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Reiseführer Mailand - Lombardei:Essen & Trinken

Vom Risotto milanese bis zur Ethnoküche: Auch die kulinarischen Moden wechseln schnell in Mailand

An Auswahl von den Gourmettempeln (die Sie Mitte Mai geballt beim Gourmetwochenende auf der Galopprennbahn San Siro kennenlernen können: www.tasteofmilano.it ) bis zur Pizzeria ist kein Mangel. Das Problem mit der Küche in Mailand sind – ähnlich wie beim Übernachten – die Preise. Es ist richtig teuer, traditionell essen zu gehen. Antipasto, primo (Pasta, Reis oder Suppe), secondo (Fleisch- oder Fischhauptgang) mit contorno (Beilage), dolce (Dessert) und/oder formaggio (Käse), eine gute Flasche Wein soll nicht fehlen, die mancia (Trinkgeld) kommt noch dazu und pane e coperto (Brot und Gedeck) sowieso – und schon ist man zu zweit leicht 80, 90 Euro los.

Wer aufs Geld und/oder die Linie achten muss, darf den einen oder anderen Gang überspringen, was heute kein Wirt mehr übel nimmt (ein primo oder ein secondo sollte aber schon dabei sein). Einige Restaurants bieten inzwischen mittags große Salate oder einen piatto unico an, ein Ein-Gang-Tagesmenü. Der offene, preiswertere Hauswein (vino della casa) schmeckt im Normalfall gut dazu. In vielen Bars gibt es zur Mittagszeit reichhaltige Angebote an belegten Brötchen (3–4 Euro), Salaten (4–5 Euro), schmackhaften primi (ab 5 Euro). Die Angestellten aus den Büros essen inzwischen fast alle so. Wer sparen will, setzt sich in eine Pizzeria (abends) oder geht in eine der traditionellen latterie (mittags), Milchläden mit warmer Küche wie z. B. La Latteria Maggi Via San Marco 24 026597653 im Breraviertel.

Die Qualität der Küche nimmt zu (und die Preise ab), wenn Sie sich etwas vom Zentrum entfernen. Interessante, lebhafte Viertel mit vielen Restaurants und Kneipen sind die Navigli (Piazza XXIV Maggio), um die Porta Ticinese (Piazza Vetra), Brera (Via Madonnina), Isola (Piazzale Archinto), außerdem die Gegend um den Corso Garibaldi/Corso Como (Infos über milanotonight.eu ). Im August machen viele Bars und Restaurants zwei bis drei Wochen Ferien.

Gegessen wird, wie in Italien üblich, mittags zwischen 12.30 und 14.30 und abends zwischen 19.30 und 22.30 Uhr. Wer später essen will, muss oft etwas länger suchen. In den gehobenen Klassen sollten Sie grundsätzlich reservieren, wer sichergehen will, tut dies auch bei einfacheren Lokalen.

Eisdiele

Gelaterie öffnen meist von 11 bis 21 oder 22 Uhr.

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Bettina Dürr pendelt seit bald drei Jahrzehnten zwischen Norditalien und Düsseldorf. Sie schreibt Reiseführer und kulinarische Sachbücher und übersetzt Kinder- und Jugendliteratur. Gelegentlich organisiert sie für kleine Gruppen Kurzreisen zu ausgewählten Themen. So kommt sie fast automatisch viel in Norditalien herum. Richtig Ferien machen kann sie kaum noch – eine Art Berufsdeformation.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de