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Reiseführer Norwegen:Bloss nicht

Geschriebene und ungeschriebene Gesetze, die Sie kennen sollten

MARCO POLO Autor Jens-Uwe Kumpch

Ratschläge überhören

Die Norweger sind eher zurückhaltend und vermeiden es, sich offensiv in die Pläne ihrer Gäste einzumischen. Wenn aber ein Ortskundiger auch nur andeutet, dass das Wetter umschlagen kann und die Wanderung oder der Angelausflug lieber kürzer ausfallen oder verschoben werden sollte: Nehmen Sie dies als gut gemeinten Ratschlag – und befolgen Sie ihn.

Für alles danken

Das Wörtchen takk ist Basis aller Höflichkeit und oftmals ein Türöffner. Die Norweger bedanken sich sogar, wenn man nach ihrer Befindlichkeit fragt. Eines aber sagen Sie nicht: Danke für alles – Takk for alt. Das ist Grabsteinen, Kranzschleifen und Nekrologen vorbehalten. Statt dessen sind die Norweger konkret: Nach dem Essen Takk for maten, nach dem gemütlichen Abend Takk for i kveld und für das letzte Beisammensein Takk for sist.

Schnaps anbieten

Wo geistige Getränke so teuer sind, ist die Versuchung groß, eine Flasche Wein oder gar Hochprozentiges als Tauschware einzusetzen. Das aber kann ins Auge gehen. Besonders im Süden und Westen halten viele Menschen Distanz zum Alkohol und empfinden es eher als unangenehm, Wein oder Schnaps angeboten zu bekommen.

Ungeduldig werden

Die Norweger drängeln nicht. Der im Land bekannte Spruch Ting tar tid (Gut Ding will Weile haben) gilt für den Straßenbau ebenso wie für die Bedienung im Kaufhaus. Allerdings nicht für den Bierausschank. Gezapft wird mit sehr wenig Kohlensäure und deshalb in weniger als 15 Sekunden – und zahlen müssen Sie sofort.

Verkehrsstrafen riskieren

Überall wird das Tempo kontrolliert. Das niedrigste Bußgeld beträgt 600 NOK, und fast das Dreifache (1600 NOK) kostet es, wenn Sie in der 70-km/h-Zone 6–10 km/h zu schnell fahren. Für das Abbiegen ohne Blinklicht und für das Fahren ohne Abblendlicht sind je 2000 NOK fällig. Alkohol am Steuer ist ab 0,2 Promille strafbar, ab 0,5 Promille wird der Führerschein entzogen. Ausländische Fahrer erhalten ein Bußgeld, an die Behörden im Heimatland ergeht eine Mitteilung.

Für die heimische Kühltruhe hamstern

Die Ausfuhrbeschränkungen für Fisch (siehe Kapitel „Praktische Hinweise“) sollten ernst genommen werden. Die Fischbestände in den Fjorden sind bedroht, beim Zoll kann es Ärger geben, und das Gerede über Angler, die mit zwei gut gefüllten Kühltruhen auf dem Anhänger ihren Urlaubsort an der Küste wieder verlassen, verursacht Missmut auch in der Bevölkerung.

Weiter zu Kapitel 8

Sein Studium brachte Jens-Uwe Kumpch nach Westnorwegen. Sein Beruf als Übersetzer und Journalist hat ihn mehrmals bis an die Eismeerküste geführt, auf Wanderungen hat er die entlegensten Winkel des Landes erkundet. Obwohl er seit 25 Jahren in Norwegen wohnt, ist unser Autor ein aufmerksamer und kritischer Beobachter geblieben. Für MARCO POLO schreibt er auch den Band „Oslo“.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

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