Reisetipps Fuerteventura

Insider Tipps Fuerteventura MARCO POLO Autor Hans-Wilm Schütte im Interview

Hans-Wilm Schütte bereist Fuerteventura seit 1990. Den bekannten Zielen widmet er sich ebenso gern, wie er Untouristisches aufspürt.

Wie war Ihre erste Begegnung mit Fuerteventura?

Meine erste Reise war im Sommer 1990 und dauerte nur eine Woche. Damals war die Insel noch urtümlicher als heute. Vom Flughafen in den Süden kam man nur auf einem Umweg über die Hauptstadt und durch die Inselmitte. Schon beim ersten Strandspaziergang habe ich mir einen Sonnenbrand geholt.

Was hat Ihnen an der Insel gefallen?

Sicher das Gleiche, was allen gefällt: die endlosen Strände im Süden, die milde Luft und besonders die Dünenlandschaft im Norden. Mich faszinieren aber auch die Vulkane und das wüstenhafte Bergland. Solch eine „nackte“ Erdoberfläche kennen wir aus Deutschland ja gar nicht.

Und was gefällt Ihnen weniger?

Leider hat die Korruption unschöne Spuren hinterlassen. Bedauerlich ist vielerorts auch eine achtlose Zersiedelung. Aber wer in dieser Ödnis aufgewachsen ist, dem fällt es sicher schwer, sie als bewahrenswerten Schatz zu wahrzunehmen.

Hatten Sie nie Lust, sich auf der Insel niederzulassen?

Ehrlich gesagt: nein. Ich bin wohl zu sehr Großstadtmensch. Aber gerade aus dieser Perspektive entfaltet Fuerteventura ja den größten Reiz. Außerdem bin ich am Meer aufgewachsen, an der Nordsee, und auch auf Fuerteventura bin ich dem Meer nah, nur dass es einen ganz anderen Charakter hat. Würde ich dort wohnen, müsste ich dort auch arbeiten und könnte die Insel nicht mehr mit Urlauberaugen sehen.

Was machen Sie beruflich?

Ich bin freier Publizist, und da ich Chinesisch studiert habe, schreibe ich vor allem über China. Fuerteventura bietet auch vor diesem Hintergrund eine willkommene Abwechslung.

Sprechen Sie Spanisch?

Ich habe eigens wegen Fuerteventura Spanisch gelernt, und zum Glück ist die Sprache ja nicht schwer. Im übrigen versorgen mich die vielen Freunde, die ich auf Fuerteventura habe, auch auf Deutsch oder Englisch mit aktuellen Informationen.

Mögen Sie die kanarische Küche?

Die echte Majorero-Küche bekommt man ja kaum noch. Aber ein Teller mit frischem Fisch, Papas arrugadas und Salat mit Fuerteventura-Tomaten mundet bestens, wenn man, wie ich, Knoblauch mag.