bedeckt München 21°

Reiseführer Tirol:Erlebnistouren

Jeder Zipfel dieser Erde hat seine eigene Schönheit. Wenn Sie Lust haben, die einzigartigen Besonderheiten dieser Region zu entdecken, wenn Sie tolle Tipps für lohnende Stopps, atemberaubende Orte, ausgewählte Restaurants oder typische Aktivitäten bekommen wollen, dann sind diese maßgeschneiderten Erlebnistouren genau das Richtige für Sie. Machen Sie sich auf den Weg und folgen Sie den Spuren der MARCO POLO Autoren.

Tirol perfekt im Überblick

Tag 1

Wenn Sie von München aus mit dem Auto kommen, öffnen sich vor Ihnen die Berge wie ein Tor - an dem ein imposanter Wächter Posten steht: In Kufstein dürfen Sie den Besuch der gleichnamigen mächtigen Festung Kufstein auf keinen Fall verpassen! Außerdem bietet sich ein Bummel durch die Römerhofgasse an, den schönsten Teil der Altstadt, bevor Sie in der Ausstellung der Glashütte Riedel erfahren, wie die Ausnahmeweingläser von Mund geblasen werden - eine Kunst, die in Tirol eine lange Tradition hat. Von Kufstein aus geht es dann über die Eiberg-Bundesstraße nach St. Johann und weiter nach Kitzbühel . Dort machen Sie den nächsten Halt - allerdings erst in luftiger Höhe auf dem Kitzbüheler Horn , das Sie über eine kurvige Mautstraße erreichen. Von dort oben schauen Sie hinunter auf das noble Städtchen und hinüber auf die sagenhafte Streif, wo sich jedes Jahr im Januar die wagemutigen Skiabfahrtsläufer in die Tiefe stürzen. Übernachten können Sie hier im Seebichl.

Tag 2

Auf das Ende der Fahrt durchs Brixental nach Wörgl am nächsten Morgen freuen sich alle, die in einer Wasserrutsche einen Doppellooping erleben wollen. Das bietet weltweit nämlich nur das Erlebnisbad Wave Wörgler Wasserwelten . Auf handfeste Action folgt filigrane Kunst: Über die Inntalautobahn führt der Weg nach Rattenberg ins Herz der Glasbläserei. In der malerischen Fußgängerzone der kleinsten Stadt Tirols schauen Sie in Geschäften wie etwa bei Kisslinger Kristall-Glas den Glasbläsern zu. Beim Flanieren warten besondere Versuchungen wie in der Konditorei Hacker. 1774 gegründet, wird dort heute köstliches Konfekt von Hand gefertigt. Beenden Sie den Tag in Brixlegg im geschmackvollen alten Herrnhaus .

Tag 3

Am nächsten Tag fahren Sie dann ab Brixlegg nicht mehr auf der Autobahn, sondern auf der landschaftlich schön gelegenen Bundesstraße B171 vorbei am Schloss Matzen sowie einigen anderen Burgen und werfen bei Strass links einen kurzen Blick hinein ins Zillertal. Schauen Sie am Westeingang des Tals in die Höhe, hier liegt malerisch das Kirchlein Maria Brettfall, eine alte Einsiedelei. Schließlich machen Sie dann in Schwaz einen spannenden Trip in die Tiefen des alten Schwazer Silberbergwerk . Nur wenige Kilometer weiter, in Wattens, wartet ein grasüberwachsener Riese darauf, Sie zu verschlucken: Durch seinen Mund betreten Sie die Swarovski Kristallwelten , in denen der weltberühmte Familienbetrieb kunstvolle Kristallprodukte zeigt. Bei der jüngsten Erweiterung wurden sogar römische Ausgrabungen in die Wunderwelt integriert, die ursprünglich vom Künstler André Heller konzipiert worden ist. In Hall in Tirol , einem der schönsten mittelalterlichen Städtchen Österreichs, tauchen Sie in der Münze Hall in Europas Münzgeschichte ab und steigen hoch hinauf auf den Münzerturm mit seinem herrlichen Ausblick auf das Inntal und die Berge. In der Gegend von Hall und Innsbruck sollten Sie drei Übernachtungen einplanen: Als guter Standort erweist sich das Hotel Ramada Innsbruck Tivoli.

Tag 4

Die Höhe der Sprungschanze im Bergisel-Stadion wird Sie als erstes Ziel in der Landeshauptstadt beeindrucken. Der Kitzel der Gefahr, der sich die Springer alljährlich bei der Vierschanzentournee aussetzen, verflüchtigt sich später beim Anblick des Goldenes Dachl, Innsbrucks berühmtem Wahrzeichen, und beim entspannten Bummel durch die Altstadt.

Tag 5

Am zweiten Innsbruck-Tag empfiehlt sich eine Fahrt mit der Straßenbahn Linie 6, um einen der schönsten Rundwanderwege hoch über Innsbruck anzutreten. Etwa fünf bis sechs Stunden sollten Sie für die Tour veranschlagen. Die Straßenbahn startet unterhalb des Bergisel neben dem Stift Wilten und rumpelt dann romantisch durch einen verwunschenen Wald vorbei an Schloss Ambras, kleinen Mooren und einem Badesee bis in den alten Luftkurort Igls. Ein Shuttlebus bringt Sie zur Talstation der neuen Patscherkofelbahn , die Sie hinaufbringt auf 2000 m zur Bergstation. In 20 Min. erreichen Sie den Patscherkofel , den Hausberg von Innsbruck, und genießen einen gewaltigen Rundumblick. Auf dem Zirbenweg geht es dann durch einen der ältesten geschlossenen Zirbenkieferbestände des Alpenraums. Das Schönste auf dieser Wanderung ist der Ausblick: Gipfel reiht sich an Gipfel in den Stubaier Alpen und dem Karwendel, Innsbruck und das halbe Inntal liegen Ihnen zu Füßen. In zwei bis drei Stunden wandern Sie unter der Viggarspitze und Neunerspitze bis zur Tulfein-Alm . Hier auf 2035 m können Sie noch einmal den Ausblick genießen, bevor Sie mit der Glungezerbahn hinunter nach Tulfes kommen. Der Pendelbus 4132 bringt Sie wieder zurück nach Igls, wo die Straßenbahn wartet (Kombiticket Zirbenweg: Bus/Gondeln 29 Euro).

Tag 6

Nun geht es weiter durch das Inntal bis Zirl und dann nach Norden, den Zirler Berg hinauf. Wenden Sie vor Zirl bei der Fahrt einmal kurz den Blick hinauf in die Martinswand, die im Norden steil über dem Inn aufragt. Sie werden immer wieder kleine Viadukte und Tunnel entdecken. Die Mittenwaldbahn, die 1911 erbaut wurde, schlängelt sich mitten durch diese Wand. Nun passieren Sie Seefeld in Tirol und fahren weiter in die Leutasch. Dort können Sie ganz tief in die Wildererromantik des Schrifstellers Ludwig Ganghofer eintauchen. Ganghofer schrieb hier seine Romane, ihm ist ein Kulturhaus Ganghofermuseum gewidmet. Machen Sie auch Bekanntschaft mit der Landschaft, die ihn beeinflusst hat: Parken Sie am Beginn des Gaistals und wandern Sie hinein in die Berge auf die Hämmermoosalm , die Sie in höchstens einer Stunde auf leichten Wanderwegen erreichen. Nach der Wanderung kehren Sie über Mösern wieder ins Inntal zurück und fahren bis Mötz auf der Autobahn. Kehren Sie jetzt ein in eines der schönsten Klöster Tirols, in die barocke Pracht des Stift Stams . Nach dem Ausflug zu den Zisternziensern kehren Sie wieder nach Mötz zurück und fahren nach Norden hinauf auf das Mieminger Plateau, in die Heimat des "Bergdoktors" aus der gleichnamigen Fernsehserie. Nächtigen Sie am Holzleiten sattel inmitten von Lärchenwäldern, die sich im Herbst bunt verfärben, im luxuriösen Holzleiten .

Tag 7

Tags darauf fahren Sie den Holzleitensattel hinunter nach Nassereith und dann über den Fernpass ins Außerfern. Der Weg dorthin kann an Samstagen im Sommer wegen Verkehrsüberlastung recht mühsam sein. Vermeiden Sie daher am besten diesen Reisetag. In Ehrwald angekommen, wartet dafür aber ein echter Höhepunkt: die Zugspitze . Von der Tiroler Seite aus geht es auf den Gipfel von Deutschlands höchstem Berg - ein atemberaubendes Alpinabenteuer per Gondelfahrt, wenn auch ein ziemlich teures. Wenn Sie über das Gurgeltal wieder im Inntal angekommen und Richtung Arlberg weitergefahren sind, lernen Sie in Landeck, im Museum des gleichnamigen Schloss Landeck , die Geschichte der Tiroler Auswanderer kennen. Und schließlich nähern Sie sich dem Endpunkt der Reise, Sankt Anton am Arlberg , der Wiege des Skisports. Mit seiner modernen Architektur, den vielen Sport- und Wandermöglichkeiten im Sommer wie im Winter, ist das Örtchen auf 1300 m Höhe der beste Abschluss für die Tour quer durch Tirol. Geben Sie sich im dortigen Museum Sankt Anton dem "Weißen Rausch" auf den Spuren der Großen dieses Sports hin.

Burgentour am Oberen Gericht

Schauen Sie sich im Schloss Landeck die sehenswerte Ausstellung über die Tiroler Migration an und machen Sie sich dann selbst auf den Weg: den Inn entlang, Richtung Reschenpass, zunächst auf der L76 (und nicht durch den Landecker Tunnel). Auf der Reschenstraße (B180) angekommen, führt etwa 12 km nach Landeck eine eiserne Brücke über den Inn. Die Pontlatzbrücke, heute modernisiert, spielte 1703 während des Spanischen Erbfolgekriegs und 1809 während der Tiroler Befreiungskriege eine bedeutende Rolle. Die Brücke lassen Sie rechts liegen, denn in Prutz wartet ein kurzer Abstecher nach links ins wildromantische Kaunertal: Auf einer Felswand oberhalb von Kauns thront Burg Berneck , die oft als "schönste gotische Wohnburg Tirols" bezeichnet wird. Zurück in Prutz überqueren Sie die Reschenstraße und den Inn und fahren auf kleiner Straße Richtung Ladis zur Burg Laudeck mit einem fabelhaft erhaltenen Wohnturm. Von Ladis aus geht es über die L286 zurück zur Reschenbundesstraße und nach Ried mit einem Stopp am Schloss Siegmundsried .

Setzen Sie Ihre Reise auf der Reschenstraße fort. Kurz nach der Ortschaft Pfunds, wo Sie im Gasthof Berghof zu Mittag essen können, liegt das Hotel Kajetansbrücke. Hier beginnt die Führung zur Grenzfeste Altfinstermünz . Bis zum Bau der Reschenbundesstraße im 19. Jh. führte an dieser in den Hang gebauten Befestigungsanlage aus dem 15. Jh. an der engen Talstelle kein Weg vorbei. An der Brücke wurde der Zoll eingezogen. Während der einstündigen Führung erfahren Sie Interessantes über die Geschichte und die Bedeutung des Oberen Gerichts.

Kurz vor Nauders liegt das Sperrfort Nauders . Der imposante, fünfgeschossige Steinquaderbau wurde zwischen 1836 und 1846 von den Habsburgern gegen Invasionen aus Italien gebaut und ist das einzige Bauwerk dieser Art in Österreich, das innen wie außen unverändert geblieben ist. Ein Teil der mehr als 50 Räume wurde in den Fels hineingebaut. Im Inneren ist ein militärisches Museum mit Waffen, Uniformen und Ausrüstung.

Die letzte Burg auf der Tour ist Schloss Naudersberg (1380 m), etwa 1 km hinter der Ortschaft Nauders. 1239 erstmals erwähnt, diente das Schloss bis ins 20. Jh. als Gerichtssitz. Im 15. Jh. wurde es von den Engadinern geplündert, später wieder aufgebaut und erhielt so sein heutiges, prunkvolles Aussehen. Besonders schön ist die prächtige Vertäfelung im alten Gerichtssaal. Im Turm liegen die ehemaligen Gefängniszellen, im 2. Stock befindet sich ein Museum mit Exponaten lokaler Künstler.

Fahren Sie nach der Besichtigung noch 20 km weiter, über den Reschenpass (1455 m) in den Vinschgau nach Südtirol. Etwa 3 km hinter dem Pass, mittlerweile in Italien, liegt eines der schönsten Fotomotive der Welt: der Reschensee , ein Paradies für Kitesurfer. 1950 wurde er auf dem Gebiet der ehemaligen Ortschaft Graun aufgestaut. Der Kirchturm ist das einzige Bauwerk, das damals nicht abgerissen wurde. Seither ragt die Spitze einsam aus dem Wasser des 6 km langen Sees.

Mit dem Rad von Lienz durch das Iseltal

Beginnen Sie Ihre Tour in Lienz , wo Sie ein Rad bei Probike leihen können. Genießen Sie zum Start einen Kaffee in der Glanzl am schönen Hauptplatz, der schon sehr mediterran wirkt. Am Lienzer Hausberg Hochstein, kurz nach der Abzweigung Richtung Matrei liegt Schloss Bruck mit der reichhaltigsten Sammlung von Werken des berühmten Osttiroler Malers Albin Egger-Lienz.

Hier, am Fuß des Schlossbergs, beginnt gleich hinter der Tankstelle der eigentliche, ausgezeichnet beschilderte Iseltal-Radwanderweg. Sie fahren weiter, nach Sankt Johann im Walde, vorbei an der Ruine Kienburg und bis Huben. Dort folgen Sie einer wenig befahrenen Straße durch Felder und Wiesen bis nach Matrei , wo im Ortszentrum eine der größten Landkirchen Österreichs steht, die Sankt Alban. Ein derartig pompöses Gotteshaus vermutet man nicht im kargen Iseltal. Und auch kulinarisch hat Matrei eine Besonderheit zu bieten: die vom Restaurantführer Gault-Millau ausgezeichnete Saluti. Nach einer Stärkung fahren Sie auf demselben Weg zurück - und wenn Ihnen der zu anstrengend wird, dann legen Sie im Heu- und Brechlbad Kienburg eine Pause ein, um frisch erholt Lienz zu erreichen. Sie können statt der Rückfahrt mit eigener Muskelkraft auch in Erwägung ziehen, den Postbus (Abfahrt Korberplatz) zu nehmen, der auch Fahrräder transportiert.

Rund um das Kaisergebirge

Der Weg beginnt in Kitzbühel und führt zuerst durch das Brixental. Über Kirchberg, Westendorf und Hopfgarten geht es bis nach Wörgl. Ein Zwischenstopp bietet sich am barocken Prachtbau der Pfarrkirche Sankt Jakob und Sankt Leonhard in Hopfgarten an, die wegen ihrer Größe und ihren zwei Türmen auch "Dom des Brixentals" genannt wird. Über die Bundesstraße geht es jetzt nach Kufstein , wo es eine Menge zu sehen gibt: die Festung Kufstein mit der Heldenorgel etwa oder die Römerhofgasse in der Altstadt mit ihrem imposanten Bogen, der zwei Häuser miteinander verbindet. Kehren Sie im Auracher Löchl ein, wo das berühmte Kufsteinlied entstanden ist. Der nächste Halt ist Ebbs mit der wichtigsten Haflinger-Zucht der Welt. Auf dem Fohlenhof Ebbs können Sie eine Show besuchen.

Weiter geht es durch den Kaiserwinkl, der von den Orten Rettenschöss, Walchsee , Kössen und Schwendt gebildet wird. Dank vieler Almen ist die Region sehr beliebt - und im Walchsee wartet im Sommer ein erfrischendes Bad. Nordwestlich vom Ortskern liegt eine landschaftliche Besonderheit: die Schwemm, Nordtirols größte Moorlandschaft, Heimat zahlreicher seltener Tier- und Pflanzenarten.

Danach führt die Straße, die bereits recht schmal geworden ist, weiter nach Kössen und Schwendt. Hinter Schwendt biegen Sie bei Griesenau rechts ins Kaiserbachtal ab. Die fünf Kilometer lange Mautstraße (Ende März-Ende Okt. | Auto 3 Euro) bringt Sie in das Herz des gleichnamigen Naturschutzgebiet Kaiserbachtal . Im wildromantischen Tal befinden sich die Griesner Alm und die Fischbachalm, aber auch die Latschenbrennerei Hofmann. Dort werden auf althergebrachte Weise aus Latschenkieferzweigen ätherische Öle hergestellt. Vom Kaiserbachtal führen viele Wanderungen hinauf in die majestätische Gebirgswelt des Wilden Kaisers: In 2,5 Stunden etwa können Sie von der Griesner Alm bis zum herrlich gelegenen Stripsenjochhaus und wieder zurück gehen.

Nach diesem Abstecher in die Natur folgt das nächste Ziel: Sankt Johann in Tirol . Bekannt ist der Ort unter anderem für die Malerei an den Hauswänden, ähnlich der bayerischen Lüftelmalerei, die es sonst in Tirol nur selten zu sehen gibt. Eine Sünde wert sind die Kuchen im fast 100 Jahre alten Café Rainer im Zentrum. Von hier sind es nur noch ein paar Minuten zurück zum Ausgangspunkt nach Kitzbühel .

Die versteckte Route

Von Innsbruck geht es über Autobahn oder Bundesstraße an Völs vorbei nach Kematen und dann Richtung Süden, ins schmale Sellraintal. Der Fluss, der sich vom Kühtai hinunterwindet, ist die Melach. Dort, wo sie in den Inn mündet, trennt sie - zumindest nach einer der vielen Auslegungen - das Ober- vom Unterland. Das Sellraintal ist hier an seinem Anfang touristisch noch wenig erschlossen, selten erleben Sie Tirol ursprünglicher: Auf den steilen Hängen wird die Landwirtschaft teilweise noch mit der Hand verrichtet. Im Hauptort Sellrain steht eine der wenigen gotischen Kirchen des Landes, die Wallfahrtskirche Sankt Quirin . Die Schnitzfiguren und Wandmalereien im Innern stammen aus dem 15. und 16. Jh. Um sie zu besichtigen, biegen Sie in Sellrain rechts ab und folgen nun einer äußerst steilen Bergstraße in etlichen Serpentinen zum Kirchlein im gleichnamigen Ortsteil.

Die Strecke führt dann durch die Orte Gries und Sankt Siegmund immer weiter, bis die Landschaft fast den Charakter eines kargen schottischen Hochtales bekommt. Im kleinen Weiler Haggen ist die ideale Zeit für eine Mittagspause gekommen. Die Bergoase Forellenhof bietet ausgezeichnete Fischgerichte zu moderaten Preisen in einer urtümlichen Landschaft. Gestärkt erreicht man schließlich das Kühtai auf rund 2000 m Höhe. Das Dorf wirbt damit, olympisches Höhentrainingszentrum zu sein. Nicht einmal zehn Einwohner sind hier gemeldet: Selbst das ehemalige Jagdschloss von Kaiser Franz Josef am Dorfende, das nun einer bekannten Adelsfamilie gehört, ist heute eines der vielen Hotels, die nur im Winter geöffnet haben. Besonders lohnenswert ist es, beim Drei-Seen-Lift links der Straße sein Fahrzeug zu parken und sich bei einer kleinen Wanderung zum Speicher Finstertal die Beine zu vertreten. Die Krone des Staudammes erreicht man in knapp einer Stunde auf einer gesperrten Asphaltstraße. Oben angekommen, können Sie die Architektur des 149 m hohen Schüttdammes bewundern und einen Blick über den See in die Bergwelt der Stubaier Alpen werfen. In einem kleinen Schauraum werden Sie über die Baugeschichte und die gesamte Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz informiert. Nach der Wanderung hat man sich Kaffee und Kuchen auf der Sonnenterrasse des Dorfstadl verdient.

Hinter dem Kühtai geht es wieder bergab, an einem weiteren Stausee vorbei, bevor Sie Oetz erreichen. Besuchen Sie hier auf jeden Fall das Turmmuseum, tiefer im Ötztal können Sie sich dann in der Therme Längenfeld, dem Aqua Dome , verwöhnen lassen. Halten Sie noch im prächtigen Stift Stams (Autobahnausfahrt Mötz) und essen Sie in der restaurierten Orangerie Stift Stams zu Abend, bevor Sie über die Autobahn nach Innsbruck zurückkehren.

Weiter zu Kapitel 1

Andreas Lexer ist Journalist und hat als Reporter oft aus den Krisengebieten dieser Welt berichtet. Geboren und aufgewachsen ist er in Tirol, und hierher kehrt er immer wieder zurück: um bei Wanderungen in die Berge den Blickwinkel zu verändern und seine Heimat stets aufs Neue zu erkunden. Mittlerweile lebt er in Wien und arbeitet für Nichtregierungsorganisationen (NGOs) im Wiederaufbau.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

Zur SZ-Startseite