Von Helena Schwarzenbeck

Sie ist 27 Jahre jung und kommt aus Olching bei München: Franziska Sirtl ist Bayerns erste Bierkönigin. Sie füllt eine Lücke.

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Stolz prostet die 27-jährige Franziska Sirtl ihren Untertanen zu: Sie wurde im Münchner Künstlerhaus zur ersten bayerischen Bierkönigin gewählt. Foto: dpa

Die Wahl zur Bayerischen Bierkönigin - dass die Bayern da nicht früher drauf gekommen sind! Eine Hopfenkönigin und unzählige Weinköniginnen gibt es schon in Bayern. Und sogar Hoheiten für Milch, Spargel und Kartoffeln werden jährlich gekrönt. Nur die wichtigste, die Bierkönigin, gab's bislang nicht.

Die einzigen Frauen, die man bislang mit Bier verbunden hat, waren das Münchner Kindl, ohne das kein Wiesn-Anstich denkbar ist, und vielleicht noch die Bräu-Rosl. Sonst war Bier immer etwas von Männern für Männer.

Doch diesem frau- und freudlosen Zustand hat der Bayerische Brauerbund jetzt ein Ende gesetzt. Am 18. November wurde mit viel bayerischem Pomp und Gloria gewählt: Die erste Bayerische Bierkönigin existiert. Der Ansturm der Bewerberinnen war gewaltig. Fast 100 Mädchen buhlten um den Titel und versuchten die nicht ganz einschlägige Jury von ihrer Tauglichkeit zu überzeugen.

Das Wahlgremium zeichnete sich nicht unbedingt durch Bier-Expertise aus: Sowohl die Modedesignerin Lola Paltinger, immerhin für Dirndl zuständig, als auch die Bayern-Tourismus-Managerin Ulrike Schillo und Fußball-Ikone Paul Breitner mischten mit. Damit neben geschmackvoller Kleidung und Marketing-Tauglichkeit auch die Bieraffinität der Kandidatinnen fachmännisch beurteilt werden konnte, wurden der Brauerpräsident Michael Weiß und der Wiesn-Wirt Sepp Krätz ("Hippodrom") in die Jury-Runde geholt.

Fast 150 geladene Gäste fanden sich im Münchner Künstlerhaus ein, um der geschichtsträchtigen Krönung beizuwohnen. Doch bevor gekrönt werden konnte, musste erst ausgewählt werden. Sieben junge Frauen schafften es ins Finale nach München, der Hauptstadt des Bieres. Sie versuchten sich in Eloquenz, Schlagfertigkeit und natürlich viel Wissen rund ums bayerische Nationalgetränk gegenseitig zu übertreffen.

Aber als wirklich würdig hat sich nur eine erwiesen: Die 27-jährige Wirtstochter Franziska Sirtl aus Olching war die Siegerin des Abends. Als "ebenso charmante wie würdige Vertreterin des bayerischen Bieres und der bayerischen Brauwirtschaft“, wie Brauerpräsident Weiß lobte, wird sie nun als erste Bayerische Bierkönigin auch über die Grenzen Bayerns hinweg für den Gerstensaft werben.

Welch bedeutsame Rolle der Repräsentantin des bayerischen Nationalgetränks zukommt, macht auch der Antrittsbesuch bei Landwirtschaftsminister Helmut Brunner am 19. November deutlich: Bier ist in Bayern eben doch Staatsangelegenheit.

(sueddeutsche.de/dpa)