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Reiseführer Piemont - Turin:Erlebnistouren

Jeder Zipfel dieser Erde hat seine eigene Schönheit. Wenn Sie Lust haben, die einzigartigen Besonderheiten dieser Region zu entdecken, wenn Sie tolle Tipps für lohnende Stopps, atemberaubende Orte, ausgewählte Restaurants oder typische Aktivitäten bekommen wollen, dann sind diese maßgeschneiderten Erlebnistouren genau das Richtige für Sie. Machen Sie sich auf den Weg und folgen Sie den Spuren der MARCO POLO Autoren.

Das Piemont perfekt im Überblick

Tag 1

Den idealen Einstieg in den mediterranen Charme des Piemonts bietet das Uferstädtchen Cannobio am Lago Maggiore, auf dessen von bunten Häusern gesäumter Uferpromenade Sie Ihre Tour mit einem schönen Bummel starten. Auf der Uferstraße geht es vorbei an prächtigen Patriziervillen, Palmen und üppigen Parks und über die Ausläufer des Mottarone hinüber zum Ortasee ins romantische Orta San Giulio . Lassen Sie sich zur Isola di San Giulio übersetzen und besichtigen Sie die Basilica. Weiter kurven Sie über die aussichtsreiche Bergstraße Panoramica Zegna westwärts. An der dritten Straßenkehre hinter Trivero beginnt ein hübscher, halbstündiger "Rhododendron-Spaziergang", bei dem Sie sich die Beine vertreten. Sie übernachten in der lebendigen Kleinstadt Biella .

Tag 2

Nachdem Sie in den Fabrikoutlets die lokale Wirtschaft angekurbelt haben, fahren Sie durch die Poebene mit ihren schier endlosen, im Frühling wassergefüllten Reisfeldern. In Casale Monferrato spazieren Sie durch die entzückende Barockstadt mit ihren Palazzi und schmalen Altstadtgassen. Klassisch: der Imbiss in der historischen Bar Savoia. Durch die Weinberge des Monferrato fahren Sie weiter nach Asti . Hier können Sie sich beim Bummel über den mittelalterlichen Corso Alfieri und die lebhaften Einkaufsstraßen sehr italienisch fühlen - und im Gourmetsupermarkt Eataly schon mal ein paar Mitbringsel besorgen.

Tag 3

Heute stehen nur wenige Kilometer, aber viele Eindrücke auf dem Programm. Von Asti geht es weiter durch die Hügel des Monferrato, das Herzstück des Piemont. Bei Rocchetta Tanaro machen Sie eine einstündige Wanderung durch den Lauburwald des Parco Naturale und fahren dann in das Spumantestädtchen Canelli, wo Sie bei Gancia eine Führung durch die Tuffsteinweinkeller machen. In Santo Stefano Belbo besuchen Sie das Geburtshaus des Schriftstellers Cesare Pavese. Von hier ist es nur noch ein Katzensprung in die Trüffelstadt Alba , wo zahlreiche Gourmetrestaurants auf Sie warten.

Tag 4

Hinter Alba beginnt eine herrliche Straße durch die steilen Hügel der Langhe über Bossolasco und Murazzano (auf dem Hof von Elda Barbero im Ortsteil Rea Nr. 56 können Sie köstlichen Käse kaufen!) nach Dogliani, das für seinen trockenen Rotwein Dolcetto bekannt ist. Die beste Auswahl haben Sie in der Cantina Dolcetto di Dogliani . Der geistliche Höhepunkt des Tages wartet etwas weiter südlich im Santuario di Vicoforte mit seiner gewaltigen Kirchenkuppel. Dann geht es nach Cuneo , wo Sie für zwei Übernachtungen einchecken.

Tag 5

Möglichst früh starten Sie ins wunderschöne, fast menschenleere Tal Val Maira, das mit seinen ursprünglichen Bergdörfern und alten Wegen ein herrliches Wandergebiet darstellt. Fahren Sie bei Ponte Marmora links nach Preit hinauf und schlagen Sie dort den Wanderweg Nr. 5 zum herrlich gelegenen Bergsee Lago Nero ein (fünf Stunden hin und zurück). Zurück in Cuneo entspannen Sie sich beim Bummel durch die mittelalterlichen Arkaden und füllen die leeren Energiespeicher mit cuneesi al rhum wieder auf, den schweren Schokoladenpralinen, die Sie in jeder pasticceria bekommen.

Tag 6

Heute ist Kunstgenuss angesagt: Über die SP 589 fahren Sie zwischen Westalpen und Poebene ins prächtig ausgemalte Castello della Manta , dann in die mittelalterliche Altstadt von Saluzzo mit ihren steilen Gassen und weiter zur Abbazia di Staffarda , dem hervorragend erhaltenen Zisterzienserkloster aus dem 12. Jh. Zur schicken Übernachtung lädt in Barge das Alter Hotel ein.

Tag 7-8

Ab ins Hochgebirge: Über Pinerolo geht es ins Chisonetal hinein. An der gewaltigen Festung von Fenestrelle lohnt eine Führung. Der Wintersportort Sestriere mit seinen charakteristischen runden Hoteltürmen ist der Höhepunkt im wörtlichen Sinn Ihrer Bergfahrt. Die Festung Sacra di San Michele hoch über dem Susatal ist ein aussichtsreicher Abschluss dieses Tags. Von hier ist es nicht mehr weit nach Turin .

Lassen Sie sich von der großen Schönheit der piemontesischen Hauptstadt bezaubern: Bummeln Sie unter den Arkaden eleganter corsi, trinken Sie Cappuccino unter dem Stuck des historischen Kaffeehauses Caffè Vittorio Veneto und erleben Sie moderne Kunst in Museen wie der Galleria Civica d'Arte Moderna. Und vergessen Sie nicht den Bummel über den Markt der Porta Palazzo, einen der größten offenen Märkte Europas - hier fühlt sich das Piemont fast schon sizilianisch an!

Schlösser, Wein und Open-Air-Kunst im Canavese

09:30

Die Tour beginnt in Rondissone (Ausfahrt der A 4 Turin-Mailand). Hier geht es nordwärts ab in Richtung Mazzè und durch die letzten Ausläufer der Poebene. Sie fahren durch Maisfelder und vorbei an Pfirsichbäumen, bis ein waldiger Hügel mit Schlossturm ins Blickfeld gerät: Wandern Sie in Mazzè zu Fuß zum Schlossviertel hoch. Die Burg selbst kann nicht besichtigt werden, doch die Atmosphäre in den stillen, kopfsteingepflasterten Gassen ist bezaubernd. Halten Sie auf der Weiterfahrt Richtung Cigliano beim Überqueren der Dora kurz an: Links hat ein schönes Stauwehr aus dem 19. Jh. einen ausgiebigeren Blick verdient.

Wenn hinter Villareggia rechts das Kloster Trompone auftaucht, biegen Sie links nach Moncrivello ab. In den Weinbergen am Straßenrand wird der Erbaluce di Caluso angebaut, ein für die Gegend typischer trockener Weißwein. Kaufen Sie eine Probierflasche im Castello di Moncrivello . Über Borgomasino fahren Sie ins Museumsdorf Maglione . Parken Sie vor dem Rathaus und spazieren Sie durch die Gassen mit den modernen Gemälden auf den Fassaden. Besonders viele gibt es in der Via Castello zu sehen.

12:00

Von der Straße nach Ivrea kurven Sie dann auf die Anhöhe oberhalb von Vestignè hoch, wo sich das mächtige Schloss von Masino erhebt. Besichtigen Sie nicht nur die prächtige Residenz (Ballsaal, Kutschensammlung!), sondern auch den großen englischen Park mit Labyrinth und Rosengarten. In den Gewölben des Schlosscafés stärken Sie sich mit einem Cappuccino und genießen die herrliche Aussicht von der Terrasse. Dann geht es weiter nordwärts nach Ivrea . Folgen Sie dort dem Einbahnstraßensystem rund um die Innenstadt bis zum großen Parkplatz am Corso Botta. Machen Sie auf der Via Palestro einen Spaziergang durch die hübsche Altstadt und lassen Sie sich zum köstlichen Mittagessen in der Trattoria La Mugnaia nieder. Danach fahren Sie in fünf Minuten zum herrlich im Grünen gelegenen Lago Sirio und halten an einem der Badeplätze am Südufer Siesta.

16:30

Auf der Rückfahrt durch Ivrea kommen Sie in der Via Miniere und der Via Jervis an einigen Olivetti-Bauten im Stil der Moderne vorbei. Fahren Sie nun weiter durch freundliches, bäuerliches Voralpenland nach Agliè. Der Besuch des Schlosses , einer Perle piemontesischen Backsteinbarocks, ist Pflicht!

Nächste Station ist das lebhafte Städtchen Rivarolo. Das mittelalterliche Schloss dürfen Sie hier getrost zugunsten einer Eiswaffel aus der Gelateria Carapina vernachlässigen. Probieren Sie die Geschmacksrichtung nocciolini di Chivasso (Haselnussmakronen)! Über San Giorgio Canavese fahren Sie nun zum Endpunkt der Tour nach Caluso . Das charmante Städtchen ist Heimat des schon erwähnten Weißweins Erbaluce. Besichtigen Sie den Weinkeller im Weingut Gnavi und verkosten Sie (aber nicht hinreißen lassen - Sie sind ja mit dem Auto da!) den wunderbaren Spumante und den Passito, den der Winzer hier keltert.

Genusstour durch die ­Weindörfer der Langhe

9:00

In Alba fahren Sie über den Corso Piave aus der Stadt hinaus und über Talloria ins Dorf Roddi hoch, wo es im mittelalterlichen Schloss ein kleines Trüffelsuchermuseum mit angeschlossenem Feinkostladen gibt. Dann fahren Sie zwischen Haselnussbüschen und Weinbergen weiter nach Verduno , dem ersten Dorf im Barologebiet. Vom Schloss spazieren Sie an der Kirche vorbei zum grasbewachsenen Aussichtspunkt der Piazza Belvedere. Genießen Sie die einzigartige Aussicht über das Hügelmeer der Langhe!

Über ein schmales, gewundenes Landsträßchen fahren Sie weiter nach La Morra , einer der wichtigsten Barologemeinden. Spazieren Sie durch die malerische Altstadt und informieren Sie sich in der netten Cantina Comunale über alles, was Sie schon immer über den Barolo wissen wollten. Natürlich können Sie hier auch einkaufen. Am Ortsende lassen Sie das Auto stehen und wandern durch Weinberge eine halbe Stunde in Richtung Fontanazza Cerequio bis zur knallbunten Cappella del Barolo , deren Fassade der US-amerikanische Künstler Sol Lewitt gestaltet hat.

Zurück auf der Hauptstraße, fahren Sie nach Barolo hinunter, das dem Wein seinen Namen gab. Mehr zum Thema Weingenuss erfahren Sie im schlosseigenen Museo del Vino, einer spannend gemachten Erlebniswelt, in der es weniger um die Technik der Weinherstellung geht als um die damit verbundenen Emotionen. Im Anschluss besichtigen Sie den Weinkeller der Erfolgskellerei Marchesi di Barolo.

14:15

Nun ist es aber höchste Zeit fürs Mittagessen! Fahren Sie dazu noch ein kleines Stückchen weiter zur Trattoria della Posta , einem der besten Gasthäuser der Langhe kurz hinter Monforte d'Alba im Ortsteil Sant'Anna. Danach geht es weiter auf der Straße nach Roddino und dann links ab in das auf einem schmalen Bergkamm liegende, besonders hübsche Serralunga d'Alba mit perfekt erhaltenem mittelalterlichem Schloss im Ortskern. Hier erfand ein Apotheker im 19. Jh. den seinerzeit als Medizin eingesetzten barolo chinato, der heute als Digestif gute Dienste tut. Kaufen Sie ein Fläschchen davon in der Schlossvinothek Infernòt del Castel! Ein paar Kilometer weiter nördlich kommen Sie ins kleine Grinzane Cavour , wo Camillo Benso di Cavour von 1832 bis 1849 Bürgermeister war, bevor er sich als piemontesischer Außenminister mit der Einigung Italiens höheren Aufgaben widmete. Berühmt ist das Dorf wegen seines Schlosses, das sich wuchtig über die Landschaft erhebt und im Inneren die Hinterlassenschaften Cavours zeigt.

17:00

Noch einmal 5 km weiter erreichen Sie Diano d'Alba . Hier wird nicht nur Barolo, sondern auch Dolcetto d' Alba gekeltert, ebenfalls ein typisch piemontesischer - und deutlich preiswerterer - Rotwein. Genießen Sie vom Platz vor der Backsteinkirche einen letzten Blick über die Hügel der Barologemeinden und fahren Sie dann nach Alba zurück. Dort dürfen Sie Weinproben und Mittagessen im örtlichen Hammam Maison Arabe auf die angenehmste Weise wieder ausschwitzen.

Mit dem Fahrrad durch die Autostadt

10:00

Sie starten am Ostende der Brücke Ponte Balbis im Süden der Innenstadt und radeln direkt am Poufer entlang vorbei an Tennisplätzen und Ruderclubs nach Norden. Gönnen Sie sich auf der Terrasse des Ruderclubs Esperia einen Kaffee - der Blick über den Fluss auf die Altstadt ist hinreißend. Überqueren Sie dann sofort den Corso Moncalieri und besichtigen Sie die tempelartige Rundkirche Gran Madre di Dio mit ihren auffallenden Steinstatuen. Einem hartnäckigen Gerücht zufolge ist hier der Heilige Gral versteckt.

Immer direkt am Poufer entlang radeln Sie entspannt weiter nach Norden. Kaufen Sie auf dem charmanten Markt der Piazza Borromini Zutaten für ein Picknick. Hinter dem Friedhof von Sassi fällt die Stadt zurück; das Umfeld wirkt schon ländlich. Die Wiesen des Parco del Meisino mit Blick auf den Fluss und die Wallfahrtskirche Superga hoch oben in den Hügeln sind der perfekte Ort für ein Picknick. Den Nachtisch gönnen Sie sich 2 km weiter in San Mauro Torinese: Ein Eis bei Gelo Doc dürfen Sie sich jetzt genehmigen - hier haben Sie nämlich den Scheitelpunkt der Tour erreicht.

13:30

Auf dem Ponte Vittorio Emanuele überqueren Sie den Po und biegen sofort dahinter links auf den Uferradweg ab. Diesem folgen Sie wenige Hundert Meter am Pozufluss Stura entlang bis zur Brücke Amedeo VIII. Auf dieser überqueren Sie die Stura und halten sich gleich wieder links. Nun wieder am Po entlang, radeln Sie südwärts durch den Parco della Colletta, wo am Wochenende die rumänischen Einwanderer grillen, und biegen dann rechts in den Radweg längs des Flusses Dora ab. Es geht nun durch das neue Universitätsviertel Regio Parco. Bewundern Sie die geschwungene Dachhülle des Campus Luigi Einaudi am anderen Flussufer und schnuppern Sie studentische Atmosphäre bei einem Lemonsoda vor dem Café Convivium .

15:00

Dann fahren Sie auf dem Corso Regio Parco ans andere Doraufer und durch die Giardini Reali auf die Piazza Castello und weiter durch die Via Verdi bis zur Via Montebello, wo Sie mit dem Panoramaaufzug zur Aussichtsterrasse der Mole Antonelliana hinaufgleiten und sich von oben ansehen, was Sie heute schon alles geleistet haben! Am westlichen Poufer radeln Sie schließlich über die Murazzi und den Parco del Valentino zum Ponte Balbis zurück.

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Eigentlich wollte die Reisejournalistin in Turin nur einen Antiquitätenmarkt besuchen, doch dann blieb sie, fasziniert von der Schönheit der Stadt, gleich ganz da. Seit 1995 lebt die gebürtige Münchnerin in der piemontesischen Hauptstadt, in die sie nach ihren Reisen durch die Welt immer wieder voller Vorfreude zurückkehrt. Sie schreibt für viele deutsche Zeitungen und Magazine.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

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