Öffentlicher Nahverkehr:Das Handy checkt den richtigen Fahrpreis

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Kein Stress mehr mit Tarifen und Zonen: Der MVV vereinfacht den Ticketkauf per Handy, das künftig den korrekten Preis für die gefahrene Strecke checkt. (Foto: Florian Peljak)

Der MVV vereinfacht den Ticketkauf. Wer mit dem Smartphone unterwegs ist, muss sich künftig nicht mehr durch den Tarifdschungel quälen. Der Preis für die gefahrene Strecke wird automatisch berechnet.

Von Andreas Schubert

Fahren mit dem öffentlichen Nahverkehr soll einfacher werden: Der Münchner Verkehrsverbund (MVV) führt Ende dieses Jahres ein neues elektronisches Ticket ein. Davon sollen vor allem Gelegenheitsfahrer profitieren, die sich dann nicht mehr mühsam mit den verschiedenen Tarifzonen des MVV beschäftigen müssen.

Das funktioniert so: Beim Einsteigen checkt der Fahrgast mit dem Smartphone ein und beim Aussteigen wieder aus. Umstiege zwischendurch erkennt das Handy von selbst, nach der Fahrt wird automatisch der Fahrpreis für eine Einzelfahrt in der entsprechenden Zone berechnet. Die Gefahr, dass jemand ein falsches Ticket löst und unfreiwillig zum Schwarzfahrer wird, fällt damit weg. Sollte man vergessen auszuchecken, übernimmt dies das Smartphone nach kurzer Zeit.

Wer mehrere Fahrten am Tag unternimmt, zahlt nicht mehr als den Preis für eine Tageskarte. "Kostenairbag" nennt der Münchner Verkehrsverbund (MVV) das. Abgerechnet wird dann digital, etwa über die Kreditkarte.

Drei Jahre hat der MVV das System unter dem Namen "Swipe and Ride" getestet. Daran haben sich rund 12 000 Kunden beteiligt. Anders als in der Testversion wird allerdings nicht mehr nach zurückgelegter Distanz abgerechnet, sondern nach den befahrenen Zonen. Das System wird in die MVV-App integriert, der Download einer zusätzlichen App ist nicht notwendig.

"Mit dieser einfachen und flexiblen Möglichkeit des digitalen Fahrkartenkaufs wird die Nutzung des ÖPNV noch attraktiver und macht es den Menschen noch einfacher, ihr Auto in Zukunft stehenzulassen und mit dem MVV zu fahren", teilt MVV-Chef Bernd Rosenbusch mit.

Das Check-in- und Check-out-System gilt im gesamten MVV-Bereich, zu dem seit vergangenem Dezember auch Stadt und Landkreis Rosenheim, der südliche Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen und der Landkreis Miesbach gehören. Die Landkreise Weilheim-Schongau und Landsberg am Lech schließen sich zum 1. Januar 2025 an, weitere Beitrittskandidaten für voraussichtlich 2026 sind die Landkreise Garmisch-Partenkirchen und Mühldorf sowie Stadt und Landkreis Landshut.

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