Reisetipps Brüssel

Highlights Brüssel

Region: Centre ville

Centre Belge de la Bande Dessinée

Tim und Struppi, Lucky Luke oder die Schlümpfe: Alle Helden tauchen im Belgischen Comic-Zentrum auf. Die ständige Sammlung schildert chronologisch deren Entwicklung, wechselnde Ausstellungen gehen auf Klassiker und Avantgardisten des Genres ein. Schwierig für Kids: die Sprechblasen auf Französisch und Niederländisch. Den prächtigen Rahmen mit Glasböden schuf der Jugendstilmeister Victor Horta 1903-06 für eine Stoffgroßhandlung. Größte Fachbibliothek der Welt (ca. 40000 Bände), guter Buch- und Souvenirladen, nette Brasserie. | Di-So 10-18 Uhr | Eintritt 7,50 Euro | Rue des Sables 20 | www.cbbd.be | Metro: 1A/B: Gare Centrale

Grand' Place

Seit alters her pulsiert hier das Leben der Stadt. Einheimische, Zugezogene, Besucher, Hochzeitspaare und Staatsgäste mischen sich auf dem Pflaster des „schönsten Theaters der Welt“ (Jean Cocteau). Die Gaststätten mit ihren Terrassen bilden seine Logen. Junge Leute genießen die Treppen zur Maison du Roi. Von dort aus offenbart sich die elegante Pracht des Rathauses (Hôtel de Ville | Di-Mi 14.30-16, So 10-12 Uhr | Eintritt 3 Euro). Wie durch ein Wunder überstand dieses Symbol der bürgerlichen Macht als einer der wenigen Bauten die Bombardierung Brüssels durch Ludwig XIV. im Jahr 1695. Der 91 m hohe, von Michael, dem Schutzheiligen der Stadt, gekrönte Turm gliedert die mit Skulpturen übersäte, spätgotische Fassade asymmetrisch. Die zerstörte frühere Tuchhalle an der südwestlichen Ecke des Innenhofes wurde 1706 in strengem Barock neu erbaut. Hier schaltet und waltet der Bürgermeister. An der anderen Ecke tagt der Stadtrat in einem fürstlichen Saal. Die selbstbewussten Bürger schmückten ihn, gleich Kaiser und Papst, mit kostbaren Tapisserien und einem Deckengemälde, das Brüssel und Brabant verherrlicht. Zwischen Ratssaal und Cabinet des Bürgermeisters liegen verschwenderisch ausstaffierte Empfangs- und Sitzungsräume.

Die Handwerkerzünfte, neben den Patriziern tragende Säulen der Brüsseler Gesellschaft, bauten ihre stattlichen Häuser an der Grand' Place nach 1695 im Rekordtempo wieder auf - und viel schöner als zuvor. Alle tragen besondere Namen. Den Platz dominiert die einheitliche, harmonische Fassade des sogenannten Hauses der Herzöge von Brabant. Die Ecke zur schmalen Rue au Beurre beherrscht der König von Spanien mit seiner schicken Kuppel - einst Sitz der Bäckerzunft. Im L'Arbre d'Or (Goldenen Baum) laden heute noch die Brauer zum Umtrunk ein (Nr. 10). Im Restaurant Le Cygne (Der Schwan) nebenan müssen die begehrten Tische mit Aussicht lange im Voraus reserviert werden. Wer noch auf der Suche nach seiner großen Liebe ist, streichelt über den Bronzearm von Ritter Everard 't Serclaes - angeblich erscheint sie binnen einen Jahres. | Metro: Bourse

Manneken Pis

Um den unbekümmert pinkelnden Knirps ranken sich zahlreiche Legenden. Auf jeden Fall bringt die meisterliche Barockbronze die berühmt-berüchtigte Aufmüpfigkeit und Spottsucht der Brüsseler zum Ausdruck. Genau deshalb wurde Manneken Pis auch schon mehrfach entführt. Bewunderer schenkten ihm dagegen Kostüme. Das Maison du Roi stellt die schönsten im obersten Stock aus. | Ecke Rue du Chêne/Rue de l'Etuve | Metro: Bourse

Region: Mont des arts

Cathédrale Saint Michel

Prächtig restauriert ragt die Kathedrale am Hang auf. Außen gotisch mit typischen Brabanter Spitzenschnörkeln um Portale, Fenster und Zinnen. Im Inneren fallen zahlreiche Elemente aus Renaissance und Barock auf. Die meisten Buntglasfenster haben die Kriege überdauert. Über dem Portal ein „Jüngstes Gericht“ von Frans De Vriendt. Im Querschiff Kaiser Karl V. und seine Gemahlin Isabella von Portugal (Nordseite) und die Schwester des Kaisers Maria mit ihrem Gemahl König Ludwig II. von Ungarn (Südseite). In der nördlichen Seitenkapelle, wo die Statthalter Albrecht und Isabella von Habsburg und Prinz Karl-Alexander von Lothringen unter einer schlichten Platte ruhen, glänzt der Kathedralschatz.

Hinter dem Chor verdient der Renaissance-Altar aus Alabaster mehr als einen flüchtigen Blick, ebenso wie die Kanzel. Die barocke Darstellung der Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies und der Legende vom Weinstock bildet einen Höhepunkt Brüsseler Holzschnitzerei. Unter dem Schiff befinden sich Überbleibsel einer viel älteren romanischen Kirche, unter dem Chor die Gräber der Herzöge von Brabant. Nicht nur sehens-, sondern auch hörenswert ist die monumentale Schwalbennestorgel von Gerhard Grenzing. Regelmäßig erklingen die majestätischen Glocken und das Carillon, das liebliche Glockenspiel. | Parvis de Sainte-Gudule | Metro 1A/B: Gare Centrale

Musées Royaux des Beaux-Arts de Belgique

Ein Tag reicht kaum aus, um alles zu sehen, was die 200 Jahre alten Königlich-Belgischen Kunstmuseen im alten Flügel, in den Palais an der Place Royale und im unterirdischen Neubau bieten. Die flämischen Primitiven sind mit Gemälden von Hieronymus Bosch oder Hans Memling glänzend vertreten. Pieter Bruegel d. Ä. nimmt zwei Säle ein, im Patio faszinieren goldgewirkte Brüsseler Tapisserien, im größten Saal prangen monumentale Gemälde von Rubens. Außerdem mehrere hinreißende Porträts von Anthonis van Dyck.

Ebenfalls meisterlich vertreten: die holländische (u. a. Frans Hals und Rembrandt) und die französische Schule (Watteau, David, Ingres). Brüssel als Drehscheibe des Symbolismus kommt mit Spitzenwerken von James Ensor, Fernand Khnopff, Constantin Meunier, Auguste Rodin oder Edward Burne-Jones voll zu seinem Recht. Vom Schaffen René Magrittes bietet das Museum die weltweit größte und beste Übersicht. Nicht verpassen: die imposante Königliche Treppe und das Jugendstiltreppenhaus im Palais Gresham. Angesagtes Museumscafé mit großzügiger Terrasse über dem Skulpturengarten. Jeden Mittwoch (Okt. bis Juni 12.40 Uhr) finden im Auditorium gute Kammerkonzerte statt. Entspannend ist auch der beschauliche Skulpturengarten an der Westseite mit seinen Bänken. | Di-So 10 bis 17 Uhr (einige Säle sind wegen Personalmangel manchmal geschlossen) | Eintritt 5 Euro | Rue de la Régence 3 | www.fine-arts-museum.be | Tram 92, 94: Royale

Palais de Justice

Als „Architekten“ beschimpfen die Ureinwohner des Marolles-Viertels heute noch unsympathische Menschen. Dem gigantischen Bau, den Hitler und sein Architekt Albert Speer bewunderten, musste 1866 ein Stück der Marolles weichen. Architekt Joseph Poelaert, der vor Vollendung seines Lebenswerkes wahnsinnig wurde, verherrlichte Justitia und das mächtige Belgien. Unter der enormen Kuppel der Salle des pas perdus (Saal der verlorenen Schritte) wird jeder, ob Angeklagter, Anwalt oder Besucher, ganz klein. | Mo-Fr 9 bis 12 und 14-16 Uhr | Eintritt frei | Place Poelaert 1 | Metro 2: Louise

Place du Sablon

Zum Pflichtprogramm aller Besucher Brüssels gehört dieser Doppelplatz. Der Petit Sablon mit dem Denkmal für die Grafen Egmont und Horne, die ihren Aufstand gegen die Spanier mit dem Leben büßten, wird umsäumt von pittoresken Handwerker-Plastiken. Der Grand Sablon ist das Mekka der Antiquitätenhändler und bildet am Wochenende die Kulisse für ihren Markt. Der Platz ist auch Laufsteg für alle, die mit Schick und reichlich Schecks glänzen können. Genüsslich kreisen sie in ihren Luxuskarossen um den Platz, genüsslich schauen Freund und Feind von den Terrassen zu. Jedes Café hat sein eigenes Publikum - außer dem unverwüstlichen Au Vieux Saint-Martin, das alle lieben. | Tram 92, 94: Petit Sablon

Region: Quartier Européen

Berlaymont

Sterne symbolisieren die Europäische Union. Deshalb ist der Grundriss des Berlaymont, in dem die Kommission residiert, sternförmig. Bei der Renovierung achteten die Brüsseler Architekten Steven Beckers und Pierre Lallemand auf weitere Parallelen: Das Gebäude ist transparent und umweltfreundlich. Lediglich Glaswände trennen es von der Straße, bewegliche Glaslamellen regeln Licht und Heizung in den Büros. Recyceltes Regenwasser spült die Toiletten, die verbrauchte Luft der Klimaanlage heizt die Tiefgarage. Die umweltfreundliche Architektur wurde 2000 preisgekrönt. | Rue de la Loi 200 | Metro 1A/B: Schuman

Musées Royaux d'Art et d'Histoire

Mit 140 Sälen ist das Museum für Kunst und Geschichte eines der größten und am üppigsten bestückten der Welt (wegen Personalmangel und Renovierungen sind allerdings manchmal Abteilungen ganz oder teilweise geschlossen!). Von der Frühzeit bis ins 20. Jh. stammen die archäologischen Fundstücke und Kunstwerke aus vier Kontinenten.

Höhepunkte: Die Antikensammlung (u. a. ein wunderschönes römisches Mosaik, ausgegraben im heutigen Syrien); die Sammlung präkolumbischer Kulturen (Azteken, Inkas und Mayas); die kostbaren, geschnitzten und verzierten belgischen Möbel aus Renaissance, Barock und Rokoko; die berühmten Brüsseler Tapisserien (u. a. nach Entwürfen von Rubens) und geschnitzten, bemalten Altäre; die Abteilung Jugendstil mit traumhaftem Silber (u.a. von Henry van de Velde) und faszinierender Keramik in den Mahagonivitrinen, die Victor Horta für das Juweliergeschäft Wolfers entwarf; die Sänften, Kutschen und Karossen (für die Brüssel einst ebenfalls berühmt war).

Die Cafeteria mit Terrasse bietet vorzügliche kleine Gerichte und einen herrlichen Blick auf den Parc du Cinquantenaire. Im Museumsshop können Sie raffinierte Souvenirs zu erschwinglichen Preisen erstehen. | Di-So 10-17 Uhr | Eintritt 6 Euro | Parc du Cinquantenaire 10 | www.mrah.be | Metro 1A/B: Schuman

Region: Saint-Gilles & Ixelles

Musée Horta

1898 baute sich Victor Horta, der berühmte Jugendstilarchitekt, sein eigenes Wohnhaus und Atelier. Er betrachtete es als Höhepunkt seines Schaffens. Überall fallen die flammenartig gekrümmten Linien auf. Typisch für Hortas Baukonzept ist das zentrale Treppenhaus, dem eine doppelte Glaskuppel mildes Licht spendet. Offen und organisch, mit kleinen Höhenunterschieden, zweigen davon die anderen Räume ab. Revolutionär ist die gegliederte Säule im Erdgeschoss, eigentlich ein Heizkörper. Gewagt sind die glänzenden weißen Kacheln im Speisezimmer. Subtil vermitteln im engen, letzten Stock Spiegel ein Gefühl der Weite. Bis zu den Türgriffen ist jedes Element gestylt und maßgearbeitet. So entstand, wie immer bei Horta, ein atemberaubendes Gesamtkunstwerk. | Di-So 14-17.30 Uhr | Eintritt 7 Euro | Rue Américaine 25 | www.hortamuseum.be | Tram 92: Janson

Region: In anderen Vierteln

Atomium

Rundum erneuert worden ist das Wahrzeichen der Weltausstellung 1958. Sogar bei Nieselregen glänzen die Kugeln, ein 165 Milliarden Mal vergrößertes Eisenkristall, dank einer Inoxstahlverkleidung. Nach Einbruch der Dunkelheit beeindruckt ein aufregendes Lichterspiel. Auch in den Kugeln und Röhren stammt das Lichtdesign vom deutschen Experten Ingo Maurer. In den Kugeln gibt es wechselnde Ausstellungen über die Fifties und zeitgenössische Kunst, in der obersten Kugel ein Restaurant mit belgischen Spezialitäten. Atemberaubender Panoramablick und stolze Preise. | Tgl. 10-18 Uhr | Eintritt 9 Euro | Bd. du Centenaire | www.atomium.be | Metro 1A: Heysel

Musée Royal de l'Afrique centrale

Der Bau im eleganten Vorort Tervueren ähnelt Schloss Sanssouci. König Leopold II. ließ ihn zu Beginn des 20. Jhs. errichten, um sich und seinen Kongo zu verherrlichen. Bis zum Ende der Kolonialzeit, 1960, bauten Wissenschaftler, Missionare und Mäzene eine gigantische Sammlung auf. Heute wird sie um Exponate aus den anderen Gebieten Afrikas ergänzt. Das Herzstück der Sammlung sind Tausende hinreißender Masken und Plastiken. Ein Spezialitätenrestaurant, ein Shop mit afrikanischen Kunstwerken und der weitläufige Park machen den Besuch zum Erlebnis. | Di-Fr 10-17 Uhr, Sa-So 10-18 Uhr | Eintritt 4 Euro | Leuvensesteenweg 13 | Tervueren | www.africamuseum.be | Tram: 44 (Endstation)

Region: Brüssel

Théâtre Royal de la Monnaie

In der mehr als 300 Jahre alten Oper und ihren hochmodernen Ateliers werden auf musikalischem Weltniveau spannende Inszenierungen geboten, darüber hinaus Studioproduktionen, Sinfoniekonzerte, Liederabende, Ballett und Tanz. | Place de la Monnaie | Tel. 070233939 | www.lamonnaie.be | Metro: De Brouckère