Reisetipps Dubai

Auftakt Dubai Was für eine Region!

Schöne neue Welt Dubai: Aus einem alten Handelsplatz in der Wüste entstand eine Megametropole, ein Zentrum einer globalisierten Welt. Spätestens 2000 machte das Emirat mit der Eröffnung des Hotels Burj Al Arab auf sich aufmerksam: Symbol für die Vitalität der Dubaier Visionen und Einstieg in den glamourösen Weltklassetourismus. Grenzen scheint es seitdem beim Bau immer neuer Luxusresorts keine mehr zu geben. Platz genug also für einen (ent)spannenden Urlaub in der modernsten aller Welten, in einer internationalen und multikulturellen Gesellschaft - zumal die Strände der Emirate zu den schönsten der Welt gehören.

Glückliches Arabien! Sand und Sonne hatten die Länder im Südosten der Arabischen Halbinsel schon immer im Überfluss, seit den 1960er-Jahren auch Erdöl und damit den Zauberstab, ihre Welt neu zu erschaffen. Keine Fata Morgana: Da, wo gestern noch Sand den Boden bedeckte, spiegelt sich heute der Himmel in Teichen und Seen, bedeckt Rasen die Hügel, erheben sich Bauwerke von anspruchsvoller Architektur. Computer steuern die Bewässerung ungezählter tropischer Pflanzen, mächtige Kokos- und Dattelpalmen wurden entlang der breiten Stadtautobahnen gepflanzt, und sie werden von Hundertschaften penibel arbeitender Gärtner gepflegt. Millionen von Litern Wasser fließen täglich aus den Meerwasserentsalzungsanlagen und verwandeln Sand in blühende Gärten, grüne Parks und fruchtbare landwirtschaftliche Flächen: die islamische Vorstellung vom Paradies. Jahrhundertelang spiegelten allein Gedichte, Lieder und Bilder diese arabische Vorstellungswelt wider, den Garten Eden, in dem Obst und Blumen gedeihen, voller Vogelgezwitscher und rauschender Bäche.

Beispielsweise Dubai, das nur 4000 km² große Scheichtum (zum Vergleich: Saarland ca. 2600 km²): In den Foyers der Hotels wie in den Museen sind sie noch zu betrachten, vergilbende Schwarzweißaufnahmen der Epoche vor dem Erdölboom: staubige Straßen, aus Korallenstein erbaute Windturmhäuser, Scheich Rashid bin Saeed al-Maktoum, auf einem Teppich in der Wüste sitzend und Tee trinkend, auf einem Kamel oder bei der Falkenjagd. Bilder der Vergangenheit. 1958 wurde das Öl entdeckt, die Welt hofierte den Beduinenherrscher, der die Ölmilliarden dazu verwandte, aus dem kleinen Handelshafen Dubai eine Weltstadt zu machen, den Einheimischen ein Leben ohne Not und Mühen zu bereiten. Straßen wurden gebaut, Krankenhäuser und Schulen errichtet ebenso wie prächtige, klimatisierte Häuser. Aus dem Westen importierte man Autos und Maschinen, Computer und Know-how. Ein buntes Völkergemisch aus allen Teilen der Erde siedelte sich an.

Dubai ist das kosmopolitischste der sieben Scheichtümer, Abu Dhabi das größte und als ölreichstes auch das wohlhabendste der Emirate, das kleinere Sharjah setzt wegen geringerer Ölförderung auf die Industrie und zunehmend auch auf Touristen. Ajman, Fujairah, Umm al-Qaiwain und Ras al-Khaimah sind die vier bisher nicht mit Öl bedachten Emirate, die traditionell und mühselig Landwirtschaft betreiben.

Öl und Erdgas, Import- und Exportgeschäfte - seit den 1970er-Jahren durchlebten die Vereinigten Arabischen Emirate eine stürmische Entwicklung, die die Scheichtümer buchstäblich aus dem arabischen Mittelalter ins westliche 20. Jh. beförderte. Heute erwirtschaftet Erdöl den größten Teil des Bruttosozialprodukts, finanziert den Bau von Raffinerien, Fabriken, Anlagen der Schwerindustrie und Trockendocks. Damals wie heute: Den Scheichdynastien gehört das Land und deshalb auch das Öl. An ihrem Reichtum lassen sie das Volk großzügig teilhaben. Jungen Eheleuten schenkt man Haus und Grund, Wasser und Strom, vergibt zinslose Kredite. Bildung und Ausbildung, Gesundheitsversorgung und Renten bezahlt der Staat: Hauptgrund für die politische Stabilität und dafür, dass die nationals, die Inhaber eines einheimischen Passes, ohne jede Möglichkeit der politischen Einflussnahme so zufrieden sind und ihr Lebensstandard heute zu den höchsten der Welt gehört. Für die Zeit nach dem Öl - die derzeit bekannten Reserven werden in etwa 100 Jahren erschöpft sein - wird bereits heute vorgesorgt und die Wirtschaft diversifiziert. Auch Tourismus gehört für die Arabischen Emirate zu einer geschätzten Einnahmequelle.

Für Europäer ist die Region schnell zu erreichen: In rund sechs Flugstunden landet man in der Sonne, genießt weite Strände, das Wasser des Golfs wie des Indischen Ozeans, hervorragenden Service und luxuriöse Hotels, gezähmte Abenteuer zwischen Wüstensand und Meeresstrand. Vor dem Landeanflug der Blick aus den Wolken: Zahllose Lichter übersäen den Horizont, formieren sich zu Kreisen, zu Lichterketten - am Golf hat eine neue Nacht begonnen, illuminiert werden Paläste und Villen ebenso wie seidenglatte Autobahnen durch die Wüste. Auf den ersten Blick unterscheiden sich die kosmopolitischen Städte immer weniger von ihren westlichen Vorbildern. Ein Eindruck, der täuscht. Nehmen, was als gut, zurückweisen, was als schlecht angesehen wird, lautet die Devise der gläubigen Moslems. Und so werden in westlich geprägter Umgebung nach wie vor arabischer Lebensstil und Traditionen gepflegt.

Ganz oben auf der Beliebtheitsskala der Besucher steht Dubai, das lebhafte Handelszentrum des Nahen Ostens: Im Jahr 2005 überschritt die Besucherzahl im zweitgrößten Emirat die Fünfmillionengrenze. Zunehmend beliebter wird das kosmopolitische Wüstenland auch bei den Europäern, deren Anteil sich deutlich erhöhte. Zwischen 1993 und 2006 wuchs die Wirtschaft Dubais im Durchschnitt jährlich um acht Prozent. Der Motor des Emirats ist Mohammed Bin Ra-shid al-Maktoum, geboren 1949, Herrscher von Dubai, Premierminister der VAE und Inhaber zahlreicher Vorstandsposten. Sheikh Mohammed - verheiratet mit Prinzessin Haya von Jordanien, Tochter des verstorbenen Königs Hussein - gilt als Initiator der vielen grandiosen Bauwerke des Emirats, er war es auch, der die zwei aufregendsten der vielen neuen Bauprojekte initiierte: den Burj Dubai, mit geplanten 560 m dann das höchste Bauwerk der Welt, und Dubailand, eine Ansammlung von außergewöhnlichen Shoppingmalls und Vergnügungsthemenparks, die Disney World in den Schatten stellen werden. Sheikh Mohammed ist Pferdeliebhaber, besitzt mehrere Dutzend hochkarätige Vollblüter und stattete den Dubai World Cup mit 6 Mio. Dollar Preisgeld aus. Die Dubai Holding, ebenfalls im Besitz des Herrschers, begann 2004 auch, sich für Daimler-Chrysler zu interessieren, und kaufte gut zwei Prozent dieser Aktien über die Börse. Geldmittel zur Anlage sind im Übermaß vorhanden: So werden allein in die Entwicklung neuer Immobilien in den nächsten fünf Jahren rund 50 Mia. US-Dollar investiert werden.

Auf eigene Faust durch grandiose Wüstenlandschaften zu chauffieren ist angesichts der hervorragenden Straßen ein Kinderspiel; Vorsicht ist nur geboten vor den unkontrolliert die Seiten wechselnden Dromedaren, weshalb das entsprechende Dreieck das wichtigste Verkehrsschild darstellt. Offroad, über Pisten und Wadis, führen organisierte Touren, hinein in eine Landschaft, die aus meterhohen, im Sonnenlicht gelb und rot changierenden Sanddünen besteht. In der Morgensonne glänzende Dreitausender bestimmen das Hajargebirge, das die Emirate von Oman trennt. Eine grandiose Szenerie - unverändert in ihrer Schönheit seit Jahrtausenden. Unverändert geblieben ist auch die Gastfreundschaft, ein Grundpfeiler arabischen Lebens: Ahlan Wa Sahlan - willkommen!