Reisetipps Kuba

Auftakt Kuba Was für eine Insel!

Wenn es eine Insel in der Karibik gibt, die man gesehen haben muss, dann Kuba! Es erwartet Sie ein in vieler Hinsicht einzigartiges Ferienparadies mit über 4000 vorgelagerten Inseln - darunter Inselketten mit so klingenden Namen wie die „Gärten des Königs“. Mit herrlichen weißen Strände an der Küste und geschichtsträchtigen Hafenstädten, allen voran das weltberühmte Havanna und das temperamentvolle Santiago de Cuba. Nicht weniger als drei Städte, eine Festung, zwei Landschaften und zwei Nationalparks nahm die Unesco in die Welterbeliste auf. Das größte Erlebnis aber bleibt die Begegnung mit den Kubanern selbst - begnadete Lebenskünstler und eingefleischte Patrioten!

Kuba hat sich als Topziel in der Karibik etabliert. Weit über zwei Millionen Besucher kommen jedes Jahr, und dabei sind längst noch nicht alle schönen Strände und Inseln für den Tourismus erschlossen. Als größtes Land der Karibik bietet Kuba ein schier unerschöpfliches Potenzial für den sonnenhungrigen und unternehmungslustigen Urlauber.

Die Faszination Kubas erschöpft sich jedoch nicht in touristischen Attraktionen, und das liegt vor allem am socialismo tropical - dem „tropischem Sozialismus“. So begegnet mancher Urlauber der 68er-Generation auf der Insel seinen alten Idealen von einer gerechteren Gesellschaft wieder. Schließlich ist die Gesellschaft Kubas das Werk der damals weltweit gefeierten Idole Fidel Castro und Che Guevara. Widersprüche, die sich auch auf Kuba zwischen Anspruch und Wirklichkeit auftun, treffen Polit-Nostalgiker häufig härter als den unpolitischen Urlauber. Intellektuelle lieben oder hassen Kuba - aber gleichgültig lässt es keinen.

Auch für denjenigen, der noch den Kommunismus in Ostdeutschland erlebt hat, ist Kuba eine Begegnung der besonderen Art. Man kennt das „System“, weiß um die Vor- und Nachteile, versteht die „Sprache“ auch ohne große Spanischkenntnisse. Und stellt sich - wie eigentlich alle - die bange Frage: Wie wird es mit Kuba wohl weitergehen - nach der Ära Castro? Doch auch die Unpolitischen und Weitgereisten - gleich welchen Alters - lässt Kuba nicht kalt. Vielleicht wird es eine Liebe auf den zweiten Blick. Denn ganz sicher wird vieles positiv in Erinnerung bleiben: z.B., dass kein Müll Straßen und Landschaft verschandelt, dass die Menschen zwar nicht viel haben, aber viel sind - nämlich stolz, gebildet und lebensfroh.

Der Sozialismus hat aus Kuba wahrlich kein wohlhabendes Land gemacht - die Wirtschaftsblockade der USA ist mit ein Grund dafür. Aber wie in der „Dritten Welt“ wird sich auf Kuba niemand fühlen. Kinder als Schuhputzer? Nicht hier. Frauen, die nichts zu sagen haben? Nicht auf Kuba. Bettelnde Kranke und Krüppel? Auch die sind hier die große Ausnahme. Um das wahre Kuba zu erkennen, muss man allerdings schon mal hinter die Fassade des wirtschaftlich unentwegt ums Überleben kämpfenden Landes blicken und seine Menschen kennen lernen. Dazu bieten sich mehrere Möglichkeiten: Rundreisen mit dem Bus, mit dem Mietwagen oder Besuche von Kooperativen, Kliniken oder Projekten, wie sie Spezialveranstalter in ihrem Programm haben.

Entdecken Sie also Kuba! Ein Muss ist natürlich Havanna. Immer schon pompöser und weltstädtischer als alle anderen Metropolen in der Karibik, präsentiert sich die „Stadt der Säulen“ wie der kubanische Schriftsteller Alejo Carpentier Havanna nannte, heute als Schmuckstück der Nation. Vor allem in Habana Vieja, der Altstadt, drängen sich Touristen aus Europa, Japan, Lateinamerika und selbst den USA (sie reisen u.a. über Kanada oder Mexiko ein).

Nicht weit von der Metropole entfernt erheben sich sanfte Gebirge, aus denen Quellen sprudeln, blühen Orchideen neben einem Wasserfall, führen Wanderwege durch ein Biosphärenreservat mit üppiger Flora und Fauna. Wenige Kilometer weiter genießen die Gäste der Aussichtshotels von den Terrassen den Blick ins Tal der Mogotes. Morgens umwabern Bodennebel die buckligen Kalkberge - ein Bild von mystischer Schönheit. Das Valle de Viñales gilt als eines der besten Tabakanbaugebiet der Welt. Und daran schließt sich scheinbar das Ende der Welt an: die Halbinsel Guanahacabibes mit dem Taucherziel María La Gorda. Östlich von Havanna locken die Strände der Hauptstadt, das Yumurí-Tal und Kubas berühmtester Badeort: Varadero mit seinem endlosen Strand. Im Südosten von Havanna erwartet Sie das größte Sumpfgebiet der Karibik, die Ciénaga de Zapata, ein von Kanälen, Lagunen und Flüssen durchzogener, von Krokodilen, Seekühen und Vögeln belebter Urwald.

Das alles ist aber erst der Anfang. Nach dem „Kopf“ mit Havanna und Umgebung streckt sich der kubanische Festlandskörper noch fast 1000 km weit in Richtung Haiti. Ein einziger Urlaub reicht nicht annähernd, um alles zu entdecken, auch wenn man die größten Distanzen mit dem Flugzeug überbrückt. Ein wunderschönes Ziel ist sowieso nur über den Luftweg erreichbar: die Koralleninsel Cayo Largo mit ihrem Traumstrand.

Wie ein Rückgrat verläuft die Autopista Central in der Mitte des langen Inselkörpers, fädelt dabei eine Provinzmetropole nach der anderen auf. Die erste in Richtung Osten ist Santa Clara, mit deren Einnahme am 1.1.1959 Che Guevara den Sieg der Revolution einläutete. Die nächste Stadt, Sancti Spíritus, ist das Tor zum Escambray-Gebirge: im Hinterland kühler Nadelwald, Stauseen, tiefe Täler, versteckte Wasserfälle und am Meer die Städte Trinidad und Cienfuegos. Vor allem über die Kopfsteinpflastergassen von Trinidad muss man einmal spaziert sein und den Blick vom Mirador des Stadtmuseums über die Dächer der nahezu unversehrt erhaltenen Kolonialstadt genossen haben. Hinter Sancti Spíritus wandelt sich Kuba zu einer endlosen Ebene von Viehweiden mit vereinzelten Königspalmen, die ein tropischer Himmel überwölbt. In lockeren Abständen liegen hier die Städte Ciego de Ávila, Camagüey, Las Tunas und Holguín, lebenslustige Provinzmetropolen, die fern von Havanna ein reges Eigenleben führen. Immer wieder laden Stichstraßen zu Abstechern an die Nordküste ein: zur neuen Touristenoase Cayo Santa María oder zur Urlaubswelt von Cayo Coco und Cayo Guillermo, zu Buchten und Stränden, Flamingolagunen und Mangrovenwäldern, zu kleinen Hafenstädten und den Ferienzentren Playa Santa Lucía und Guardalavaca. Am Ostende trumpft Kuba wieder richtig auf: mit einer weiten Flussebene und der Sierra Maestra, die zum höchsten Gipfel des Landes aufsteigt, dazu mit der ältesten Kolonialstadt Baracoa und Santiago de Cuba, der früheren Inselhauptstadt. Der Osten ist das Fundament des Landes, gewürzt mit einer kräftigen Prise afrokubanischen Temperaments.