Reisetipps Oberbayern

Stichworte Oberbayern

Benediktiner

Den Benediktinermönchen früherer Jahrhunderte ist es zu verdanken, dass Oberbayern auch heute noch zu den einzigartigen Klosterlandschaften Deutschlands zählt. Zum Beispiel in Andechs, Ettal, Frauenchiemsee und Tegernsee. Dank der hohen Bierbraukunst der Benediktiner sind die diversen Klosterbierstüberl erfüllt mit pulsierendem Leben.

Der Blaue Reiter

Im Murnauer Schlossmuseum und im sogenannten Russenhaus im Süden der Marktgemeinde finden sich viele Zeugnisse der grandiosen expressionistischen Leistungen von Gabriele Münter, Wassily Kandinsky, Franz Marc und Marianne von Werefkin. Um die Hinterglasmalerei der Einheimischen zu studieren und um die Faszination der Landschaft auszukosten, waren die Künstler aufs Land gezogen. „Blauer Reiter“ nannte sich die Künstlervereinigung deshalb, weil alle Mitglieder Pferde und die Farbe Blau mochten.

Daten & Fakten

Der Regierungsbezirk Oberbayerns ist mit 17500 km² Fläche und über 3,7 Mio. Einwohnern (von ihnen etwa 1,3 Mio. Münchner) der größte unter den sieben Bezirken des Freistaats Bayern, flächenmäßig sogar größer als das Bundesland Schleswig-Holstein. Die Mehrzahl der Besucher verstehen unter Oberbayern die seenreiche, voralpine Bilderbuchlandschaft zwischen München und der österreichischen Staatsgrenze, wo die Zugspitze (2964 m) bei Garmisch und der Watzmann (2713 m) bei Berchtesgaden die markanten Höhepunkte bilden.

Doch auch das nördliche Oberbayern mit der jugendlichen Metropole Ingolstadt, dem altehrwürdigen Freising und dem idyllischen Altmühltal wird kulturell wie sportlich Interessierte begeistern. Oberbayern ist traditionell landwirtschaftlich geprägt, doch tragen mittlerweile auch eine expandierende, saubere Hightechindustrie sowie vor allem ein florierender Tourismus (rund 7 Mio. Touristen jährlich) zum Wohlstand der Bevölkerung bei.

Fingerhakeln

Mehr als bloße Heimatabendgaudi. Wirklicher Sport! Die Kontrahenten spannen Zeige- und Mittelfinger in einen Lederring und versuchen, sich gegenseitig über den Tisch zu ziehen. Für diesen Kraftakt wird hart trainiert. Melden Sie sich ruhig einmal zu einem Wettbewerb an.

Föhn

Plötzlich unpässlich? Plötzlich Kopfschmerzen? Plötzlich Kreislaufprobleme? Dann kann es gut sein, dass der Föhn, der Fallwind, der von Süden nach Norden aus dem Gebirge kommt, sein grimmiges Spiel mit Ihnen treibt. Sensible Menschen leiden unter diesem Phänomen. Auf der anderen Seite bringt dieser Wind, der sich an den Berghängen erwärmt, extreme Fernsicht, und er sorgt für garantiert schönes Wetter.

Gamsbart

Ursprünglich eine Jagdtrophäe. Die Haare vom Rücken der Gämse sind die Krönung des männlichen Hutschmucks der Einheimischen und auch bei Urlaubern sehr begehrt. Stattliche Gebinde kosten ein paar Tausend Euro.

Ganghofer

Wenn in Ihrem Ferienort das Bauerntheater ein Ganghofer-Stück spielt, unbedingt hingehen. Kurzweilige Unterhaltung ist garantiert. Ludwig Ganghofer lebte vor gut 100 Jahren. Zu seinen schier unzähligen Romanen und Bühnenwerken zählen solche „Reißer“ wie: „Der Herrgottsschnitzer von Ammergau“, „Schloss Hubertus“, „Waldrausch“ oder „Das Schweigen im Walde“!

Gebrüder Asam

Die Brüder Cosmas Damian und Egid Quirin Asam waren im 17. Jh. als Bildhauer, Stuckateure und Baumeister in ganz Südbayern wichtige Vertreter des Spätbarocks. Zu ihren Meisterwerken zählt die Klosteranlage in Benediktbeuern, aber auch der Dom in Freising und die Kirche Maria de Victoria in Ingoldstadt tragen ihre Handschrift.

Geigenbau

In Mittenwald findet alle vier Jahre ein internationaler Geigenbauwettbewerb statt, so auch 2009 und 2013. Gäste können während einer Sonderausstellung die neuen Meisterwerke bewundern. Der Mittenwalder Matthias Klotz brachte im 17. Jh. nach Lehrjahren in Padua den Geigenbau nach Mittenwald.

Grant

Vorsicht, wenn der Grantler seinen Grant hat! Das Frühstücksei ist zu hart, das Bier nicht kalt genug, das Wetter zu schlecht oder zu schön. Er, der Grantler, fühlt sich in seinem Zustand sauwohl. Lassen Sie ihm seine schlechte Stimmung, und freuen Sie sich, dass es Ihnen besser geht.

König Ludwig II.

Ach, der „Kini“! Was hat der schwermütige Monarch (1845-86) nicht alles hinterlassen! Er hat, ohne es zu ahnen, sehr viel dazu beigetragen, dass Oberbayern heutzutage eine der beliebtesten deutschen Ferienregionen ist. Neuschwanstein knapp außerhalb oberbayerischer Grenzen, Schloss Linderhof, Herrenchiemsee, die Schachen- und Herzogstandhäuser als erstrebenswerte Wanderziele. Dem „Kini“ sei Dank!

Ludwig Thoma

Gerade an Regen- oder Urlauberfaulenzertagen bietet es sich an, einen Roman von Ludwig Thoma (1867-1921) zur Hand zu nehmen. Wer Land und Leute früherer Jahrzehnte unverfälscht kennenlernen möchte, ist beim literarischen Großmeister bayerischer Romane und Komödien bestens aufgehoben. Zu seinen Hauptwerken zählen: „Die Lausbubengeschichten“ und „Heilige Nacht“.

Marterl

Immer wieder werden Ihnen bei Spaziergängen und auf Friedhöfen kleine, meist bunt bemalte Tafeln begegnen. Das sind Erinnerungen an Unglücks- und Todesfälle. Doch die Marterln sind auch Zeugen hoher Volkskunst und geben nicht selten Anlass zum Schmunzeln: „Hier ruht Xaver Reindl - gelebt hat er wie ein Schweindl. Gesoffen hat er wie eine Kuh, der Herr gebe ihm die ewige Ruh!“

Polt

„Gerhard Polt verkörpert wie kaum ein anderer die Zerrissenheit des bayerischen Wesens zwischen Spießertum und Anarchie“ schrieb die in Berlin erscheinende Taz über den oberbayerischen Autor, Schauspieler und Kabarettisten. „Ich bin eine Zeit lang in Altötting aufgewachsen, was sehr günstig ist, wenn man Komiker werden will“, erläutert Polt seinen Erfolg. Seine Auftritte mit den drei Well-Buam von der Biermösl Blosn sind Höhepunkte des bayerischen Wortwitzes und der Satire und deshalb immer sofort ausverkauft. Wenn Sie Gelegenheit haben, Polt und Kollegen live zu erleben, möglichst noch im Bierzelt, dann nichts wie hin! Das Programm steht auf www.biermoesl-blosn.de.

Rokoko

Als Weiterführung des international angesehenen Barockstils führte das Rokoko im 18. Jh. zu bis dahin unbekannter und nie erreichter Ausprägung in der Baukunst. Die Symmetrie, ein wichtiges Element im Barock, wird jetzt völlig vernachlässigt. Besonders sakrale Bauwerke mit ihren reichen Stuckverzierungen in Weiß und Gold belegen noch heute in ganz Oberbayern, welche heitere, beschwingte Schönheit das Zeitalter des Rokoko ausstrahlt.

Trachten

Nicht alles, was sich Tracht nennt, ist auch eine. Leider wird traditionelles bäuerliches Werktags- und Festtagsgewand immer wieder von Nachahmungen im sogenannten Landhausstil torpediert. Wer sich Dirndl oder Trachtenjoppe und Lederhose leisten will, Kleidungsstücke, die wirklich der Trachtenbewegung entsprechen, die vor gut 100 Jahren in Bayrischzell ihren Ursprung hatte, der sollte nicht im großen Bekleidungshaus, sondern bei ortsansässigen Trachtenschneidern nachfragen.

Watzmann

Oberbayerns zweithöchster Berg (2713 m) hat eine schaurig-schöne Geschichte: Einer Sage nach erstarrte ein grimmiger, böser König zu Stein. Auch seine Familie, die Frau und fünf Kinder, wurden zu schroffem Fels. Mit ein wenig Phantasie sehen sie Watzmann, Watzfrau, und Watzkinder als Silhouette an einem himmelblauen Supersonnentag.

„Wir sind Papst“

Das verkündete „Habemus Papam“ auf dem Petersplatz in Rom am 19. April 2005 hat in Oberbayern eine riesengroße Euphorie ausgelöst. Seither pilgern Zehntausende Wallfahrer zum Geburtshaus von Josef Ratzinger nach Marktl am Inn, machen sich Einheimische und Urlauber auf die Spurensuche hin zu den früheren Wirkungsstätten von Papst Benedikt XVI. Der Papsttourismus treibt bereits eigenartige Blüten: Als Mitbringsel gefragt sind unter anderem „Papstbier“, „Papstbrot“ oder, als Kuchen, „Ratzingerschnitten“.

Zupfgeig'n

Eigentlich ist dies die Bezeichnung für eine Gitarre, aber häufig wird in Bayern hiermit auch eine „wuide Henna“, also „wilde Henne“ betitelt. Gemeint ist damit kein Federvieh, sondern eine Frau, die ziemlich schräg drauf ist.