Reisetipps Paris

Szene Paris

Sybille Mezger

ist Head of Creative Management bei HUGO Women (www.hugoboss.com) in Metzingen bei Stuttgart. Sie sieht sich selbst als frankophile Schwäbin, denn für das Fashion-Department ist sie fast monatlich in Paris, um neue Trends aufzuspüren und sich von der Mode-Metropole inspirieren zu lassen. Klar, dass sie sich die großen Mode-Events in der Stadt nicht entgehen lässt!

Schöner Wohnen

Pariser Interior-Designer setzen neue Trends

Ja, es existiert ein französisches Interior-Design nach Philippe Starck. Junge Upcoming-Stars sind der Pariser mit dem exotischen Namen Ora ïto (www.ora-ito.com), der inzwischen von Bars bis hin zu Küchen alles designt, und Matalie Crasset, eine schüchterne Frau mit Jungfrau-von-Orleans-Frisur. Matalis Kreationen waren nicht immer leicht zu bekommen, umso besser, dass sie nun - zusammen mit zwei Freunden - einen eigenen Laden hat. Im Lieu commun gibt es ihre berühmten Sitzmöbel, ihre Kaminfeuer-Aufkleber und noch viel mehr. Der Laden liegt im In-Viertel Marais (5, rue des Filles du Calvaire, www.lieucommun.fr). Für schicke Utensilien rund um einen faulen Sonntag, im französischen Jargon Grassmat genannt, gehen die Pariser in die gleichnamige Lifestyle-Boutique (17, rue du Temple, www.grassmat.fr). Dort gibt's gestylte Eierbecher, Seiden-Negligés für Sie und modische Filzpantoffeln für Ihn. Die Mischung macht's im La Verriere: Originelle Stücke für Wohnung und Büro und Accessoires für den Hund (63, Rue de la Verriere, www.laverrieredesign.com).

Pique-Nique - C'est Chic

Outdoor Lunch

Sobald das Wetter schöner wird, strömen die Pariser ans Wasser! Brücken und Quais werden zum Picknick-Terrain ausgerufen. Die beliebtesten Plätze sind Pont des Arts (M Louvre Rivoli/Pont Neuf), der Square du Vert Galant auf Île de la Cité (M Pont Neuf), der Quai d'Orléans auf der Île St-Louis (M Pont-Marie) und Bassin de la Villette am Canal de l'Ourcq (M Stalingrad). Als Mitbringsel heiß begehrt sind die Käseschnitten der Boulangerie Finkelstajn (27, rue des Rosiers). Für Sponti-Picknicker, die nichts im Picknickkorb haben, eignet sich der Canal St-Martin (M Jacques Bonsergent/République). Dort kriegt man überall einen Drink zum Mitnehmen, insbesondere an der Bar Point Ephémère (200, Quai de Valmy, www.pointephemere.org). Picknick-Highlight ist Paris Plage mit aufgeschüttetem Beach von Juli bis August (www.paris.fr).

Abtauchen in Schönheit

Day-Spas als Zufluchtsorte

Warum sind Pariserinnen so schön? Weil sie die neuen Day-Spas für sich entdeckt haben. Die Schönheitsinstitute sprießen wie Pilze aus dem Boden. Doch trotz der Anzahl sind die Termine hart umkämpft. Hat man endlich ein Date, wird das zelebriert. Man genießt den Tag mit einer vietnamesisch-thailändisch-marokkanische Massage und einem Gesichts-Spezial-Treatment mit Reis-Peeling und einer Maske aus Weintraubenkernen. Die heißesten Adressen sind: L'Appartement 217, ein Spa mit knarzenden Böden und Stuck an den Wänden, der mit Feng Shui, rosa Deko und Dr. Hauschka-Produkten den Organismus regeneriert (217, rue Saint-Honoré, www.lappartement217.com) und die traumhaft designte Bad-Massage-Beauty-Landschaft L'Espace Payot, wo 1200 m² der Schönheit gewidmet sind (62, rue Pierre Charron, www.payot.com).

Clubbing

Kleine Night-Clubs schlagen ein

Insider setzen auf kleine, intime Clubs. Die Fashion-, Medien- und Werbeszene trifft sich im Paris Paris (5, Avenue de l'Opéra, www.leparisparis.com) zu wilden Partys, die jungen Rock-Chicks im L'OPA (9, rue Biscornet, http://opa.paris.free.fr). Die Alternativszene aus dem künstlerischen Osten der Stadt feiert Live-Sessions im La Fleche d'Or (102bis, rue des Bagnolet, www.flechedor.fr) und La Bellevilloise (19-21, rue Boyer, www.labellevilloise.com).

Jenseits der Mona Lisa

Mehr Raum für Zeitgenössische Kunst

Paris hat in Sachen zeitgenössische Kunst aufgerüstet. Aushängeschild für Aktuelles aus der Kunstszene sind die bekannte Fondation Cartier (261, Boulevard Raspail | http://fondation.cartier.com) und das städtische Palais de Tokyo (13, Avenue de Président Wilson | www.palaisdetokyo.com). Für noch Ausgefalleneres muss man in den Osten der Stadt. Das ausgezeichnete "rote Haus", La Maison Rouge, bietet eklektische Wechselausstellungen (10, Boulevard de la Bastille | www.lamaisonrouge.org). Le Plateau stellt Nachwuchs-Künstlern Ausstellungsfläche zur Verfügung (Place Hannah Arendt | www.fracidf-leplateau.com).

Klingt Gut

Musik aus der Hauptstadt

Das Chanson lebt, wenn auch in modernerer Form. Musiker wie Benabar (www.benabar.com), die in Israel geborene Wahl-Pariserin Keren Ann und das musikalische Wunderkind Benjamin Biolay (www.benjaminbiolay.com) beweisen es. Der Lounge-Musik hat sich Beatrice Ardisson verschrieben (www.ardisong.com). Die Sound-Designerin beschallt Restaurants, Hotels, Läden. Zwei junge Plattenlabels sorgen für frische Töne: Naive (www.naive.fr) hat Stars wie Pink Martini oder Carla Bruni unter Vertrag. Für Because Music singen Charlotte Gainsbourg und Manu Chao (www.because.tv).

More Vintage

Insider-Adressen für Junge Designermode

Neue Fashion-Labels feiern Erfolge. Immer mehr Ateliers in Hinterräumen und Kollektionen von Nachwuchsdesignern entstehen. Die Nase ganz vorne hat Pearl (30, Rue Gustave Courbet), das sich im schicken Wohnviertel des 16. Arrondissement versteckt. Die Bohème von Montmartre trifft sich in der Boutique Spree (16, rue La Vieuville) mit Fifties-trifft-Beton-Interieur und ständig wechselnden Labels. Japanische Paris-Besucher lieben Olga (45, rue de Turennes), die Vintage mit Neuem in ihrem kitschig eingerichteten Shop mixt. Ganz im Stil der Pariserinnen, die gekonnt ihr Outfit mit Vintage aufstylen. Einige der besten Adressen für Vintagemode sind: die Deutsche Gabriele Geppert (31, Galerie Montpensier), Come on Eileen Vintage (16 rue des Taillandiers) und Vintage Clothing Paris (10, Rue Crussol). Gebrauchte Haute Couture aus vergangenen, glamourösen Tagen gibt es bei Didier Ludot (24, Galerie Montpensier | www.didierludot.com).

Kunstvoll Essen

Museums-Restaurants Sind In

Einige der coolsten Restaurantadressen in Paris befinden sich in Museen. Dort zu essen, ist Trend. Was daran liegt, dass man sich bei einem solchen Diner wie ein VIP fühlen darf. Schließlich öffnet die Tischreservierung die Türen in nächtlich geschlossene, historische Monumente. Dieses Ich-bin-wichtig-Feeling wird deutlich im Restaurant Georges im Centre Pompidou, wo ein Aufzug nur für Restaurantgäste reserviert ist. Zum Essen bekommt man hier einen Traumblick über die Stadt serviert (19, rue Beaubourg | www.centrepompidou.fr). Noch außergewöhnlicher ist die Location im jüngsten Neuzugang der Museumsrestaurants, dem Saut du Loup im Musée des Arts Decoratifs. Untergebracht in einem Flügel des Louvre besticht das Restaurant mit kühlem Design in schwarz-weiß und einer langen Bar im ersten Stock (107, Rue de Rivoli | www.lesautduloup.com). Das Tokyo Eat im Palais du Tokyo überzeugt durch kunstvolles Interieur mit riesigen weißen, eiförmigen Lampen und asiatisch-französischem Essen (13, Avenue de Président Wilson | www.tokyoeat.com).