Schon bald sollen Awacs-Aufklärungsflugzeuge in Afghanistan zum Einsatz kommen. Die Sicherheitslage in dem Land ist so schlecht wie zuletzt 2001.
Bild vergrößern
Eine Awacs-Maschine fliegt im Rahmen der Operation Enduring Freedom über Afghanistan (Archivbild) Foto: ddp
Nach monatelangem Streit will die Nato nun Awacs-Aufklärungsflugzeuge nach Afghanistan entsenden. Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) sagte am Rande des Nato-Rats in Brüssel, er rechne noch am Freitag mit einem entsprechenden Beschluss. Frankreich hatte zuvor seinen Widerstand wegen der Kosten aufgegeben.
"Ich bin hoffnungsvoll, dass wir heute eine Entscheidung dahingehend treffen können, dass wir mit Nato-Awacs-Maschinen einen zusätzlichen Beitrag leisten können für die Flugsicherheit in Afghanistan", sagte Jung. Deutschland hatte die Entsendung gefordert, um mehr Sicherheit am Hindukusch zu erreichen.
Für den Einsatz ist ein Mandat des Bundestags nötig, das bis Anfang Juli eingeholt werden könnte. Awacs-Hauptstützpunkt ist Geilenkirchen bei Aachen.
Deutschland stellt bis zu 40 Prozent der insgesamt 250 Einsatzkräfte. Die Gesamtkosten belaufen sich nach Nato-Angaben auf 50 bis 150 Millionen Euro pro Jahr. Davon müsste Deutschland 16 Prozent tragen. Der französische Verteidigungsminister Hervé Morin betonte in Brüssel, auf Frankreich kämen nach dem nun erzielten Kompromiss keine Zusatzkosten zu.
Die Gewalt in Afghanistan hat nach Angaben des US-Militärs den höchsten Stand seit 2001 erreicht. Allein in der vergangenen Woche seien mehr als 400 Angriffe von Aufständischen verzeichnet worden, teilte der Kommandeur der US-Truppen im Nahen und Mittleren Osten, General David Petraeus, mit.
Im Juni vergangenen Jahres habe man wöchentlich noch etwas weniger als 250 Taliban-Angriffe gezählt, im Januar 2004 seien es weniger als 50 pro Woche gewesen, sagte der Sprecher des Vier-Sterne-Generals, Erik Gunhus, laut New York Times.
"Ohne Frage, die Situation hat sich verschlechtert", sagte Petraeus bei einer Konferenz des Sicherheitsinstituts Center for a New American Security in Washington. "Dies müssen wir ändern." Zugleich kündigte er nach einem Bericht der Washington Post im Zusammenhang mit dem von US-Präsident Barack Obama angekündigten Strategiewechsel beim Kampf gegen die Aufständischen "harte Monate" an.
Zwei Drittel aller Angriffe würden sich derzeit auf zehn Prozent der Bezirke des Landes konzentrieren, so Petraeus. Und das seien die Gebiete, in die jetzt mehr als 20.000 zusätzliche US-Soldaten gebracht würden, um die Aufständischen zu verfolgen und den Afghanen mehr Sicherheit zu bringen.
Nach Angaben von Petraeus wird die Gesamtzahl der US-Truppen in Afghanistan durch die von Obama beschlossene Verstärkung bis zum Herbst dieses Jahres auf 68.000 Mann steigen. Ende letzten Jahres seien noch 31.000 US-Soldaten in Afghanistan gewesen.
Zu den neuen Truppen zählten Kampfverbände der Marines und der Armee. Außerdem würde die Zahl der für Einsätze im Süden Afghanistans zur Verfügung stehenden Hubschrauber verdoppelt, sagte der General.
Erst am Mittwoch hatte der US-Senat grünes Licht für die Berufung von General Stanley McChrystal zum neuen Oberkommandierenden der US- und Nato-Truppen in Afghanistan gegeben. Der Experte für Spezialoperationen soll als Nachfolger des abgesetzten Kommandeurs David McKiernan den Kampf gegen die wiedererstarkten Taliban voranbringen.
(AFP/dpa/Reuters/bavo/af)
- PR-Schlacht um Afghanistan - Taliban gewinnen den Krieg der Worte
- Obama-Berater Volcker - Das Orakel von der Wall Street
- Folgen der Finanzkrise: Bankenregulierung - Radikalenerlass für Banken
- Obamas YouTube-Interview - Es war einmal ein Internet-Präsident
- US-Haushalt - Staatsbankrott 2020
- USA: Rekorddefizit - 1,6 Billionen Dollar fehlen in der Kasse
- USA - Obama setzt auf Atomkraft












Obamas Momente
Friedensnobelpreisträger
Das Geheimnis des Messias
Mächtig kurze Hosen
100 Tage Obama
Kennen Sie die First Family?
Führer der freien Welt
"Ein neues Amerika"



Schmerzhafte Volltreffer
Merkel und der Drogenboss
Ein Mann entgleist
Wie peinlich ist das denn?
Bimbesrepublik Deutschland
"Politik ungeschminkt"
Berlusconi und die Frauen