Reisetipps Stockholm

Auftakt Stockholm Was für eine Stadt!

Im hohen Norden, wo die Wildnis bis in die City reicht und sich gelegentlich ein Elch in die Straßen verirrt, überrascht eine weltoffene Kulturmetropole mit mediterranem Touch. Prächtige Häuser in leuchtenden Terrakottatönen, Cafétische mit bunten Wolldecken, an denen die Stockholmer bei duftenden Zimtwecken die wärmenden Sonnenstrahlen genießen, enge Kopfsteinpflastergassen in der Altstadt, wo in den langen Sommernächten ausgelassen gefeiert wird. Nordische Frische versprühen die reine Luft, das kristallklare Wasser und das satte Grün der wildromantischen Parkanlagen. Dieser Mix bezaubert jeden. Überzeugen Sie sich selbst!

Goldgelbe Bürgerhäuser, die im klaren nordischen Licht warm leuchten, prachtvolle Renaissancegebäude, die von Wohlstand zeugen, schreiende Möwen, die über weißen Schärendampfern kreisen: Stockholm, strahlende Hauptstadt des Nordens, fasziniert - besonders durch das viele Wasser, das in der Sonne herrlich glitzert und im Winter zu Eis erstarrt.

Ein Drittel der Fläche Stockholms ist Wasser, und das ist rein und von hervorragender Qualität. Hier können Sie mitten im Zentrum unbesorgt baden oder dicke Lachse angeln! Das zweite Drittel der Stadtfläche ist grün. Abgesehen von vielen kleinen lauschigen Ecken mit Bäumen, Büschen und Rasen zieht sich ein riesiger, geschützter Nationalpark von 56 km² mitten durch die Innenstadt, der Ekoparken. In welcher anderen Millionenmetropole gibt es das schon? Und die Grünanlagen sind stets gut besucht, im Sommer wie im Winter, denn die Stockholmer sind - wie die Schweden generell - sehr naturverbunden. Kommen die ersten Strahlen der Frühjahrssonne durch, hält die sonnenhungrigen Hauptstädter nach den langen Monaten der Dunkelheit nichts mehr in geschlossenen Räumen. Dann geht es raus ins Freie. Mit Mobiltelefon bewaffnet, sitzen sie verträumt mit geschlossenen Augen auf den Treppenstufen des Dramaten und genießen bei einem Caffè Latte die Wärme und das Licht, auf die sie so lange verzichten mussten. Eilig werden Tische und Stühle selbst noch vor das winzigste Café gestellt und mit Wolldecken bestückt. Eine Vorsichtsmaßnahme, über die man sich wundern mag, scheinen doch die Stockholmer im Gegensatz zu Mitteleuropäern ein anderes Temperaturempfinden zu haben. Denn selbst bei objektiv niedrigen Frühjahrstemperaturen sind sie schon leicht bekleidet, während es Besucher aus südlicheren Gegenden noch ordentlich fröstelt. Im Mai und Juni, wenn alles grünt und blüht und der starke Duft der Fliederbüsche wie eine Wolke über Stockholm schwebt, wird die Stadt richtig lebendig. Dann starten die Schärendampfer tutend in die neue Saison, Festivals und Marathonläufe locken Besucher an, mit Kind und Kegel zieht es die Stockholmer zum Picknicken hinaus. Sie tanken ordentlich Licht und Energie für die kalten, dunklen Wintertage, wenn die Straßen der Hauptstadt sich wieder leeren, die Schiffe vertäut am Ufer liegen und es drinnen umso gemütlicher wird. Unzählige Lampen in den Fenstern leuchten warm ins Winterdunkel, Flammenschalen vor den Eingangstüren verbreiten heimelige Stimmung. So überstehen die Stockholmer die dunkle Jahreszeit. Und im Übrigen bleibt die Gewissheit: Der nächste Sommer kommt bestimmt!

Wer Stockholm zum ersten Mal besucht, stellt fest: Für eine Großstadt ist sie relativ klein. Auf 14 Inseln und über 50 Brücken schlängelt sich die Stadt um die vielen Buchten und Wasserflächen herum, kriecht von einem Tunnel in den nächsten, um am anderen Ende die Hügel und Anhöhen zu erklimmen - eine große Fläche zwar, doch mit kompaktem Zentrum, das Sie dank eines klaren Schachbrettmusters gut erkunden können. Auch auffällig: Für eine Großstadt ist Stockholm sehr entspannt, ruhig und sauber. Das können Sie förmlich riechen, denn Stockholms Busse fahren mit Äthanol oder Biogas und sorgen damit für gute Luft. Damit sie noch besser wird, wurde das Fahrradwegenetz ausgebaut und 2007 eine Mautgebühr für PKW und LKW eingeführt.

Mit 1,9 Mio. Einwohnern (800 000 davon in der Innenstadt) ist Stockholm größte Stadt und politisches Zentrum Schwedens, das nach langer sozialdemokratischer Führung seit 2006 von einer bürgerlichen Allianz unter Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt regiert wird. In Stockholm wird alles für den Rest des Landes entschieden, hier fließt das große Geld, hier gibt's die meisten Arbeitsplätze und die höchsten Löhne - kein Wunder, dass man im übrigen Schweden ein bisschen neidisch ist auf die Nollåttor („Nullachter“, von 08, der Telefonvorwahl für Stockholm). Ihr Image ist bei den Landsleuten angekratzt; sie gelten als arrogant, hochnäsig und versnobt.

Stockholm mit dem größten Ostseehafen ist eine der am schnellsten wachsenden Wirtschaftsregionen des Ostseeraums. Gleichzeitig ist die schwedische Hauptstadt der wichtigste Wirtschaftsstandort des Landes. Fast ein Viertel aller Unternehmen hat seinen Sitz in der Region um den Mälarsee, darunter Ericsson, Astra Zeneca, Scania und SEB. Auch das wichtigste Finanzzentrum Nordeuropas ist hier angesiedelt - die Stockholmer Börse. Zahlreiche Medien, Buch- und Zeitungsverlage, das schwedische Fernsehen und das schwedische Radio sitzen in der früheren Kulturhauptstadt Stockholm (1998). Im Bereich Forschung und Entwicklung liegt die schwedische Hauptstadt ebenfalls ganz vorn, Universitäten wie das Karolinska Institutet, die Königlich Technische Hochschule, die Königliche Musikhochschule oder die Handelshochschule zählen zu den besten des Landes und sind führend auf den Gebieten Biotechnologie, Pharmazeutik, Informationstechnologie und Maschinenbau. Da liegt es nahe, dass auch die Nobelpreise für Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Wirtschaft hier verliehen werden, und zwar jedes Jahr am 10. Dezember vom König persönlich.

Stockholm ist ein attraktiver Standort und auch für viele Menschen aus fernen Ländern zur neuen Heimat geworden. Die Zahl der Einwanderer steigt stetig: Waren es in den 1960er-Jahren vorwiegend Finnen, kommen die Zuzügler heute aus dem Irak, dem Iran, aus Polen oder Somalia. Dass Stockholm aber wie viele andere Städte Schwierigkeiten bei der Integration hat, ist nicht von der Hand zu weisen. Vororte wie Rinkeby oder Skärholmen mit einem hohen Ausländeranteil sind deutliche Beispiele für misslungene Integration. Arbeitslosigkeit, Drogenprobleme, Kriminalität gehören hier zum traurigen Alltag. Auch in Stockholm fahren Ausländer mit ausgezeichneter beruflicher Qualifikation Taxi, gehen putzen oder arbeiten schwarz, auch hier gibt es Spannungen, kommt es zur Ausgrenzung der „Neuschweden“, wenn auch nicht so offen wie in anderen Ländern. Denn selbst vorsichtige Kritik am Multikulti gilt als gesellschaftliches Tabu und wird schnell als Rassismus ausgelegt. Die Immigranten bereichern das städtische Leben in vielerlei Hinsicht: Bosnier und Liberianer schießen Tore für Stockholmer Fußballclubs, Ukrainer und Letten singen an Stockholms Oper, iranische und äthiopische Köche kochen um die Wette in Stockholmer Restaurants.

Stockholm ist eine moderne europäische Großstadt, doch gibt es einen entscheidenden Unterschied zu anderen Metropolen: Schwedens Hauptstadt vermittelt erholsame Entspannung statt aufreibender Hektik - durch Menschen mit gelassenem Temperament, durch die beruhigende Wirkung von viel Wasser und üppigem Grün. Eine Stadt mit hoher Lebensqualität. Lassen Sie sich ein auf diese faszinierende Mischung!