bedeckt München 29°

Reiseführer Norwegen:Erlebnistouren

Jeder Zipfel dieser Erde hat seine eigene Schönheit. Wenn Sie Lust haben, die einzigartigen Besonderheiten dieser Region zu entdecken, wenn Sie tolle Tipps für lohnende Stopps, atemberaubende Orte, ausgewählte Restaurants oder typische Aktivitäten bekommen wollen, dann sind diese maßgeschneiderten Erlebnistouren genau das Richtige für Sie. Machen Sie sich auf den Weg und folgen Sie den Spuren der MARCO POLO Autoren.

MARCO POLO Autor Jens-Uwe Kumpch

Norwegen perfekt im Überblick

Tag 1

Die Tour beginnt in Oslo mit dem Ausblick von der Holmenkollen-Schanze - die perfekte Einstimmung auf das Land der Berge, Wälder und Fjorde - und einem Bummel auf dem Dach des Opernhaus: im Rücken der Oslofjord, vor Ihnen topmoderne Hochhäuser.

Von Oslo fahren Sie nach Westen, bis Hønefoss auf der E 16, dann auf der Straße 7 durch Wälder hindurch und an Seen vorbei ins Landesinnere. In Flå machen Sie halt im Bjørneparken. In einem schön angelegten Naturgehege sehen Sie Bären, Elche und viele andere Tiere. Danach geht's bergauf zur Hardangervidda . An ihrem Ostrand wartet der Berggasthof Fagerheim Fjellstugu mit einem riesigen Wandergebiet, herzhafter Kost und Gastgebern, die jeden Stein in dieser nordischen Wildnis kennen. Planen Sie zwei Übernachtungen ein.

Tag 2

Der nächste Tag gehört der unendlichen Weite vor der Haustür. Also Wanderschuhe anziehen und aufbrechen!

Tag 3

Folgen Sie weiter der Straße 7. Im kleinen Ort Eidfjord beginnt Fjordnorwegen - zwischen steil aufragenden Felswänden und der Tiefe der Meeresarme schlängelt sich die Straße Richtung Küste. Die Region Hardanger ist Zentrum des Obstanbaus. Machen Sie am Hardangerfjord halt und probieren Sie frisch gepflückte Beeren, die es überall zu kaufen gibt. Anschließend erwartet Sie Bergen : Vom höchsten Punkt der Fløibahn mitten in der Stadt haben Sie einen herrlichen Ausblick.

Tag 4

Nun geht es auf der E 39 nach Norden und per Fähre über den riesigen Sognefjord , dann bei Byrkjelo auf die Straße 60 und den Innvikfjorden, einen Arm des Nordfjord, entlang. Tief schneidet sich das Nordmeer hier ins Landesinnere. Unvergesslich sind die Fährfahrt von Hellesylt in den Geirangerfjord und die Übernachtung in Petrines Gjestgiveri (Straße 63).

Tag 5

Sie fahren nach Norden auf der Straße 63 zur Fähre Eidsdal-Linge, mit der Sie übersetzen, dann auf der Straße 650 am Norddalsfjord entlang über Stordal und bei Sjøholt auf die E 39 nach Westen Richtung Ålesund . Nach einem Bummel durch die Jugendstilstadt fahren Sie wieder auf die E 39 und machen kurz hinter Molde einen Abstecher zur Atlantikstraße (Straße 664), wo Sie fast vom Autofenster aus die Angel auswerfen können.

Östlich von Kristiansund endet Fjordnorwegen. Sie fahren durch einen unterseeischen Tunnel von Kristiansund nach Süden zurück zur E 39. Die Wälder werden dichter, es geht ins Landesinnere, bis kurz vor Trondheim wieder ein Fjord auftaucht. In der Domstadt parken Sie Ihr Auto am Hauptbahnhof. Ein Bummel durch den Wohlfühlstadtteil Bakklandet am Ostufer des Flusses Nidelva mit seinen Cafés und Kneipen schließt den Reisetag ab.

Tag 6

Am nächsten Tag beginnt das Abenteuer Hurtigruten . Ruhig gleitet das Schiff an den traumhaften Küstenlandschaften von Helgeland entlang nach Norden.

Tag 7-9

Das Schiff überquert den Polarkreis und erreicht nach 16 Stunden Bodø , das Tor zu den Lofoten . Nach Überquerung des Vestfjords bleiben Sie an Bord, reisen durch den zauberhaften Trollfjord und kehren erst im Hafenort Stokmarknes um. Mitternacht ist gerade vorbei, es ist taghell. Am Nachmittag geht's nach Süden, noch einmal in den Trollfjord und nach Bodø, wo die Nacht wieder zum Tag wird. Auf der Zugfahrt von Bodø nach Trondheim können Sie sich dann ausgiebig entspannen. In Trondheim übernachten Sie noch einmal.

Tag 10

Mit dem Auto geht es nun auf der E 06 nach Süden: Im Dovrefjell gibt es Europas größten Moschusochsenbestand. Machen Sie mit bei einer geführten Wanderung vom Hjerkinnhus Vandrerhjem aus.

Tag 11

Südlich von Dombås beginnt das Tal Gudbrandsdalen, langsam öffnet sich die Landschaft bis hin zur Olympiastadt Lillehammer . Besuchen Sie die Wintersportarenen und das Freilichtmuseum Maihaugen - das ist noch einmal Norwegen pur.

Auf dem Weg in die Hauptstadt empfiehlt sich ein kurzer Stopp in Eidsvoll , wo das prachtvoll restaurierte Gebäude zu bewundern ist, in dem am 17. Mai 1814 die norwegische Verfassung beschlossen wurde. Nun fahren Sie bis Oslo , wo diese Tour wieder endet.

Durch Fjordnorwegen

Tag 1

Los geht's in Stavanger . Sie fahren zunächst südlich nach Sandnes und dort auf die Straße 13 zur Fähre Lauvvik-Oanes. Auf der anderen Seite biegen Sie kurz vor Jørpeland rechts ab zur Preikestolshytta, wo die zweistündige, teils anspruchsvolle Wanderung zum Felsplateau Preikestolen beginnt. Die Aussicht über den Lysefjord ist besonders frühmorgens traumhaft schön.

Fahren Sie weiter auf der Straße 13. Ryfylke ist die Landschaft der Täler und Wälder, der schmalen, weit verzweigten Fjorde und der Gebirge, die bis ans südnorwegische Setesdal reichen. Machen Sie in Årdal halt. Einen herrlichen Blick über Tal und Dorf haben Sie von der Alte Kirche, einem Kleinod aus dem frühen 17. Jh. Nach der Fährfahrt über den Jøsenfjord bei Hjelmeland haben Sie nach wenigen Kilometern einen schönen Blick ostwärts in den Fjord, dann geht es nach einer kurzen Kletterpartie zum schmalen Erfjord und weiter zum Sandsfjord.

Auf der Straße 13 bleibend geht es ins Gebirge. Die Teilstrecke am See Suldalsvatnet entlang führt Sie für eine Weile von den Fjorden weg. Bei Breifonn trifft Ihr Weg auf die E 134, die nach Hardanger führt. Die südliche Landmarke dieses traditionsreichen Feriengebiets ist der tosende Wasserfall Låtefossen , der neben der Straße in den Fluss stürzt. Sie fahren weiter nordwärts, und nun ist es nicht mehr weit bis zu einer entspannten Übernachtung im Odda Hytte & Gjestegård .

Tag 2

In Tyssedal schauen Sie im Norwegisches Wasserkraft- und Industriemuseum vorbei. Das Kraftwerk ist ein prachtvolles Bauwerk aus der Zeit von 1900 bis 1920, als in Norwegen die Wasserkraft zur tragenden Säule der Energiegewinnung und Industrieentwicklung wurde.

Nach der Überquerung der gigantischen, 1300 m langen Hängebrücke über den Hardangerfjord ist bald Voss erreicht. Der Wintersportort ist ein Eldorado für Extremsportler. Ein toller Rastplatz mit herrlichem Blick über die Bergwelt von Voss sind die Wiesen am Ufer des Sees Vangsvannet mitten im Ort.

Nachdem die Wassertreppen des Tvindefossen passiert sind, beginnt bald der Anstieg zum Pass Vikafjellet . Oben angekommen, machen Sie auf einem Rastplatz im Südteil des Passes halt und brechen für ein paar Stunden in die Bergwelt auf.

Wieder im Auto, biegen Sie kurz vor Vik links ab zur um 1150 erbauten Stabkirche von Hopperstad , deren gotischer Altarbaldachin mit prächtigen Schnitzereien geschmückt ist. Auf der anderen Straßenseite steht die kleine Hove-Steinkirche (2. Hälfte des 12. Jhs.), das älteste Gebäude der Region. Sie ist der letzte Stopp vor dem Sognefjord , dem Sie jetzt noch einige Minuten bis nach Vangsnes folgen, wo die Fähren nach Hella fahren.

Norwegens Traumküste

Tag 1

Von Steinkjer fahren Sie nordwärts bis zur Fähre Holm- Vennesund . Vom Anleger in Vennesund ist aus der Ferne der Berg Torghatten zu sehen. Sein auffälliges Merkmal ist ein Loch, das einst vom Meer in den Fels gewaschen wurde. Bleiben Sie in Vennesund und genießen Sie den Sonnenuntergang an der Küste Nordlands. Übernachten können Sie im Vennesund Brygge og Camping.

Tag 2

Das Ziel am Tag darauf sind Brønnøysund und der von Weitem bestaunte Torghatten. Der Berg liegt 15 km westlich auf einer Insel. Ein 20-minütiger Fußweg führt Sie an das 160 m breite und 35 m hohe Loch - ein traumhafter Ausblick und frische Seeluft erwarten Sie.

8 km nördlich von Brønnøysund liegt auf dem Hof Tilrem der Kräutergarten Hildurs Urterarium . Der Polarkreis ist ganz nah, doch hier wird Kräutersuppe mit Zutaten aus eigenem Garten serviert. Nach 20-minütiger Überfahrt mit der Fähre Horn-Anndalsvågen und 17 km schöner Küstenstrecke gelangen Sie nach Vevelstad und Forvik . Am Fähranleger liegt der 200 Jahre alte Handelsplatz Forvikgården, ein Stück weiter stehen das Heimatmuseum und die Kirche (1796) mit einem Altarbild von Joseph Pisani.

Die nächste Fähre benötigt eine Stunde bis Tjøtta. 19 km weiter liegt Alstahaug , das Herz von Nordland. Landeinwärts sehen Sie die Bergkette der "Sieben Schwestern". Fast am Seeufer liegt neben der Kirche aus dem 12. Jh. das Anwesen des Pfarrers und Dichters Petter Dass (1647-1707), nahebei das eindrucksvolle Petter-Dass-Museum. Eine gut 1000 m lange Hängebrücke ist die Landmarke der Fischereistadt Sandnessjøen (5300 Ew.). Planen Sie zwei Übernachtungen im Rica Hotel Syv Søstre ein, um die Inselwelt von Nordland zu erkunden.

Tag 3

Sie fahren mit dem Linienschiff zu den beiden Trauminseln Lovund und Træna - ein Tagesausflug weit aufs Meer hinaus zu gastfreundlichen Menschen, die auch heute noch von der Fischerei leben, und zu Felsen mit riesigen Seevogelkolonien.

Tag 4

Nördlich von Sandnessjøen verkehrt die Fähre Levang-Nesna. Auf der Landseite rücken die Berge jetzt immer näher. Die einstündige Fährfahrt Kilboghamn-Jektvik ist wegen des imaginären Polarkreises etwas Besonderes. 28 km hinter Jektvik wartet bereits die Fähre Ågskaret-Forøy. Im Inneren des Holandsfjord ist der Engabreen, ein Gletscherarm des Svartisen, fast bis ans Meer herangerückt. Mit einem Ausflugsschiff kommen Sie von Holand oder Braset an die faltigen Eismassen heran. Übernachten können Sie an der Mündung des Fjords mit Blick aufs Nordmeer bei Furøy Camping.

Tag 5

Nach Durchquerung des Svartisen-Tunnels gelangen Sie in den Industrieort Glomfjord und weiter nach Ørnes. 38 km nördlich machen Sie einen Abstecher auf die Straße 838 nach Gildeskål , spazieren durch den kleinen Ort zu der vor 1250 erbauten Kirche und genießen die Ruhe, das Hafenidyll und den traumhaften Blick in alle Richtungen.

Zurück auf der Straße 17, gelangen Sie zu den tosenden Wassermassen des Saltstraumen . Wenige Kilometer hinter dem aus luftiger Höhe beeindruckenden Mahlstrom endet die Straße 17: Bei Løding biegen Sie auf die Straße 80 ab, und in Bodø endet diese Tour.

Von der Hauptstadt zum Welterbe

Tag 1

Der Zug fährt morgens in Oslo vom Hauptbahnhof ab, bringt Sie durch die Städte Drammen und Hønefoss und ins waldreiche Tal Hallingdal. Von jetzt an geht es bergan - bis zum Bahnhof Haugastøl , der rund 300 km entfernt vom Oslofjord und 988 m höher als dieser liegt. Dort warten die gemieteten Fahrräder, und die erste Etappe des Rallarvegen kann beginnen.

Auf dem ersten Abschnitt der alten Baustraße entlang der Bergenbahn radeln Sie auf festem, aber nicht asphaltiertem Untergrund von Haugastøl bis nach Finse : Das "Dach Norwegens" in 1222 m Höhe ist erreicht. Bleiben Sie für eine Nacht im Finse Hotel, machen Sie abends noch einen Spaziergang am See entlang und genießen Sie die Terrasse mit Gletscherblick.

Tag 2

Auf der zweiten Etappe der Radtour geht es zwar zumeist abwärts, doch weniger anspruchsvoll wird die Strecke dadurch nicht. Auch im Sommer können Sie noch auf Schneewehen stoßen, das Wetter hier oben ist launisch. Der Gletscher Hardangerjøkulen wacht über die Reisenden, manche Kurve erfordert größte Vorsicht - besonders ab dem Hotel Vatnahalsen, wo der teils dramatische Abstieg ins Tal Flamsdålen beginnt. Auf den letzten 10 km legen Sie im Windschatten mächtiger Felswände einen Höhenunterschied von rund 800 m zurück, hier ist volle Konzentration notwendig.

In Flåm sind Sie am Aurlandsfjord angekommen, der zum Unesco-Welterbe gehört. Am Endbahnhof der weltberühmten Flåmsbahn ist der Trubel ein spürbarer Kontrast zur Ruhe der letzten beiden Tage. Hier geben Sie die Fahrräder ab und essen Ihren Lunch in der Mikrobrauerei Ægir, die von einem New Yorker und einer Norwegerin erfolgreich betrieben wird. Wenn noch Zeit bleibt, schauen Sie im Flåmsbahn -Museum im ehemaligen Stationsgebäude vorbei. Jetzt geht's durch 20 Tunnels und viele enge Kurven mit der Flåmsbahn wieder in die Berge zurück. Auf 20 km Strecke kämpft sich das elektrische betriebene Gespann auf 865 m hoch.

In Myrdal steigen Sie in die Bergen bahn Richtung Bergen um. Durch den Ort Voss, durch unzählige Tunnels und vorbei an weiteren Fjorden kommen Sie nach rund zwei Stunden schließlich nach Bergen , wo sich Körper und Sinne nach einem langen Tag voller Eindrücke erholen können. Ein feines Hotel mit guter Küche direkt am Bahnhof ist das Grand Hotel Terminus. Die Reise quer durch Südnorwegen ist hier zu Ende.

Weiter zu Kapitel 1

Sein Studium brachte Jens-Uwe Kumpch nach Westnorwegen. Sein Beruf als Übersetzer und Journalist hat ihn mehrmals bis an die Eismeerküste geführt, auf Wanderungen hat er die entlegensten Winkel des Landes erkundet. Obwohl er seit 25 Jahren in Norwegen wohnt, ist unser Autor ein aufmerksamer und kritischer Beobachter geblieben. Für MARCO POLO schreibt er auch den Band „Oslo“.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

Zur SZ-Startseite