Reisetipps Kos

Sehenswertes Kos

Region: Zía

Kirche Kímissis tis Theotókou

Die in ihrer heutigen Form 1919 erbaute Kirche im oberen Ortsteil wurde 1992-95 innen vollständig mit Fresken im traditionellen byzantinischen Stil ausgemalt; nur die Vorhalle (Narthex) harrt noch edler Stifter. Betrachtet man zunächst die linke nördliche Wand, erstaunt gleich im ersten Bildfeld die Unkompliziertheit der Griechen im Umgang mit ihren Heiligen: Auf der Brust des Erzengels Michael ist der Sicherungskasten für die Kirchenbeleuchtung installiert. Über der Nordtür ist eine Stiftungsinschrift angebracht, die Geórgios Katimetzóglou als Maler der Fresken nennt. Am eindrucksvollsten sind die Darstellungen verschiedener neutestamentarischer Ereignisse. An der linken nördlichen Wandfläche erkennt man unter anderem die Hadesfahrt Christi: Er hat die Tore zur Hölle gewaltsam aufgebrochen und befreit nun Adam und die hinter ihm stehende Eva sowie die beiden Könige David und Salomon als Erste aus der Unterwelt. An der rechten südlichen Wandfläche ist u.a. Mariä Entschlafung zu sehen: Jesus steht zusammen mit den Aposteln am Sterbebett Marias und hat deren Seele, dargestellt in Form eines in Binden gewickelten Kindes, bereits in seine Hände genommen, um sie gen Himmel zu tragen. Außerdem ist hier die Erweckung des Lazarus von den Toten und die Geburt Jesu zu sehen. | Ganztags geöffnet

Region: Kos-Stadt

Agorá

Der antike Marktplatz der Stadt ist ein zwar sehr romantisches, aber auch sehr wenig aussagekräftiges Ruinenfeld. Mit dem Bau der Agorá wurde bereits im 4. Jh. v. Chr. begonnen. Im Mittelalter standen über ihrer etwa 180 mal 80 m großen Grundfläche die Häuser des Ritterviertels von Kos, das auch in der Zeit der türkischen Fremdherrschaft noch bewohnt war. Ein Erdbeben legte es am 23. April 1933 in Schutt und Asche. Es erreichte die gewaltige Stärke von 8,5 auf der Richterskala, dauerte nur 27 Sekunden und kostete 170 Menschen das Leben.

Italienische Archäologen konnten der Katastrophe auch eine positive Seite abgewinnen: Sie durften nun die mittelalterlichen Hausruinen einreißen lassen und sich auf die Suche nach den antiken Spuren darunter begeben. Sie entdeckten dann auch die heute durch zwei wieder aufgerichtete Säulen markierten Überreste einer langen Säulenhalle mit Geschäften. Korinthische Kapitelle kennzeichnen den Standort eines Aphrodite-Heiligtums. Im Osten des Geländes sind Spuren einer frühchristlichen Basilika auszumachen. In der Südwestecke des Geländes steht noch ein Teil eines mittelalterlichen Wehrturms; prächtige Bougainvilleen ranken sich am Tor der Steuern empor, durch das man von der Platía Eleftherías aus auf die Odós Nafklírou gelangt. Es trägt seinen Namen wohl deshalb, weil hier im Mittelalter die Kaufleute, die Waren in Kos anbieten wollten, ihren Zoll zu entrichten hatten. | Ständig frei zugänglich | zwischen Odós Nafklírou, Odós Ippókratous, Platía Eleftherías und Defterdar-Moschee

Alexander-Altar

Als Anfang der 1990er-Jahre die ehemalige jugoslawische Teilrepublik Mazedonien selbstständig wurde und einige Hitzköpfe dort plötzlich Ansprüche auf die griechische Metropole Thessaloniki erhoben, brach in Griechenland ein Sturm der Entrüstung los. Macedonia is Greek lautete die - ja durchaus richtige - Parole, die plötzlich überall in Griechenland zu lesen war. Zur Untermauerung dieser Aussage musste der makedonische König Alexander der Große herhalten, der im letzten Drittel des 4. Jhs. v. Chr. mit seinen Truppen große Teile der damals bekannten zivilisierten Welt erobert hatte und sogar bis nach Indien vorgedrungen war. Es galt zu zeigen, dass er kein Slawe, sondern ein Grieche gewesen war. Überall im Land entstanden darum neue Alexander-Denkmäler. Dieses sehr schlichte und bescheiden anmutende hier auf Kos gehört zu den besten: Es zeigt den Krieger und Menschenschlächter Alexander nicht als Helden, sondern gibt nur einen Auszug aus einer seiner Reden wieder, in der ausgerechnet er die Völker der Erde zu ewigem Frieden aufruft. Der griechische Text ist in drei Sprachen - Deutsch, Englisch und Französisch - übersetzt, sodass jeder sich sein eigenes Urteil über Alexanders Gedanken bilden kann. | Frei zugänglich | Odós Tsaldári/Odós El. Venizélou

Archäologisches Museum

Der 1936 errichtete Bau aus der italienischen Besatzungszeit bietet seine Sammlungen in sechs Räumen dar. Für die Besichtigung sollte man etwa 20 bis 30 Minuten ansetzen. Im Kassenraum, dem Vestibül, stehen zwei Werke der Bildhauerkunst: ein monumentaler Kopf der Göttin Hera aus dem 2. Jh. v. Chr. und ein Grabstein mit einem reliefartig dargestellten Löwen.

Nach dem Lösen der Eintrittskarte geht man nun am besten direkt in den Innenhof des Museums, das Atrium. Hier steht man sogleich unmittelbar vor dem ersten Höhepunkt des Rundgangs: einem farbigen Bodenmosaik aus dem 3. Jh., also aus römischer Zeit. In einem von Pflanzenranken umgebenen Bildfeld ist ein bärtiger Mann zu sehen, der gerade ein Boot verlässt und seinen linken Fuß auf einen schmalen Steg setzt. An Land grüßt ihn ein einfach gekleideter Mann mit Hut und einem Stock, an dem ein Korb hängt. In der linken Bildecke sitzt ein in ein weißes Gewand gehüllter, bärtiger Mann vor einem Felsen. Es ist der Arzt Hippokrates, der Besuch erhält von Asklípios, dem Gott der Heilkunst. Der Grüßende ist ein zufällig vorübergehender Bauer. Im Atrium stehen zudem mehrere römische Statuen, die Asklípios, seine Tochter Hygeia (von ihrem Namen, der „Gesundheit“ bedeutet, ist unser Wort „Hygiene“ abgeleitet) sowie die Göttin Artemis und ihren Jagdhund darstellen. Nicht unbedingt schön, aber eindrucksvoll ist eine Figurengruppe in einem barock anmutenden Stil. Der nackte Gott Dionysos hält trunken einen leeren Weinbecher in der Hand. Mit der anderen Hand stützt er sich auf einen Weinstock, der von einer Figur des Hirtengotts Pan bekrönt ist. Man erkennt ihn an seinen Ziegenfüßen, kurzen Hörnern und der Panflöte. Mit dem rechten Arm lehnt der weibisch wirkende Dionysos auf einem Satyr, einem trunkenen Jüngling aus seinem Gefolge. Zu Füßen der beiden sitzt ein kleiner Eros, Personifikation der Erotik, und streichelt ein wildes Tier. Das Werk wird ins 2. oder 3. Jh. datiert.

Geht man vom Atrium aus entgegen dem Uhrzeigersinn durch die Innenräume des Museums, sieht man im östlichen Saal wieder verschiedene römische Statuen. Eine zeigt den sitzenden Botengott Hermes mit geflügelten Sandalen an den Füßen. Eine andere zeigt einen älteren nackten Mann, der mit zusammengebundenen Händen von einem Baum herunterhängt. Es ist Marsyas, ein Satyr aus dem Gefolge des Dionysos. Er hatte sich als exzellenter Flötenspieler auf einen musikalischen Wettbewerb mit dem Gott Apoll eingelassen. Man hatte ausgemacht, dass der Besiegte dem Sieger bedingungslos ausgeliefert sein sollte. Der göttliche Gewinner ließ daraufhin den Frevler Marsyas an einen Baum hängen und ihm bei lebendigem Leib die Haut abziehen.

Auffällig sind auch zwei Statuen der vielbrüstigen Artemis. Ob es sich bei den Formen auf ihrem Oberkörper aber tatsächlich um Brüste oder um Stierhoden handelt, ist unter Fachleuten umstritten: Nach Meinung einiger Archäologen war es im großen Artemis-Tempel von Ephesos in Kleinasien üblich, der dortigen Marmorstatue der Göttin die Hoden geopferter Tiere anzuheften. Diese Statuen wären dann eine steinerne Nachahmung jener Sitte. Einen Eindruck von römischer Wohnkultur erhält man in diesem Saal ebenfalls. Hier stehen mehrere marmorne Beine von pultähnlichen Stehtischen. Eines ist besonders schön in Form eines Löwenkopfs und einer Löwenpranke ausgearbeitet.

Im nächsten Raum sind vor allem mehrere Statuen aus vorchristlicher Zeit zu sehen. Dargestellt sind die Göttin Demeter und deren Tochter Kore (geschaffen ca. 350 bis 250 v. Chr.) sowie hellenistische Statuen der Göttin Aphrodite, der Schicksalsgöttin Tyche und mehrerer Nymphen. Die in einer Glasvitrine stehende dunkle Statue der Athene gilt als späthellenistische Kopie eines Meisterwerks aus dem 4. Jh. v. Chr.

Aus dem 2. Jh. v. Chr. stammt eine Figurengruppe, die einen Jüngling zeigt, der einen anderen auf dem Rücken trägt. Es handelt sich dabei um das Ende eines Spiels, bei dem der Verlierer den Sieger so herumtragen musste.

Im nun folgenden größten Saal des Museums sieht man vor allem hellenistische Statuen. Eine zeigt einen Athleten mit einem Siegeskranz in den Händen; fünf weibliche Figuren tragen die berühmten „koischen Gewänder“ (Coae vestes): hauchdünne Seidenstoffe von großer Transparenz aus dem Kokon der wilden Seidenraupe, die die weiblichen Körperformen mehr betonten als verhüllten. Im runden Raum am Nordende des großen Saals steht schließlich die kunsthistorisch wertvollste Statue des Museums, ein Werk aus dem 4. Jh. v. Chr. Es stellt wahrscheinlich den Arzt Hippokrates dar. | Di-So Mai-Okt. 8-19.30, Nov.-April 8.30-15 Uhr | Platía Eleftherías | Eintritt 3 Euro

Casa Romana

Italienische Archäologen legten 1933/34 eine einst prächtige römische Villa frei, deren Mauern größtenteils noch übermannshoch erhalten waren. 1940 wurde die Villa dann anschaulich rekonstruiert und erhielt wieder ein Dach. Dadurch bekommt man hier vom Wohngefühl der alten Römer einen wesentlich besseren Eindruck, als das in vielen anderen Ruinenstätten der Fall ist.

Ein Merkmal vieler römischer Häuser ist der Innenhof. Die Casa Romana von Kos besitzt gleich drei davon. Zwei von ihnen gehören zum Typus des Peristylhofs, also auf drei bzw. vier Seiten von Säulen oder Pfeilern umgeben. Im großen Peristylhof ist die Kolonnade sogar doppelstöckig: Unten stehen korinthische, auf der Höhe des Obergeschosses ionische Säulen. Vom kleineren Peristylhof aus betritt man das südlich anschließende Triclinium, den Speisesaal des Hauses. Im Triclinium nahm die Familie ihre Abendmahlzeit ein. Man saß dabei nicht auf Stühlen, sondern lag auf - zumeist drei - steinernen Liegen, die mit kostbaren Stoffen und Kissen gepolstert waren.

Die Wände der Räume im Erdgeschoss waren zum Teil mit Marmorplatten verkleidet, zum Teil mit Wandmalereien geschmückt. Reste haben sich in der Casa Romana erhalten. Der Boden bestand ebenfalls aus Marmorplatten oder war mit farbigen Mosaiken ausgelegt.

Das Mosaik im kleinsten der drei Innenhöfe zeigt einen Leoparden und einen Löwen, die jeweils eine Antilope schlagen. Die Mosaiken im Peristylhof neben dem Speisesaal stellen zwei Leoparden, Delphine und Nereiden dar - freundliche Meeresnymphen aus dem Gefolge des Gottes Poseidon. Nach antikem Glauben unterhielten sie die Seeleute mit Musik und Tanz und standen ihnen in Seenot bei. Im großen Peristylhof schließlich sieht man als Mosaik einen sehr schönen Panther und einen Tiger. Alle Mosaiken in der Casa Romana stammen aus dem 3. Jh. Wiedereröffnung für 2008 geplant | voraussichtlich Di-So 8.30-15 Uhr | Odós Grigóriou E' | Eintritt 4 Euro

Auf dem Gelände der Casa Romana liegen auch die Überreste der römischen Thermen. Gut erhalten blieben die aus runden Ziegelplatten errichteten Hypokaustenpfeiler. Sie trugen den Fußboden und leiteten unter ihm heiße Luft hindurch, die so wie eine Fußbodenheizung wirkte. | Der Besuch der Ruinen der Thermen ist kostenlos

Defterdar-Moschee

Die Moschee am Hauptplatz der Stadt stammt aus dem Jahr 1725. Kein Muezzin steigt mehr auf ihr Minarett, niemand kommt mehr zum Freitagsgebet. Stattdessen sind in der Moschee jetzt einige kleine Läden und das sehr empfehlenswerte Café Aenáos untergebracht. | Platía Eleftherías

Hadji-Hassan-Moschee

Die 1786 erbaute Moschee, die wegen ihrer offenen Bogenhalle auch als Loggien-Moschee bezeichnet wird, gleicht eher einem kleinen Palast als einem islamischen Gotteshaus. Nur das hohe Minarett und der Reinigungsbrunnen direkt neben der Platane des Hippokrates, dessen Kuppel von antiken korinthischen Säulen getragen wird, weisen von außen auf ihre religiöse Funktion hin. Ihr Innenraum wird heute nicht mehr genutzt; im Untergeschoss wurden einige Souvenirgeschäfte angesiedelt. | Keine Innenbesichtigung oder Minarettbesteigung möglich | Platía Platanoú

Italienische Bauten

Auf den meisten Inseln des Dodekanes haben die Italiener deutliche Spuren hinterlassen. Besonders rege war ihre Bautätigkeit während der faschistischen Vorkriegsära zwischen 1928 und 1936. Erhalten blieb aus jenen Jahren neben der Markthalle und dem archäologischen Museum insbesondere auch das einem kleinen Palast gleichende Gerichtsgebäude zwischen der Uferstraße und der Platane des Hippokrates. Der 1928 eingeweihte Palazzo di Giustizia dient auch heute noch teilweise als Gericht; außerdem sind hier verschiedene Behörden und das koische Forstamt untergebracht.

Ein Bau aus der italienischen Besatzungszeit, 1929 errichtet, ist auch das Albergo Gelsomino, in dem heute die städtische Touristeninformation untergebracht ist. Und auch das Krankenhaus von Kos in der Odós Ippókratous ist ein Bau der Italiener aus dem Jahr 1928.

Johanniterkastell

Wahrscheinlich stand schon in der Antike, mit Sicherheit aber schon in byzantinischer Zeit ein Kastell auf der kleinen Halbinsel, die den Mandráki-Hafen nach Osten hin begrenzt. Als die Johanniterritter im 14. Jh. nach Kos kamen, planten sie die Burg neu. Sie erbauten die klar erkennbare innere Festung. Als die Bedrohung durch das Osmanische Reich wuchs, beschlossen die Ritter Ende des 15. Jhs., die Burg zusätzlich durch einen äußeren Mauerring zu schützen, der heute das Stadtbild am Hafen prägt. 1514 war er fertig, nutzte den Rittern aber nur wenig: 1523 gingen Burg und Insel in türkischen Besitz über.

Für einen Spaziergang innerhalb der Burg, die auch den Beinamen Nerátza trägt, sollten Sie sich mindestens eine Stunde Zeit nehmen, denn der Innenraum ist wildromantisch. Immer wieder ergeben sich schöne Ausblicke auf den Hafen, die Stadt und die Berge, und überall in der Festung liegen antike Baufragmente zwischen blühenden Blumen und wild wuchernden Gräsern. Besonders zahlreich sind Säulenstümpfe sowie hellenistische, runde Grab- und Votivaltäre. Viele von ihnen sind mit steinernen Girlanden zwischen Stierköpfen geschmückt. An mehreren Stellen im Mauerwerk erkennt man Wappen von den Großmeistern des Johanniterordens und andere Steinmetzarbeiten. | Di-So 8-17 Uhr | Eintritt 3 Euro

Kirche Agía Paraskeví

Die 1932/33 erbaute Bischofskirche von Kos steht weithin sichtbar auf einer Terrasse über der Markthalle der Stadt. Innen ist sie vollständig mit Wandmalereien im traditionellen byzantinischen Stil ausgeschmückt, die zumeist zwischen 1984 und 1989 entstanden. Jede einzelne Darstellung wurde von einer koischen Familie gestiftet, deren Namen im unteren Teil des Bildfeldes zu lesen sind.

Im Tonnengewölbe erkennt man rechts zwischen Kuppel und Westportal die Geburt Jesu, die Darbringung Jesu im Tempel und Jesu Taufe. Links sieht man, von West nach Ost, Christus vor Pilatus, Jesu Kreuzigung und die Höllenfahrt Christi. Bei der Kreuzigungsszene beachte man, dass das Blut aus den Fußwunden Jesu auf einen Totenschädel unter dem Kreuz fällt. Es ist der Schädel Adams, des ersten Menschen. Dadurch wird symbolisiert, dass durch das Blutopfer Jesu dem Menschen das ewige Leben geschenkt wird. Die Höllenfahrt Christi ist ein neutestamentarisches Ereignis, das in den westlichen Kirchen kaum noch Beachtung findet. Nach seinem Kreuzestod steigt Jesus in die Unterwelt hinab, besiegt deren Herrn Hades im gewaltsamen Kampf und zieht anschließend Adam und Eva stellvertretend für alle Menschen aus der Verdammnis. | Tgl. ca. 7-12 und 17-20 Uhr | Platía Agías Paraskevís

Odéon

Eine kurze Zypressenallee führt von der Hauptstraße auf das Odéon zu. In dem kleinen römischen Amphitheater aus dem 2. Jh. fanden in der Antike musikalische und pantomimische Aufführungen sowie Lyrikveranstaltungen statt. Ursprünglich war der gesamte Bau mit seinen 15 Sitzreihen überdacht. In Lagerräumen unterhalb der Ränge wurde die berühmte Statue des Hippokrates gefunden, die heute im Archäologischen Museum von Kos steht. | Frei zugänglich | Odós Grigóriou E'

Platane des Hippokrates

Auf einem kleinen Platz zwischen dem Zugang zur Burg und der Hadji-Hassan-Moschee grünt noch immer eine Platane, der Biologen durchaus ein Alter von fast 2000 Jahren zubilligen. Die koische Legende macht sie noch älter: Hippokrates soll sie selbst gepflanzt, darunter geruht und seine Schüler unterrichtet haben. Eine andere Legende berichtet, der Apostel Paulus habe unter dieser Platane das Christentum gepredigt. Ihr genaues Alter lässt sich freilich nicht feststellen, da es keine Jahresringe gibt: Der Baum ist innen weitgehend hohl. Die schweren Äste werden durch Eisenrohre und sogar durch einen hellenistischen Altar abgestützt. | Frei zugänglich | Platía Platanoú

Westliches Grabungsgebiet

Geht man die Haupteinkaufsstraße in der Altstadt, die zunächst Odós Ifaístou und dann Odós Apéllou heißt, immer geradeaus, kommt man über den von Restaurants gesäumten Diágoras-Platz und durch die kurze Gasse Odós Níssirou auf das größte zusammenhängende Ausgrabungsgelände der Stadt. Man betritt es an seinem besterhaltenen Bau, dem Nymphaion. Dabei handelt es sich um eine Brunnenanlage aus dem 3. Jh. v. Chr. Der Innenhof war auf drei Seiten von Säulen umgeben, auf der vierten Seite lief in drei Nischen Wasser aus der Wand in schöne Becken. Der Boden war mit Mosaiken geschmückt, von denen Reste erhalten geblieben sind.

Vor dem Nymphaion lag an der einst Via Cardo genannten Straße, in deren Pflaster noch deutlich Wagenspuren auszumachen sind, eine lang gestreckte Säulenhalle. Eine ganze Reihe von Säulen haben die italienischen Archäologen in den 1930er-Jahren wieder aufgerichtet. Die Säulenhalle diente als überdachte Laufbahn, auf der Athleten auch bei Regen oder starkem Sonnenschein trainieren konnten. Sie war Teil einer größeren Sportstätte, des Gymnasions. Man erkennt es am Wasserbecken in seinem Zentrum, in dem die antiken Athleten sich reinigen konnten. In römischer Zeit wurden an das Gymnasion öffentliche Thermen angebaut. Über ihren Ruinen entstand in frühchristlicher Zeit eine Basilika, von der noch Reste der Apsis und das kreuzförmige Taufbecken erhalten sind. Ganz im Norden dieses Bereichs liegt unter einem Schutzdach ein besonders schönes und figurenreiches Mosaik. Sein Thema ist das Urteil des Páris, die Geschichte eines antiken Schönheitswettbewerbs mit schwer wiegenden Folgen.

Geht man in den zweiten Teil der Ausgrabungen hinüber, der parallel zur Hauptverkehrsstraße Odós Grigóriou E' verläuft, schreitet man über das antike Pflaster einer Decumana genannten Straße, die einst von offenen Säulenhallen gesäumt war. Sie besaß vor 2000 Jahren etwas, was vielen griechischen Straßen heute fehlt: vernünftige Bürgersteige. An ihrem Ende sind die Mauern einiger Gebäude zu sehen, die einst mit Mosaiken und Wandmalereien geschmückt waren. Noch zu erkennen ist eine Malerei, die einen Postboten darstellt. Die dazugehörige Inschrift besagt: „Ich laufe zwölf Stunden.“ Die Mosaiken zeigen einen Jäger, der mit einem Speer gegen einen Eber kämpft, und drei Gladiatoren. Es müssen beliebte Stars ihrer Zeit gewesen sein, die so populär waren wie heutzutage Fußballprofis oder Berufsboxer, denn sie werden durch Inschriften sogar namentlich genannt: Aigialos, Zephyros und Ylas. Ylas und Zephyros kämpfen gerade gegeneinander. Zephyros ist halb nackt und hält einen Dreizack und ein Kurzschwert in den Händen; Ylas trägt einen Brustpanzer, Helm und Schild und kämpft nur mit dem Kurzschwert. Gladiatoren wie sie waren entweder Kriegsgefangene, Sklaven oder Verbrecher, die das Kämpfen einem Leben im Kerker vorzogen. Sie setzten ihr Leben nicht nur im Kampf gegen andere Gladiatoren aufs Spiel, sondern mussten sich zeitweise auch gegen wilde Tiere behaupten. Die Kämpfe gingen immer auf Leben und Tod, nur in Ausnahmefällen konnten die Zuschauer einen Schwerverletzten begnadigen.

Ein letztes Mosaik illustriert die Entführung der Europa. Göttervater Zeus hatte sich in die junge phönizische Königstochter verliebt. Als sie eines Tages mit Freundinnen am Strand Ball spielte, näherte er sich ihr in Gestalt eines bildschönen Stiers. Als Europa ihn bestieg, entschwand er mit ihr im Meer und trug sie auf seinem Rücken nach Kreta, wo er sie zur Frau nahm. Durch sie erhielt unser Kontinent seinen Namen. Im Mosaik ist die Entführungsszene dargestellt; ein Delphin begleitet die beiden auf ihrer Reise, ein Eros mit der Glutfackel des Begehrens in der Hand führt den Stier. | Ständig frei zugänglich | nördlich der Odós Grigóriou E'

Region: Platáni

Friedhöfe

Am südlichen Dorfrand von Platáni liegen unmittelbar links der Straße, die von der Stadt Kos aus heraufführt, hinter Steinmauern zwei sehenswerte Friedhöfe. Durch ein leider verschlossenes Gittertor, das mit zwei Davidsternen verziert ist, kann man einen Blick auf die Grabdenkmäler der jüdischen Gemeinde werfen, die 1922 noch 66 Mitglieder zählte, 1943 aber von den deutschen Besatzungstruppen in Konzentrationslager verschleppt und größtenteils ermordet wurde.

200 m weiter nördlich steht dagegen das Tor zum noch immer benutzten Friedhof der Moslems tagsüber offen. Hunderte alter Grabsteine tragen Inschriften in arabischer Schrift; die Grabsteine aus neuerer Zeit ähneln denen der Christen: Auf ihnen sind - im Islam sonst unüblich - die Namen der Toten und ihre Lebensdaten (nach christlichem Kalender) in lateinischer Schrift aufgeführt. Beiden Friedhöfen ist, wie in Griechenland üblich, eine Hausnummer zugeteilt: Hier sind es die Nummern 15 und 25.

Region: Mastichári

Basilika Ágios Ioánnis

Die Überreste einer frühchristlichen Basilika aus der Zeit um 500 stehen auf einer kleinen Anhöhe am Strand. Der Grundriss der einst dreischiffigen Kirche ist noch deutlich zu erkennen. In der Nordostecke sieht man auf dem Boden der ehemaligen Taufkapelle noch das eingelassene Taufbecken. Wie heute noch in der orthodoxen Kirche üblich, wurden die frühen Christen durch vollständiges Untertauchen getauft. | Die Basilika liegt jenseits des kleinen Trockenbachbetts unmittelbar östlich des großen Hotels Achilléas Beach. Man erreicht die umzäunte Basilika über ein Stück niedergerissenen Zauns direkt vom Strand aus - an der Stelle, wo die beleuchtete Promenade von Mastichári zum Hotel endet.

Kirche Ágios Geórgios Loízos

Die kleine, weiße Kapelle des heiligen Georg wurde im Mittelalter unter Verwendung von Steinblöcken und Säulenstümpfen antiker Bauten errichtet. | Ständig frei zugänglich | kommen Sie von Kos-Stadt, steht die Kirche rechts der Straße, 1,9 km nach Verlassen der Hauptstraße in Richtung Mastichári.

Region: Asklípion

Heiligtum Asklípion

Das Heiligtum ist terrassenförmig angelegt. Die unterste Terrasse war im Wesentlichen dem Kurbetrieb vorbehalten. Auf der mittleren Terrasse standen einst mehrere Tempel, ein Opferaltar und offizielle Bauten für die Priester. Auf der obersten Terrasse erhob sich seit dem 2. Jh. v. Chr. der größte und prächtigste aller Tempel, ein dem Asklípios geweihter Bau.

Erste Terrasse

Vom heutigen Eingang führt eine rekonstruierte Marmortreppe mit 23 Stufen auf die erste, 93 mal 47 m große Terrasse hinauf. Man betritt sie durch einen in seinen Grundmauern erkennbaren Torbau aus dem 3. Jh. v. Chr., das einst mit vier Säulen ausgestattete Propylon.

Man befindet sich nun auf dem Boden einer Wandelhalle (Stoa) aus dem 2. Jh. v. Chr., die die erste Terrasse im Norden, Süden und Westen säumte. Vom Wandelgang mit seinen einst 67 Säulen gelangte man in der Antike in die dahinter liegenden 26 Zimmer. Ihre Bestimmung ist unbekannt; vielleicht haben sie besonders wohlhabenden Pilgern als eine Art Hotelzimmer gedient.

In der Nordostecke der ersten Terrasse sind die noch in beträchtlicher Höhe erhaltenen Mauern eines römischen Thermengebäudes gut zu erkennen. Man kann hineingehen, sieht verschiedene Wasserbecken und an einigen wenigen Stellen auch spärliche Überreste von Wandmalereien.

Im Süden wird die erste Terrasse von einer lang gestreckten Mauer mit vielen Nischen und Arkaden begrenzt. Auf beiden Seiten der sechsten Nische von links lehnen zwei heute kopflose Statuen an der Wand: Figuren wie diese zierten in der Antike wahrscheinlich viele dieser Nischen.

Jenseits der Freitreppe verdient gleich die erste Nische Beachtung. Sie ist aufwändiger als die meisten anderen gestaltet und hatte in der Antike wohl sogar einen kleinen, tempelähnlichen Vorbau. Ein Inschriftensockel in der Nische gibt Auskunft, wer für ihre Gestaltung bezahlte: Caius Sterninius Xenophon aus Kos, Leibarzt des römischen Kaisers Claudius (regierte 41-54 n. Chr.).

Zweite Terrasse

30 breite Stufen führen hinauf auf die mittlere Terrasse mit mehreren wieder aufgerichteten, besonders sehenswerten Säulen. Die beiden ionischen Säulen rechts gehören zum Asklípios-Tempel aus dem frühen 3. Jh. v. Chr. Er war ein so genannter Anten-Tempel von 8,80 m Breite und 15 m Länge und bestand aus einer offenen, quadratischen Vorhalle (Pronaos) und einem geschlossenen, gleich großen Hauptraum (Cella), zu dem wahrscheinlich nur Priester Zutritt hatten. In der Cella findet sich eine in den Boden eingelassene Kammer, in der vermutlich der Tempelschatz verwahrt wurde. Viele Pilger schenkten dem Heiligtum ja beträchtliche Geldsummen, wenn sie geheilt worden waren. Zugleich dienten Tempel auch als Banken, in denen Privatpersonen und Gemeinden ihr Vermögen sicher verwahren lassen konnten.

Der (durch ein um ihn herumgespanntes Seil geschützte) Altar des Asklípios ist deutlich unmittelbar östlich des Tempels am Boden zu erkennen. Jener war ursprünglich ein äußerst repräsentativer Bau. Auf einem Marmorsockel umgab eine Säulenhalle im ionischen Stil auf drei Seiten einen zum Tempel hin offenen Hof, in dessen Mitte der eigentliche Brandopferaltartisch stand. Zwischen den Säulen der Halle waren Statuen des Asklípios, seiner Tochter Hygeia und anderer Gottheiten aufgestellt. Auf den Innenhof hinauf führte eine marmorne Rampe, um die Opfertiere leichter hineinziehen zu können. Auf dem Altar wurden diese Tiere dann geopfert und verbrannt.

Östlich des Altars markieren sieben wieder aufgerichtete korinthische Säulen die Umrisse eines Apollo-Tempels aus dem 2./3. Jh. Nördlich davon erkennt man das Halbrund einer Exedra aus dem 3. Jh. Sie bestand aus einer Bank, auf der vielleicht einst Priester zu bestimmten Versammlungen Platz nahmen, und dahinter in Nischen aufgestellten Statuen.

Dritte Terrasse

Eine rekonstruierte Freitreppe mit 60 Stufen führt auf die oberste Terrasse hinauf, die 100 mal 80 m groß ist. In ihrer Mitte erhob sich seit dem 2. Jh. v. Chr. der prächtigste aller Tempel im Heiligtum, ein dem Asklípios geweihter dorischer Ringhallentempel. Ihn umgab ein Säulengang mit je sechs Säulen an den Schmal- und je elf Säulen an den Längsseiten (Ecksäulen doppelt gezählt), der den massiven Mauerkern der Pronaos und Cella umhüllte.

In frühchristlicher Zeit wurde der Tempel dann in eine Kirche umgewandelt. Aus jener Zeit stammt auch noch ein improvisierter Altar: Auf einem antiken Säulenstumpf liegt ein antikes Kapitell und darauf wiederum eine antike Steinplatte. Um diese heidnischen Bauteile zu christianisieren, meißelte man in das Kapitell die noch gut lesbaren griechischen Buchstaben IC XC ein, die für den Namen Jesus Christus stehen. Nach Süden, Osten und Westen hin war die oberste Terrasse von dorischen Säulenhallen aus der ersten Hälfte des 2. Jhs. v. Chr. mit insgesamt 73 Säulen umgeben, die eine noch ältere, ganz und gar aus Holz errichtete Halle ersetzten. In diesen Inkubationshallen legten sich Heilung suchende Pilger zum so genannten Heilschlaf nieder. Sie erwarteten, dass ihnen der Gott Asklípios im Schlaf erscheine und verkünde, welche Therapie geboten sei. Was sie geträumt hatten, erzählten sie den Priestern und Ärzten, die daraus dann ihre Therapie ableiteten. Weil die Kranken glauben konnten, der Gott selbst habe die richtige Behandlungsmethode verkündet, mag in vielen Fällen der Heilungsprozess tatsächlich durch psychosomatische Vorgänge beschleunigt worden sein.

Gesamtanlage

Bevor man das Heiligtum nun wieder verlässt, sollte man noch einmal auf den Steinen des großen Asklípios-Tempels Platz nehmen. Aufmerksame Besucher werden feststellen, dass zu ihm kein Opferaltar gehört, wie er eigentlich für klassische griechische Tempel notwendig war. Dafür gibt es einen guten Grund. Dieser große Asklipios-Tempel war ja später als der kleinere auf der mittleren Terrasse erbaut worden. Der kleinere behielt weiterhin seine kultische Funktion, während der große nur als repräsentatives Bauwerk geplant worden war. Der Gott wohnte daher weiterhin im alten Bau. Ohnehin wurde das gesamte Asklípios-Heiligtum im 2. Jh. v. Chr. ja grundlegend erweitert und verändert. Aus einer einfachen Kultstätte, die vor allem religiöse Funktionen hatte, wurde eine architektonische Gesamtanlage, die im Wesentlichen repräsentative Zwecke verfolgte. Die beiden dreiseitigen Säulenhallen auf der untersten und der obersten Terrasse umschlossen den gesamten Bezirk wie eine Klammer. Die breiten Freitreppen geleiteten den Pilger himmelwärts, der neue, große Asklípios-Tempel diente so als Blickfang und krönender Abschluss fürs Auge.

Region: Antimáchia

Traditional House

Der Kulturverein von Antimáchia hat ein altes Bauernhaus schräg gegenüber der Windmühle in eine Art Folkloremuseum verwandelt. Hier sehen Sie, wie eine 14-köpfige Familie in Antimáchia noch bis in die 1950er-Jahre hinein lebte. Einer der drei Räume im Haupthaus war der Stall, in einem Anbau stehen Webstuhl und Backofen. In einem steinernen Becken auf dem Vorhof wurde das vom Dorfbrunnen geholte Wasser gespeichert. | Tgl. etwa 8-17 Uhr, an Wochenenden und im Juli/Aug. auch länger | gegenüber der Windmühle | Eintritt 1 Euro

Windmühle

Die zwölf Flügel der restaurierten Mühle sind mit Segeltuch bespannt, das nach Bedarf mehr oder weniger groß ausgerollt werden kann. Innen können Sie die Mühlsteine sehenund über eine steile Leiter bis ins Mühlendach hinaufsteigen. | An der Straße, die vom Dorfzentrum in Richtung Kéfalos führt | nur sporadisch geöffnet

Region: Kéfalos

Basilika Ágios Stéfanos

Von allen Ruinen frühchristlicher Basiliken auf Kos ist dies die am besten erhaltene und wohl auch die am schönsten gelegene. Sie steht nur leicht erhöht unmittelbar über dem Strand der Kámbos-Ebene schräg gegenüber dem Felseninselchen Kástri. Italienische Archäologen haben einige ihrer Säulen geflickt und wieder aufgerichtet; die meisten davon sind schon wieder umgefallen. Man erkennt noch den Grundriss des dreischiffigen Baus. An die Nordwand angelehnt stand eine zweite, kleinere Basilika mit einem noch sehr gut erhaltenen kreuzförmigen Taufbecken im Boden. Hier gefundene Bodenmosaiken wurden wieder mit Kies bedeckt. Ihren besonderen Reiz gewinnen die Überreste der um 500 erbauten Kirche dadurch, dass man sich in den Ruinen in Badehose oder Bikini sonnen und direkt von der Basilika aus ins Wasser gehen kann. | Frei zugänglich | am Strand unmittelbar westlich vom Gelände des Club Méditerranée; Zufahrt von der Hauptstraße über die schmale Straße die unmittelbar rechts der Schranke zum Club beginnt

Burgruine

Wie nicht anders zu erwarten, war auch das mittelalterliche Dorf Kéfalos einst durch eine Burg gesichert. Nur ein paar Mauerreste blieben von ihr übrig, und von dort blickt man jetzt vom Ortsrand aus auf die Küstenebene hinab. | Frei zugänglich | bei Erreichen des Bergdorfs sogleich nach rechts auf den Parkplatz einbiegen und die über ihn führende Straße noch etwa 50 m weiterfahren

Insel Kástri

Die winzige, dem Strand der Kámbos-Ebene und der Basilika Ágios Stéfanos unmittelbar vorgelagerte Felseninsel ist unbewohnt; auf ihr steht nur ein kleines, meist verschlossenes, dem heiligen Antónios geweihtes Kirchlein. Zwischen Schwimmbojen hindurch, die Motorboote und Surfer an der Passage hindern, kann man zum Inselchen teils schwimmend, teils watend hinübergelangen.

Region: Pýli

Dorfbrunnen

Vom Wasserreichtum dieses Inselteils zeugt der schöne, aus Steinquadern errichtete Brunnen, der seine heutige Form 1592 erhielt. Tag und Nacht sprudelt hier das wertvolle Nass aus Wasserspeiern, von denen einige die Form von Löwenköpfen haben. | Frei zugänglich | 150 m westlich des Dorfplatzes

Grab des Harmylos

Eine gewölbte Grabkammer mit je sechs Grabnischen an ihren beiden Längsseiten wird von der Legende dem antiken Helden Harmylos zugeschrieben, dem mythischen Stammvater des ersten koischen Herrschergeschlechts. Er wurde hier zusammen mit den zwölf olympischen Göttern verehrt. Über dem Grabbau stand eine kleine ionische Säulenhalle, von der aber nur noch wenige Bruchstücke verstreut am Boden liegen. Ihre Rückwand wurde später als Seitenwand der kleinen Christuskapelle wieder verwendet, in deren Mauerwerk auf der Westseite auch zwei schöne antike Quader mit Eierstabmuster, ein Inschriftenstein und ein frühchristliches Kreuzrelief eingefügt wurden. Vor der Kapelle sitzen meist zwei ältere Frauen aus dem benachbarten Bauernhaus, die den Besuchern die Ikonen in der Kirche benennen und sie anschließend mit Bonbons und Blüten oder duftenden Kräutern beschenken. | Tagsüber frei zugänglich | vom Dorfplatz etwa 5 Min. Man folgt zunächst der Asphaltstraße nach Kardámena. An einer scharfen Rechtskurve hängt an einem Leitungsmast ein verbogener Wegweiser zum Grab. Hier verlässt man die Hauptstraße und geht geradeaus weiter, wo der restliche Weg dann ausgeschildert ist.

Kirche Evangelismós

Mit der Ausmalung der kleinen Kapelle wurde 1987 begonnen. An der rechten Seitenwand entstand als erstes Fresko die Darstellung der Verkündigung, der die Kirche ja geweiht ist. Der Erzengel schreitet auf Maria zu, um ihr die frohe Botschaft zu überbringen. | Am Dorfplatz | tagsüber geöffnet

Paradosiakó Pyliotikó Spíti

Das kleine Bauernhaus aus Vorkriegszeiten zeigt, wie die einfachen Menschen damals in Pýli lebten. | Am Dorfplatz | tgl. 7.30-16 Uhr | Eintritt 0,70 Euro

Region: Tigáki

Alte Saline/Alíki

Die ehemalige Saline, in der schon seit langem kein Salz mehr gewonnen wird, steht heute unter Naturschutz. Im Winterhalbjahr sind hier zahlreiche Wasservögel als Gäste anzutreffen, darunter auch Flamingos. | Frei zugänglich | 800 m westlich des Kreisverkehrs