| 22.08.2006
09:45 Uhr
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Technologie-Fortschritt
Längst kein Kinderkram mehr
Glaubt man den Unternehmen, ist der Markt für Handyspiele erwachsen geworden. Der Umsatz soll in diesem Jahr um mehr als 50 Prozent steigen - auf 2,6 Milliarden Euro.
Von Thorsten Riedl
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Unternehmen der Informationstechnologie (IT) rechnen in Zukunft mit deutlich steigenden Erlösen durch Spiele, die auf Mobiltelefonen laufen. In diesem Jahr sollen die Umsätze mit solchen Handyprogrammen nach einer Prognose des Branchenverbands Bitkom um mehr als 50 Prozent auf weltweit 2,6 Milliarden Euro steigen. "Durch die Weiterentwicklung der Technologie kann das noch übertroffen werden", sagte Manfred Gerdes, Mitglied des Bitkom-Präsidiums sowie Geschäftsführer von Sony in Deutschland. Beinahe ein Viertel der Umsätze mit Handyspielen wird laut Bitkom in Europa erzielt. Die Deutschen zahlten in diesem Jahr für das Laden von 15 Millionen Spielen auf das eigene Mobiltelefon etwa 54 Millionen Euro, sagte Gerdes weiter. Damit stagniert der Markt jedoch. Mehr geben in Europa die Briten, die Franzosen und die Spanier für Unterhaltung auf dem Handy aus. Hierzulande seien andere Handydienste wie das Laden von Logos oder Klingeltönen im Moment noch beliebter. "Der Markt für Handyspiele ist erwachsen geworden" Einen Schub für das Thema erwartet Gerdes in Deutschland mit der steigenden Verbreitung des schnellen Mobilfunkstandards UMTS. Besonders gefragt sind laut Untersuchung des Bitkom alltagstaugliche Spiele für die kleinen Geräte, bei denen schnell der Einstieg gelingt. Quizspiele à la "Wer wird Millionär?" beispielsweise oder Adaptionen von Klassikern wie Tetris oder Pacman für die kleinen Displays kommen gut an. Das Phänomen sei längst kein Kinderkram mehr, sagte Gerdes. "Der Markt für Handyspiele ist erwachsen geworden." Auch unter den Spielern sei mittlerweile ein Drittel erwachsen, und vor allem die älteren Nutzer verbrächten deutlich weniger Zeit mit Gedaddel auf dem Mobiltelefon als Teenager und Twens. Marktbeobachter rechnen damit, dass Unternehmen der Mobilfunkindustrie wegen der rosigen Erlösaussichten Downloadportale für Spiele sowie spezielle Geräte entwickeln. Von Nokia zum Beispiel gibt es ein Gerät namens N-Gage, mit dem sich spielen und telefonieren lässt. Sony Ericsson andererseits tut sich derzeit mit Handys hervor, die einfach Musik abspielen. (SZ vom 22.8.2006)
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