Reisetipps Frankfurt

Insider Tipps Frankfurt MARCO POLO Insiderin Rita Henß im Interview

Die Journalistin Rita Henß ist gebürtige Frankfurterin und erdet sich im Nordosten der Stadt immer wieder bei Apfelwein und Handkäs.

Wieso leben Sie in Frankfurt?

Als junger Mensch möchte man ja oft seinen Geburtsort so rasch wie möglich verlassen. Mich zog es zum Studieren nach Frankreich. Aus der Distanz veränderte sich dann mein Verhältnis zu Frankfurt - und auch die Stadt selbst begann sich zu wandeln. Ich entschied mich daher zur Rückkehr und habe seither meinen Hauptwohnsitz in Frankfurt. Nach meinen häufigen Auslandsaufenthalten komme ich gern immer wieder für eine Zeitlang in „Mainhattan“ an.

Wie geht es Ihnen dort?

Ausgezeichnet. Frankfurt ist zugleich Großstadt und Dorf. In vielen Cafés und Bars treffe ich fast täglich Freunde und Gleichgesinnte, ohne mich verabreden zu müssen. Und dank der vielen internationalen Mitbürger finde ich stets Anknüpfungspunkte zu meinen Reisen. Außerdem hat Frankfurt - ähnlich wie Paris und New York - seinen Fluss wiederentdeckt. Vor der Kulisse vieler Museen und neuer Wohnbauten ist vor allem im Sommer an den Mainufern ziemlich viel los. Und den Blick auf die Hochhaus-Skyline finde ich immer wieder grandios.

Wie leben Sie genau?

Meine Wohnung liegt unter dem Dach eines Acht-Familien-Hauses in der Nähe eines großen Parks. Mein Schreibtisch steht seit Kurzem in einer Bürogemeinschaft im Bahnhofsviertel - eine sehr spannende, inspirierende Adresse! Da Frankfurt flächenmäßig eher klein ist, kann ich in einer halben Stunde dorthin mit dem Fahrrad fahren - immer am Mainufer entlang.

Was reizt Sie an Frankfurt?

Die Gegensätzlichkeit. Die Multikulturalität, das viele Grün.

Und was mögen Sie an Frankfurt nicht?

Die Tatsache, dass reichlich Strafzettel an Autofahrer fürs Falschparken (ohne Behinderung) verteilt werden. Und dass die U-Bahnen ab 22 Uhr nur noch im 15- oder 20-Minuten-Takt fahren.

Was tun Sie in Ihrer Freizeit?

Bestens entspannen kann ich mich beim Kochen; das Angebot an frischen und exotischen Zutaten ist einfach super. Auch das internationale Restaurantangebot nutze ich weidlich. Und in Sachen Kultur weiß man eigentlich gar nicht, wo man anfangen soll. Frankfurt bietet auf fast allen kreativen Sektoren ebenso reizvolle wie gegensätzliche Möglichkeiten. Und wenn es mal ruhiger sein soll, gehe ich wandern in den nahen Mittelgebirgen oder fahre ins Rheingau zu einer Weinprobe.