Reisetipps Malta

Insider Tipps Malta MARCO POLO Autor Klaus Bötig im Interview

Klaus Bötig, Reisejournalist mit Leib und Seele, verbringt jährlich sechs Monate auf Recherchereisen durch Griechenland, Zypern und Malta.

Was reizt Sie an Malta?

Malta war keine Liebe auf den ersten Blick. Die Insel war mir viel zu dicht besiedelt, viel zu britisch statt mediterran geprägt. Nach und nach habe ich aber auch die ländlichen Seiten Maltas entdeckt und die Reize des alten kolonialen Erbes. Besonders beeindruckend waren natürlich immer schon die Tempel aus der Steinzeit und die Festungsanlagen der Kreuzritter, wenig verlockend jedoch die Strände. Aber das liegt vielleicht auch daran, dass ich kein Taucher bin. Ein großer Vorteil der Insel sind die kurzen Wege und das gute Linienbusnetz - da kann man viel Geld sparen und trotzdem beweglich sein. Auch unter den Maltesern habe ich inzwischen viele gute Bekannte gefunden: Sie sind zwar sehr zurückhaltend, aber wenn man auf sie zugeht, keineswegs verschlossen.

Mögen Sie die maltesische Küche?

Glücklicherweise erlebt die maltesische Küche zurzeit eine Renaissance. Ich liebe vor allem die maltesische Form der Roulade, braggioli. Auch ein guter Nudelauflauf - timpana - ist echt lecker. Und als Fischkopf von der Weser weiß ich natürlich auch den lampuki zu schätzen, Maltas Nationalfisch.

Wenn Sie reisen, wo wohnen Sie?

Auf meinen jährlichen Recherchereisen verbringe ich immer einige Nächte in traditionsreichen Hotels und Pensionen in Valletta sowie in Apartments oder Hotels in den Touristenzentren Sliema und Qawra/Buggiba. Besonders gern bin ich auf Gozo. Von diesen festen Standorten aus besuche ich alle anderen Inselorte, manchmal übernachte ich auch in Marsaskala, Marsaxlokk oder in Mdina.

Wie recherchieren Sie? Woher nehmen Sie Ihre zahlreichen aktuellen Tipps?

Ich bin ein leidenschaftlicher Reisender und unendlich neugierig. Malta kenne ich nicht nur als Momentaufnahme, sondern über viele Jahre hinweg. Stets begebe mich auf die Suche nach Neuem, checke meine eigenen Empfehlungen, verfolge Lesertipps und Infos aus dem Internet, lese maltesische Tageszeitungen, höre maltesische Radiosender - und spreche mit den Einheimischen. Auf Malta kenne ich viele Menschen vom Bauern bis zum Journalisten, da bekomme ich zahlreiche Insider-Informationen „unter der Hand“.

Was schätzen Sie an Malta nicht so?

Am meisten stören mich hier das mangelnde Umweltbewusstsein der Malteser und das nationale „Hobby“ des Vogelmords.