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Reiseführer Irland:Essen & Trinken

Mehr als Irish Stew und Guinness: Probieren Sie auch die vielen Fischsorten und Schalentiere aus Irlands Gewässern

In letzter Zeit hat sich aber einiges getan in puncto kulinarische Entwicklung. Die Slow-Food-Bewegung, die für genussvolles, bewusstes und regionales Essen steht, ist auch in Irland angekommen. Prominenteste Vertreterin ist Darina Allen, die in Irland fast jedes Kind kennt. Die bekannte Fernsehköchin und Autorin von über einem Dutzend Kochbüchern gehört zu den Wegbereitern einer „neuen“ irischen Küche. In ihrer „Ballymaloe Cookery School“ in Shanagarry vermittelt sie die Freude am Genuss und zeigt, wie irische Klassiker durch die Verwendung von besten irischen Produkten veredelt werden können. So wird selbst Porridge zur kulinarischen Offenbarung am Frühstückstisch, wenn der Haferbrei aus frisch geschrotetem Getreide und mit frischer Sahne zubereitet wird.

Eine unendliche Variationsbreite an Zubereitungsmöglichkeiten bietet die Kartoffel, die seit Jahrhunderten zum täglichen Essen der Iren gehört. Groß ist die Auswahl zudem an Fisch- und Meeresspezialitäten. Austern (in Irland recht preiswert), Hummer, Muscheln, Krabben sowie alle Sorten Fisch (darunter auch Spezialitäten wie Haifisch, Thunfisch und Seewolf) stehen auf den Speisekarten. Vielfältig ist auch das Angebot an Käsespezialitäten. Noch heute wird die alte Kunst der Käseherstellung gepflegt. Zu den besten der farmhouse cheeses gehören der gubbeen, ein halbfester Schnittkäse, und gigginstown, ein Rohmilchkäse. Irish goat, ein brieähnlicher Ziegenkäse, steht den mediterranen Angeboten in nichts nach. Zu empfehlen sind weiterhin cashel blue und burren gold sowie der dem Gruyère ähnliche gabriel (traditioneller Gebirgskäse) und desmond, von weicherer Konsistenz. Der cais nan deise ist ein Hartkäse mit nussartigem Aroma.

Die Preise für Mahlzeiten im Restaurant sind recht hoch, sie beginnen häufig erst bei 15 Euro. Eine Einrichtung, die den Geldbeutel schont, sind Touristenmenüs. Die dreigängigen Menüs gibt es zum festen Preis (15–20 Euro) . Sie erkennen Lokale, die solche Menüs anbieten, an einem kleinen grünen Schild (Kochgesicht mit -mütze und der Aufschrift special value, tourist menu). Serviert wird irische und internationale Küche von mittlerer Qualität. In den gehobenen Restaurants ist es üblich, dass Sie zuerst in der Lounge oder an der Bar einen Drink zu sich nehmen, bevor Sie dann später einen Platz zugewiesen bekommt. In der Hotelgastronomie gibt es keinen Ruhetag, Restaurants haben während der Saison (Juni bis September) in der Regel ebenfalls an allen Wochentagen, häufig aber erst zum Abendessen, geöffnet.

Neben Restaurants bieten Cafés und Pubs kleine Snacks an (etwa pub grub, sogenanntes Kneipenfutter, meist Salat, Sandwich oder Suppe). Fastfoodlokale schießen in den größeren Orten aus dem Boden, sie stellen eine Ergänzung der angelsächsischen Version der Fish-&-chips-Buden dar. Hinweise auf besondere Restaurants und Events finden Sie bei www.fabulousfoodtrails.ie .

Traditionell fällt das Frühstück in Irland sehr reichhaltig aus: Zum Tee oder Kaffee gibt es Orangensaft, porridge (Haferflockenbrei) und cereals (Getreideflocken), Eier und Würstchen sowie Speck. Dazu werden soda brown bread und Toast serviert. Während der Mittagspause (lunch hour) nehmen die Iren oft nur einen leichten Snack ein, Berufstätige essen häufig im nächsten Pub eine Suppe oder ein Sandwich. In den Zentren sind die Gaststätten dann meist voll. Die Hauptmahlzeit findet abends statt. Immer mehr in Vergessenheit gerät der sogenannte high tea, eine Mahlzeit zwischen 17 und 19 Uhr, die aus Tee oder Kaffee, Brot, Eiern, Speck und Schinken, eventuell auch einem kleinen Steak sowie Kuchen besteht.

Die Iren sind Teetrinker und genießen das Getränk mit Milch und Zucker. Zwei bekannte Teefirmen, die die Kunst des Mischens (Verblenden) beherrschen, sind Barry (Cork) und Bewley (Dublin).

Das Pub (public house) ist in Irland weit mehr als eine Kneipe, in der man sein Bier trinkt. Er ist ein Treffpunkt, um zu reden und zu musizieren, über die Politik zu klatschen, sich Gehör zu verschaffen und anderen zuzuhören. Im Pub begegnen sich Leute aller sozialen Schichten, aller Altersgruppen, früher (auf dem Land noch heute) vornehmlich Männer. Pubs in Irland sind zweigeteilt: in die Lounge, in der die Ladies mit ihren Ehemännern zusammensitzen oder mit einer Freundin plaudern, und in die Bar (Ausschankraum). Man bestellt seine Getränke am Tresen und zahlt auch gleich dort. Die Pubs sind im Allgemeinen von 10 bis 24 Uhr, an Sonntagen von 16 bis 23 Uhr geöffnet. Jugendliche unter 18 finden selten Einlass, Kinder sind unerwünscht, und das Mindestalter für einen Sitzplatz an der Theke beträgt 21 Jahre. In Pubs und Restaurants herrscht Rauchverbot, das auch kontrolliert wird.

Guinness ist zwar als das irische Bier schlechthin bekannt, dabei ist es nur ein Markenname für dunkles Bier (stout), daneben sind auch die Marken Beamish und Murphy's beliebt. Wer ein stout bestellt, erhält ein pint (etwa einen halben Liter). Wem das zu viel ist, der bestellt half a pint oder einfach ein Glas, a glass. Bitter ist ein halbdunkles obergäriges Bier, lager ein leichtes helles Bier, und unter ale versteht man ein obergäriges Bier mit geringerem Alkoholgehalt (ähnlich wie Altbier oder Kölsch).

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In die Grüne Insel hat sich der promovierte Psychologe und Reisejournalist, der im Rheingau lebt, schon vor 20 Jahren verliebt. Damals unterrichtete er das erste Mal an der Universität von Cork. Seitdem hat es ihm die frische und unverblümte Art der irischen Bewohner angetan. Und natürlich die mal herbe, mal saftig grüne Landschaft – auch wenn es wieder einmal regnet.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

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