Reisetipps Düsseldorf

Highlights Düsseldorf

Region: Altstadt & Carlstadt

Jan-Wellem-Reiterstandbild

Es ist das älteste Denkmal in Düsseldorf und, da alle Residenzbauten von Johann Wilhelm II. vernichtet sind, auch die einzige materielle Erinnerung an ihn. Sein Hofbildhauer Gabriel de Grupello schuf das Standbild 1711, es gilt als eine der herausragenden Barockstatuen nördlich der Alpen. Marktplatz | U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K 20

Den Grundstock der bedeutenden Sammlung moderner Kunst bilden 88 Gemälde von Paul Klee, die die Landesregierung Nordrhein-Westfalen 1960 aus amerikanischem Privatbesitz erwarb. Das war auch eine Art Wiedergutmachung gegenüber Paul Klee, der an der Düsseldorfer Kunstakademie gelehrt hatte und Deutschland 1933 verlassen musste. 1965/66 konnten durch eine Spende des WDR in Höhe von 15 Mio. Mark zahlreiche Bilder moderner Künstler erworben werden. 1986 wurde der von einem Kopenhagener Architektenbüro entworfene neue Museumsbau eingeweiht. Durch eine Sheddachkonstruktion (Sägedach) fällt in fast alle Räume natürliches Licht; die dunkle, polierte Granitverkleidung spiegelt eindrucksvoll die gegenüberliegende Kunsthalle und die Andreas-Kirche.

Die Bestände sind in zwei Abteilungen unterteilt. Die erste mit der Kunst vor 1945 präsentiert die wichtigsten Strömungen der Moderne mit Werken von Pablo Picasso, Max Ernst, Salvador Dalí, Wassily Kandinsky, Henri Matisse und anderen. Die zweite Abteilung mit der Kunst nach 1945 zeigt bedeutende Vertreter amerikanischer Richtungen und die Kunst des europäischen abstrakten Expressionismus. Hochkarätige Ausstellungen zu verschiedenen Themen und Künstlern ergänzen die ständige Ausstellung. Meist gibt es sonntags um 11.30 Uhr Führungen durch die ständige Sammlung und durch die jeweils aktuelle Ausstellung. Außerdem häufig Vorträge, die in der Tagespresse, im Internet und im Museum angekündigt werden. Di-Fr 10-18, Sa, So, feiertags 11-18 Uhr, erster Mi im Monat bis 22 Uhr (bis Herbst 2009 wegen Bauarbeiten geschl.) | Eintritt 6,50 Euro, im Kombiticket mit dem Ständehaus (K 21) 10 Euro | Grabbeplatz 5 | Tel. 8381130 | www.kunstsammlung.de | U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee

Region: Stadtmitte

Hofgarten

Der schönste innerstädtische Park. Die Sommerkonzerte sind da nur ein zusätzlicher Anreiz. Im 16. Jh. lag der fürstliche Hofgarten als erster Lustgarten Düsseldorfs ein wenig außerhalb in Pempelfort. Als nach mehreren Missernten große Not und Armut herrschten, gab Kurfürst Karl Theodor 1769 eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme in Auftrag, nämlich den mittlerweile verfallenen Park wieder herzurichten. Von der Anlage und von der Nutzung her war der Hofgarten Vorbild für den 20 Jahre später entstehenden ersten deutschen Volksgarten, den Englischen Garten in München. Durch die französischen Besatzungstruppen zerstört, wurde der Hofgarten aufgrund des Napoleon'schen „Verschönerungsdekrets“ von Maximilian Weyhe auf den geschleiften Festungsanlagen als englischer Landschaftsgarten neu gestaltet. Nur der Teil um die Reitallee, die zum Schloss Jägerhof führt, zeigt sich streng geometrisch.

Denkmäler für Heinrich Heine und Robert Schumann, für Christian Dietrich Grabbe, Gustaf Gründgens und Peter von Cornelius sind ebenso in der weiträumigen Parkanlage zu finden wie eine moderne Plastik von Henry Moore oder der Bronzeabguss des Märchenbrunnens; das Marmor-original musste vor ständigen Beschädigungen gerettet werden und steht deshalb im Kaufhof an der Kö. Der große Teich mit zahlreichen Wasservögeln ist ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt. Zu den neueren Attraktionen gehören die Parkbänke in der Reitallee von Stefan Sous. Sie bestehen aus Neonröhren und bilden nachts eine Lichtkuppel unter den Bäumen. Straßenbahn 701, 703, 712, 713, 715 Jan-Wellem-Platz

Königsallee

Die Einkaufsmeile hieß gar nicht immer nach dem König, sondern früher Kastanienallee nach dem Baumbestand, den noch Maximilian Weyhe 1804 angelegt hatte. Damals bildete die Allee die Stadtgrenze auf den niedergerissenen Befestigungsanlagen und galt keineswegs als gute Wohngegend, sondern als Randlage und für Geschäfte nicht sehr lukrativ. Das hat sich jedoch im Lauf der Zeit vollkommen geändert. Im 19. Jh. entwickelte sie sich zu einer vornehmen Wohngegend, und 1902 öffnete das erste Ladenlokal seine Türen.

Die Umbenennung der Kastanienallee war der Versuch einer Wiedergutmachung: Die Düsseldorfer Bürger hatten sich nämlich beim Besuch König Friedrich Wilhelms IV. eine - im Revolutionsjahr 1848 sicher verständliche - Entgleisung geleistet: Statt ihm zuzujubeln, bewarfen sie den hohen Herrn mit Pferdeäpfeln. Die Stadtväter waren aufs Peinlichste berührt und entschuldigten sich brieflich - und zum Zeichen der nach wie vor bestehenden Treue zum König wurde die Kastanienallee in Königsallee umgetauft.

Die letzte Umwälzung, die die Königsallee erlebt hat, war eine Renovierung im Zuge des U-Bahn-Baus. Der Bürgersteig wurde verbreitert und mit Granitplatten belegt, und Poller, Kioske und Straßenlaternen wurden auf altmodisch getrimmt. Sogar die Post spielte mit und stellte besonders hübsche, historisch gestaltete Telefonhäuschen auf - die normalerweise übliche Ausführung hätte einfach nicht zu den teuren Schaufensterfronten gepasst. U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee oder Steinstraße/Königsallee

Region: Nördlich der Stadtmitte

Nordpark

Der Nordpark wurde 1937 anlässlich der nationalsozialistischen Ausstellung „Schaffendes Volk“ eröffnet; nebenan befand sich die Mustersiedlung „Albert Leo Schlageter“. Noch heute sind einige heroische Skulpturen aus jener Zeit zu sehen. Am Tor stehen zwei Rossebändiger von Edwin Scharf, die eigentlich gut in den Stil der Zeit zu passen scheinen, damals aber bei den Nationalsozialisten wenig Gefallen fanden. Trotz seiner Entstehungsgeschichte ist der Nordpark eine ausgesprochen schöne und auch sehr beliebte Anlage. Wasserspiele und riesige Blumenfelder haben schon viele Besucher entzückt. 1975 kam der Japanische Garten dazu, ein Geschenk der japanischen Kolonie in Düsseldorf. Seit 1987 befindet sich hier außerdem das Löbbecke-Museum mit dem Aquazoo. Kaiserswerther Str. | U78, U79 Nordpark/Aquazoo

Region: Hafen

Neuer Zollhof

Kippende Wände, windschiefe Türme, im Mauerwerk verkantete Fenster: Der von dem kalifornischen Architekten Frank O. Gehry entworfene Neue Zollhof ist der Eyecatcher des Medienhafens. Die drei nebeneinander gesetzten Bauwerke in Weiß, Silber und Rot stehen im Kontrast zu den umliegenden Gebäuden aus Stahl, Beton und Glas. Pop oder Avantgarde, Dadaismus oder Spätdekonstruktivismus - während Fachleute über den Stil streiten, genießen die Düsseldorfer die bewegte Architektur, die das wahre Leben widerspiegelt: Nichts verläuft gradlinig. In den preisgekrönten Gehry-Bauten, wie die Düsseldorfer sie nennen, haben verschiedene Werbeagenturen, Anwälte, Immobilienfirmen und Architekten ihre Büros eingerichtet. Der Neue Zollhof ist ein beliebter Treffpunkt. Man sitzt bei schönem Wetter auf dem Platz davor, trinkt ein Bierchen, erfreut sich der faszinierenden Architektur oder guckt auf den Rhein; auch Skater haben hier Platz. Neuer Zollhof 2-6 | Bus 725

Rheinturm

Der 1982 eingeweihte Fernmeldeturm ist mit 234 m das höchste Gebäude der Stadt. In 172,5 m Höhe befindet sich das rundum verglaste Restaurant Top 180 (tgl. 12-23.30 Uhr | Tel. 84858 | €€), das sich einmal in der Stunde um die eigene Achse dreht. Eine Etage tiefer gibt es eine Aussichtsebene mit Selbstbedienungsrestaurant (tgl. 10-19 Uhr | €).

Manchem wird es vielleicht ein bisschen mulmig, wenn er von oben hinunterschaut, die schrägen Scheiben vermitteln das Gefühl, als stünde man mit einem Fuß schon draußen. Aber wenn man sich daran gewöhnt hat, ist das Panorama wirklich beeindruckend. Die Aussicht über Stadt und Umland ist phantastisch; an sehr klaren Tagen kann man sogar die Spitzen des Kölner Doms erblicken.

Außen an der Turmsäule ist eine Dezimaluhr zu sehen, von der man die Zeit bis auf eine Zehntelsekunde genau ablesen kann - wenn man's kann. Von oben nach unten zeigen Lichter die Zehnerstunden, Einerstunden, Zehnerminuten usw. an. Tgl. 10-23.30 Uhr | Stromstr. 20 | Bus 725, 726

Region: Sonstige Viertel

Kaiserswerth

Erst seit 1929 ist Kaiserswerth ein Stadtteil von Düsseldorf. Bis dahin zehrte es allein von seiner ruhmvollen Vergangenheit. Um 700 gründete der englische Missionsbischof Swidbert hier ein Benediktinerkloster. Zur Kaiserinsel - denn „Werth“ heißt Insel - wurde der Flecken, als im 9. Jh. eine Pfalz angelegt wurde, die Kaiser Barbarossa später erweitern ließ. Viel zu sehen ist von ihr nicht mehr, denn im Spanischen Erbfolgekrieg wurde sie gesprengt. Ein Bummel durch die schönen alten Gassen ist ein beliebter Sonntagnachmittagssport der Düsseldorfer, deshalb sollten Sie sich Kaiserswerth lieber während der Woche ansehen.

Sehr stimmungsvoll ist der Suitbertus-Stiftsplatz mit der ehemaligen Stiftskirche St. Suitbertus aus dem 11. Jh. Hier steht auch das Geburtshaus von Friedrich von Spee, der mit seiner „Cautio Criminalis“ gegen die Hexenverbrennungen anschrieb und sich damit viel Ärger einhandelte. Berühmt war er aber auch wegen seines schönen Liederbuchs. Und noch einer hat sich in Kaiserswerth um seine Mitmenschen bemüht, der Begründer der Diakonissenanstalt, Theodor Fliedner. U79 Klemensplatz

Region: Am Rand der Stadt

Schloss Benrath

Das 1755 von Kurfürst Karl Theodor erbaute Jagd- und Gartenschloss in Benrath ist ein Kleinod. Kein anderes europäisches Baudenkmal dieser Zeit ist so gut erhalten. Das Bemühen, eine Gesamtkomposition von Architektur, Gartenkunst, Bildhauerei und dekorativen Künsten zu schaffen, ist charakteristisch für die Epoche des späten Barocks am Übergang zum Klassizismus. Architekt war der „Intendant über die Gärten und Wasserkünste“ am Mannheimer Hof, Nicolas de Pigage. Den Weiher und den langen Kanal speist das Flüsschen Itter. Über schöne Terrassen auf verschiedenen Ebenen gelangt man in die Gartensäle des Schlosses. Die Räume sind reich ausgestattet mit Parkett, Wandbespannungen und -vertäfelungen und Stuckarbeiten. Im Sommer finden häufig klassische Konzerte im Schlosspark statt. Besichtigung nur mit Führung möglich, die ca. eine Stunde dauert und halbstündlich angeboten wird; der Park ist frei zugänglich. Im aufwendig restaurierten Ostflügel des Schlosses wurde 2002 das weltweit erste Gartenkunstmuseum eröffnet. Schloss und Park bieten sich als erlebbares Zentrum für die Geschichte der europäischen Gartenkunst an, weil alle Stile in Benrath vertreten sind. Auf 1200 m² sind Skulpturen, Gemälde, Modelle und multimediale Präsentationen zu sehen. Di-So 10-18 Uhr, im Winter 11-17 Uhr | Eintritt 5 Euro | Benrather Schlossallee 104 | Tel. 8997140 | www.schloss-benrath.de | Straßenbahn 701 Schloss Benrath

Region: Düsseldorf

Im Füchschen

Nichts für Zartbesaitete, selbst für ein Brauhaus geht es hier ziemlich rustikal zu. In dem Haus mit dem Fuchs im Wappen braut man ein Bier, das zum Besten gehört, was Alt-Kunst hervorbringt. Das Essen ist ausgesprochen deftig und preiswert; Wurst aus der Hausschlachterei kann man mitnehmen. Das Füchschen ist eine Düsseldorfer Institution, die man gesehen haben sollte. Tgl. ab 9 Uhr | Ratinger Str. 28 | Tel. 137470 | U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee | U70, U74-U77 Tonhalle

Gewürzhaus

Hier gibt's die „ächten“ Mostertpöttchen. Für Nichtrheinländer: Das heißt Senftöpfchen. Mit Mostert ist aber nicht der Löwensenf gemeint, der mittlerweile Weltruhm erlangt hat, sondern der „richtige“ Düsseldorfer Senf. Er wird lose oder in schönen Steinguttöpfen verkauft, die alle den Düsseldorfer Anker und die Buchstaben ABB tragen, die Initialen des Namensgebers Adam Bernhard Bergrath. Seit 1781 wurde die Fabrik von der Familie geführt; hergestellt wurde der Senf aber in der ersten deutschen Senffabrik bereits seit 1726. Cornelius Bergrath, der Kastellan des Schlosses, hat dann das streng gehütete Rezept geerbt. Mittlerweile wird der Senf unter der Regie des Senfimperiums Düsseldorfer Löwensenf GmbH hergestellt. Mertensgasse 25 | U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee

Apollo Varieté

Unter der Regie von Roncalli-Gründer Bernhard Paul präsentieren Artisten aus aller Herren Länder in regelmäßig wechselnden Programmen eine atemberaubende Mischung aus Akrobatik, Comedy, Jonglage und Musik, inszeniert mithilfe moderner Licht- und Tontechnik. Aus der hauseigenen Küche kann man während der Vorstellung Snacks oder Menüs genießen, im Panoramarestaurant mit Blick auf den Rhein auch unabhängig von den Shows. Di-Fr 20 Uhr, Sa 17 u. 21 Uhr, So 14 u. 18 Uhr | Haroldstr. 1 | Tel. 8289090 | www.apollo-variete.com | Bus 725, 726 Rheinturm