Pure Not: Die Entscheidung der Vorzeigeunternehmerin Maria-Elisabeth Schaeffler, sich von Teilen des Konzerns zu trennen, folgt rein ökonomischen Zwängen.
Maria-Elisabeth Schaeffler - die Milliardärin hat sich an Continental verhoben. Foto: dpa
In Herzogenaurach beginnt der Ausverkauf. Die fränkische Unternehmerfamilie Schaeffler, die ihr Kugellagerimperium lange erfolgreich betrieb, sich aber 2008 mit der Übernahme des Autozulieferers Continental übernahm, hat angekündigt, große Teile ihres Unternehmens zu verkaufen. Das kann geschehen, indem sie die Firmen verscherbelt, die sie gerade erst gekauft hat. Eine andere Option ist die Aufnahme neuer Gesellschafter in ihre Gruppe. In beiden Fällen wird die Familie wahrscheinlich bald nicht mehr viel zu sagen haben.
Die Bereitschaft der Vorzeigeunternehmerin Maria-Elisabeth Schaeffler, sich von Teilen des Konzerns zu trennen, folgt dem ökonomischen Zwang. Ihre Firmengruppe hat bei Banken Schulden von mehr als zehn Milliarden Euro. Das Konglomerat, einschließlich Continental, ist als Folge der desaströsen Finanzkrise inzwischen wahrscheinlich deutlich weniger wert als diese Summe. Wenn nichts geschieht, werden die Banken ihre Kredite zurückfordern. Die Familie wäre am Ende ihres Unternehmerdaseins.
Es gibt für die Schaefflers nur eine Möglichkeit, einen Teil ihrer Verantwortung und vielleicht noch 25 Prozent ihrer Firmenanteile zu retten. Das ist eine Bürgschaft des Staates über schätzungsweise fünf Milliarden Euro, die allein die Banken beruhigen und davon abhalten würde, ihre Kredite fällig zu stellen. Das aber sollte sich die Bundesregierung überlegen. Denn im Grunde hilft sie damit den Banken, die an dem Desaster mitwirkten. Die Familie wird nicht ins Elend stürzen, wenn Berlin sich verweigert. Die Arbeitsplätze von Schaeffler wie von Continental sind deshalb nicht gefährdet. Es wechselt nur der Eigentümer. Das wäre zu verschmerzen.
(SZ vom 25.02.2009/mel)












Wirtschaft ist witzig