Reisetipps St. Petersburg

Stichworte St. Petersburg

Admiraltejskaja

Wer auf der Fahrt zwischen den Metrostationen Sadowaja und Sportiwnaja aufpasst, bemerkt die verrammelten Bahnsteige auf halber Strecke: die Admiraltejskaja, eine Metrostation, die schon über zehn Jahre existiert, aber nicht benutzt werden kann - weil sie keinen Ausgang hat! Aus Denkmalschutzgründen konnte man sich lange nicht entscheiden, wo in der Nähe von Admiralität und Schlossplatz der Rolltreppentunnel zur Oberfläche geführt werden soll. Nun ist die Entscheidung gefallen: Bis 2010 soll der Schildbürgerstreich aus der Welt geschafft werden.

Ausländerpreise

Ein unschönes Erbe aus Sowjetzeiten ist die Preispolitik vieler Museen, des Mariinski-Theaters und der Philharmonie: Ausländer müssen in der Regel zwei- bis dreimal mehr Eintritt zahlen als Einheimische. Die Kulturinstitute begründen dies mit dem Einkommensgefälle und der Tatsache, dass die Russen sie ja mit ihren Steuergeldern finanzieren. Protestieren hilft da wenig, nur wer gut Russisch kann, kann probieren zu schummeln. Ein Trost: In den 1990er-Jahren war die Preisdifferenz noch größer - und auch bei Inlandsflügen, Bahnfahrkarten und Hotelzimmern entschied der Pass über den geforderten Preis.

Britische Architekten

In Petersburg heimsen immer wieder Londoner Architekten die ersten Plätze bei Architekturwettbewerben ein: Sir Norman Foster (bekannt durch die Berliner Reichstagskuppel) plant einen Festivalpalast in Neu-Holland, Chris Wilkinson die Sanierung des Marktareals Apraxin Dwor und Grimshaw & Partners das neue Flughafenterminal Pulkowo-3.

Kanäle

Vier Wasserläufe umschließen ringförmig das Stadtzentrum: Den Flüssen Moika, Kanal Gribojedowa, Fontanka und Obwodny Kanal ist die Existenz der meisten der 315 Brücken im Stadtzentrum zu verdanken. Petersburger Patrioten werden sauer, wenn man Moika und Fontanka als Kanäle bezeichnet - auch wenn sie genauso aussehen: Es handelt sich um kanalisierte natürliche Flussläufe, die auch schon vor der Stadtgründung im Newa-Delta existierten.

Kasinos

Gegenwärtig gibt es in St. Petersburg etwa 100 Kasinos. Allerdings: „Nichts geht mehr“ gilt ab Juli 2009 für die ganze Branche. Wegen eines Anti-Spielsucht-Gesetzes sind dann in Russland Spielkasinos nur noch in vier Sonderzonen erlaubt. Petersburg gehört nicht dazu, die nächstgelegene befindet sich im Gebiet Kaliningrad.

Linien

Die Straßen im Mittelteil der Wassili-Insel heißen Linien und tragen keine Namen, sondern Nummern - noch dazu jede Straßenseite ihre eigene. Dahinter steckt ein städtebauliches Konzept aus der Frühzeit Petersburgs: Ursprünglich sollten die 30 Linien als Kanäle angelegt werden - und dann wäre es bei der Suche einer Adresse durchaus sinnvoll, von vornherein zu wissen, auf welche Seite man eigentlich möchte!

Russisches Detroit

Zu Sowjetzeiten waren Traktoren die einzigen in Leningrad produzierten Fahrzeuge. Inzwischen haben sich im Raum Petersburg viele Autokonzerne mit Montagewerken für den boomenden russischen Markt niedergelassen: Ford und Toyota produzieren hier schon. Nissan und General Motors (Chevrolet) bauen an ihren Fabriken - und Suzuki und Hyundai wollen sich auch noch niederlassen. Eine gute Wirtschaftsförderungspolitik und der nahe Hafen zahlen sich aus.

Sanitarny Den

Der „Hygiene-Tag“ ist eine aus Sowjetzeiten geerbte Institution - und für unbedarfte Kunden und Besucher oft ein Ärgernis: Einmal im Monat, sei es der erste Dienstag oder der letzte Donnerstag, sind viele Museen, Behörden, Bibliotheken oder auch Bankfilialen zusätzlich zum üblichen Ruhetag ebenfalls geschlossen - formell für ein Großreinemachen.

Striptease

Eine junge Dame, die sich tanzend entkleidend um eine Stange wickelt: Dieser Anblick ist in Petersburg öfters mal zu sehen, selbst wenn man in einer eigentlich harmlos scheinenden Bar oder Kneipe sitzt. Schamesröte ist nicht angebracht: Striptease gehört in Russland zur Abendunterhaltung wie Wodka und laute Musik - gilt aber auch als achtenswerte Kunstform ohne Schmuddelimage.

Weiße Nächte

Die Zeit um die Sommersonnenwende von Anfang Juni bis Mitte Juli ist so etwas wie das Markenzeichen von St. Petersburg. Wegen der nördlichen Lage nur knapp unter dem 60. Breitengrad wird es in dieser Zeit nachts nicht mehr dunkel. Die Sonne taucht zwar gegen Mitternacht für fünf Stunden hinter dem nördlichen Horizont ab, aber das Abendrot geht stufenlos ins Morgenrot über. Ist es allerdings regnerisch, wird es finster - und man kann froh sein, dass die Stadtverwaltung seit einigen Jahren auch in den Weißen Nächten die Straßenbeleuchtung anschaltet.