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Reiseführer Chiemgau:Bloss nicht

Ein paar Dinge, die Sie im Chiemgau beachten sollten

In Kirchen gottlos herumlärmen

Die Bayern sind ein traditionell gottesfürchtiges, katholisches Volk und nehmen es – zumal in ländlichen Gebieten – mit dem Besuch von Messen, Andachten und Rosenkränzen recht genau. Ein gewisses Konfliktpotenzial entsteht also immer dort, wo Gotteshäuser nicht nur Gläubige, sondern ihrer Schönheit wegen auch Touristen anziehen. Verhalten Sie sich bei Kirchenbesichtigungen deshalb ruhig, irritieren Sie die still ins Gebet Versunkenen nicht durch das Surren Ihrer Videokamera, und diskutieren Sie über die Wessobrunner Stuckatur erst, wenn Sie wieder draußen im Freien sind!

Bayerisch reden

Laut Umfragen ist der bayerische Dialekt die beliebteste deutsche Mundart, auch bei den Nichtbayern. Entsprechend verlockend erscheint es also wohl auch, es den Bayern in der Sprache gleichzutun. Davon ist freilich abzuraten. Bayerisch ist viel zu schwierig, als dass es ein „Zuagroaster“ erlernen könnte! Zudem werden entsprechende Bemühungen von den Einheimischen nicht etwa als ein Versuch kultureller Interaktion begrüßt, sondern als plumpe Anbiederei abgetan.

Sturmwarnungen unterschätzen

Wenn ein Sturm oder Gewitter aufzieht, kann sich der Chiemsee binnen Minuten in eine brodelnde Suppe verwandeln, die für Segler und Surfer eine echte Gefahr darstellt. Blinken die rund um den See angebrachten Sturmwarnleuchten, sollten Sie daher möglichst schnell den nächsten Hafen anlaufen.

Die Natur missachten

Vor allem die Bergwelt ist weniger intakt, als sie auf den ersten Blick vielleicht aussieht. Bergbahnen, Skiläufer und Massentourismus haben ihr bereits erheblich zugesetzt. Um das empfindliche ökologische Gleichgewicht nicht noch weiter zu stören, sollten Sie Skipisten und Bergpfade nicht verlassen. Blumenpflücken in größeren Mengen – auch wenn es sich nicht um so streng geschützte Pflanzen wie Edelweiß und Türkenbund handelt – ist Raubbau an der Natur. Und selbstverständlich packt man nach dem Picknick seinen Müll wieder ein!

Den Chiemsee am Wochenende erkunden

Chiemgau und Berchtesgadener Land sind von der Landeshauptstadt München mit ihren 1,3 Mio. erholungsbedürftigen Bewohnern maximal zwei Autostunden entfernt. Insbesondere der Chiemsee, aber auch der Königssee und Ramsau, die Aussichtsberge und die Wirtshäuser sind an schönen Sommerwochenenden beliebte Ziele für Tagesausflügler und entsprechend überfüllt. Es macht keinen Spaß, sich am Wochenende gemeinsam mit Hunderten von anderen Touristen etwa über das Inselchen Frauenchiemsee zu drängeln.

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Die Reisejournalistin wohnte lange in ihrer Geburtsstadt München, doch am Wochenende zog es sie stets hinaus aufs Land zum Baden im Waginger See oder zum Bergsteigen in den Chiemgauer Alpen. Mittlerweile lebt Annette Rübesamen in Italien. Ihre Sehnsucht nach der alten Heimat ist umso größer – und wird jedes Jahr in den Sommerferien ausgiebig gestillt.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de