Reisetipps Costa Rica

Stichworte Costa Rica

Bananen

Grün und Blau prägen das Bild der Landschaft: das Grün der Bananenstauden, das Blau der über die reifenden Früchte gehängten und mit Insektiziden getränkten Plastiktüten. Bananen sind heute ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, Costa Rica gilt als der weltweit zweitgrößte Bananenexporteur. Anbau und Vermarktung begannen Ende des 19. Jhs. Neben Kaffee avancierten Bananen zum bedeutendsten Exportgut, und das Land wurde damit abhängig von US-amerikanischen Konzernen und Geldgebern.

Bevölkerung

80 Prozent der 4,4 Mio. ticos sind weiß - als Nachfahren der Spanier nehmen sie damit eine Sonderstellung unter den Bewohnern Lateinamerikas ein. Nur 15 Prozent der Bevölkerung sind Mestizen (zum Vergleich: in Mexiko 80 Prozent), also Nachkommen von Weißen und Indigenen. Die Nachfahren der indianischen Ureinwohner - rund 25 000 von ihnen leben in 35 kleinen Reservaten - gehören zur ärmsten Bevölkerungsgruppe. Da in Costa Ricas Verfassung das Recht auf politisches Asyl verankert ist, wurde das kleine Land zur Zuflucht vieler Tausend aus El Salvador und Nicaragua geflohener Menschen. Das Bevölkerungswachstum ist hoch, die Kinderzahl pro Familie liegt bei durchschnittlich fünf. Knapp 90 Prozent der Bevölkerung sind römisch-katholisch.

Epiphyten

Sie prägen das Bild der tropischen Wälder: In den Astgabeln und auf den Stämmen anderer Bäume wachsen Gastpflanzen, Zehntausende unterschiedliche Arten, Bromelien, Farne, Moose und Kakteen, die schönsten sind zweifellos die 1300 tropischen Orchideenarten. Ihre luftige Höhe sichert den Pflanzen das Überleben: Im Dach des Waldes ist es heller und weniger feucht.

Geografie

Costa Rica ist mit 51 200 km² (etwa so groß wie die Schweiz) das drittkleinste Land auf dem amerikanischen Festland. Es wird zum beträchtlichen Teil von Bergland bestimmt, das 70 erloschene und aktive Vulkane überragen. Diese Kordillerenkette zieht sich von Nordwesten nach Südosten durch das Land und wirkt als Wetterscheide. Der höchste Berg, der Chirripó, misst 3819 m. Ein großer Tieflandbereich zieht sich an der Atlantikküste entlang: ein tropisches, immerfeuchtes Gebiet von Sümpfen, Lagunen und Flüssen. Die Hauptstadt San José und ihre dicht besiedelte Umgebung liegen in der zentralen Hochebene am Fuß der Cordillera Central. Die Grenzen des Landes zwischen Atlantik- (200 km) und Pazifikküste (1200 km) bilden Nicaragua im Norden und Panama im Süden.

Landwirtschaft

Da Bodenschätze rar sind, sind Bananen, Kaffee, Zucker, Ananas, Kakao, Palmöl und Rindfleisch bedeutsame Ausfuhrprodukte. Auch die Holzwirtschaft ist ein wichtiger ökonomischer Faktor. Costa Rica verkauft Edelhölzer in alle Welt, koppelt den Einschlag jedoch mit umfangreicher Wiederaufforstung.

Militär

1948, in politisch unruhigen Zeiten, übernahm der Sozialdemokrat José Figueres Ferrer für 18 Monate die Regierungsgeschäfte, begann mit wirksamen sozialen Reformen und legte ein Jahr später eine Verfassung vor, die die Abschaffung des Militärs enthielt. Eine Maßnahme, die sich für Costa Rica in vielfacher Weise bezahlt machte: Das gesparte Geld wurde für soziale Wohlfahrt und das Gesundheitswesen, Alphabetisierung und eine umfassende Reform des Bildungswesens eingesetzt. Heute steht Costa Rica mit diesen Errungenschaften in Lateinamerika einzigartig da, ohne dass es durch die fehlende Armee je einen Nachteil hatte.

Regenwald

Höhen von 40 m und mehr sind keine Seltenheit unter den Tausenden von Baumarten im costa-ricanischen Regenwald. Tatsächlich beherbergt dieser Wald - der nur noch weniger als zehn Prozent der Erdoberfläche bedeckt - mehr als die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten. Das Leben im Dschungel spielt sich in stockwerkartigen Etagen ab - dunkel, heiß und extrem feucht am Boden; weitgehend unerforscht ist das Leben in den Baumkronen. Das stabilste, aber auch sensibelste Ökosystem der Erde, Millionen von Jahren alt, überstand Klimaschwankungen bis hin zur Eiszeit, ist heute jedoch durch den Menschen bedroht. Noch vor 50 Jahren bedeckten in Costa Rica der Regenwald (in den tropischen Tieflandregionen) und der Nebelwald (in Höhen ab 1000 m) über 70 Prozent des Landes.

Schildkröten

Die einen schätzen sie als Häppchen oder Suppe, die anderen als Schmuck: Und trotz zahlreicher Artenschutzabkommen und gesetzlicher Bestimmungen werden Eier, Fleisch und Panzer der Schildkröten in den Tropen noch immer verwertet und exportiert. Einige Arten der Tiere, seit rund 100 Mio. Jahren auf der Welt, gehen heute ihrem Ende zu. In Costa Rica hat man sich ihrer angenommen, mehrere Forschungsstationen untersuchen, kennzeichnen, schützen sie und ziehen sie auch auf. An beiden Meeren des Landes schwimmen die Schildkröten zu Tausenden an den Strand, bei Hochwasser und Mondlicht, kriechen mühsam hinauf und graben 50 cm tiefe Löcher für ihre Eier. Einige der Tiere sind mehrere Hundert Kilo schwer, und entsprechend langsam gestaltet sich die nächtliche Prozedur, bei der Touristen - mit einigen Vorsichtsmaßnahmen, d.h. ohne Licht und Geräusche - zuschauen können. Die Eier werden in sechs bis acht Wochen von der Sonne ausgebrütet - falls sie niemand vorher ausgräbt -, und dann wühlen sich bis zu 100 kleine Schildkröten durch die Sandschicht nach oben und streben sofort dem Wasser zu. Viele erreichen ihr Ziel nicht und werden vorher zur Beute von Menschen, Vögeln und Fischen.

Steinkugeln

Hunderte hat man bisher entdeckt, und viele werden vermutlich noch gefunden werden: künstliche Steinkugeln, aus Granit und Lava, zwischen 10 cm und 2 m groß, perfekt gerundet und bis zu 16 t schwer. Sie liegen in Costa Ricas Süden im Dschungel und in Flussmündungen, in Tälern und auf Bergen. Die Kugeln wurden vermutlich von den Brunca, einem präkolumbischen Volk, hergestellt und symbolisierten möglicherweise die Gestirne, deren Anordnung man mit ihnen „nachstellen“ konnte. Viele wurden von den Spaniern zerstört, weil sie in deren Mitte Gold vermuteten. Die auch indian balls genannten Kugeln zieren heute Museen, Parks und öffentliche Gebäude, zwei sieht man im Vorgarten des Paseo Colón 2044 in San José.

Ticos & Ticas

Die spanische Verkleinerungsform, das „ito“ oder „ita“, ist ein Zeichen von Freundlichkeit. Aus momento wird so momentito, „Momentchen“. Die Costa-Ricaner verwenden als Diminutiv „ico“, sagen also momentico, und besonders gern verdoppeln sie die Verkleinerungsform, machen aus hermano (Bruder) hermanitico (kleines Brüderchen). Wegen dieser Angewohnheit nennen die übrigen Lateinamerikaner sie ticos, und das haben sie gern angenommen.

United Fruit Company

In seinem Roman „Hundert Jahre Einsamkeit“ beschreibt Gabriel García Márquez die Machenschaften der United Fruit Company in einer fiktiven lateinamerikanischen Stadt, die durchaus in Costa Rica liegen könnte. Für das 1899 gegründete Unternehmen waren Bananen der Schlüssel zum Geld, die transferierten Gewinne in manchen Jahren höher als der Staatshaushalt. Riesige Landstriche gehörten der UFCO in Costa Rica, den Hafen Golfito baute sie für ihren Bananenexport. Die Bananenfirma breitete ihre Macht nach Nicaragua, Guatemala und Honduras aus, mischte sich in die Politik ein, stürzte Präsidenten und trug so zum Begriff der „Bananenrepublik“ bei. Nachdem ihr Ruf gänzlich lädiert war, löste sich die Firma auf, und es entstand die Nachfolgerin Del Monte.

Vulkane

Keine Angst, Vulkanausbrüche sind in Costa Rica selten und meist vorhersehbar. Auch in anderer Hinsicht entsprechen sie nicht immer dem verbreiteten Image. So zeigen durchaus nicht alle Vulkane des Landes die klassische Zuckerhutform, viele tarnen sich als gewöhnliche Berge. Und Vulkanasche bescherte dem Land seine fruchtbaren Böden.

Wirtschaft

In den letzten Jahren erlebte Costa Rica einen starken wirtschaftlichen Aufschwung mit sinkender Arbeitslosenzahl. Der Export von Bananen und Kaffee sank zwar, jedoch nahmen Industrie (z.B. Computerchips), Tourismus und Dienstleistungen zu. Allerdings gehen 57 Prozent der Exporte in die USA, und die Mehrheit der Touristen kommt ebenfalls von dort. Diese starke Abhängigkeit von nur einem Wirtschaftspartner bereitet vielen Politikern im Land beträchtliche Sorge.