Der schwer erkrankte britische Postzugräuber Ronnie Biggs soll noch vor seinem 80. Geburtstag im September aus dem Gefängnis freikommen.

Biggs, dpaGrossbild

In den neunziger Jahren warb Biggs mit alten Fahndungsfotos für seine Autobiografie - seit langem sitzt er in einem britischen Gefängnis. (Foto: dpa)

Im Juli soll sich ein Bewährungsausschuss mit der Begnadigung des 79-Jährigen beschäftigen. Nach Informationen der britischen Daily Mail handelt es sich dabei allerdings nur noch um eine Formalie.

"Jedem ist klar, dass er ein schwer kranker Mann ist, der keine Gefahr für die Öffentlichkeit mehr darstellt“, zitierte die Zeitung eine Quelle aus dem Strafvollzug. Am Wochenende waren wieder Rufe nach einer Begnadigung Biggs laut geworden, nachdem dieser mit einer Lungenentzündung in eine Klinik gebracht worden war.

Biggs Sohn Michael zeigte sich wegen einer Begnadigung seines Vaters zuversichtlich. Er gehe davon aus, dass er seinen Vater nach dessen Freilassung in einem Pflegeheim unterbringen werde. "Ich hatte mehrere Besuche von Bewährungshelfern und dem Bewährungsausschuss und wir haben gemeinsam erörtert, wie das Leben in Freiheit für meinen Vater wäre“, sagte er dem TV-Sender ITV. "Die Öffentlichkeit wird wohl erschrocken sein, wenn sie sieht, in welchem Zustand sich mein Vater befindet. Ich glaube, die Leute erwarten niemanden, der so gebrechlich und alt ist.“

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Posträuber Ronnie Biggs Freiheit zum Valentinstag Rahmen
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Biggs hatte mehrere Schlaganfälle erlitten. Biggs verbüßt im Gefängnis im ostenglischen Norwich eine 30-jährige Haftstrafe, auch weil er nach dem spektakulären Überfall auf einen Postzug 35 Jahre lang auf der Flucht war. Er gilt als einer der führenden Köpfe bei dem Überfall auf den Nachtzug von Glasgow nach London im August 1963.

Die Gangster entkamen mit einer damals sagenhaften Beute von 2,6 Millionen Pfund - heute wären das nach Schätzungen fast 40 Millionen Pfund (etwa 44,6 Millionen Euro).

Die meisten Posträuber wurden bald gefasst, Biggs brach jedoch nach 15 Monaten aus dem Gefängnis aus.Danach ließ er sich sein Gesicht operieren und flüchtete nach Brasilien. Über die Jahre gewann der meistgesuchte Ganove Großbritanniens Kultstatus.

Erst 2001 kam er nach einem Schlaganfall in die Heimat zurück und stellte sich der Justiz. Die Beute wurde nur zum kleinen Teil nach der Festnahme der Gangster sichergestellt. Es wird vermutet, dass flüchtige Räuber wie Biggs Teile des Geldes auf ihrer Odyssee ausgegeben haben.

(dpa/grc)

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Leserkommentare (1)



20.02.2009 08:35:34

Gerhard 1: Kranke kommen immer nach Hause

Schon komisch, wenn man krank ist, oder kein Geld mehr hat fällt den den Verbrechern oder Auswanderen ein das es Europa auch noch gibt. Unsere Sozialgesetze lassen keinen verhungern.


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