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Er gilt als einflussreicher Neonazi und macht durch Immobilienkäufe Schlagzeilen. Jetzt liegt Jürgen Rieger nach einem Schlaganfall in der Klinik - und ringt mit dem Tod.

Rieger, NPD, ddpGrossbild

Nach einem Schlaganfall kämpft der NPD-Politiker Jürgen Rieger offenbar in einem Berliner Krankenhaus um sein Leben. (Foto: ddp)

Für die NPD ist diese Nachricht ein großer Schock: Ihr stellvertretender Parteivorsitzender Jürgen Rieger - ein Großfinanzier der Rechten - liegt nach einem lebensgefährlichen Schlaganfall im Krankenhaus. Parteisprecher Klaus Beier bezeichnet den Zustand des 63-Jährigen als kritisch.

Rieger befindet sich offenbar bereits seit Samstag im Hospital. Nach Angaben der NPD-Zentrale ging es ihm schon auf einer Bundesvorstandssitzung in Berlin schlecht. Er klagte über Unwohlsein. Riegers Freund und langjähriger Kamerad Thomas Wulff habe ihn in die Köpenicker Ambulanz gebacht, heißt es auf der Internetseite der NPD.

In der Klinik hätten die Ärzte einen Schlaganfall diagnostiziert. Daraufhin sei Rieger "in eine Spezialklinik" verlegt worden, "wo er seit Samstagabend um sein Leben ringt", schreibt Parteisprecher Beier. Weitere Informationen über Riegers Gesundheitszustand werde es erst "nach Rücksprache mit seiner Familie" geben.

Wichtiger Funktionär

Rieger, der bereits seit mehr als 30 Jahren politisch aktiv ist, ist der NPD erst im September 2006 beigetreten - und stieg dank seiner finanziellen Möglichkeiten rasch zu einem der wichtigsten Strippenzieher in Nadelstreifen auf. Der Parteifunktionär ist jedoch nicht nur stellvertretender Bundesvorsitzender und NPD-Landeschef in Hamburg. Der Anwalt ist binnen kurzer Zeit zu einem wichtigen und einflussreichen Kreditgeber seiner Partei geworden. Außerdem gilt er als wichtiges Scharnier zwischen der NPD und der Szene der "Freien Kameradschaften."

Seit Jahren stellt Rieger der NPD Räume für Veranstaltungen zur Verfügung. Bundesweit bekannt wurde er unter anderem durch den Ankauf von Immobilien und Grundstücken, auf denen Schulungszentren für die rechtsextreme Szene entstehen sollten.

Derzeit wird um das ehemalige Landhotel Gerhus in der Lüneburger Heide gestritten. Die Bevölkerung befürchtete, dass Rieger in dem 80-Betten-Haus sein lange geplantes "Zentrum für national denkende Menschen" eröffnen könnte. 2006 gab es die ersten Gerüchte zu dem Kaufinteresse von Rieger. Für den 16. Dezember ist beim Amtsgericht Celle ein Versteigerungstermin für das Gebäude angesetzt. In Oberfranken - wenige Kilometer von Bayreuth entfernt - soll Rieger angeblich den Bau einer Siedlung für "nationale Familien" geplant haben.

Rieger ist nicht nur als Immobilienkäufer bekannt, sondern er tritt bundesweit immer wieder als Strafverteidiger von bekannten Neonazis auf. Dabei gerät er selbst auch wiederholt ins Visier der Ermittler und musste sich mehrmals vor Gericht verantworten. Verurteilt wurde er bereits unter anderem wegen Körperverletzungsdelikten, Volksverhetzung und der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole.

Im Februar fand eine Razzia in seinem Haus in Hamburg-Blankenese statt, bei der die Beamten ein Sturmgewehr und mehrere Unterlagen sicherstellten. Auf der Internetseite der NPD ist der Gesundheitszustand Riegers gleich die zweite Meldung - die Überschrift lautet: "Jürgen Rieger kämpft um sein Leben."

Auf der rechtsextremen Internetseite Altermedia wird die Meldung über einen möglichen Tod von Jürgen Rieger seit einigen Tagen heftig diskutiert. Unter der Meldung vom Schlaganfall Riegers, der seit Samstag auf der Seite steht, gibt es bereits 270 Kommentare.

Im Forum wird auch fleißig gepostet, nachdem die NPD-Dortmund am Samstag bereits den Tod Riegers gemeldet hatte. "Ruhig bleiben Leute", schreibt etwa "Lamsdorf". Die NPD-Dortmund hat ihre Meldung inzwischen wieder gelöscht. Jetzt ist dort neben einer Entschuldigung der Satz "Jürgen, Deutschland braucht dich" zu lesen.

Bei Altermedia ist weiter zu lesen: "Ich hoffe, dass nichts dran ist an der Meldung vom Tod Riegers". Und der User "Endzeit" glaubt gar, Rieger wurde "meiner Einschätzung nach vergiftet."

User "Brundhilde 33" glaubt, dass es eine "heimliche Beerdigung" für Rieger gibt - "auf Anweisung des Staatsschutzes".

(sueddeutsche.de/bica/mati/jja)

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