Süddeutsche Zeitung

Reiseführer London:Essen & Trinken

Kulinarische Entdeckungsreise durch alle Kontinente und Ansprüche: von greasy spoons zu Gourmettempeln

MARCO POLO Koautorin Birgit Weber

Im Zeichen von Modern British, Modern European oder Asian Fusion kommen spannende, manchmal auch etwas überkandidelte Zusammenstellungen auf die Teller. Derweil sind die Briten eine Nation von Hobbyköchen geworden, inspiriert von Fernsehköchen wie der soliden Delia Smith, dem lockeren Jamie Oliver oder der sinnenfrohen Nigella Lawson. Londoner machen sich nur am Wochenende die Mühe, ein klassisch britisches Frühstück mit Eiern und Bacon zuzubereiten, und gönnen sich zunehmend einen herzhaften Restaurantbrunch. Wochentags gibt es in funktional eingerichteten caffs superbillig einen Becher Tee, baked beans (Bohnen in Tomatensauce) auf Toast, Spiegeleier und sausages (Würstchen). Die caffs sind Teil britischer Arbeiterkultur und werden wegen ihres hohen Anteils an Fettgebratenem auch greasy spoons („fettige Löffel“) genannt. Immer mehr im Trend: biologische (organic) und fair gehandelte (fair trade) Produkte sowie Porridge. Außer Haus ist die Tasse Tee, oder cuppa, inzwischen vom Milchkaffee (latte/flat white) abgelöst worden. Einen Starbucks finden Sie in London an jeder Ecke.

An Arbeitstagen machen die Briten nur kurze Mittagspausen; oft muss ein Sandwich am Schreibtisch genügen. Das Abendessen hat viele Namen: vom tea zwischen halb sechs und sieben über supper für ein leichtes Abendessen bis zum formelleren dinner. In Restaurants heißen Vorspeisen starters, Hauptgerichte main courses und Nachspeisen desserts, im normalen Sprachgebrauch puddings. Beilagen sind side dishes. Auf den meisten Restaurant-Websites finden Sie die Speisekarte.

Das britische Äquivalent zum „Italiener“ bei uns sind indische Restaurants. In Chinatown gibt es All-you-can-eat-Büfetts zum Sattessen ab £ 5. Empfehlenswerte Restaurantketten sind Pizza Express (www.pizzaexpress.com) und Wagamama (japanisch, jung, www.wagamama.com). Tischreservierung ist bei vielen Restaurants vor allem am Wochenende nötig. Die Gourmettempel sind mitunter Wochen im Voraus ausgebucht. Über die Websites www.toptable.co.uk und www.opentable.co.uk sind Online-Tischreservierungen – häufig zu Spezialpreisen – möglich. Restaurants servieren meist 12–15 und 18–23 Uhr (sonntags früher). Theater- oder Kinogängern bieten viele Restaurants von 17.30–19 Uhr ein pre-theatre meal.

Café

Einen traditionellen Afternoon Tea in einem schicken Hotel sollten Sie sich einmal gönnen: Mini-Sandwiches mit Gurken, Lachs oder Ei, scones mit Sahne und Marmelade und Patisserien. Immer beliebter: das Glas Champagner dazu.

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