss geschwungene Ponte Gobbo aus dem 12. Jh. und das Kastell von 1440 über dem Ort. Übernachten und essen können Sie gut im Albergo Piacentino (18 Zi. | Piazza San Francesco 19 a | Tel./Fax 0523936266 | www.hotelpiacentino.it | €). Das obere Flusstal ist wegen der Landschaft und des sauberen Wassers der Trebbia beliebt bei Campern, Wanderern, Raftern und Kanufahrern.

Region: Ferrara & Ravenna

Mirabilandia bei Savio

Bei Ravenna erstreckt sich dieser in ganz Italien berühmte Vergnügungspark. Eine atemraubende Attraktion jagt die nächste, Stuntmänner führen halsbrecherische Actionszenen vor, Simulationen lassen andere Welten erleben, auf die Kleinen warten „Flüge“ in Märchenszenarien. April bis Juni und Sept. tgl. 10-18, Juli/Aug. 10-23 Uhr | 26 Euro, Kinder bis 12 Jahre 20,50 Euro | SS Adriatica 16 km 162 | www.mirabilandia.it