Reisetipps Apulien

Ausflüge & Touren Apulien

In die Grotten: Von Gravina in Puglia nach Massafra

Die Hügel der Murge, die südlich des flachen Tavoliere um Foggia beginnen und sich bis hinunter in den Salento ziehen, sind unter der von Steinen durchsetzten Humusoberfläche karstig und porös. Lame oder gravine nennen sich die tiefen Einschnitte, deren Steilwände von Grotten aufgebrochen sind. Hier haben die Menschen einst Zuflucht gesucht, richteten Gebetsstätten ein oder bauten sogar eine ganze Stadt in die Felswand wie jene berühmten Sassi di Matera. Die ca. 100 km lange Tour - mit Übernachtung in Matera - beginnt mit dem Städtchen Gravina in Puglia, verläuft über Altamura hinunter nach Matera, das schon einen Zipfel tief in der Nachbarregion Basilikata liegt, und endet in Mottola und Massafra im tarentinischen Hinterland.

Von Gravina in Puglia geht es 12 km weiter östlich nach Altamura, dessen Kathedrale der einzige von Friedrich II. initiierte Sakralbau in Apulien ist. Das sehenswerte Museo Archeologico (Mo-Fr 8.30-19.30, Sa/So 8.30-13.30 Uhr) zeigt eine spannende Rekonstruktion prähistorischer Besiedlung und die Spuren von Dinosauriern.

Ein einmaliges Beispiel für eine ganze Stadt aus in Felsen gegrabenen Häusern und Wohnungen sind die Sassi di Matera der 17 km entfernten Stadt Matera (57000 Ew.). In den 1950/60er-Jahren als unzumutbares Armenviertel zwangsevakuiert, stehen sie heute unter Unesco-Schutz, und viele Häuser werden schick renoviert und wieder bewohnt, z.B. als stimmungsvolles Hotel Sant'Angelo (16 Zi. | Piazza San Pietro Caveoso | Tel. 0835314010 | Fax 0835314735 | www.hotelsantangelosassi.it | €€).

Die nächsten Etappenziele liegen wieder in Apulien: Ginosa und Laterza (12 bzw. 10 km südöstlich von Matera), zwei Ortschaften, die beide ebenfalls über zwei tiefen Gravine siedeln, so auch das 14 km weiter östlich liegende Castellaneta. Zu den Hauptattraktionen dieser Reise in die Unterwelt zählen die beiden letzten, ca. 23 km östlich gelegenen Ziele Mottola und Massafra.

Über den Tavoliere in den nordwestlichen Apennin

Gerade in der Gegend des Tavoliere um Foggia und der ersten Anhöhen hinauf in den nordwestlichen Apennin gedeihen einige Olivensorten, aus denen besonders feine Olivenöle gewonnen werden, die sich die Qualitätsbezeichnung Olio extravergine d'oliva Dop Dauno verdient haben. Das Öl können Sie bei ausgeschilderten Produzentenhöfen oder in den lokalen Supermärkten erstehen. Zudem liegen die vielfach mit Wald überzogenen Höhen des daunischen Apennin mit seinen sympathischen Kastelldörfern abseits der Touristenpfade. Ein Grund mehr, sie zu erkunden. Veranschlagen Sie für diese Genießertour von ca. 230 km ca. 2 Tage.

Die Route beginnt im Süden von Foggia in Cerignola, einem unspektakulären Städtchen, dafür gibt es hier die Bella di Cerignola, eine riesige, in Marinade eingelegte grüne Olive, knackig und fleischig und bestens als Aperitifbeilage geeignet.

Die nächsten beiden Ortschaften liegen in den bewaldeten Hügeln des Vorapennin. Zunächst erreichen Sie nach 34 km über Landstraßen Richtung Westen das sympathische Ascoli Satriano mit romanisch-barocker Kathedrale und einem stattlichen Kastell. Dörfer mit Burgen aus normannischer und staufischer Zeit sind auch Sant'Agata di Puglia, auf dessen immerhin 800 m Höhe Sie sich auf einer schönen Serpentinentour hinaufschrauben müssen, sowie das 28 km entfernte Deliceto und vor allem das uralte Bovino mit einer Stauferfestung nach weiteren 10 km. Weiter geht es in die 25 km entfernte Ortschaft Orsara di Puglia. Dort sollten Sie sich die wunderbare Slow-Food-Küche des Ristorante Peppe Zullo nicht entgehen lassen (abends und Di geschl. | Via Piano Paradiso | Tel. 0881964763 | €€; auch 5 Suiten | www.peppezullo.it).

Es folgen die bekannten Städte am Tavoliere, Troia mit seiner berühmten Fensterrosette nach 15 km und Lucera nach weiteren 17 km. Dann geht es wieder in die Hügel gen Westen hinauf: zu hübsch zwischen Wäldern und Weiden gelegenen, uralten Dörfern wie Motta Montecorvino, Volturara Appula und vor allem Pietramontecorvino (von Lucera direkt 20 km, über die Berge 50-60 km) mit seinem pittoresken Altstadtviertel um das Kastell und einer sehenswerten Chiesa Matrice. 30 km weiter erreichen Sie in der Ebene inmitten von Getreide-, Wein- und Olivenanbau den Ort Torremaggiore und nach 8 km das Weinstädtchen San Severo (8 km) mit einem recht gemütlichen, alten Zentrum.

Per Rad durch Wiesen und Olivenhaine von Lecce ans Meer

Das flache Bauernland des Salento lädt zum Radfahren ein. Die hier beschriebene Radtour (vor Ort bezeichnet als Radroute Nr. 3) führt 36 km lang von Lecce in die Dörfer des Hinterlands - so nach Vanze, Acaia und Vernole - und schließlich bei Roca Vecchia ans Meer. Vergessen Sie also nicht Ihr Badezeug. Im Touristenbüro von Lecce erhalten Sie neben Infos für Radfahrer auch Kartenmaterial (Infos unter www.salentonline.it, nur auf Italienisch).

Parallel zur Schnellstraße, die von Lecce an die Küste nach San Cataldo führt, verläuft eine wesentlich stillere Asphaltstraße, an deren Ende Sie rechts abbiegen und durch einen Pinienwald in die naturgeschützte, besonders artenreiche Landschaft der Cesine gelangen. Weiter geht es auf kleinen Landstraßen wieder landeinwärts ins Dorf Vanze und von dort ins befestigte Landstädtchen Acaia. Den neuen Radroutenschildern folgend, fahren Sie nun Richtung Merine durch das Gebiet des schönen Gutshofes Masseria Visciglito und damit durch den ältesten Olivenhain Europas! An die 2000 Jahre sind manche dieser knorrigen Baumskulpturen alt. Sie erreichen dann das Dorf Struda mit seinen Bauten aus dem Mittelalter und dem 16. Jh.

Es folgt das Dorf Pisignano und die größere Landgemeinde Vernole mit einem sehenswerten alten Ortskern. Unterhalb der Piazza Vittorio Veneto können Sie eine unterirdische Ölmühle (frantoio ipogeo Caffa) von 1500 besichtigen. Das folgende Ziel ist Acquarica mit den Resten eines Kastells (16. Jh.).

Weiter geht es gen Melendugno, hier am Friedhof vorbei (mit sehenswerter Kapelle und Kloster) erreichen Sie das Feuchtgebiet von Cassano. Mediterrane Macchia macht sich breit, das Meer ist nicht mehr weit. Schließlich radeln Sie am besonders eindrucksvollen Gutshof Masseria Incioli vorbei, und bald schon sind Sie an Ihrem Endziel, dem Badeort Roca Vecchia, wo Sie zur Erfrischung in die Fluten springen können.