bedeckt München 17°

Reiseführer USA:Praktische Hinweise

Urlaub von Anfang bis Ende: die wichtigsten Adressen und Informationen für Ihre USA-Reise

MARCO POLO Autor Karl Teuschl

Anreise

Die großen Airlines fliegen in Amerika vor allem die wichtigen Knotenpunkte an: Dazu zählen New York, Atlanta, Chicago, San Francisco, Los Angeles. Dort muss man dann umsteigen, um weiter zu anderen Städten im Land zu fliegen. Die Flugzeit in den Osten der USA beträgt ca. 7-10 Stunden, in den Westen sind es 10-11 Stunden. Preise: je nach Saison und Ziel 500-1400 Euro in der günstigsten Klasse. Erkundigen Sie sich im Reisebüro nach Sondertarifen.

Vor der Landung müssen im Flugzeug die Formulare für Einreise (immigration) und Zoll (customs) ausgefüllt werden. Wichtig: Bei Umsteigeflügen werden alle Einreiseformalitäten bereits am ersten Flughafen in den USA erledigt. Dazu holen Sie das Gepäck an der Baggage Claim Area ab, bringen es durch den Zoll und können es dann am Connecting Baggage Counter für den Weiterflug abgeben.

Nahe der Gepäckausgabe findet man an allen Flughäfen die ground transportation: Die Schalter der Mietwagenfirmen, Taxis und oft auch Shuttle-Busse, die entweder kostenlos als Zubringer zu Hotels fahren oder als Sammeltaxi für 10-25 $ je Fahrgast jede gewünschte Adresse im Stadtbereich ansteuern. In immer mehr Städten gibt es zudem S-Bahnen vom Flughafen in die City (z. B. Boston, Atlanta, Chicago, San Francisco, Seattle).

Auskunft

Das Fremdenverkehrsbüro der USA gibt auf seiner Website www.discoveramerica.com viele Reisetipps. Auf der Website www.vusa.travel finden Sie eine Liste der in Deutschland vertretenen US-Bundesstaaten und Großstädte. Sie versenden auf Anfrage Landkarten und Infomaterial.

Vor Ort helfen einem die staatlichen Tourism Offices, die Visitor Centers der größeren Städte und - in den kleinen Orten - die Chambers of Commerce weiter. Meist findet man an den Flughäfen und an den Staatsgrenzen entlang der Autobahnen gut ausgestattete Welcome Centers, die bei der Routenplanung und der Wahl der Unterkunft behilflich sind.

Auto

Höchstgeschwindigkeit: auf Landstraßen meist 55 Meilen/h (88 km/h), in Orten 35 Meilen/h (50 km/h), auf Autobahnen 65-75 Meilen/h (105-120 km/h).

Die Verkehrsregeln gleichen denen in Europa. Ausnahmen: An Ampeln darf man auch bei Rot nach rechts abbiegen, auf Autobahnen auch rechts überholen. Schulbusse mit blinkender Warnanlage dürfen dagegen überhaupt nicht passiert werden - auch nicht aus der Gegenrichtung. Außerdem gibt es sogenannte 3-way- oder 4-way-stops, Kreuzungen mit Stoppschildern, an denen jedes Fahrzeug halten muss. Wer zuerst gehalten hat, darf auch zuerst wieder weiterfahren. Anschnallpflicht.

Der amerikanische Automobilclub AAA hilft auch Mitgliedern ausländischer Clubs (Mitgliedsausweis mitbringen!).

Bus & Bahn

Die Routennetze der Greyhound-Überlandbusse und Amtrak-Züge sind für Sightseeing-Rundfahrten viel zu weitmaschig, zumindest die größeren Orte lassen sich aber gut erreichen. Auskunft über die Netzkarten von Greyhound (Discovery Pass) und Amtrak (USA Railpass) bei den Reisebüros oder online: www.greyhound.com und www.amtrak.com

Camping

Die schönsten Campingplätze sind meist die öffentlichen: Sie sind naturnah an Seen und in Nationalparks gelegen, mit Feuerstelle, Holzbänken und Waschgelegenheiten einfach ausgestattet, die Übernachtung kostet ca. 10-25 $. Private, oft recht luxuriös ausgestattete Plätze mit heißen Duschen, Pool und Laden finden Sie am Rand der Städte und der Parks (Preise ca. 15-45 $). Für viele Nationalparks müssen Sie bis zu fünf Monate vorab Campingplätze per Kreditkarte reservieren: Tel. 001 5188853639 | recreation.gov; Buchung von State Parks unter www.reserveamerica.com. Wildes Campen ist (außer in den Parks) nicht verboten, wird aber in besiedelten Gebieten nicht gerne gesehen. Ihr Wohnmobil sollten Sie mehrere Monate vorab von Deutschland aus buchen.

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

2300 M St. NW | Washington, D. C. | Tel. 202 2984000 | www.germany.info

Österreichische Botschaft

3524 International Court NW | Washington, D. C. | Tel. 202 8956700 | www.austria.org

Schweizer Botschaft

2900 Cathedral Ave. NW | Washington, D. C. | Tel. 202 7457900 | www.eda.admin.ch

Einreise

Deutsche, Österreicher und Schweizer benötigen für einen Aufenthalt bis zu 90 Tagen einen gültigen, maschinenlesbaren Reisepass. Für neu ausgestellte Pässe sind biometrische Daten erforderlich. Neu ausgestellte Kinderpässe erfordern zudem ein Visum - besser ist es, für Kinder einen regulären Pass zu beantragen.

Zudem muss man sich spätestens drei Tage vor Reisebeginn im Internet für die Einreise registrieren und 14 $ Gebühr per Kreditkarte bezahlen: https://esta.cbp.dhs.gov/esta. Diese Registrierungspflicht gilt für alle Reisenden, die ohne Visum für maximal 90 Tage in die USA einreisen wollen. Detaillierte Informationen zu Visa- und Einreisebestimmungen unter german.germany.usembassy.gov

Geld & Währung

Währung ist der US-Dollar (= 100 Cents). Es gibt Banknoten (bills) zu 1, 2, 5, 10, 20, 50 und 100 Dollar ($) sowie Münzen (coins) zu 1 ¢ (penny), 5 ¢ (nickel), 10 ¢ (dime), 25 ¢ (quarter) und - selten - 50 ¢ (half dollar). Vorsicht: Alle Noten sind gleich groß, von gleicher grünlich-grauer Farbe und differieren nur im Wert.

Wichtigstes Zahlungsmittel: eine Kreditkarte (Mastercard, Visa). Damit können sie auch kleine Beträge an Tankstellen und in Läden bezahlen. Doch sollten Sie ein paar US-Dollar für die Ankunft mitnehmen. Weiteres Bargeld können sie zu fairem Wechselkurs mit EC-Karte und Geheimzahl an den meisten Bankautomaten ziehen. Reiseschecks in US-Dollar werden überall akzeptiert. US-Banken lösen zwar gegen Gebühr Reiseschecks ein, doch nur Großfilialen wechseln auch Bargeld. Europäische Währungen tauschen nur die Wechselstuben an Flughäfen und (oft zu schlechtem Kurs) größere Hotels.

Gesundheit

Die ärztliche Versorgung in den USA ist sehr gut - und sehr teuer. Daher sollten Sie unbedingt eine Auslandskrankenversicherung abschließen. Medikamente gibt es in der pharmacy und im drugstore, die teils rund um die Uhr geöffnet sind.

Internet & Wlan

Amerika als Geburtsland des Internets ist bis in die hintersten Ecken gut vernetzt - häufig sogar mit Breitbandtechnik. Viele Hotels bieten Internet auf dem Zimmer oder in der Lobby, Kosten: 8-15 $/Tag. Für schnelles Surfen und zur Mail-Abfrage bieten sich Coffeeshops an, öffentliche Bibliotheken (Gebühr 1-2 $) oder Büroläden wie Kinko's (2-3 $/10 Min). Fürs eigene Laptop finden Sie in vielen Hotels und Städten WLAN, hier Wifi genannt (wireless fidelity). Es gibt heute Zigtausende von Wifi-Hotspots in Amerika, viele davon in Kettenläden wie Starbucks und McDonald's. Listen für Wifi-Hotspots u. a. bei www.wififreespot.com

Jugendherbergen

Die Häuser der American Youth Hostels (AYH) kosten pro Nacht 20-50 $. Das Netz ist lange nicht so dicht wie in Europa, aber man findet in vielen größeren Städten und in manchen Nationalparks Herbergen. Verzeichnis im Buchhandel oder unter www.hiusa.org. Daneben gibt es zahlreiche weitere, privat und kommerziell geführte Hostels; Ortslisten unter www.hostels.com.

Klima & Reisezeit

Entsprechend den gewaltigen Dimensionen des Lands herrschen ähnlich ausgeprägte Klimaunterschiede wie zwischen Nordafrika und Schweden. Generell ist die beste Reisezeit für die nördlichen Staaten der Sommer - dann haben allerdings auch die Amerikaner Schulferien. In den wüstenhaften Südwesten, nach Kalifornien und in die Südstaaten reist man am besten im Frühjahr und im Herbst. Da anders als in Europa eine Klimabarriere wie die Alpen fehlt, sind die Winter im Mittleren Westen und in den Rocky Mountains meist kälter als bei uns. Aber auch viel trockener - eine gute Voraussetzung für den legendären Pulverschnee in den Bergen von Utah und Colorado, der eine Skireise lohnt.

Massangaben

  • 1 inch = 2,54 cm
  • 1 foot = 30,48 cm
  • 1 mile = 1,6 km
  • 1 acre = 0,4 ha
  • 1 gallon = 3,79 l
  • 1 pound = 453,6 g

Temperaturen lassen sich so umrechnen: Fahrenheit minus 32 mal 5 dividiert durch 9 ergibt Celsius. Das bedeutet: 0 °C = 32 °F, 10 °C = 50 °F, 20 °C = 68 °F, 30 °C = 86 °F, 40 °C = 104 °F.

Bekleidung: Bei Damen entspricht US-Größe 4 der deutschen Größe 34, 6 = 36, 8 = 38 usw.; bei Herren: 36 = 46, 38 = 48 usw.

Mietwagen

Zum Mieten eines Autos genügt der nationale Führerschein, bei kleineren Firmen wird manchmal auch der internationale Führerschein verlangt. Es ist meist günstiger, den Wagen vorab im Reisebüro oder bei Vermittlern wie Holiday Autos (www.holidayautos.de) zu reservieren. Dann sind Steuer und Versicherung inklusive. Auch sollten Sie den Wagen möglichst am selben Ort zurückgeben, da sonst hohe Rückführgebühren anfallen (nicht innerhalb Kaliforniens und Floridas).

Leihwagen sind vor allem in Florida und Kalifornien recht preisgünstig (ab 50 Euro/Tag bzw. 250 Euro/Woche), häufig sind die gefahrenen Kilometer inklusive (unlimited mileage). Bei der Anmietung vor Ort wird die Vollkaskoversicherung (loss/damage waiver) separat mit 14-22 Euro/Tag berechnet. Mindestmietalter: 21/25 Jahre je nach Bundesstaat.

Notruf

Fast überall in den USA gilt die Notrufnummer "911", die gebührenfrei von jedem Telefon anwählbar ist. Im Zweifelsfall können Sie sich immer an den operator wenden: "0" wählen.

Post

Postämter haben Mo-Fr von 9-17 Uhr geöffnet, größere auch Sa von 9-12 Uhr. Das Porto für Luftpostbriefe und Postkarten nach Europa beträgt 1,05 $.

Steuern

In den meisten Staaten wird auf alle Einkäufe eine Verkaufssteuer zwischen 4 und 7 Prozent aufgeschlagen. Diese sales tax wird erst beim Kauf hinzugerechnet, ist also z. B. auf der Speisekarte oder auf dem Preisschild im Laden noch nicht berücksichtigt. Im Hotel wird teilweise eine Übernachtungssteuer von einigen Prozent aufgeschlagen.

Strom

Netzspannung 110 V, 60 Hz. Einen Steckdosenadapter für den (umschaltbaren!) Fön oder Rasierapparat sollten Sie mitbringen.

Telefon & Handy

Vorwahl nach Deutschland 011-49, nach Österreich 011-43, in die Schweiz 011-41, danach die Ortsvorwahl ohne die Null, dann die Nummer. Vorwahl in die USA: 001.

Alle Telefonnummern in den USA sind siebenstellig. Bei Ortsgesprächen wählen Sie nur die Nummer. Davor kommt für Anrufe in einer Großstadt mit mehreren Vorwahlen eine dreistellige Vorwahl, der area code, den Sie auch bei Ferngesprächen vorwählen müssen, aber mit einer "1" vorweg. Ortsgespräche aus der Telefonzelle kosten 25-50 ¢, bei Ferngesprächen gibt nach dem Wählen eine Computerstimme die Gebühr an. Vorsicht: Im Hotel werden oft horrende Aufschläge berechnet.

Bei allen Telefonproblemen hilft der operator ("0") weiter, er vermittelt auch R-Gespräche (collect calls). Eine andere Besonderheit sind die gebührenfreien Nummern mit der Vorwahl 800, 866, 877 oder 888, über die man Hotels oder Mietwagen reserviert. 900-Vorwahlen sind gebührenpflichtig.

Tri- und Quadband-Handys aus Europa funktionieren auch in den USA, aber nur in dichter besiedelten Regionen und gegen Roaming-Aufpreis (bis 1,50 Euro/ Min.). Für eine längere Reise können Sie vor Ort bei Netzbetreibern (z. B. CellularOne, AT&T, T-Mobile) auch eine amerikanische Prepaid-Karte kaufen. Preiswert sind für Anrufe aus Telefonzellen oder vom Hotel aus die an Kiosken und in kleinen Märkten erhältlichen Prepaid Phone Cards.

Zoll

Ende 2008 sind die Freimengen für Mitbringsel angehoben worden. Urlauber können jetzt Waren mit einem Gesamtwert von 430 Euro zollfrei einführen (Reisende unter 15 Jahren bis 175 Euro). Die Obergrenzen für Tabak und Spirituosen pro Erwachsenen bleiben bestehen: 1 l Alkohol über 22 Prozent; 200 Zigaretten oder 100 Zigarillos oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak. Zusätzlich erlaubt: 4 l nicht schäumende Weine und 16 l Bier. Die Freimengen gelten wie bisher pro Person und dürfen nicht addiert werden. Reist ein Paar, dann sind beispielsweise zwei außerhalb der EU zum Preise von je 400 Euro gekaufte Digitalkameras zollfrei. Bringt das Paar dagegen nur eine Digitalkamera mit, die aber mehr als 430 Euro kostet, dann ist an der Grenze Zoll fällig. Pflanzen, Wurst, Obst und andere frische Lebensmittel dürfen nicht eingeführt werden. Weitere Informationen: www.zoll.de

Weiter zu Kapitel 10

Der seit über 20 Jahren auf Amerika spezialisierte Autor und Filmemacher ist ständig in den USA unterwegs auf der Suche nach neuen Themen und Trends. Er hat in Los Angeles studiert und lebt als Nordamerika-Korrespondent von GEO-Saison in München und Vancouver. "Mich verblüfft immer wieder, wie wandlungsfähig dieses Land ist. Vor allem den Stories im Hinterland spüre ich gern nach."

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

Zur SZ-Startseite