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Reiseführer Oberbayern:Erlebnistouren

Jeder Zipfel dieser Erde hat seine eigene Schönheit. Wenn Sie Lust haben, die einzigartigen Besonderheiten dieser Region zu entdecken, wenn Sie tolle Tipps für lohnende Stopps, atemberaubende Orte, ausgewählte Restaurants oder typische Aktivitäten bekommen wollen, dann sind diese maßgeschneiderten Erlebnistouren genau das Richtige für Sie. Machen Sie sich auf den Weg und folgen Sie den Spuren der MARCO POLO Autoren.

Oberbayern perfekt im Überblick

Tag 1

Der Ausgangspunkt Ihrer Route ist das idyllische Landsberg am Lech . Ein Gang durch die alte Handelsstadt zeigt die verspielte, vom Rokoko geprägte Architektur. Auf der B 17 dem Lech nach Süden folgend finden Sie in Altenstadt bei Schongau das Kontrastprogramm dazu: den romanisch-expressiven Großer Gott von Altenstadt in der Basilika Sankt Michael. Weiter auf der B 472 und B 17 schmiegt sich die Wieskirche , Unesco-Weltkulturerbe und ein Schatzkästchen des Rokoko, zwischen grüne Wiesen. Nach so viel kirchlichem Prunk schmeckt eine Radlerhalbe zu Wurstsalat und Brezn im Biergarten des Gasthof Schweiger gegenüber. Auf der B 23 und der Deutschen Alpenstraße geht es nun zu einem der Lieblingsschlösser Ludwigs II., dem Schloss Linderhof , und dann ins schöne Oberammergau mit seinen behäbigen Bauernhäusern und Läden voller Holzschnitzkunst. Im mit Lüftlbildern geschmückten Pilatushaus sehen Sie Schnitzern, Hinterglasmalern und Töpfern bei der Arbeit zu. Empfehlenswert ist abends eine Vorstellung im Oberammergauer Passionstheater und eine Übernachtung im Gasthof zur Rose.

Tag 2

Nächstes Etappenziel an der B 2 ist das von eindrucksvoller Gebirgskulisse gerahmte Garmisch-Partenkirchen am Fuß der Zugspitze , die Sie per Bahn und Gondel erobern. Ein grandioses Bergpanorama und Kaffee in der schicken Panoramalounge 2962 erwarten Sie. Über die B 2 erreichen Sie das hübsche, von Lüftlmalereien geprägte Geigenbauerdorf Mittenwald . Reservieren Sie einen Tisch für den Abend im Marktrestaurant und steigen Sie für eine Übernachtung im Gästehaus Zunterer im benachbarten Wallgau ab.

Tag 3

Am folgenden Morgen bringt Sie die Gondel in die Felsspitzenkulisse des Karwendel . Auf dem Panoramaweg wandern Sie in etwa einer Stunde um die Karwendelgrube mit immer neuen, faszinierenden Ausblicken tief hinein in die österreichischen Felsgipfel. Genießen Sie Sicht und Sonne und machen Sie sich gegen Mittag auf die Weiterfahrt. Auf der B 2 nach Norden gelangen Sie nach Murnau am Staffelsee , dem Sehnsuchtsort der Künstler der expressionistischen Künstlervereinigung "Der Blaue Reiter". Der nächste Übernachtungsstopp im Künstlerdomizil Am Eichholz Galerie & Art Hotel passt gut ins Flair des "Blauen Landes". Hier sind zahlreiche Werke von August Macke, Wassily Kandinsky und Gabriele Münter entstanden. Das Murnauer Münter-Haus und in Kochel am See das Franz-Marc-Museum, die Sie auf einem Abstecher am Nachmittag besuchen, präsentieren deren Wirken.

Tag 4

Nach einem zweistündigen Spaziergang durch die faszinierende Moorlandschaft des Murnauer Moos am nächsten Morgen geht's von Urfeld am Walchensee durch eines der schönsten Alpentäler, die Jachenau , und auf der B 13 nordwärts an der noch jungen und wilden Isar entlang. Suchen Sie sich eine Kiesbank und springen Sie ins Wasser - eiskalt, aber erfrischend! Im ehemaligen Flößerstädtchen Bad Tölz flanieren Sie zwischen prachtvollen Häusern am Markt und besuchen das privat betriebene Bulle von Tölz Museum, das an die hier gedrehte Fernsehserie erinnert. Kontrast zum bäuerlichen Tölz ist der weiter östlich liegende, mondäne Tegernsee , wo im gleichnamigen Ort im Herzogliches Bräustüberl ein zünftiger Schweinebraten und im Hotel Das Tegernsee Designerzimmer warten.

Tag 5

Am Tag darauf unternehmen Sie über B 472, A 8 und B 15 einen Abstecher nach Norden in die nahezu unverfälscht erhaltene Altstadt von Wasserburg am Inn . Ein einstündiger Spaziergang auf dem Skulpturenweg rund um die Altstadt verbindet historische Architektur und moderne Kunst. Dann folgen Sie der B 304 zum Chiemsee mit einem weiteren Königsschloss: Neues Schloss Herrenchiemsee , zu dem Sie vom Hafen Stock mit dem Raddampfer "Ludwig Fessler" übersetzen. Ganz vorzüglich schmeckt in Prien am Chiemsee der Steckerlfisch im schattigen Garten der Fischhütte Reiter, bevor es weiter nach Osten zum Waginger See und dem nächsten Übernachtungsstopp, dem Hotel Wellnessgarten geht. Nehmen Sie sich Zeit für die Wellnesseinrichtungen und Naturteiche des Hauses!

Tag 6-7

Am nächsten Morgen starten Sie gegen 9 Uhr entspannt über die A 8 nach Bad Reichenhall , dessen Alte Saline die Geschichte der Salzgewinnung erzählt. In Berchtesgaden mit seinem spannenden Salzbergwerk Berchtesgaden geht es dann tief in die Hochgebirgswelt hinein. Am Nachmittag unternehmen Sie zum Ausklang eine Wanderung durch den Zauberwald entlang des Hintersee (ca. 6,4 km, 2 Std.), wo Sie einen fast urwaldartigen Bergwald erleben! Und für die letzte Übernachtung beziehen Sie das nahe Berghotel Rehlegg. Am folgenden Tag schließt ein "Klassiker" die Reise ab: die Bootstour über den von Steilwänden umschlossenen Königssee zum fotogenen Kirchlein Sankt Bartholomä und seiner historischen Gaststätte.

Vom Starnberger See in die Eng

8:00

Sie starten in Seeshaupt an der Südspitze des Starnberger Sees. Durch die stille Moorlandschaft der Osterseen geht es ins Städtchen Penzberg , das eine 2005 erbaute Moschee besitzt - ein Meisterwerk moderner Architektur mit einem Minarett aus durchbrochenem Stahl, in dem der Gebetsruf in Schriftform eingearbeitet wurde, sowie einem in lichtes Blau getauchten Gebetsraum (Schuhe ausziehen).

Kontrastprogramm zur Moderne bietet das etwas weiter südlich gelegene Kloster Benediktbeuern mit seiner Rokokokapelle vor dem Hintergrund der mächtigen Benediktenwand. Die Route führt Sie auf die Alpenkette zu. In Kochel am See können Sie im Franz-Marc-Museum Werke des expressionistischen Künstlers bestaunen. Eine Kaffeepause im Museumsrestaurant kommt gerade recht, denn dann geht es ein Stück am Kochelsee entlang, und schließlich erfordert die durch dichten Wald führende Kesselbergstraße Ihre volle Aufmerksamkeit. Sie ist nur 9 km lang, überwindet dabei aber in engen Serpentinen 280 Höhenmeter und besitzt mehrere schöne Aussichtspunkte.

Am Westufer des Walchensee haben Sie freien Blick auf die auf dem See tanzenden Surfer, dann setzen Sie die Tour nach Süden fort, wo in Wallgau der berühmte Gasthof zur Post über und über mit Lüftlmalereien geschmückt ein hübsches Fotomotiv darstellt. Karwendel- und Wettersteingebirge sind nun ganz nah, Zug- und Alpspitze mit ihren markanten Felspyramiden leicht zu erkennen. Nun folgt die Route der Isar nach Osten (Mautstraße 4 Euro). Das malerische Dorf Vorderriß liegt schon mitten im Alpenpark Karwendel, dessen schroffe Berge steil aus dem Tal aufsteigen.

13:00

Hier sollten Sie unbedingt einen Abstecher am Rißbach entlang nach Österreich unternehmen: Über Hinterriß erreichen Sie das Almdorf Eng auf dem Großer Ahornboden in 1227 m Höhe (Maut Hinterriß-Eng 4,50 Euro). Das mit über 2000 uralten Bergahornbäumen bestandene Hochtal ist vor allem im Herbst ein Touristenmagnet; dann verwandelt es die rotgoldene Färbung der Blätter in eine Märchenlandschaft. Zur Mittagseinkehr lädt der familiär geführte Alpengasthof Eng. Eine gemächliche Wanderung zum Enger Grund führt rund 6 km vom Parkplatz vorbei an den Engalmen und dem Bach folgend ins Tal hinein bis zum Talschluss. Dort wartet, eingerahmt von den Felswänden der Spitzkarspitze und der Dreizinkenspitze, ein von der Natur geschaffenes Theaterhalbrund.

17:00

Auf gleicher Strecke fahren Sie bis Vorderriß zurück, folgen der Straße 307 weiter nach Osten und erreichen den Sylvensteinsee mit einem schönen Aussichtspunkt, wo die Straße den See überquert. Dort, wo die Isar den See nach Norden verlässt, biegt die Route ebenfalls nach Norden auf die B 13 in Richtung Lenggries ein. Kiesbänke und Auwälder säumen den Fluss, und seltene Vögel wie Eisvogel oder Graureiher sind zu erspähen. Beim Weiler Holz kurz vor Lenggries zweigt die Route ab und wendet sich nach Westen in Richtung Jachenau (Maut 4 Euro). Sie folgen dem Wasserlauf der Jachen durch ein idyllisches, wenig besuchtes Tal. Bei Niedernach mündet die Jachen schließlich in den Walchensee . Hier lädt die Waldschänke Niedernach zur Rast und der Walchenseestrand davor zu einem Test der eigenen Kälteunempfindlichkeit.

Durchs unbekannte Oberbayern

Tag 1

Freising mit seinem von den Brüdern Asam schneeweiß stuckierten Dom Mariä Geburt ist Startpunkt der kombinierten Auto- und Fahrradtour. Nach der Besichtigung des Gotteshauses sollten Sie sich spätestens um 10 Uhr über die A 9 auf den Weg machen nach Ingolstadt mit seinem imposanten Festungsring und der romantischen Altstadt. Ein Mittagssnack im Le Café, dann führt die B 16 nach Westen ins Renaissancestädtchen Neuburg an der Donau , das Sie gegen 14 Uhr erreichen. Nach dem Stadtbummel stillen Kaffee und Kuchen den Hunger im Vivat am Schloss, bevor es gegen 16 Uhr Richtung Norden weitergeht nach Eichstätt . Hier besichtigen Sie Dom zu Eichstätt und Willibaldsburg, besuchen ein Heer geflügelter Beschützer in der Schutzengelkirche und übernachten im Hotel Schönblick. Ein deftiges Abendessen im Gasthof Krone beschließt den Tag.

Tag 2

Am nächsten Morgen nehmen Sie zusammen mit Ihrem Fahrrad früh um 9 Uhr den Regionalzug vom Bahnhof Eichstätt nach Dollnstein (etwa stündl.), das Sie sechs Minuten später erreichen. Der Radweg beginnt nördlich der noch ganz von einer Wehrmauer umschlossenen Altstadt und führt unterhalb des imposanten Burgsteinfelsen , an dem zu jeder Jahreszeit Kletterer unterwegs sind, in Richtung Eichstätt (16 km). Die Landschaft des Altmühltals mit hellgrau leuchtenden Dolomitfelsen, von Wacholder bestandenen Hängen und Steppenheide ist um Obereichstätt besonders charakteristisch. Eichstätt passierend begleitet Sie auch die folgenden 27 km über Pfünz und Walting die mäandernde Altmühl, an deren Uferwiesen häufig Schafe grasen. Den würzigen Weiden verdankt das Fleisch der Tiere seinen aromatischen Geschmack. Beim Mittagessen im Biergarten Zum alten Wirt direkt am Radweg werden Sie es schmecken. In Kipfenberg erwartet das Römer- und Bajuwarenmuseum auf der Burg einen Besuch. Hier streift die Tour den Verlauf des römischen Limes, der zum Unesco-Welterbe zählt und den das Museum anschaulich dokumentiert. Kurz vor Kinding (6 km) unterquert der Radweg die Autobahn A 9, dann folgt er dem Fluss weitere 11 km bis Beilngries. Unterwegs bietet ein Sprung in den Kratzmühlsee eine willkommene Erfrischung an heißen Tagen. Im Seerestaurant Kratzmühle gibt es Kaffee und Kuchen, dann nehmen Sie die letzten 2 km unter die Pedale. Beilngries besitzt ein zauberhaftes historisches Stadtbild mit Häusern aus dem 16.-18. Jh. Von Beilngries-Hafen bringt Sie der Freizeitbus Nr. 2 samt Rad zurück nach Eichstätt .

Vom Heimgarten zum Herzogstand

8:00

Die Tour startet am Parkplatz der Herzogstandbahn . Der Ausschilderung in Richtung Heimgarten folgend geht es die ersten 15 Minuten weitgehend flach, dann in Serpentinen teils steil bergan. Immer wieder gibt der schattige Bergwald den Blick auf den im Tal glitzernden Walchensee frei. Nach rund 1 Stunde 45 Minuten sind bereits Hütte und Gipfel des Heimgartens in Sicht, doch zunächst müssen Sie noch einen relativ steilen Anstieg von einer knappen Stunde bewältigen. Von der Terrasse der kleinen Heimgarten-Hütte eröffnet sich Ihnen ein herrlicher Rundblick von der Karwendelspitze bis zum Wettersteingebirge, und ein Brotzeitteller ersetzt die verbrannten Kalorien. Schwindelfrei sollte man bei der Überquerung des Grats zwischen Heimgarten und Herzogstand sein, wenngleich er ziemlich breit ist. Doch keine Angst: Schwierige Stellen sind mit Drahtseilen gesichert.

12:00

Am Heimgarten ist das Panorama einfach königlich, links der Kochel-, rechts der Walchensee und hinter ihm Wetterstein, Karwendel und Benediktenwand. Nach eineinhalb Stunden auf nahezu gleicher Höhe gehend, kommen Sie am Herzogstand an. Von dessen von König Ludwig II. erbauten Gipfelpavillon genießen Sie ein weiteres Mal den phantastischen Rundblick, bevor Sie sich auf den Abstieg zum Berggasthof (30 Min.) machen, wo Sie sich mit einem Radler und einem Wurstsalat stärken können. Spätestens jetzt hat die Zivilisation Sie wieder: Dank der Seilbahn herrscht meist ziemlicher Rummel.

15:00

Ganz bequem trägt Sie danach die Seilbahn der Herzogstandbahn wieder hinunter. Nahe beim Parkplatz lockt zum Abschluss der Tour das Strandcafé Bucherer . Kaffee und Kuchen sowie einen Sprung in den kristallklaren Walchensee haben Sie sich nach dieser Wanderung redlich verdient.

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Die in Slowenien geborene Reisejournalistin lebt seit vielen Jahren in Oberbayern und schreibt über ihre Wahlheimat Reisebücher und Artikel. Es ist das Barocke, das sie hier besonders schätzt und das sich in der Küche ebenso manifestiert wie im Dekor von Kirchen und Klöstern. Am glücklichsten aber macht sie der Blick übers Voralpenland auf die Alpenkette – am besten bei Föhn.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

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