Reisetipps Tokio

Stadtspaziergänge Tokio

Durch Tokio schippern

Ein Stadtbummel besonderer Art: mit dem Schiff von Asakusa nach Hamarikyū, einem Sommersitz der Shōgune (Dauer: mindestens zwei Stunden).

Beginnen Sie an einem Vormittag mit dem Asakusa-Kannon-Tempel, dem Zentrum der alten Bürgerstadt. Gehen Sie dann zur Kotodoi-Dōri, der Sie nach rechts folgen. Bald stoßen Sie auf den Sumida-Park am gleichnamigen Fluss. Besonders schön ist es hier im Frühling zur Kirschbaumblüte. Ein Stück flussaufwärts führte zur Edo-Zeit ein Kanal ins Rotlichtviertel Yoshiwara. Heute haben Obdachlose hier ihre Verschläge aus Plastikplanen aufgebaut. Zum Fähranleger geht's rechts herum. Das riesige goldene Horn am Ufer gegenüber - es symbolisiert eine Flamme - entwarf der französisische Designer Philippe Starck für die Asahi-Brauerei.

Lösen Sie am Kartenschalter an der Azuma-Brücke bis Hamarikyū (ca. 5 Euro). Elf weitere Brücken unterquert das Boot, das Sie besteigen. Zunächst präsentiert die Metropole ihre Hinterhofseite: Fabrikgebäude und Lagerhallen. Ertönen aus dem Bordlautsprecher Trommelklänge, schauen Sie nach links: Dort steht die Kokugikan-Halle, die Arena der Sumo-Ringer. Zwei Brücken weiter stellt eine Statue linker Hand Basshō dar, Japans berühmtesten Haiku-Dichter. Zu seiner Zeit, im 17. Jh., war hier noch offenes Meer, und die Wellen schwappten über die heutige Ginza fast bis an den Kaiserpalast.

Nach der Eitaibashi-Brücke teilt sich der Wasserweg, und die Fähre schlägt eine Rechtskurve ein. Links ragt die River City 21 auf, ein Ende des vergangenen Jahrhunderts entstandenes Wohnviertel mit Hochhäusern und Parkanlage. Auf der gegenüberliegenden Seite sieht man in der Ferne das Wolkenkratzerviertel Shiodome. Hier residieren u.a. Dentsu, die größte Werbeagentur der Welt, die Nachrichtenagentur Kyodo und der private Fernsehsender NTV. Die Endstation nähert sich. Doch bevor der „Wasserbus“ schließlich auf die grüne Oase Hamarikyū-Garten am Sumida-Fluss zugleitet, sind rechter Hand - je nach Tageszeit - noch die letzten Arbeiter auf dem Tokioter Fischmarkt zugange.

Vom Park gehen Sie zehn Minuten bis zur U- und S-Bahn-Station Shimbashi, oder Sie nehmen den Wasserbus bis Hinode-Pier und steigen dort in die Yurikamome-Linie um.

Per Computerbahn in die Zukunft

Welches Ausflugsziel in der Metropole zieht durchschnittlich pro Jahr über 20 Millionen Besucher an? Disneyland? Falsch. Odaiba. Die Kunstinsel in der Bucht von Tokio gleicht einem Erlebnispark. Eintritt: gratis.

Ausgangspunkt ist Shimbashi. Lösen Sie eine Tageskarte für die Yurikamome-(Seemöwen-)Linie. Das Ziel: Odaiba, eine künstliche Insel, gerade mal vier Kilometer südöstlich vom Bahnhof Tokio gelegen. Auf der Höhe der Rainbow Bridge zieht die computergesteuerte „Seemöwe“ eine elegante Schleife und gibt immer neue Ausblicke auf die beeindruckende Brückenarchitektur frei, bevor sie auf das 798 m lange Bauwerk einschwenkt. Fahren Sie bis zur ersten Inselstation Odaiba Kaihin Kōen (Odaiba Seaside Park), und spazieren Sie den künstlichen Sandstrand entlang zum Bahnhof Daiba. Das futuristische Gebäude mit der silbrig schimmernden Riesenkugel linker Hand ist einem Großbildschirm nachempfunden und beherbergt Fuji-TV. Kamera bereithalten: Wenn die in Haneda startenden oder landenden Flugzeuge hinter dem Bau vorüberfliegen, gibt das einen verblüffenden Schnappschuss! Krönen Sie Ihren kleinen Fußmarsch mit einer Rast im eleganten Nikkō-Hotel. Sein Café gewährt einen Ausblick auf die Brücke.

Ab Daiba fahren Sie nun eine Station bis Fune no Kagakukan, „Schifffahrtsmuseum“. Es hat die Form eines Ozeandampfers. Oder bis Telecom Center, Haltestelle für das Museum für Zukunftstechnik. Im National Museum of Emerging Science and Innovation (Mi-Mo 10-17 Uhr | Eintritt 500 Yen | www.miraikan.jst.go.jp/index_e.html) wird von der Internationalen Raumstation bis zu Robotern Zukunftstechnik anschaulich, auch auf Englisch, präsentiert.

Einen Höhepunkt für abwechslungsreiche Freizeitgestaltung an der Waterfront hält die Station Aomi bereit: Palette Town, überragt von einem Riesenrad, mit 115 m eines der größten der Welt | (ca. 6 Euro). Zur Palette der Vergnügungen gehören die Konzerthalle Zepp Tokyo und Tokyo Leasure Land, ein Mix aus Spielsalon, Bowlingbahn und Karaokebar. Japanerinnen zieht es vor allem ins Venus Fort. Unter einem künstlichen Himmel, der sich ständig verändert, reiht sich dort eine Boutique an die andere, und um den Kirchplatz, den größten von fünf kitschigen Plätzen, drängen sich die Restaurants. Im Megaweb, dem supermodernen Showroom von Toyota, werden virtuelle Autorennen oder Touren mit dem Elektrowagen angeboten (je ca. 4 Euro).

Nächstes Ziel ist - zu Fuß quer durchs Gelände oder per Bahn - Big Sight, die neue Kongresshalle. Das Ensemble aus vier auf den Kopf gestellten Pyramiden ist einfach gigantisch und für an moderner Architektur Interessierte ein absolutes Muss. Am Kai von Big Sight legen Fähren ab, die Sie in 35 Minuten nach Kasai Rinkai Kōen bringen. Der Tokyo Sealife Park ist eine Freizeitanlage mit einem der schönsten Aquarien der Welt. Behalten Sie die Uhr im Auge. Denn zwischen 17 und 18 Uhr sollten sie wieder in Odaiba am Kunststrand sein - rechtzeitig zum Sonnenuntergang. Dann präsentieren sich die Rainbow Bridge und die Skyline von Tokio als atemberaubendes Motiv.

Zum Abschluss empfiehlt sich ein total entspannender Abstecher in die Vergangenheit. Im Ōedo Onsen Monogatari, einem Mix aus Badehaus und Themenpark, relaxt man nicht nur in heißem Quellwasser, sondern wird auch in die Zeit zurückversetzt, als Tokio noch Edo hieß. Tgl 11-21 Uhr | Eintritt ca. 18 Euro, ab 18 Uhr rund 13 Euro | 2-57 Aomi | Kōtō-ku | Yurikamome (Telecom Center)