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Allein am Freitag starben drei weitere Menschen in Deutschland an der Schweinegrippe. Der neue Gesundheitsminister Rösler hält dennoch die normale Grippe für gefährlicher.

Philipp Rösler, dpa

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler relativiert die Gefahr der Schweinegrippe. (Foto: dpa)

In Deutschland sind drei weitere Menschen an der Schweinegrippe gestorben. Damit gibt es jetzt bislang sechs Todesopfer der Infektionskrankheit. Der neue Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler relativiert allerdings die Gefahr. Er sieht in der normalen Herbstgrippe derzeit noch ein höheres gesundheitliches Risiko als in der Schweinegrippe.

Der FDP-Politiker sagte der Bild am Sonntag er lasse sich zuallererst gegen die normale Grippe impfen. "Die ist momentan noch gefährlicher. Und danach gegen die Schweinegrippe." Jeder Bürger solle mit seinem Arzt besprechen, ob er sich gegen die Schweinegrippe impfen lassen wolle.
"Gefährdete Personen sollten sich aber wie von der Ständigen Impfkommission empfohlen jetzt gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Auch die Polizei und die Feuerwehrleute sollten sich wie vorgesehen impfen lassen."

Die normale Grippeimpfung sollte man dabei aber keinesfalls vergessen: "Denn die kann für bestimmte Personengruppen mit chronischen Krankheiten auch gefährlich sein."

30.000 Infektionsfälle


Doch auch die Schweinegrippe breitet sich immer schneller in Deutschland aus. Bislang seien knapp 30.000 Infektionsfälle seit Ausbruch der sogenannten Neuen Grippe im April erfasst worden, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Den Bundesländern lagen zum Ende der ersten Impfwoche zunächst keine Zahlen der immunisierten Menschen vor.

Der Direktor des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit an der Uni-Klinik Bonn, Martin Exner, warnte, dass "möglicherweise jetzt die zweite Welle der Influenza-Pandemie auch in Deutschland beginnt". Insbesondere mit der kalten Jahreszeit könne nun vermehrt mit schwereren Krankheitsverläufen zu rechnen sein.

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Im Saarland erlag am Freitag ein fünfjähriger Junge den Folgen der Schweinegrippe. Ein 16-jähriger Patient aus dem schwäbischen Günzburg ist nach einem Bericht der Augsburger Allgemeinen im Augsburger Zentralklinikum ebenfalls an der Grippe gestorben. Im Universitätsklinikum Bonn starb eine Frau, teilte ein Sprecher des Krankenhauses am Abend mit.

Wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Abend in Saarbrücken sagte, habe das Kind durch einen Unfall vor zwei Jahren an schweren chronischen Krankheiten gelitten. Der Junge sei seit zwei Tagen in einer Kinderklinik in Neunkirchen behandelt worden und litt neben der Schweinegrippe an einer bakteriellen Lungenentzündung.

Der Jugendliche erlag, wie ein Klinik-Sprecher der Augsburger Allgemeinen bestätigt, ebenfalls am Freitag dem Virus. Nach Informationen des Blattes war er schwerbehindert.

Die 48-Jährige aus dem Rhein-Sieg-Kreis hatte dagegen keine bekannten Vorerkrankungen, die den schweren Krankheitsverlauf erklären würden, hieß es. Wo sie sich angesteckt hat, ist unklar. Die Patientin sei vor einigen Tagen in das Universitätsklinikum verlegt worden. Dort musste sie an der künstlichen Lunge angeschlossen werden.

An den Folgen der neuen Grippe waren in Deutschland bislang nur Patienten gestorben, die bereits andere Krankheiten hatten oder wegen gesundheitlicher Risiken besonders anfällig gewesen waren. Nach dem neuen Fall rechnet das Robert Koch Institut nun damit, dass auch in Deutschland verstärkt Patienten ohne weitere Vorerkrankungen an der Schweinegrippe sterben könnten.

Zwei neue Todesfälle auch in China


Zuletzt war am 23. Oktober der dritte Todesfall im Bundesgebiet durch die neue Grippe bekanntgeworden: Ein 65 Jahre alter Mann starb in der Universitätsklinik Mannheim.

In Europa starben nach Zahlen des EU-Seuchenkontrollzentrums ECDC bislang rund 250 Menschen an der Schweinegrippe, mehr als die Hälfte davon in Großbritannien. Weltweit wurden rund 6000 Todesfälle gemeldet, davon allein 1000 in den USA.

In China starben am Freitag ebenfalls zwei weitere Menschen infolge der Schweinegrippe. Damit sind dem Virus auf dem chinesischen Festland bereits sechs Menschen erlegen. Binnen 48 Stunden seien 2.972 Krankheitsfälle bestätigt worden, erklärte das Gesundheitsministerium. Insgesamt sind den Angaben zufolge fast 45.000 Menschen in China an Schweinegrippe erkrankt.

(AP/dpa/Reuters/jobr/afis/grc)

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