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Reiseführer Venezuela:Einkaufen

Nicht nur in Shoppingzentren, sondern auch am Strand oder auf Indianermärkten lässt es sich gut stöbern: Schmuck, Rum und Kakao

Gemütlich beschauliche Gässchen entlangspazieren und sich dort nach Souvenirs umschauen? Zumindest in Caracas Fehlanzeige. Wer gern nach Mitbringseln stöbert, bummelt am besten durch die Einkaufszentren der Hauptstadt, zum Beispiel im schicken San Ignacio in Altamira oder im Centro Comercial El Recreo in der Avenida Casanova (Metrostation Sabana Grande). Wer es bequem mag, kauft am Strand, etwa auf Margarita: (Falsche) Perlenketten, Bikinis und Pareos bringen Händler direkt an den Liegestuhl.

Diamanten und Gold

Sehr aufregend ist es, Diamanten direkt beim Händler in Paragua einzukaufen, einem rauen, heißen Kaff im unwegsamen Süden ganz nach dem Geschmack der mineros. In Ciudad Bolívar kann man sich auf dem Paseo Orinoco nach Goldschmuck umsehen. Originelle Goldnuggets bietet Helga Pfeiffer in ihrem Laden Curiosidades Helga in Playa El Agua im Nordosten der Isla Margarita an.

Hängematten

Kolumbus brauchte eine Woche, um herauszufinden, wozu die Indianer die geknüpften "Knäuel Baumwolle, eine Art Wollnetze" gebrauchten. Aber dann stellte er fest: "Darin zu schlafen ist sehr erholsam und außerdem ist es niemals kalt." Gewebt oder geknüpft, einfarbig oder bunt gestreift, ist die Hängematte die Schlafstätte Südamerikas, egal ob als Wiege, Zelt oder Haus, das man auf die Größe von ein paar Windeln zusammenfalten kann. Nur das Balancieren will gelernt sein. Für alle, die gerne flach liegen, empfiehlt sich die "Diagonale" oder gar die "Spange" quer zur Mattenachse. Die "Banane", Körperachse gleich Mittelachse, macht einen krummen Rücken, entlastet dafür aber die Beine. Und zum Sitzen lassen Sie einfach die Beine herausbaumeln.

Kulinarisches

Nach wie vor ein Geheimtipp ist der venezolanische Rum. Hervorragend sind die Marken Santa Teresa und Ron Añejo Pampero, die in quasi jedem Supermarkt erhältlich sind. Auch Kaffee und Schokolade aus Venezuela haben Spitzenqualität. Insbesondere der Kakao hat sich zum Verkaufsrenner entwickelt; selbst belgische und italienische Chocolatiers kaufen ihn hier in großen Mengen auf.

Kunsthandwerk

Attraktiv zum Bummeln und Einkaufen ist El Hatillo, nur 30 Autominuten von Caracas' Zentrum entfernt; die größte Auswahl an Kunsthandwerk bietet der Laden Hansi mit angeschlossenem Restaurant. Volkstümlich geht es auch um die alte Plaza Bolívar in Porlamar auf Margarita zu. Die Insel ist u. a. bekannt für ihre Keramik. Schön und besuchenswert sind zudem das Kunstgewerbedörfchen La Fronda sowie am Oberlauf des Orinoco der Indianermarkt in Puerto Ayacucho. Wer Sinn für Kunstgewerbe hat, wird sich über die traditionelle Volkskunst freuen, die man in vielen Dörfern der Andenregion erstehen kann. Doch aufgepasst - dort wird einem bisweilen auch mal ein "made in Taiwan" untergeschoben!

Perlen

Eigentlich waren die spanischen Konquistadoren auf der Suche nach Gold, doch als sie das nicht fanden, gaben sie sich auch mit Perlen zufrieden. Üppige Muschelbänke befanden sich zu jener Zeit vor der Isla Margarita. Die Eroberer zwangen die versklavten Indianer, nach den Muscheln zu tauchen. Als die Bänke schließlich geplündert waren, zogen die Spanier wieder ab. Heutzutage findet man normalerweise nur noch kleine Perlen. Bei den schillernden Strängen, die Juweliere auf Margarita auf dunklen Samttabletts ausbreiten, handelt es sich meist nur noch um preiswerte Massenzuchtware aus Taiwan.

Shoppingmalls

Die galerías genannten Shoppingmalls wie Sambil, San Ignacio und Tolón in Caracas sind im doppelten Sinn des Wortes die Konsumtempel der venezolanischen Bevölkerung. So hatte die Eröffnung einer Sambil-Niederlassung auf der Isla Margarita regelrechten Kultcharakter.

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Der Autor und Betreiber einer kleinen Reiseagentur (www.parianatours.com) lebt seit über 20 Jahren in Lateinamerika und gilt als Pionier für den Individualtourismus in Venezuela. Stets im Urwald, auf der Piste, an den abgelegensten Orten, aber auch in Städten unterwegs, kennt er das Land wie kaum ein Zweiter und überrascht selbst seine venezolanischen Freunde immer wieder mit neuen Zielen.

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Quelle: www.marcopolo.de