Reisetipps Apulien

Highlights Apulien

Region: Manfredonia

Museo Nazionale Archeologico

Im Stauferkastell beim Hafen sind die phantastischen, höchst mysteriösen Stelen der Daunier aus dem 7. bis 6. Jh. v. Chr. ausgestellt, Steinplatten mit männlichen und weiblichen Merkmalen sowie seltsamen Zeichen. Über 1500 dieser Stelen fand man im Hinterland. Tgl. 8.30 bis 19.30 Uhr, 1. und letzter Mo im Monat geschl. | Corso Manfredi

Region: Trani

Cattedrale San Nicola Pellegrino

Die Kathedrale erhebt sich majestätisch auf der Landzunge, die im Norden den Hafen begrenzt. Ihre Front zeigt auf das Stauferkastell, die drei Apsiden aufs Meer hinaus. Mit ihrem Bau begann man im 12. Jh., wobei zwei Vorgängerkirchen integriert wurden, die unterirdische Grabkirche San Leucio und die Kirche Santa Maria. Auf beiden wurde dann die Kathedrale errichtet und einem griechischen Pilger und Wunderheiler namens Nicola geweiht, der 1094 hier verstarb. Ende Juli/Anfang August wird der Patron aufwendig gefeiert.

Für eine romanische Kathedrale strebt der Bau ungewöhnlich in die Höhe. Der Glockenturm steht wie aufgebockt auf einem Bogensockel, den Eingang erreicht man nur über eine hohe Doppeltreppe (achten Sie auf das wunderschöne Bronzeportal des berühmten Bildhauers Barisano da Trani, 12. Jh., heute im Innern der Kirche ausgestellt), und hoch ragt der feierlich-schlichte Innenraum auf. Einige wunderbar behauene Kapitelle finden sich an den Säulen der Hallenkrypta. Piazza Duomo

Castel del Monte

Eine schöne, 30 km lange Landpartie über Andria führt in die ganz sacht geschwungene Landschaft der nördlichen Murge hinein. Schon von Weitem können Sie irgendwann den Punkt auf der Hügelkuppe ausmachen, der die Herzen aller Apulienbesucher höherschlagen lässt: die steinerne Krone Apuliens, das achteckige Kastell von Friedrich II., 1996 in die Unesco-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Ein achteckiger Grundriss, acht achteckige Ecktürme - die Zahl acht als Symbol des kosmischen Gleichgewichtes. Friedrich gefiel sie als Zeichen kaiserlicher Vollkommenheit. Das Kastell ist darüber hinaus ein schönes Beispiel dafür, wie allein mit unterschiedlichen Gesteinsarten Dekorationen geschaffen werden können. Achten Sie etwa auf die breccia corallina, eine Art farbiger Kalkschotter, den rötlicher Kalkmergel zusammenhält und mit dem die Portale gerahmt sind. April bis Sept. tgl. 10-20, Okt.-März tgl. 9-18 Uhr | Parkplatz etwa 1 km entfernt

Die weitere Umgebung lockt mit Speiseadressen, die mit dem Slow-Food-Prädikat für besonders sorgfältige Traditionsküche ausgezeichnet sind: Ausgewählt köstliche Vorspeisen werden Ihnen im Antichi Sapori im Dörfchen Montegrosso zwischen Andria und Canosa di Puglia aufgetischt (Reservieren! Sa-Abend und So geschl. | Piazza Sant'Isidoro 9 | Tel. 0883569529 | www.antichisapori.biz | €-€€). Zum Schlafen ein Tipp mit besonderem Flair, ebenfalls in Montegrosso: der ungemein stilvoll-arkadische Biohof Masseria Lama di Luna (10 Zi. | Tel. 0883569505 | www.lamadiluna.com | €€€). Im sehenswerten, hoch gelegenen Städtchen Minervino Murge ist die Trattoria La Tradizione Cucina Casalinga (Do geschl. | Via Imbriani 11 | Tel. 0883691690 | €) empfehlenswert. 6 km außerhalb Minervinos an der SS 97 wird in der schönen Masseria Barbera (So abend und Mo geschl. | Tel. 0883692095 | www.masseriabarbera.it | €€) mit eigenen Erzeugnissen wunderbar gekocht.

Region: Taranto (Tarent)

Museo Archeologico Nazionale

Zu den großartigen Fundstücken aus der Antike Süditaliens gehören die raffinierten Goldschmiedearbeiten, für die das hellenistische Taranto (4.-1. Jh. v. Chr.) berühmt war: die Ori di Taranto. Die filigran gearbeiteten Halsketten, Diademe und Ringe waren zumeist Schmuckstücke, die den Toten mit ins Grab gelegt worden sind. Nach Jahren der Restaurierung ist der 1. Stock mit der Goldsammlung wieder zugänglich. Tgl. 8.30-19.15 Uhr | Via Cavour 10 | www.museotaranto.it

Grottaglie

Wer Keramik mag, Vasen, Geschirr, Krüge, der ist hier im berühmten Keramikstädtchen, 14 km östlich von Taranto, genau richtig und hat bei der Ansammlung von Werkstätten und Läden nur noch die Qual der Wahl. Die nach alter Tradition hergestellten Gefäße kosten in den hiesigen Ladenwerkstätten immer noch etwas weniger als in den Souvenirläden.

Region: Otranto

Cattedrale Santa Maria Annunziata

Trotz der Ergänzungen des 15. und 16. Jhs. - wie die prachtvolle spätgotische Rosette und das Barockportal der Fassade - bildet die Kathedrale ein besonders eindrucksvolles Beispiel apulischer Romanik (1080). Geradezu weltberühmt ist jedoch der Mosaikfußboden von Santa Maria Annunziata aus Millionen von bunten Kalksteinchen, wohl Werk des Basilianermönchs Pantaleonis. In zweijähriger Arbeit (1163-65) schuf er ein riesiges Geflecht aus Bibelgeschichten, allegorischen und mythologischen Szenen, die die mittelalterliche Geisteswelt widerspiegeln. Die Cappella dei Martiri (1701) rechts der Apsis hütet die Gebeine der von den Türken getöteten Christen Otrantos.

Region: Peschici

Tremiti-Inseln

Fast wünschte man der felsigen Inselgruppe - inmitten leuchtend klaren, grünblauen Wassers und unter strengem Naturschutz - weniger Beliebtheit, wenn in der Hochsaison die Massen der Tagesbesucher von den Ausflugsbooten ausschwärmen. Nur zwei der fünf Inseln der Isole Tremiti sind das Jahr über von etwa 250 Insulanern bewohnt: San Domino (2 km²) und San Nicola (0,45 km²).

San Domino bedecken lichte Wälder aus Pinien und Aleppokiefern, durch die Sie auf weichen Wanderwegen spazieren können. Ein paar kleine Badebuchten ermöglichen an der felsigen Küste den Zugang zum Meer, dazu kommen Grotten mit wunderbaren Lichtspielen - ideal für Taucher und Schnorchler. Auf San Domino befinden sich auch die Hotels und Restaurants für den Ferienaufenthalt, allerdings alles ein bisschen teurer als auf dem Festland.

Nach San Nicola, einer eher kargen Insel mit steilem, schroffem Fels, können Sie übersetzen (Pendelverkehr zwischen den Inseln), um sich die eindrucksvollen Reste einer befestigten Klosteranlage aus dem 11. Jh. anzuschauen. Die Abteikirche Santa Maria a Mare besitzt prächtige Fußbodenmosaike. Fährboote fahren ganzjährig täglich von Termoli aus (Fahrtdauer ca. 90 Min. | Schnellboot 50 Min.). In der Sommersaison gibt es tägliche Verbindungen von Peschici, Vieste, Rodi Garganico und Manfredonia aus (Fahrzeiten, Preise etc. unter www.adriatica.it | Infos auch bei allen Touristenagenturen und unter www.isole-tremiti.net).

Region: Vieste

Foresta Umbra

Fast der gesamte Gargano steht als Parco Nazionale del Gargano seit 1991 unter Naturschutz. Sein Herzstück bildet die sogenannte Foresta Umbra, der dunkle Wald, eine einmalig kühle Oase unter der heißen Mittelmeersonne. Mit dem Auto können Sie den etwa 11 km² großen Laubwald aus Buchen, Ahorn und immergrünen Steineichen gemächlich auf der beschaulichen Landstraße 528 zwischen Monte Sant'Angelo und Vico del Gargano befahren, oder Sie biegen mittendrin Richtung Vieste ab. Wanderwege durchziehen den Wald, und angelegte Picknickplätze bieten wunderbar schattige Rast.

Mountainbikeverleih und geführte Wanderungen organisiert Eco Gargano im Centro Visita mitten im Wald (Mai-Sept. 9-20 Uhr | www.parcogargano.it).

Region: Bari

Ruvo di Puglia

Über Bitonto geht es weiter hinein in die Alta Murgia, das bewegte Hügelland mit seinen Olivenhainen, Wein-, Obst- und Gemüseplantagen, seinen Gutshöfen und seiner Atmosphäre fruchtbarer Weite. Das sympathische Städtchen, ca. 30 km westlich von Bari gelegen, wartet mit der mittelalterlichen Kathedrale Santa Maria Assunta auf, deren Portal von bedrohlichen Fabeltieren und geduckten Menschlein getragen wird.

Außerdem können Sie in Ruvo eines der interessantesten Museen Apuliens, das Museo Nazionale Jatta, besuchen. Im 19. Jh. zusammengetragen vom leidenschaftlichen Sammler Giovanni Jatta, sind hier wunderbar erhaltene kunstvolle Keramikvasen oder auch Trinkbecher, sogenannte rython, in Form von phantastischen Tierköpfen, wie beispielsweise dem eines Widders oder Wolfs, zu betrachten. Auch Spielzeug und viele Exponate der Peuketier und Griechen sind vertreten (Palazzo Jatta | Mo-Mi, So 8.30-13.30, Do bis Sa 8.30-19.30 Uhr | Piazza Bovio 35 | www.palazzojatta.org). Liebhaber süßer Leckereien finden im Zentrum den vielleicht besten Chocolatier Apuliens: Pasticceria Berardi (Di geschl. | Corso Giovanni Jatta 37).

Region: Alberobello

Castellana Grotte

Nur knapp 15 km nordwestlich von Alberobello, nahe der Ortschaft Castellana an der SS 377 (gut ausgeschildert), öffnet sich 70 m tief im karstigen Murge-Gestein das weitläufigste Grottensystem Italiens. Über unzählige Jahre hat sich das Wasser eines Flusses durch Risse und Spalten in die Tiefe gegraben, das Gestein ausgehöhlt und in bis zu 60 m hohen Gewölben die traumhaftesten Gebilde aus Kalkablagerungen geschaffen - Stalaktiten und Stalagmiten, die von oben und unten aufeinander zuwachsen. Es herrschen kühle Temperaturen bei ca. 15 Grad. Empfehlenswert sind eine warme Jacke und rutschfestes Schuhwerk. Sie können die Grotten auf zwei geführten Wanderungen erkunden, einer kurzen Tour (1,75 km, etwa 1 Std.) und einer langen (ca. 3 km, etwa 2 Std., mit der Grotta Bianca). Mitte März-Okt. tgl. Führungen jede Stunde 9.30-17.30, auf Deutsch 9.30 und 13 Uhr, mit Weißer Grotte 9-17, auf Deutsch 11 und 15 Uhr; Nov bis Mitte März tgl. 9.30-12.30, mit Weißer Grotte 10-12 Uhr | normale Tour 8 Euro, mit Weißer Grotte 13 Euro | www.grottedicastellana.it

Eine Grotte ohne Touristenrummel, dafür mit phantastischen Alabastergebilden ist die Grotta del Trullo (Okt.-Mai tgl. 10-12.30, 14.30-17, Juni-Sept. tgl. 9-12.30, 14.30-18.30 Uhr | www.grottadeltrullo.com) am nordwestlichen Ortsrand des nahen alten Städtchens Putignano, das in ganz Italien auch berühmt für seinen großartigen Karneval ist. Zum Essen - köstliche Antipasti und knusprige Pizza - geht es 4 km weiter gen Turi ins Masseria-Restaurant La Reggia del Balì (Di geschl. | SS 172 | Contrada Zingarelli 8 | Tel. 0804057937 | €-€€).