Reisetipps Irland

Insider Tipps Irland MARCO POLO Autor Manfred Wöbcke im Interview

Manfred Wöbcke ist Reiseschriftsteller und lebt im Rheingau, wenn er nicht gerade in Irland auf Spurensuche für seine Bücher unterwegs ist.

Wann war Ihr erster Besuch in Irland?

Ziemlich spät. 1989 arbeitete ich als Psychologe an einer deutschen Universität und kam mit einem Dozentenaustauschprogramm für ein paar Jahre an die Universität von Cork. Seit dieser Zeit kehre ich beruflich jedes Jahr für einige Wochen nach Irland zurück und bin dann anschließend unterwegs von Donegal bis Dublin, von Kerry bis Kells.

Was reizt Sie am Land?

In erster Linie die Forts und Wehranlagen, aber auch die englischen Herrenhäuser, Stadtpaläste, Landsitze, Parks und Gärten. Und natürlich die melancholisch-redsame Art der Iren - ihre Philosophie im Pub.

Mögen Sie die irische Küche?

In den vergangenen Jahren hat sich vieles in der irischen Küche zum Guten verändert, die ja traditionell auf schweren Zutaten aufbaut und sehr deftig ist - eine echte Hausmannskost eben. Dank der Einflüsse aus anderen Ländern ist sie jetzt leichter und ergänzt um frische Zutaten. Immer wieder köstlich schmecken frisches Soda Brown Bread mit gesalzener Butter und auch Lachs mit Folienkartoffeln. Ganz nach meinem Geschmack sind auch fish & chips sowie der Eintopf Irish stew.

Reisen Sie viel im Land umher?

Mit den Billigfliegern komme ich nach Dublin, Kerry und Shannon. Drei oder vier Mal im Jahr bin ich daher unterwegs, und auf diese Art und Weise kenne ich mittlerweile jede Ecke in Irland. Allerdings reise ich weniger gern im Juli und August, dann ist es voller und wegen der Hochsaison auch teurer.

Wo ist Irland für Sie am reizvollsten?

Es fällt mir schwer, zwischen lebhaften Hafenstädtchen, einsamen Küstenstraßen und schroffen Gebirgslandschaften zu wählen. Faszinierend ist The Vee, ein Pass in den Knockmealdown Mountains. Er führt durch von Steinmauern umgrenzte Felder, über ein Blütenmeer von Rhododrenden, vorbei an Felsen und über steinerne Brücken.

Ihr skurrilstes irisches Erlebnis?

Das war meine Hochzeit in Irland, und hier denke ich vor allem an die irische Heiratsurkunde: ein handschriftliches Dokument, geschrieben im Stil meiner Großeltern, ohne DIN-Format und damit nicht kopierfähig. Die Trauung fand übrigens in einem zwölf Quadratmeter großen Dienstzimmer statt, der Standesbeamte sprach den Singsang-Dialekt der Region Cork. Und unsere Trauzeugen trugen Woodstock-Look - wunderbar.