Reisetipps Polen

Szene Polen

Katarzyna & Jan Opielka

Das deutsch-polnische Ehepaar arbeitet unter anderem als Journalisten und Übersetzer. Die beiden setzen sich nicht nur für eine Verständigung der Kulturen ein, sondern tauchen als Polen-Experten auf der Suche nach den Trends tief in die Szene ein. Dabei liegt ihnen Krakau sehr am Herzen. Dort trifft man sie auf Vernissagen oder im aufstrebenden Viertel Kazimierz.

Erfrischungskur

Neuer Wind in Warschaus In-Viertel

Praga, am Ostufer der Weichsel, entwickelt sich zum angesagten Trendviertel! Laufend eröffnen neue Ateliers, Restaurants und Clubs, die die Avantgarde der Stadt anlocken. Für Liebhaber moderner Kunst: das Nizio (ul. Inżynierska 3 | lok. 4 | www.nizio.com.pl). In dem Design-Studio mit eigener Galerie werden junge Newcomer gefeatured und Kunst-Workshops abgehalten. Am Abend gibt's im Porto Praga Amusement auf drei Ebenen: Dancefloor, Restaurant und Poker-Zigarrenbar. Am besten freitags hingehen, denn dann legen DJs Beats auf, die mit Livemusik von Piano, Kontrabass und Saxofon gemixt werden (ul. Stefana Okrzei 23 | www.portopraga.pl). Auch Traditionshäuser wie Koneser werden wieder hip. In den alten Gemäuern der Destillerie wird Wodka gebrannt und bei einer Tour die Geschichte inklusive der Spirituosen wiederentdeckt (ul. Zabkowska 27/31 | www.koneser.pl).

Let the beat go on!

Hip-Hop auf Polnisch

Die Szene rund um Basecaps und Baggypants wächst extrem. Das Besondere: Die Rapper grenzen sich klar vom amerikanischen Hip-Hop ab und haben ihren eigenen Stil entwickelt. Weg vom Konsum und mehr Respekt den Mitmenschen gegenüber sind Themen, die bei Molesta Ewenement (www.molesta.pl) oder Eldo (www.eldoka.com) in die Texte einfließen. In fast jeder Stadt gibt es große Hip-Hop-Jams, die von MTV Polska gefeatured werden. Die aktivste Szene findet man in Warschau, wo man sich im Harlem zur Rap-Battle trifft. Der Underground-Club ist der Hotspot für alle Fans des gesprochenen Wortes (ul. Kolejowa 8/10 | www.warsaw-harlem.com). Event-Kalender und Infos unter www.independent.pl oder www.hip-hop.pl.

Der Berg ruft

Die Kletterszene steigt auf

Indoor-Klettern ist der Megatrend unter den Sportfreaks. Beinahe jede größere Stadt hat sich ihre eigene „Eiger-Nordwand“ geschaffen. Überhänge und Boulder-Strecken gibt's z.B. in der Kletterhalle OnSight. An den schwierigsten Routen finden sogar Wettbewerbe statt (Obozowa 60 | Warszawa | www.obozowa.waw.pl). Richtige Profis kann man auch in der Ściana wspinaczkowa Zerwa beobachten. An den extrem hohen Wänden ziehen sich schon mal Freeclimber ohne Sicherung hoch. Absolut spannend (ul. Przybyszewskiego 63 | Wrocław-Karłowice | www.zerwa.pl)! In der Climbing & Adventure Szkola Wspinania gibt's die künstliche Wand unter freiem Himmel. Der Kletterlehrer Piotr Górka betreut Anfänger und Fortgeschrittene, und wer möchte, kann sich nach dem Kurs gleich einer Expedition in die Tatra anschließen (ul. Lipska 61/79 | Kraków | www.wspinaczka.ceti.pl/info).

Glam-Design

Edel & stylish

Die Modewelt bekommt Konkurrenz: Auf der Warsaw Fashion Street zeigen sich die Newcomer der Szene (www.warsawfashionstreet.pl). Fashion aus Polen ist angesagt, und Designer wie Batycki werden als neue Stars gefeiert. Sein Markenzeichen: extravaganter Bernstein-Schmuck und stylishe Leather-Bags (ul. Zgoda 9 | Warszawa | www.batycki.pl). Als Edelstein-Designer verstehen sich die Brüder Marek und Mateusz Jóźwiak (Rynek Główny 13 | Kraków | www.ateliermjm.com). Für ihre Kreationen verwenden sie nur die wertvollsten Rohstoffe wie Bernstein und Diamanten. Natürliche Stoffe sind die Basis für die Kollektionen von Anna Pyrkosz und Kinga Buszcyńska. Ihre Entwürfe sind feminin mit aufwendigen Details wie großen Kragen oder verspielten Schleifen (ul. Grodzka 38 | Kraków | www.fama.biz.pl).

Vergangenheit & Zukunft

Luxuriöse Altbauten

Der Charme historischer Gemäuer lockt Szene-Locations in Altbauten. Moderne Hotels und stylishe Bars ziehen vor allem in die renovierten Traditionsbauten der Innenstädte. Hier gilt die Devise: klotzen, nicht kleckern! Bestes Beispiel: das Stary Hotel. Rote und schwarze Ledersessel auf Marmor und riesige Betten in meterhohen Zimmern mit Fresken an den Wänden, dazu Salzgrotten und schwedische Massagen im edlen Kellergewölbe (ul. Szczepańska 5 | Kraków | www.stary.hotel.com.pl). Auch das Hotel Le Régina hat sich in der Altstadt angesiedelt. Hier trifft das hypermoderne schwarz-weiße Design-Interior der Suite auf Rundbögen und die alten Mauern eines Palastes aus dem 18. Jh. Highlight: Marmorkamin in der Lobby (ul. Kościelna 12 | Warszawa | www.leregina.com/pl).

Restaurant-Clubs

Feiern ohne Location-Hopping

Das Partyvolk bevorzugt neuerdings kurze Wege. Nach dem Dinner wird die Location zur Dance-Area. Hotspot ist das Extravaganza in Warszawa: Nach Lamm mit Couscous in Balsamico chillt man in Lack-Lounges und rockt anschließend auf der Tanzfläche zu funky Beats (Al. Armii Ludowej | www.clubextravaganza.com). Das Klavier ist nicht nur Namensgeber des Czerwony Fortepian in Poznań, sondern auch im Einsatz. Hier gibt's neben Fusion-Food auch Livemusik (ul. Wroniecka 18 | www.czerwony-fortepian.pl).

Art is alive

Kunst und noch viel mehr

Den neuen Galerien reicht es nicht mehr, nur Kunst auszustellen. Seit Neuestem sind sie Café, Ausstellungsort und Meetingpoint in einem. Zum Szenetreff Nummer eins entwickelt sich die Galeria Pauza. Hier kommen Interessierte, Kenner und Newcomer zusammen und diskutieren über das Neueste in Sachen Kunst. Neben aufstrebenden Talenten bietet die Galeria Pauza (ul. Floriańska 18/3-18/5 | Kraków | www.galeriapauza.pl) auch eine Plattform für etablierte Künstler. Café, Verlag und sogar Seifenhandel in einem ist das Między Nami Café, das sich vor allem als Ort der kulturellen Begegnung versteht (ul. Bracka 20 | Warszawa | www.miedzynamicafe.com).

Experimental Cooking

Kochen mit eigener Handschrift

In der angesagten Autorenküche werden die Gerichte mit unerwarteten Geschmäcken verfeinert. Das beweist die Kreativität des Kochs und beflügelt die Fantasie der Gäste. Gekocht wird meist in offenen Schauküchen wie bei Adam Chrząstowski, Chefkoch im Ancora. Er serviert aufregende Menüs und lässt sich von den Gästen in die Töpfe gucken (ul. Dominikańska 3 | Kraków | www.ancora-restaurant.com). Traditionelles mit unerwartetem Dreh kocht Kurt Scheller im Restaurant des Hotel Rialto: Hier genießt man Schwertfisch mit Parmesansauce oder Entenbrust in Honig-Wodka-Jus (ul. Wilcza 73 | Warszawa | www.rialto.pl).