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Reiseführer Warschau:Essen & Trinken

Wer Warschau kulinarisch genießen will, hat eine große Auswahl – von der einfachen Volkskantine bis zum Edelitaliener

Längst kann die polnische Hauptstadt Lokale, Cafés und Imbisse beinahe für jeden Geschmack und in allen Preisklassen bieten. Auch die internationale Küche hat längst Einzug gehalten: Neben italienischen und asiatischen Restaurants werben Türken und Araber mit ihren kulinarischen Spezialitäten um die Gunst der Gäste. Typisch, beliebt und entsprechend verbreitet sind auch Lokale, in denen nach Art und Tradition osteuropäischer Nachbarn gekocht wird – von litauisch bis russisch. Aber selbstverständlich ist auch die polnische Küche allgegenwärtig. Besonders gut und originell servieren das, was landesweit zu Hause auf den Tisch kommt, spezialisierte Restaurants wie Folk Gospoda (ul. Waliców 13) oder U Kucharzy (ul. Ossolińskich 7).

Aber auch die sogenannten Milchbars (bar mleczny) bieten traditionelle Speisen wie bigos, Piroggen, Kartoffelpuffer und naleśniki (Pfannkuchen) an. Die Selbstbedienungsrestaurants mit Kantinenflair sind ein Relikt des Sozialismus. Sie haben den gastronomischen Wandel nicht nur überlebt, sie sind in den letzten Jahren regelrecht wiederentdeckt worden – weil man hier einfach, schnell und unschlagbar günstig isst. Eine der besten Milchbars der Stadt ist die Rusałka (ul. Floriańska 14) im Stadtteil Praga. Auch gut: Bambino in der ul. Krucza 21.

Achten Sie darauf, was in den Restaurants auf der Speisekarte steht. Manchmal werden für Fleisch oder Fisch 100-Gramm-Preise angegeben, und dann zahlt der Gast so viel, wie sein Kotelett oder Dorsch angeblich gewogen hat. In einigen Restaurants ist es üblich, auf die Preise von vornherein zehn Prozent für den Service aufzuschlagen – was allerdings auf der Karte vermerkt sein sollte. In solchen Fällen können Sie sich das Trinkgeld sparen, sonst beträgt es ebenjene zehn Prozent des Preises. „Stimmt so“ heißt in der polnischen Entsprechung „Danke“ (dziękuję) – sagen Sie also nicht „Danke“, wenn Sie noch Restgeld erwarten! Leere Teller gleich abzuräumen, während der Begleiter noch isst, gehört übrigens zur polnischen Höflichkeit.

Nichtraucher sind seit Ende 2010 nicht mehr auf das freundliche Entgegenkommen jener angewiesen, die gern vor oder nach dem Essen zur Zigarette greifen. Seither gilt in polnischen Gaststätten ein allgemeines Rauchverbot, das zumeist auch klaglos akzeptiert wird. Clubs und Kneipen dürfen allerdings separate Raucherräume einrichten.

Mittags wird in Warschau gern und ausgiebig geluncht. Für solche Anlässe preisen viele Restaurants Sonderangebote an (z. B. Lunch mit Kaffee 20 Zł.). Fast alle Gaststätten bieten durchgehend warme Küche. Frühstücks- und Brunchbuffets setzen sich hingegen erst allmählich durch – es gibt sie bisher vor allem in guten Hotels und in einzelnen Lokalen im Zentrum, etwa bei Blikle. Viele Restaurants öffnen erst mittags. Entsprechend gut besucht sind vormittags die Cafés, die in meist heller Atmosphäre Latte macchiato und Café au Lait anbieten – zu westeuropäischen Preisen.

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„Die Menschen in Warschau sind etwas Spezielles – energiegeladen und liebenswürdig zugleich, außerdem laufen hier die politischen, wirtschaftlichen und geistig-kulturellen Fäden im östlichen Mitteleuropa zusammen.“ Zwei von vielen Gründen, weshalb der Journalist seit 2010 in der polnischen Metropole lebt, aus der er u. a. für die „Berliner Zeitung“ und das „Flensburger Tageblatt“ berichtet.

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Quelle: www.marcopolo.de

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