Von Thomas Hummel

Bayern-Manager: "Er wird das Interview noch bedauern." Das 1:1 gegen Schalke lindert die Münchner Probleme nicht, für Schalke trifft ein 18-jähriger Debütant.

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Tumult nach einem Freistoß: Von Kuranyis (r.) Kopf wird der Ball, klar, Daniel van Buyten vor die Füße fallen. Foto: Getty

Philipp Lahm soll mit einem Lächeln den Mannschaftsbus vor der Münchner Arena verlassen haben. Dabei war es durchaus bemerkenswert, dass der Nationalspieler überhaupt dabei war, nach einem Aufsehen erregenden Interview in der Süddeutschen Zeitung. Auf dem Weg durch die Katakomben klatschte Lahm die Mitspieler ab, begrüßte die kleinen Einlaufbuben freundlich. Nichts wies darauf hin, dass seine Generalkritik vor allem an den Vereinsoberen belastend auf ihn wirke.

Trainer Louis van Gaal kündigte an, mit Lahm "darüber zu sprechen". Manager Uli Hoeneß wurde nach dem Spiel deutlicher: "Es war nicht gerade klug, vor einem solch wichtigen Spiel ein solches Interview zu geben. Das hätte er besser nicht gegeben." Und drohte: "Sie können sicher sein, dass er dieses Interview noch bereuen wird."

Konsequenzen für diese 90 Minuten hatte die Brandrede Lahms insofern, als dass die Münchner im Vergleich zum 0:2 gegen Girondins Bordeaux unter der Woche immerhin versuchten, elanvoll das gegnerische Tor zu bedrängen. Doch am Ende reichte es wieder nicht zu einem Sieg. Trotz drückender Überlegenheit in der zweiten Halbzeit schaffte der FC Bayern gegen Schalke nur ein 1:1, der Rückstand auf die Tabellenspitze erhöhte sich damit auf sechs Punkte, der Rückstand auf die Gäste beträgt weiterhin zwei Zähler.

Das Spiel verlief zunächst so, wie die Bayern-Spiele unter van Gaal eben verlaufen: Die Münchner stellten sich in einer fachmännischen Ordnung auf den Platz, der Ball lief zwischen den Männern mit den roten Trikots hin und her. Schon nach 20 Minuten meldete die Statistik 60 Prozent Ballbesitz für die Gastgeber. Doch wenn die Aufgabe hieß: Spiel den Ball so gekonnt nach vorne, dass eine Möglichkeit auf einen Torschuss entsteht, wirkten die Männer in den roten Trikots überfordert.

Und so blieb den Bayern in der ersten Halbzeit nur das Spiel mit dem ruhenden Ball. Es half den Münchnern bei Standardsituationen erstens, dass die laufstarken Schalker nicht stören durften. Und zweitens, dass der Hüne Daniel van Buyten nach seiner Rotsperre in der Champions League nun wieder mit in den Strafraum laufen durfte.

Vor die Füße von, klar, van Buyten

Weil diese Stärke selbst in Gelsenkirchen bekannt sein dürfte, war Schalke-Trainer Felix Magath ziemlich erbost, als sein Linksaußen Vicente Sanchez in Minute 31 nach Ballverlust demotiviert Thomas Müller foulte. Den anschließenden Freistoß flankte der diesmal als Linksverteidiger aufgestellte Holger Badstuber nach innen, nach einigem Hin und Her fiel der Ball, klar, van Buyten vor die Füße, der das 1:0 erzielte. Kurz darauf zirkelte Bastian Schweinsteiger einen Freistoß knapp am linken Kreuzeck vorbei.

Bis dahin war es ein ausgeglichenes Spiel fast ohne Torszenen. Die Schalker waren sichtlich bemüht, exakt einen Anti-van-Gaal-Fußball zu spielen: nach Ballgewinn so schnell wie möglich nach vorne, und sei es mit einem langen Abschlag von Torwart Manuel Neuer. Ein solcher hatte nach elf Minuten Kevin Kuranyi erreicht, der allein vor dem Tor an Jörg Butt gescheitert war.

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